第6回定期演奏会(フラウエン教会)

Philippe Herreweghe Dirigent
Maximilian Schmitt Evangelist
Krešimir Stražanac Jesus
Dorothee Mields Sopran
Damien Guillon Altus
Robin Tritschler Tenor
Peter Kooij Bass
Collegium Vocale Gent

    ヨハン・セバスティアン・バッハ

    • 《ヨハネ受難曲》BWV 245

    Im Zeichen des Kreuzes

    Die Leiden des Verewigten sind überwunden im Angesicht Gottes. Christus triumphans, der den Tod mit seiner Auferstehung bezwungen hat, stößt die Tore auf zum ewigen Leben. Im Johannes-Evangelium lauten die letzten Worte Jesu am Kreuz: »Es ist vollbracht«, die Sündenschuld ist abgetragen. Bachs »Johannes-Passion« zeigt die Leidensgeschichte Christi aus der Perspektive seiner Gesandtschaft – eine ergreifende Meditation über die anbrechende Erfüllung einer Vorsehung.

    • 15.02.2018
      20:00 Uhr
      Frauenkirche
      チケット
      チケット価格:
      17.00 – 62.00 €

    Philippe Herreweghe

    Philippe Herreweghe wurde in Gent geboren und kombinierte dort sein Universitätsstudium mit einer musikalischen Ausbildung am Konservatorium. Zur selben Zeit begann er zu dirigieren und gründete 1970 das Collegium Vocale Gent. Nikolaus Harnoncourt und Gustav Leonhardt bemerkten seine außergewöhnliche Vorgehensweise und luden ihn ein, an der Aufnahme sämtlicher Bach-Kantaten mitzuarbeiten. Schon bald wurde Herreweghes lebendiger, authentischer und rhetorischer Ansatz der Barockmusik gelobt, und 1977 gründete er in Paris das Ensemble La Chapelle Royale, mit dem er Musik des französischen Goldenen Zeitalters zur Aufführung brachte. Von 1982 bis 2002 war er Künstlerischer Leiter der Académies Musicales de Saintes. Zu dieser Zeit gründete er verschiedene Ensembles, mit denen er eine adäquate und gründliche Lesart eines Repertoires von der Renaissance bis zu zeitgenössischer Musik zu geben wusste. So war das Ensemble Vocal Européen auf Renaissancepolyphonie spezialisiert und das 1991 gegründete Orchestre des Champs-Élysées zur Interpretation des romantischen und vorromantischen Repertoires auf Originalinstrumenten. 

    Immer auf der Suche nach musikalischen Herausforderungen beschäftigt sich Philippe Herreweghe seit einiger Zeit sehr aktiv mit dem großen symphonischen Repertoire von Beethoven bis Gustav Mahler. Seit 1997 ist er Hauptdirigent der Königlichen Philharmonie von Flandern. Außerdem ist er gefragter Gastdirigent bei Orchestern wie dem Concertgebouworkest Amsterdam, dem Gewandhausorchester Leipzig oder dem Mahler Chamber Orchestra.

    Mit all seinen Ensembles erschuf Philippe Herreweghe im Laufe der Jahre bei den Labels Harmonia Mundi France, Virgin Classics und Pentatone eine umfangreiche Diskographie von mehr als hundert Aufnahmen.

    1990 wählte ihn die europäische Musikpresse zur »Musikpersönlichkeit des Jahres«. Zu seinen weiteren Auszeichnungen zählen unter anderem der Titel eines »Chevalier de la Légion d’Honneur« sowie die Bach-Medaille der Stadt Leipzig für seine außergewöhnlichen Verdienste als Bach-Interpret.

    Maximilian Schmitt

    Maximilian Schmitt studierte Gesang bei Roland Hermann und Anke Eggers an der Berliner Universität der Künste. 2005 und 2006 war er Mitglied im Jungen Ensemble der Bayerischen Staatsoper München. Noch während seiner Münchner Zeit debütierte er am Salzburger Landestheater als Tamino in der »Zauberflöte«, bevor er sich für vier Jahre dem Ensemble des Mannheimer Nationaltheaters verpflichtete. Im Sommer 2012 beschloss Maximilian Schmitt seine erfolgreiche Mannheimer Zeit mit der Titelpartie in Mozarts »La Clemenza di Tito« ab. Ende 2012 debütierte er an der Oper Amsterdam als Tamino in der gefeierten Neuproduktion von Simon McBurney unter Marc Albrecht. In René Jacobs‘ Produktion von Mozarts »Entführung aus dem Serail« mit der Akademie für Alte Musik Berlin übernahm er die Partie des Belmonte.

