Sonderkonzert 200 Jahre Staatsopernchor

Christian Thielemann Dirigent
Christiane Karg Sopran
Christoph Pohl Bass
Sächsischer Staatsopernchor Dresden

    Johannes Brahms

    • »Ein deutsches Requiem« op. 45

    Klage und Hoffnung

    Es sollte ein Beistand für die Hinterbliebenen werden, ein Rückhalt für die Lebenden, die »da Leid tragen«. Und tatsächlich ist »mit allem Zauber der Poesie« (Clara Schumann) ein eindringliches Monument der Zuwendung für Trostsuchende entstanden, deren Trauer und Schmerz der Linderung bedürfen. In seinem »Deutschen Requiem« stellt sich Brahms den Fragen einer Bewältigung. Er komponiert Gesten der Zuversicht, des Vertrauens und berührt die Wunden einer blutenden, den Tod anklagenden Seele.

    Voraussichtliche Konzertlänge inkl. Pause: 70 min.

    • 01.05.2018
      20:00 Uhr
      Semperoper
      Tickets
      Ticket-Preis:
      49.00 – 90.00 €

    Christian Thielemann

    Chefdirigent

    Die Saison 2017/2018 ist Christian Thielemanns sechste Spielzeit als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle. Er begann seine Karriere 1978 als Korrepetitor an der Deutschen Oper Berlin, Engagements in Gelsenkirchen, Karlsruhe und Hannover schlossen sich an. 1985 wurde er Erster Kapellmeister in Düsseldorf, 1988 Generalmusikdirektor in Nürnberg. Später kehrte der gebürtige Berliner in seine Heimatstadt als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin zurück (1997-2004), ehe er das gleiche Amt bei den Münchner Philharmonikern bekleidete (2004-2011). Neben seiner Dresdner Chefposition ist er seit 2013 Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg, deren Residenzorchester seither die Staatskapelle ist.

    Den Komponistenjubilaren Richard Wagner und Richard Strauss widmete sich Christian Thielemann am Kapellpult in zahlreichen Konzerten in der Semperoper und auf Tournee. Aber auch Werke von Bach bis hin zu Henze und Gubaidulina standen auf seinen Programmen. Dazu leitete er Neuproduktionen von »Manon Lescaut«, »Simon Boccanegra« und »Elektra« in Dresden sowie von »Parsifal«, »Arabella« und »Cavalleria rusticana / Pagliacci« in Salzburg. Für seine Interpretation der »Frau ohne Schatten« bei den Salzburger Festspielen 2011 hatte ihn das Fachmagazin »Opernwelt« zum »Dirigenten des Jahres« gewählt.

    Eine enge Zusammenarbeit verbindet Christian Thielemann mit den Berliner und Wiener Philharmonikern sowie mit den Bayreuther Festspielen, die er seit seinem Debüt im Sommer 2000 alljährlich durch maßstabsetzende Interpretationen prägt; von 2010 an war er musikalischer Berater auf dem »Grünen Hügel«, im Juni 2015 wurde er zum Musikdirektor der Festspiele ernannt. Im Zuge seiner vielfältigen Konzerttätigkeit folgte er Einladungen der großen Orchester in Amsterdam, London, New York, Chicago und Philadelphia, ebenso gastierte er in Israel, Japan und China.

    Christian Thielemanns Diskografie als Exklusivkünstler der UNITEL ist umfangreich. Neben den Silvesterkonzerten der Jahre 2010 bis 2013 hat er mit der Staatskapelle bereits etliche symphonische Werke von Beethoven, Liszt, Bruckner, Reger, Pfitzner und Busoni sowie »Arabella«, »Ariadne auf Naxos« und »Elektra« von Richard Strauss, Webers »Freischütz« und Wagners »Parsifal« für CD und DVD aufgenommen. Zu den jüngeren Veröffentlichungen zählt auch die Gesamtaufnahme der Symphonien von Johannes Brahms. Mit den Wiener Philharmonikern spielte er sämtliche Beethoven-Symphonien ein.

    Christian Thielemann ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London sowie Ehrendoktor der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Katholischen Universität Leuven (Belgien). Im Mai 2015 wurde ihm der Richard-Wagner-Preis der Richard-Wagner-Gesellschaft der Stadt Leipzig verliehen, im Oktober 2016 wurde er mit dem Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper ausgezeichnet.

    Christiane Karg

    Die Sopranistin, in Feuchtwangen (Bayern) geboren, erhielt ihre Gesangsausbildung am Salzburger Mozarteum bei Heiner Hopfner sowie in der Liedklasse von Wolfgang Holzmair. Dort machte sie auch ihren Master Lied / Oratorium und den Abschluss im Fach Oper / Musiktheater, wofür man ihr die Lilli-Lehmann-Medaille verlieh. Nach einem Engagement im Hamburger Opernstudio wechselte Christiane Karg 2008 als Ensemblemitglied an die Oper Frankfurt.

