Silvesterkonzert der Staatskapelle Dresden

Christian Thielemann Dirigent
Anna Netrebko Sopran
Juan Diego Flórez Edwin Ronald von und zu Lippert-Weylersheim
Christina Landshamer Komtesse Stasi
Pavol Breslik Tenor
Sebastian Wartig Feri von Kerekes
Bernd Zettisch Fürst Leopold Maria von und zu Lippert-Weylersheim
Sächsischer Staatsopernchor Dresden Einstudierung: Wolfram Tetzner

Emmerich Kálmán

  • »Die Csárdásfürstin«

Prosit Neujahr!

Es entwickelt sich zu einer kleinen, feinen Tradition: das Silvesterkonzert der Staatskapelle Dresden mit Christian Thielemann am Dirigentenpult. Zum fünften Mal in Folge lassen er und seine Musikerinnen und Musiker das alte Jahr schwungvoll ausklingen, diesmal mit einer konzertanten Aufführung von Emmerich Kálmáns genialer »Csárdásfürstin«, die nicht nur für den bekennenden Operettenfreund Thielemann zu den unbestrittenen Meisterwerken des 20. Jahrhunderts zählt.

Sendetermin: 28. Dezember 2014, ab 22 Uhr im ZDF
  • 28.12.2014
    20:00 Uhr
    Semperoper

Christian Thielemann

Chefdirigent

Die Saison 2015/2016 ist Christian Thielemanns vierte Spielzeit als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle. Er begann seine Karriere 1978 als Korrepetitor an der Deutschen Oper Berlin, Engagements in Gelsenkirchen, Karlsruhe und Hannover schlossen sich an. 1985 wurde er Erster Kapellmeister in Düsseldorf, 1988 Generalmusikdirektor in Nürnberg. Später kehrte der gebürtige Berliner in seine Heimatstadt als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin zurück (1997-2004), ehe er das gleiche Amt bei den Münchner Philharmonikern bekleidete (2004-2011). Neben seiner Dresdner Chefposition ist er seit 2013 Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg, deren Residenzorchester seither die Staatskapelle ist.

Den Komponistenjubilaren der vergangenen beiden Jahre – Richard Wagner und Richard Strauss – widmete sich Christian Thielemann am Kapell-Pult in zahlreichen Konzerten in der Semperoper und auf Tournee, dazu leitete er Neuproduktionen der »Elektra« in Dresden sowie von »Parsifal« und »Arabella« in Salzburg. Im November 2014 dirigierte er bei den Strauss-Tagen der Semperoper die neue »Arabella« und »Capriccio«, einen Monat später übernahm er die Leitung im »Rosenkavalier«. Für seine Interpretation der »Frau ohne Schatten« bei den Salzburger Festspielen 2011 hatte ihn das Fachmagazin »Opernwelt« zum »Dirigenten des Jahres« gewählt.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Christian Thielemann mit den Berliner und Wiener Philharmonikern sowie mit den Bayreuther Festspielen, die er seit seinem Debüt im Sommer 2000 (»Die Meistersinger von Nürnberg«) alljährlich durch maßstabsetzende Interpretationen prägt; seit 2010 ist er auch musikalischer Berater auf dem »Grünen Hügel«, um Juni 2015 wurde er zum Musikdirektor der Festspiele ernannt. Im Zuge seiner vielfältigen Konzerttätigkeit folgte er Einladungen u.a. der großen Orchester in Amsterdam, London, New York, Chicago und Philadelphia, ebenso gastierte er in Israel, Japan und China.

Christian Thielemanns Diskografie als Exklusivkünstler der UNITEL ist  umfangreich. Neben den Silvesterkonzerten der Jahre 2010 bis 2013 hat er mit der Staatskapelle bereits etliche symphonische Werke von Beethoven, Liszt, Bruckner, Reger, Pfitzner und Busoni sowie »Arabella«, »Ariadne auf Naxos« und »Elektra« von Richard Strauss und Wagners »Parsifal« für CD und DVD aufgenommen. Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählt die Gesamtaufnahme der Symphonien von Johannes Brahms. Mit den Wiener Philharmonikern spielte er sämtliche Beethoven-Symphonien ein.

Christian Thielemann ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London sowie Ehrendoktor der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Katholischen Universität Leuven (Belgien). Im Mai 2015 wurde ihm der Richard-Wagner-Preis der Richard-Wagner-Gesellschaft der Stadt Leipzig verliehen.

