Osterfestspiele: Chorkonzert

Myung-Whun Chung Dirigent
Anna Prohaska Sopran
Adrian Eröd Bariton
Cameron Carpenter Orgel
Chor des Bayerischen Rundfunks

    Gabriel Fauré

    • Requiem op. 48

    Camille Saint-Saëns

    • Symphonie Nr. 3 c-Moll op. 78 »Orgelsymphonie«
    Sendetermin: 10. April 2017, ab 20 Uhr live auf BR-Klassik; 15. April 2017 ab 15.05 Uhr auf Ö1
    • 10.04.2017
      20:00 Uhr
      Grosses Festspielhaus
      Tickets
      (externer Ticketanbieter)
    • 14.04.2017
      19:00 Uhr
      Grosses Festspielhaus
      Tickets
      (externer Ticketanbieter)

    Myung-Whun Chung

    Erster Gastdirigent

    Die Ernennung eines Ersten Gastdirigenten ab der Spielzeit 2012/2013 war ein Novum in der langen Kapell-Historie – und dokumentiert die enge Beziehung zwischen Myung-Whun Chung und der Sächsischen Staatskapelle. Der südkoreanische Maestro stand seit November 2001 vielfach in den Symphoniekonzerten in der Semperoper am Kapell-Pult, er dirigierte im Orchestergraben eine Premierenserie von Verdis »Don Carlo« und ging mit der Kapelle auf Tourneen durch Europa, in die USA und nach Asien.

    Überdies musizierte er immer wieder gemeinsam mit Mitgliedern der Staatskapelle auf dem Kammermusikpodium, so auch 2013 bei den Osterfestspielen Salzburg, bei denen er in der Doppelrolle als Dirigent und Pianist zu erleben war. Im Zuge seines hiesigen Mahler-Zyklus dirigierte Chung bislang die erste, zweite, vierte, sechste und neunte Symphonie. In der Spielzeit 2016/2017 folgt die fünfte.

    In Seoul geboren, begann Myung-Whun Chung seine Laufbahn als Pianist. Seine dirigentische Karriere startete er als Assistent von Carlo Maria Giulini in Los Angeles. Positionen als Chefdirigent bekleidete er beim Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, an der Opéra Bastille in Paris und bei der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom, 15 Jahre stand er als Musikdirektor dem Orchestre Philharmonique de Radio France vor.

    Daneben ist und war er in verschiedenen Ämtern in seiner asiatischen Heimat präsent, u. a. als Künstlerischer Direktor sowohl des Seoul Philharmonic Orchestra als auch des Asia Philharmonic Orchestra, das asiatische Musiker aus den großen Orchestern der Welt für Konzertprojekte zusammenführt. Myung-Whun Chung trat mit allen bedeutenden Klangkörpern auf, viele seiner bei der Deutschen Grammophon erschienenen CDs sind preisgekrönt.

    Über seine künstlerischen Aktivitäten hinaus widmet sich Myung- Whun Chung mit großem Engagement humanitären und ökologischen Fragen. Er war Botschafter des Drogenkontrollprogramms der Vereinten Nationen (UNDCP) und wurde 1995 von der UNESCO als »Man of the Year« gewürdigt. 1996 erhielt er den Kumkuan, den höchsten koreanischen Kulturpreis. Er wurde zum ersten Kulturbotschafter seines Landes berufen, die UNICEF ernannte ihn 2008 als ersten Dirigenten zum »Goodwill Ambassador«.

    Anna Prohaska

    Anna Prohaska studierte an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin bei Norma Sharp, Brenda Mitchell und Wolfram Rieger. Bereits mit 17 Jahren gab sie ihr Debüt an der Komischen Oper, mit 23 Jahren war sie erstmalig an der Staatsoper Unter den Linden zu hören und ein Jahr darauf, mit 24 Jahren, gab sie ihr Debüt mit den Berliner Philharmonikern. Anna Prohaska erhielt den begehrten ECHO Klassik Preis, den Daphne-Preis und 2010 wurde ihr der Schneider-Schott-Musikpreis überreicht. Im März 2016 wird ihr der Kunstpreis Berlin der Akademie der Künste für Darstellende Kunst verliehen.

    In der Saison 2015/16 ist sie am Konzerthaus Dortmund als Porträtkünstlerin tätig und versteht sich somit als Botschafterin klassischer Musik. Bei den Salzburger Festspielen verkörperte Anna Prohaska die Rollen der Zerlina (»Don Giovanni«) und Despina (»Così fan tutte«) und trat gemeinsam mit dem Cleveland Orchestra und den Wiener Philharmonikern auf. 

    Für die Bayerische Staatsoper München stand Anna Prohaska als Blonde (»Die Entführung aus dem Serail«) und als Inanna (in »Babylon« von Jörg Widmann) auf der Bühne. Am Teatro alla Scala di Milano trat sie dann erneut in der Partie der Zerlina auf – eine Rolle, die sie auch für die Company Tour zum Bolshoi-Theater in Moskau gab.

    Zu ihrem weiteren Verpflichtungen gehören u. a. Constance in Poulencs »Dialogues des Carmélites« am Royal Opera House Covent Garden London, Blonde in »Die Entführung aus dem Serail« an der Opéra national de Paris, Morgana in Händels »Alcina« bei den Festspielen in d’Aix-en-Provence, Sophie in »Der Rosenkavalier« in Baden-Baden und Anne Trulove und Marzellina am Theatern an der Wien. Anna Prohaska ist festes Ensemblemitglied der Staatsoper Unter den Linden, wo sie bereits ein breites Repertoire an Rollen unter Beweis stellen konnte.

