Aribert Reimann

Aribert Reimann wurde 1936 in Berlin in eine von Musik geprägte Familie geboren. Bereits mit zehn Jahren komponierte er erste Klavierlieder. Nach dem Abitur arbeitete er als Korrepetitor und studierte Komposition bei Boris Blacher und Ernst Pepping, Klavier bei Otto Rausch sowie Musikwissenschaft an der Universität Wien. Von 1974 bis 1983 hatte er eine Professur an der Hamburger Musikhochschule mit Schwerpunkt auf Zeitgenössischem Lied inne, 1983 wurde er in gleicher Funktion an die Berliner Hochschule der Künste berufen.

Die Affinität zur menschlichen Stimme stellt für Aribert Reimanns kompositorisches Schaffen einen starken Impuls dar. So bilden Musiktheater und Lied die Keimzellen, aus denen sich das künstlerische Schaffen Reimanns weiter entwickelte. Mit wichtigen Bühnenwerken wie seiner Jahrhundertoper »Lear« (1976–78), »Medea« (2007–09) und zuletzt »L’Invisible« (2011–17) zählt er zu den führenden Opernkomponisten weltweit. Neben Liedkompositionen auf Texte von Paul Celan, James Joyce, Joseph von Eichendorff oder Louise Labé entstanden zahlreiche Kammermusikstücke, Solokonzerte und Orchesterwerke wie die beiden Klavierkonzerte (1961 und 1972), Sieben Fragmente für Orchester in memoriam Robert Schumann (1988), das Violinkonzert (1995/96) und das Orchesterwerk »Zeit-Inseln« (2004).

Der Komponist wurde mit einer Vielzahl von Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, darunter der Frankfurter Musikpreis, das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der Ernst von Siemens Musikpreis sowie der Deutsche Theaterpreis DER FAUST für sein Lebenswerk im Jahr 2018.