Anna Netrebko

Anna Netrebko ist eine der bedeutendsten Sängerinnen unserer Zeit. Nach ihrem Sieg beim Moskauer Glinka-Wettbewerb (1993) wurde die am Konservatorium in St. Petersburg ausgebildete Sopranistin von Irina Archipowa an das Bolschoi-Theater eingeladen und kurz darauf an das St. Petersburger Mariinski-Theater engagiert, wo sie 1994 in Mozarts »Le nozze di Figaro« debütierte und auch heute noch regelmäßig auftritt.
1995 gab sie als Ljudmila in »Ruslan und Ljudmila« ihr Debüt an der San Francisco Opera und gelangte schlagartig zu internationaler Beachtung. Seither ist sie an den renommiertesten Opernhäusern der Welt zu hören.

Bereits im Jahr 2010 hatte Anna Netrebko einen umjubelten Kurzauftritt im Silvesterkonzert der Staatskapelle Dresden, als sie mit einer Arie aus der »Csárdásffürstin« für ihre Kollegin Renée Fleming einsprang.

Auch mit Konzerten und Liederabenden ist Anna Netrebko in der ganzen Welt zu hören. Ihre Diskografie umfasst Aufnahmen von »La traviata», »Le nozze di Figaro«, »La bohème» und »I Capuleti e i Montecchi«, Pergolesis »Stabat mater» und eine Reihe von Soloalben.

Für ihre künstlerischen Verdienste wurde Anna Netrebko 2005 mit dem Russischen Staatspreis und 2008 mit dem Titel »Volkskünstler Russlands« ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie u.a. sechs Mal den ECHO Klassik und wurde von Musical America zur Musikerin des Jahres 2008 gewählt. Als erste Opernsängerin überhaupt wurde sie 2007 in die TIME 100-Liste (»The World’s Most Influential People«) aufgenommen.

Juan Diego Flórez

Juan Diego Flórez (Lima, 1973) widmete sich bereits früh dem Singen und der Peruanischen Volks- und Popmusik. Im Alter von 17 Jahren begann er sein Studium am Peru National Conservatory of Music und drei Jahre später gewann er ein Stipendium für ein Gesangsstudium am Curtis Institute of Music in Philadelphia/USA.

1996 debütierte Juan Diego Flórez beim Rossini Opera Festival in Pesaro, wo er in letzter Minute in der Titelrolle des »Corradino« in Matilde di Shabran einsprang. Trotz der extrem kurzen Vorbereitungszeit wurde sein Debüt zu einem triumphalen Erfolg und markierte den Beginn seiner steilen Gesangskarriere.

Die Ausdruckskraft und die erstaunliche Geläufigkeit und Flexibilität seiner Stimme machten ihn über Nacht zur Sensation und führten noch im gleichen Jahr – im Alter von nur 23 Jahren – zu seinem Debüt an der Mailänder Scala (Saison 1996/97) unter dem Dirigat von Riccardo Muti. Seither ist Juan Diego Flórez regelmäßiger Gast an allen großen internationalen Opernhäusern und arbeitet mit führenden Dirigenten – mit besonderem Erfolg in Werken von Rossini, Donizetti und Bellini.

Juan Diego Flórez ist seit 2001 Exklusiv-Künstler bei DECCA, für welche er zahlreiche Solo-Alben und vollständige Opern auf CD und DVD aufgenommen hat. BBC bezeichnete ihn als einen der besten Tenöre der Geschichte. Er erhielt etliche Auszeichnungen und Preise, darunter die größte Ehrung des Staates Peru: den Gran Cruz de la Orden del Sol. 2012 wurde er zum österreichischen Kammersänger ernannt und wurde zudem UNESCO Goodwill Ambassador.

2011 gründete Juan Diego Flórez das Projekt Sinfonia por el Peru, ein umfassendes Sozialprojekt welches in seinem Herkunftsland Orchester und Chöre leitet, um benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu helfen. In Anerkennung dieser Stiftung erhielt er im Januar 2014 beim World Economic Forum den Crystal Award.

Christina Landshamer

Die gebürtige Münchnerin Christina Landshamer studierte an der Hochschule für Musik und Theater München bei Angelica Vogel sowie anschließend in der Liedklasse von Konrad Richter und in der Solistenklasse bei Dunja Vejzović an der Musikhochschule Stuttgart.

Christina Landshamer arbeitet regelmäßig mit Dirigenten wie Kent Nagano, Philippe Herreweghe, Ton Koopman, Nikolaus Harnoncourt, Sir Roger Norrington, Pablo Heras-Casado, Christian Thielemann und Riccardo Chailly mit Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen

Rundfunks, den Münchner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Freiburger Barockorchester und dem Montreal Symphony Orchestra zusammen.

Neben ihren Opernprojekten sind wichtige Stationen in der Saison 2014/2015 eine Tournee mit dem Gewandhausorchester unter Riccardo Chailly mit Konzerten in Leipzig, beim Lucerne Festival und den London PROMS, Konzerte mit den Berliner Philharmonikern unter Alan Gilbert sowie dem Orchestre National de France unter Daniele Gatti.