    Neben seinen Engagements auf den Opernbühnen ist der Konzertgesang für Maximilian Schmitt von großer Bedeutung. Sein Repertoire ist weit gefächert und reicht von Monteverdi bis Mendelssohn Bartholdy. 

    Dabei arbeitet er mit Dirigenten wie Franz Welser-Möst, Andrew Manze, Daniel Harding, Thomas Hengelbrock, Fabio Luisi, Andrés Orozco-Estrada, Marcus Creed, Trevor Pinnock, René Jacobs, Robin Ticciati und Orchestern wie der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Tonhalle-Orchester Zürich, den Symphonieorchestern des Bayerischen und des Mitteldeutschen Rundfunks, dem WDR Sinfonieorchester, den Wiener Symphonikern, dem Cleveland Orchestra, dem Swedish Radio Symphony Orchestra und dem Gewandhausorchester Leipzig zusammen. Mit Claudio Abbado musizierte er beim Lucerne Festival sowie bei der Accademia di Santa Cecilia in Rom. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit Philippe Herreweghe, mit dem er immer wieder die große Bandbreite seines Repertoires zeigen kann.

    Krešimir Stražanac

    Krešimir Stražanac studierte Gesang bei Dunja Vejzovic und Liedgestaltung Cornelis Witthoefft  an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart sowie privat bei Hanns-Friedrich Kunz und Prof. Jane Thorner Mengedoht. Nach dem Studium wurde er zum festen Ensemblemitglied des Opernhauses Zürich, wo er unter anderem als Baron Tusenbach (»Drei Schwestern«), Ping (»Turandot«), Harlekin (»Ariadne auf Naxos«) and Don Fernando (»Fidelio«) unter der Leitung von Peter Schneider, Franz Welser-Möst, Bernard Haitink, Placido Domingo zu sehen war. 2017 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper in der Neuproduktion von Giordanos »Andrea Chénier« mit der Partie des Pietro Fléville.

    Krešimir Stražanac ist Gewinner des internationalen Cantilena-Wettbewerbs in Bayreuth (Oper/Operette), des internationalen La Voce-Wettbewerbs des Bayerischen Rundfunks (Kunstlied) sowie des 1. Internationalen Hugo-Wolf-Wettbewerbs im Geburtshaus Hugo Wolfs. 

    In der Saison 2016/2017 debütierte er mit dem Collegium Vocale Gent und Orchestre du Champs-Elysées unter der Leitung von Philippe Herreweghe, dem hr Sinfonieorchester Frankfurt, dem Gürzenich Orchester Köln und mit dem Münchner Rundfunkorchester. Auch mit dem WDR Sinfonieorchester Köln, den Bamberger Symphonikern und dem Tokyo Symphony Orchestera ist er bereits aufgetreten.

    Besonders gerne widmet sich Krešimir Stražanac dem Kunstliedrepertoire. So bestritt er zahlreiche Liederabende in verschiedenen Ländern Europas sowie in Japan. 

    Dorothee Mields

    Dorothee Mields ist eine der führenden Interpretinnen für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts und wird von Publikum und Presse besonders für ihr einzigartiges Timbre und ihre berührenden Interpretationen geliebt.Ihre makellose Technik und die schwerelose Klarheit ihrer Stimme prädestinieren sie ebenso für die Werke zeitgenössischer Komponisten wie Beat Furrer, Gérard Grisey, Hans Werner Henze und Pierre Boulez.

