Sonderkonzert mit dem Ehrendirigenten

Herbert Blomstedt Dirigent
Martin Helmchen Klavier

    Wolfgang Amadeus Mozart

    • Klavierkonzert C-Dur KV 503
    • Symphonie C-Dur KV 551 »Jupiter«

    Die Kraft des Geistes

    Neben seiner Allgewalt ist Jupiter, oberster römischer Gott, auch bekannt für seine berüchtigten Verwandlungskünste, die den »Himmelsvater« in tausend Gestalten zeigen. Mozarts sogenannte »Jupiter«-Symphonie, seine letzte der Gattung, gilt als ausgemachtes Wunderwerk der musikalischen Verwandlung und Verfügungsgewalt, die die Kraft des Geistes überlegen auf die Materie überträgt. Sein Klavierkonzert in C-Dur KV 503 belegt ebenso eindrucksvoll sein enormes Maß an Produktivität.

    Voraussichtliche Konzertlänge inkl. Pause: 95 min.

    Am 16.12.2017 kostenlose Kinderbetreuung.

    Sendetermin: 26. Dezember 2017, ab 20.05 Uhr bei MDR Kultur
    • 15.12.2017
      19:00 Uhr
      Semperoper
      Tickets
      Ticket-Preis:
      60.00 – 90.00 €
    • 16.12.2017
      11:00 Uhr
      Semperoper
      Tickets
      Ticket-Preis:
      49.00 – 90.00 €

    Herbert Blomstedt

    Ehrendirigent

    Mehr als 40 Jahre bereits währt das enge freundschaftliche Verhältnis zwischen Herbert Blomstedt und der Staatskapelle Dresden. Nach seinem hiesigen Einstand im April 1969 prägte er von 1975 bis 1985 als Chefdirigent das Orchester: Ein Jahrzehnt, das nicht nur künstlerisch unvergessen ist, sondern auch, unter schwierigen politischen Vorzeichen, aus menschlicher Sicht ein besonderes Kapitel in der langen Kapellgeschichte markiert. Über die Dresdner »Hausgötter« hinaus dirigierte Herbert Blomstedt in seiner Amtszeit ein Repertoire, das das barocke Kapell-Erbe sowie zahlreiche Ur- und Erstaufführungen einschloss. 1985 fand unter seiner Leitung das erste Konzert der Kapelle in der wieder aufgebauten Semperoper statt, unzählige Werke spielte er mit dem Orchester auf Schallplatte ein. Weit über 300 Konzerte hat er bis heute mit der Kapelle gegeben, allein zehn Mal trat er im traditionsreichen Palmsonntagskonzert ans Pult, dazu leitete er eine Reihe von Opernproduktionen, damals noch im Großen Haus (Schauspielhaus). 2007 würdigte ihn die Staatskapelle mit der Goldenen Ehrennadel. Im Mai 2016 ernannte das Orchester Herbert Blomstedt zu seinem Ehrendirigenten. Er ist – nach Sir Colin Davis – erst der zweite Dirigent, dem dieser Titel verliehen wurde. 

    Geboren in den USA als Sohn schwedischer Eltern, gab Herbert Blomstedt sein Pultdebüt 1954 beim Stockholmer Philharmonischen Orchester, später übernahm er Chefposten bei den Osloer Philharmonikern sowie dem Dänischen und dem Schwedischen Radio-Symphonieorchester in Kopenhagen bzw. Stockholm. Er war Music Director des San Francisco Symphony, Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters in Hamburg und 18. Gewandhauskapellmeister in Leipzig.

    Zum Ehrendirigenten ernannten ihn die Orchester in San Francisco, Leipzig, Kopenhagen und Stockholm, die Bamberger Symphoniker und das NHK Symphony Orchestra in Tokyo. Als Gastdirigent arbeitet Herbert Blomstedt mit den renommiertesten Orchestern zusammen. 2011 feierte er ein spätes Debüt bei den Wiener Philharmonikern, das umgehend zu einer regelmäßigen Zusammenarbeit führte. Er ist gewähltes Mitglied der Königlich-Schwedischen Musikakademie, mehrfacher Ehrendoktor und wurde 2003 mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Im April 2016 erhielt er für sein künstlerisches Lebenswerk den renommierten dänischen Léonie-Sonning-Musikpreis.

    Martin Helmchen

    Es gibt Shooting-Stars, die mit einem Paukenschlag die Konzertszene betreten und manchmal schnell wieder verschwinden. Und es gibt Musiker, die sich allmählich ins Rampenlicht spielen und irgendwann nicht mehr wegzudenken sind. Normalerweise hätte der Gewinn des Concours Clara Haskill auch den 19-jährigen Martin Helmchen in die Star-Rotation der Klassikwelt katapultiert. Doch ließen es die Konzertagenten und Plattenfirmen lieber langsam angehen. So entwickelte sich Martin Helmchens Karriere allmählich, aber stetig. Wofür er im Nachhinein sehr dankbar ist. »Ich hatte genügend Zeit und Freiräume für meine künstlerische Entwicklung.«

    1982 geboren, besuchte Martin Helmchen als erster Schüler aus dem ehemaligen West-Berlin das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach und studierte dann an der Hochschule Hanns Eisler bei Galina Iwanzowa und in Hannover beim legendären Arie Vardi. Ausgestattet mit dem virtuosen Rüstzeug der russischen Schule, entwickelte Martin Helmchen seine ganz eigene Musizierhaltung und etablierte sich mit seinem ausdrucksvollen, innigen Spiel in der ersten Liga der Klavierwelt.
     

    Er gastiert mit den großen Orchestern in Boston und Chicago, London und Cleveland, Paris und Tokio und mit den großen deutschen Rundfunkorchestern. Mit seinen Debüts bei den Berliner, den Wiener, den New Yorker Philharmonikern und dem Concertgebouworkest Amsterdam ist er inzwischen endgültig im Olymp angekommen. Zu den Dirigenten, mit denen er regelmäßig zusammenarbeitet, gehören Herbert Blomstedt und Philipp Herreweghe, Vladimir Jurowski, Andris Nelsons und Andres Orozco-Estrada, Michael Sanderling und vor allem sein langjähriger Partner und Förderer Christoph von Dohnányi.

    Es ist bezeichnend, dass Martin Helmchen die Kammermusik, besonders am Herzen liegt. Geprägt auf diesem Feld vor allem von den Cellisten Boris Pergamenschikow und Heinrich Schiff, musiziert er regelmäßig mit seiner Frau Marie-Elisabeth Hecker, Veronika Eberle, Julia Fischer, Antoine Tamestit, Christian Tetzlaff, Antje Weithaas, Carolin Widmann, Juliane Banse und Matthias Goerne.