Pavol Breslik

Die steile Karriere des Tenors Pavol Breslik begann im Jahr 2005, als er bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift »Opernwelt« zum »Nachwuchssänger des Jahres« gekürt wurde. Von 2003 bis 2006 gehörte Breslik dem Ensemble der Berliner Staatsoper Unter den Linden an, wo er u. a. mit zahlreichen Mozart-Partien zu hören war. Mit diesen gastierte er dann auch am Teatro Verdi in Triest, am Piccolo Teatro in Mailand, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, beim Glyndebourne Festival, bei den Wiener Festwochen und beim Festival von Aix-en-Provence.

Als Jaquino in »Fidelio« trat er im Pariser Théâtre du Châtelet auf. Inzwischen debütierte er auch bei den Salzburger Festspielen, an der New Yorker MET, am Royal Opera House Covent Garden in London sowie an der Bayerischen Staatsoper.

Auch auf den Konzertpodien ist Pavol Breslik ein gern gesehener Gast und musizierte hier mit Orchestern wie dem London Philharmonic Orchestra, dem London Symphony Orchestra dem Orchestre National de France sowie dem Los Angeles Philharmonic unter Dirigenten wie Kurt Masur, Sir Colin Davis, Riccardo Muti oder Gustavo Dudamel.

Sebastian Wartig

Der gebürtige Dresdner Sebastian Wartig war von 1998 bis 2008 Mitglied im Dresdner Kreuzchor. Seit 2008 studiert der Bariton bei Kammersänger Roland Schubert an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. 2011 war er Preisträger beim Albert-Lortzing-Wettbewerb. Beim 16. Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb 2012 belegte Sebastian Wartig den 2. Platz, außerdem gab er im Oktober desselben Jahres als Marullo in »Rigoletto« sein Debüt an der Leipziger Oper. 

Seit September 2013 ist er Mitglied des Jungen Ensembles der Semperoper Dresden und war hier bisher u.a. in den Partien Papageno (»Die Zauberflöte«), Melot (»Tristan und Isolde«), Harlekin (»Ariadne auf Naxos«), Marullo (»Rigoletto«) sowie in den Neuproduktionen »Carmen« und »Moskau, Tscherjomuschki« zu erleben. Anfang Dezember 2014 gewann er den Bundeswettbewerb Gesang in Berlin.

Bernd Zettisch

Der gebürtige Dresdner absolvierte nach dem Besuch der Spezialschule für Musik in Dresden sein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik in seiner Heimatstadt und bildete sich in der Meisterklasse von Günther Leib weiter. Schon während des Studiums gastierte er an den Landesbühnen Sachsens, sein Debüt feierte er 1973 als Kreispolizeichef in »Katerina Ismailowa«. Nach Auftritten in Cottbus wurde er an die Deutsche Staatsoper Berlin verpflichtet, wo er in über 30 Jahren als festes Ensemblemitglied zahlreiche bedeutende Partien

seines Faches verkörperte, darunter Figaro (»Le nozze di Figaro«), Igor (»Fürst Igor«), Kaspar (»Der Freischütz«), Heerrufer (»Lohengrin«) und Fritz Kothner (»Die Meistersinger von Nürnberg«). Gastspiele im In- und Ausland ergänzen seine musikalische Laufbahn. An der Semperoper Dresden sang er bisher u.a. Alcindoro in »La bohème«, Biterolf in »Tannhäuser« und Mitjuka in »Boris Godunow«.

Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Der Dresdner Opernchor wurde 1817 von Friedrich August dem Gerechten gegründet. Dies war vor allem ein Verdienst Carl Maria von Webers, der als neu engagierter Hofkapellmeister den Auftrag erhalten hatte, neben der italienischen Oper in Dresden auch ein deutsches »Opern-Departement« aufzubauen. Weber forderte die Einrichtung eines »stehenden Theaterchors«, der den gestiegenen Anforderungen des dafür neu zu schaffenden Opernrepertoires gewachsen sein würde. In der Folgezeit entwickelte sich der Chor dank

hervorragender Persönlichkeiten wie Johann Miksch, Karl Maria Pembaur, Hans-Dieter Pflüger und Matthias Brauer zu einem Ensemble, das bis heute für klangliche Noblesse, künstlerische Homogenität und kultivierten Pianogesang bei gleichzeitiger Klangdichte steht. Von 2009 bis 2014 war Pablo Assante Chordirektor der Sächsischen Staatsoper Dresden. Seit der Spielzeit 2014/2015 nimmt diese Position Jörn Hinnerk Andresen ein.