    Eine enge Zusammenarbeit verbindet Dorothee Mields mit dem Collegium Vocale Gent, der Nederlandse Bachvereiniging, L’Orfeo Barockorchester, dem Freiburger Barockorchester, RIAS Kammerchor, Bach Collegium Japan, Orchestra of the 18th Century, der Lautten Compagney, Tafelmusik Baroque Orchestra Toronto und dem Klangforum Wien sowie mit Dirigenten wie Stefan Asbury, Beat Furrer, Paul Goodwin, Philippe Herreweghe, Gustav Leonhardt, Emilio Pomàrico, Hans-Christoph Rademann, Andreas Spering, Masaaki Suzuki und Jos van Veldhoven.
     

    Sie ist gern gesehener Gast internationaler Festspiele wie Bachfest Leipzig, Wartburgkonzerte Eisenach, Suntory Music Foundation Festival in Japan, Boston Early Music Festival, Festival van Vlaanderen, Wiener Festwochen, Händel-Festspiele Halle, Musikfestspiele Potsdam, Styriarte Graz, Les Académies Musicales de Saintes, Niedersächsische Musiktage und Musikfest Bremen.

    Seit Herbst 2016 unterrichtet Dorothee Mields Gesang am Koninklijk Conservatorium Den Haag.
     

    Damien Guillon

    Damien Guillon begann seine musikalische Ausbildung im Jahr 1989 am Maîtrise de Bretagne bei  Jean-Michel Noël. Als Mitglied des Maîtrise du Centre de Musique Baroque de Versailles zählten wenig später Howard Crook, Jérome Corréas, Alain Buet und Noëlle Barker zu seinen Lehrern. 2014 wurde der an der Schola Cantorum Basiliensis in die Klasse von Andreas Scholl aufgenommen.

    Inzwischen hat er sich als international gefragter Altus etabliert und arbeitet mit Dirigenten wie William Christie, Vincent Dumestre, Pierre Hantaï, Bernard Labadie, Paul McCreesh, Jean-Claude Malgoire, Hervé Niquet, Philippe Pierlot , Hans-Christoph Rademann, François Xavier Roth, Christophe Rousset, Jordi Savall, Masaaki Suzuki und Philippe Herreweghe zusammen.

    Sein Repertoire reicht von Liedern der englischen Renaissance über Oratorien und Opern von Claudio Monteverdi, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Henry Purcell.

    Seit kurzem ist Damien Guillon immer häufiger auch als Dirigent zu erleben. So stand er bereits am Pult der Les Musiciens du Paradis, des Café Zimmermann, dem Chamber Choir of Rouen sowie dem Collegium Vocale Gent. 

    Robin Tritschler

    Der irische Tenor Robin Tritschler begeistert Publikum und Kritiker mit seinen Auftritten. Als BBC Generation Artist verbindet ihn eine rege Zusammenarbeit mit den Orchestern der BBC, außerdem wirkte er bei den BBC Proms mit. Zu seinen Opernrollen gehören Graf Almaviva (»Der Barbier von Siviglia«), Nemorino (»L’elisir d’amore«), Narraboth (»Salome«), Ferrando  (»Così fan tutte«), Don Ottavio (»Don Giovanni«) und Belmonte (»Die Entführung aus dem Serail«). Vor kurzem debütierte er an der Royal Opera, Covent Garden in Wozzeck. Robin Tritschler kreierte die Tenorpartien in Roger Waters‘ »Ca ira« und in Will Gregorys »Piccard in Space«. Er wirkte in Jonathan Harveys »Wagner Dream« an der Welsh National Opera mit und war bei der Ruhrtriennale in John Cages »Europeras 1 & 2«  und Louis Andriessens »De Materie« zu erlebenn.

    Robin Tritschler trat in Konzerten mit vielen renommierten Orchestern auf, darunter das London Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin bzw. Vladimir Jurowski, L’Orchestre National de Lyon unter Yutaka Sado, das Hong Kong Philharmonic Orchestra unter Edo de Waart, das Rotterdam Philharmonic Orchestra unter Philippe Herreweghe, die Moscow Virtuosi unter Vladimir Spivakov sowie das BBC Philharmonic unter der Leitung von Juanjo Mena.

    Liederabende führten Robin Tritschler an namhafte Aufführungsorte wie die Kölner Philharmonie, das Concertgebouw Amsterdam, das Kennedy Center in Washington und die Londoner Wigmore Hall.