    Adrian Eröd

    Seit Jahren begeistert der junge Österreicher an seinem Stammhaus, der Wiener Staatsoper, und international Publikum und Presse gleichermaßen mit seiner Vielfältigkeit als Sänger.

    Seit seinem Debüt 2001 an der Wiener Staatsoper als Mercutio in Gounods »Roméo et Juliette« singt Adrian Eröd Partien wie Guglielmo, Conte Almaviva, Eisenstein, Albert (»Werther«), Olivier (»Capriccio«), die für ihn komponierte männliche Hauptpartie des Jason in der Uraufführung von Aribert Reimanns »Medea« und den Prospero in der österreichischen Erstaufführung von Adès’ »The Tempest«.

    Neben der Wiener Staatsoper sang er unter anderem auch an der Semperoper Dresden (Olivier, Faninal, Ottokar), dem Teatro Fenice in Venedig (Harlekin), an der Hamburgischen Staatsoper (Pelléas), an der Oper Frankfurt (Prospero), der Tokyo National Opera (Don Giovanni, Guglielmo, Eisenstein), der Opéra de Paris (Olivier), der Staatsoper Budapest (Loge), der Houston Grand Opera (Don Giovanni) und der Chicago Lyric Opera (Dr. Falke).

    Nach seiner Ausbildung an der Musikhochschule in Wien, wo er unter anderem bei Walter Berry studierte, führte Adrian Eröds Weg vom  Landestheater Linz über die Wiener Volksoper schließlich an die Staatsoper. Neben seiner Tätigkeit auf der Opernbühne ist Eröd auch auf dem Konzertpodium äußerst erfolgreich.

    So sang er unter Riccardo Muti mit den Wiener Philharmonikern, mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern, unter Nikolaus Harnoncourt, Fabio Luisi und Rafael Frühbeck de Burgos sowie  mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter Marek Janowski sowie mit dem Gewandhausorchester Leipzig.

    Er trat in der Suntory Hall Tokyo, im Concertgebouw Amsterdam, im Leipziger Gewandhaus, im Wiener Musikverein und Konzerthaus, beim Lucerne Festival, der Salzburger Mozartwoche, der Styriarte Graz sowie dem Beethovenfest in Bonn auf.

    Cameron Carpenter

    Für den Ausnahmeorganisten Cameron Carpenter erfüllte sich 2014 ein lang gehegter Traum: Die Fertigstellung seines eigenen Instrumentes. Mit der erstmals in New York dem Publikum präsentierten InternationalTouring Organ (ITO) ging Cameron Carpenter im Anschluss auch in Europa auf Tournee. Station machte er im Frühjahr und Sommer 2014 unter anderem im Festspielhaus Baden-Baden, dem Konzerthaus Wien, der Alten Oper Frankfurt und Kölner Philharmonie. Die nach Carpenters Plänen gefertigte ITO ermöglicht ihm, an fast jedem Ort der Welt konzertieren zu können – eine Selbstverständlichkeit für die meisten Instrumentalisten, eine Revolution jedoch für Cameron Carpenter als Organisten. Begleitend zur Premiere der ITO erschien im Frühjahr 2014 seine Debüteinspielung »If You Could Read My Mind« für Sony Classical.

    Zu den Höhepunkten der Saison 14/15 zählen die erste USA Tournee mit der ITO wie auch die deutsche und englische Premiere des für Carpenter geschriebenen Orgelkonzertes At The Royal Majestic von Terry Riley mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem BBC Concert Orchestra. Das Konzert wurde im April 2014 mit Los Angeles Philharmonic unter John Adams uraufgeführt, im Mai folgte die Europäische Erstaufführung mit dem Orchestre de la Suisse Romande.

    Cameron Carpenter arbeitet regelmäßig mit bedeutenden Künstlern anderer Genres zusammen, wie z.B. dem Regisseur Peter Sellars, für dessen Regiearbeit »Michelangelo Sonnets« beim Manchester International Festival 2013 Cameron Carpenter Schostakowitschs »Michelangelo-Suite« für Orgel transkribierte und spielte.

    Chor des Bayerischen Rundfunks

    Künstlerischer Leiter: Peter Dijkstra


    Der Chor des Bayerischen Rundfunks wurde 1946 gegründet und ist der älteste der drei Klangkörper des Senders. Künstlerisch entscheidend geprägt wird er traditionell sowohl durch seinen Chorleiter als auch durch den jeweiligen Chefdirigenten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Zu den Künstlerpersönlichkeiten, die als Chefdirigenten des Symphonieorchesters fest mit der Geschichte des BR-Chores verbunden sind, zählen Eugen Jochum, Rafael Kubelik,

    Sir Colin Davis, Lorin Maazel und Mariss Jansons. Künstlerischer Leiter des Chores ist seit 2005 der Niederländer Peter
    Dijkstra. Aufgrund der klanglichen Homogenität des Chores und seiner stilistischen Vielseitigkeit, die alle Gebiete des Chorgesangs von der mittelalterlichen Motette bis zu zeitgenössischen Werken, vom Oratorium bis zur Oper umfasst, genießt das Ensemble höchstes Ansehen in aller Welt.