    Als Gast war sie an der Bayerischen Staatsoper München, der Hamburgischen Staatsoper, der Komischen Oper Berlin, dem Theater an der Wien, der Opéra de Lille und beim Glyndebourne Festival zu erleben.

    Mit besonderer Leidenschaft widmet sich Christiane Karg dem Liedgesang. Sie ist regelmäßiger Gast der Schubertiade und der Wigmore Hall London. Rezitals führten sie u.a. in den Grazer und Wiener Musikverein, ins Konzerthaus Wien, zum Mozarteum Salzburg, in das Concertgebouw Amsterdam, zu den Schwetzinger Festspielen in die Philharmonie Köln, nach Essen und zum Edinburgh Festival.

    Christoph Pohl

    Christoph Pohl sammelte erste Erfahrungen im Knabenchor seiner Heimatstadt Hannover, bevor er acht Jahre lang als Mitglied des erfolgreichen A-cappella-Quintetts »Modell Andante« auf der Bühne stand. Bereits während dieser Zeit nahm er sein Studium des Operngesangs bei Carol Richardson-Smith an der Hochschule für Musik und Theater Hannover auf. Es folgte ein zweijähriges Engagement im Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper, bis er 2005 in das Ensemble der Semperoper Dresden wechselte. Hier war er bislang mit zahlreichen Mozart-Partien zu erleben, ebenso als Danilo (»Die lustige Witwe«) und Graf (»Capriccio«), in den Wagner-Rollen Wolfram (»Tannhäuser«) und Heerrufer des Königs (»Lohengrin«) sowie im italienischen Fach als Marcello (»La bohème«), Dandini (»La cenerentola«), Figaro (»Il barbiere di Siviglia«), Rodrigo (»Don Carlo«), Sharpless (»Madama Butterfly«) und Lescaut (»Manon Lescaut«). Große Erfolge konnte der Bariton 2012 als Schwanda in »Schwanda, der Dudelsackpfeifer« verbuchen, ebenso wie 2014 in seinen Rollendebüts Giorgio Germont (»La traviata«) und Der Spielmann (»Königskinder«) sowie 2016 als Onegin in der Neuproduktion »Eugen Onegin« und als Silvio in »Pagliacci«. Als Anerkennung seiner Ensembleleistung wurde Christoph Pohl 2008 der Christel-Goltz-Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper verliehen. 

    Gastengagements im Opernfach führten den Bariton u.a. an die Deutsche Oper Berlin, die Oper Leipzig, die Staatsopern in Stuttgart, Hamburg und München sowie als Agamemnon/Thoas (»Iphigénie en Aulide et Tauride«) an das Theater an der Wien. An der Opéra de Lyon übernahm er 2013 die Partie des Grafen in »Capriccio« und debütierte im selben Jahr als Wolfram bei den BBC Proms in London. 2015/16 gab Christoph Pohl sein Debüt am Royal Opera House Covent Garden in London in Georg Friedrich Haas’ Uraufführung »Morgen und Abend« und war mit dieser Partie auch in Berlin zu erleben. 

    Auch im Lied- und Konzertbereich ist Christoph Pohl häufiger Gast bei zahlreichen Liederabenden und Festivals. So war er mit dem Pianisten Tobias Krampen 2014 beim Steensgaard Festival Dänemark zu erleben und interpretierte 2015 »Die Winterreise« in Köln, während ihn Liederabende mit Marcelo Amaral zum Oxford Lieder Festival, ins Musée d’Orsay Paris und mit dem »Italienischen Liederbuch« u.a. zur Internationalen Hugo-Wolf-Akademie in Stuttgart führten. 
     

    Sächsischer Staatsopernchor Dresden

    Der Dresdner Opernchor wurde 1817 von Friedrich August dem Gerechten gegründet. Dies war vor allem ein Verdienst Carl Maria von Webers, der als neu engagierter Hofkapellmeister den Auftrag erhalten hatte, neben der italienischen Oper in Dresden auch ein deutsches »Opern-Departement« aufzubauen. Weber forderte die Einrichtung eines »stehenden Theaterchors«, der den gestiegenen Anforderungen des dafür neu zu schaffenden Opernrepertoires gewachsen sein würde. In der Folgezeit entwickelte sich der Chor dank hervorragender

    Persönlichkeiten wie Johann Miksch, Karl Maria Pembaur, Hans-Dieter Pflüger und Matthias Brauer zu einem Ensemble, das bis heute für klangliche Noblesse, künstlerische Homogenität und kultivierten Pianogesang bei gleichzeitiger Klangdichte steht. Von 2009 bis 2014 war Pablo Assante Chordirektor der Sächsischen Staatsoper Dresden. Seit der Spielzeit 2014/2015 nimmt diese Position Jörn Hinnerk Andresen ein.