    Peter Kooij

    Nach einem Violinstudium am Utrechter Konservatorium studierte Peter Kooij Gesang bei Max van Egmond am Sweelinck-Konservatorium in Amsterdam, wo er sein Solistendiplom mit Auszeichnung erwarb. Seine Konzerttätigkeit führt ihn an die wichtigsten Musikzentren rund um den Globus, darunter das Concertgebouw Amsterdam, der Musikverein Wien, die Carnegie Hall New York, die Royal Albert Hall London, das Teatro Colon Buenos Aires, die Philharmonie in Köln und Berlin, das Palais Garnier Paris sowie die Suntory Hall, wo er unter der Leitung von Philippe Herreweghe, Ton Koopman, Frans Brüggen, Gustav Leonhardt, René Jacobs, Sigiswald Kuijken, Roger Norrington und Iván Fischer sang.

    Neben allen vokalen Werken Bachs umfasst sein umfangreiches Repertoire Werke von Heinrich Schütz bis Anton Webern und wird durch mehr als 130 CD-Produktionen dokumentiert.

    1999 gründete er das Kammerorchester »De Profundis«, das sich zum Ziel gesetzt hat, Sänger im Hinblick auf die historische Aufführungspraxis adäquat zu begleiten. Im gleichen Jahr rief er das Vokalensemble »Sette Voci« ins Leben, das sich aus jungen Nachwuchssängern zusammensetzt und dessen künstlerischer Leiter er ist. Seit 2002 ist er Mitglied des Solistenquartetts »Tanto Canto«, in dem er zusammen mit Monika Frimmer, Christa Bonhoff und Dantes Diwiak schwerpunktmäßig die Literatur des Barock und der Romantik gestaltet.

    Peter Kooij unterrichtet als Professor am Koninklijk Conservatorium in Den Haag sowie an der Hochschule für Künste in Bremen.

    Collegium Vocale Gent

    Es war im Jahr 1970, als eine Gruppe befreundeter Studenten auf Initiative von Philippe Herreweghe beschloss, das Collegium Vocale Gent zu gründen. Das Ensemble wendete als eines der ersten die neuen Erkenntnisse in der Aufführungspraxis der Barockmusik auf Vokalmusik an. Dieser authentische, textgerichtete Ansatz achtete auf einen durchsichtigen Klang, mit dem sich das Ensemble schon nach wenigen Jahren internationalen Ruf erarbeitete und allen wichtigen Podien und Musikfestivals in Europa, Israel, den Vereinigten Staaten, Russland, Südamerika, Japan, Hongkong und Australien eingeladen wurde.

    Das Collegium Vocale Gent wuchs auf organische Weise zu einem äußerst flexiblen Ensemble mit einem breiten Repertoire aus verschiedenen Stilepochen. Der größte Trumpf besteht darin, dass für jedes Projekt eine bestmögliche Besetzung zusammen gebracht wird. Musik der Renaissance wird durch ein Ensemble von sechs bis zwölf Sängern ausgeführt. Die deutsche Barockmusik und insbesondere die Vokalwerke von Johann Sebastian Bach waren und bleiben ein Herzstück. 

    Heutzutage führt das Collegium Vocale Gent diese Musik vorzugsweise mit einem kleinen Ensemble auf, wobei die Sänger sowohl Chor, als auch solistische Partien ausführen. Immer mehr beschäftigt sich das Collegium Vocale Gent auch mit dem romantischen, modernen und zeitgenössischen Chorrepertoire.

    Zur Verwirklichung dieser Projekte arbeitet das Collegium Vocale Gent mit verschiedenen historisch informierten Ensembles zusammen, wie etwa das Orchestre des Champs Élysées, das Freiburger Barockorchester oder die Akademie für Alte Musik Berlin. Aber auch mit international renommierten Symphonieorchestern hat das Ensemble inzwischen zusammengearbeitet. Geleitet wurde es dabei von Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt, Sigiswald Kuijken, René Jacobs, Paul Van Nevel, Iván Fischer, Marcus Creed, Kaspar Putnins, Yannick Nézet-Séguin und vielen anderen.