Duo-Rezital mit dem Capell-Virtuosen Frank Peter Zimmermann

Frank Peter Zimmermann Violine
Martin Helmchen Klavier

Ludwig van Beethoven

  • Violinsonate Nr. 8 G-Dur op. 30 Nr. 3
  • Violinsonate Nr. 9 A-Dur op. 47 »Kreutzer-Sonate«
  • Violinsonate Nr. 10 G-Dur op. 96

Wandlungen des Ausdrucks

Immer wieder lässt sich Beethoven auf Experimente mit musikalischen Formen ein. Sei es das dialogische Zusammenspiel in seiner Violinsonate G-Dur op. 30, sei es sein virtuos-konzertanter Zugriff wie in der Violinsonate op. 47 oder eine auffallend gelöste, fast schon kontemplative Grundhaltung, wie sie der G-Dur-Sonate op. 96 eigen ist. Beethovens Ringen um neue Modelle der Gestaltung ist für den diesjährigen Capell-Virtuosen Frank Peter Zimmermann Anlass genug, die Vielseitigkeit seines Spiels unter Beweis zu stellen.

  • 01.11.2018
    20:00 Uhr
    Semperoper
    Tickets
    Ticket-Preis:
    6.00 – 33.00 €

    Frank Peter Zimmermann

    Frank Peter Zimmermann ist einer der bedeutendsten Geiger unserer Zeit. Geboren 1965 in Duisburg, begann er als Fünfjähriger mit dem Geigenspiel und gab bereits im Alter von zehn Jahren sein erstes Konzert mit Orchester. Nach Studien bei Valery Gradow, Saschko Gawriloff und Herman Krebbers begann 1983 sein kontinuierlicher Aufstieg. Frank Peter Zimmermann gastiert bei allen wichtigen Festivals und musiziert mit allen berühmten Orchestern und Dirigenten rund um den Globus. Mehrfach trat er auch mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden auf.

    Sein Repertoire reicht von der Barockzeit bis in die Gegenwart. Allein vier Violinkonzerte hat er in den vergangenen Jahren zur Uraufführung gebracht: 2015 das zweite Violinkonzert von Magnus Lindberg, 2009 »Juggler in Paradise« von Augusta Read, 2007 »The Lost Art of Letter Writing« von Brett Dean und 2003 »en sourdine« von Matthias Pintscher. Neben seinen zahlreichen Orchesterengagements ist

    Frank Peter Zimmermann regelmäßig als Kammermusiker auf den bedeutenden Podien der Welt zu hören. Gemeinsam mit dem Bratschisten Antoine Tamestit und dem Cellisten Christian Poltéra gründete er das Trio Zimmermann.

    Frank Peter Zimmermann erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen, darunter den Premio del Accademia Musicale Chigiana in Siena, den Rheinischen Kulturpreis, den Musikpreis der Stadt Duisburg, den Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland.

    Frank Peter Zimmermann spielt die Violine 1711 »Lady Inchiquin« von Antonio Stradivari, die ihm von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, »Kunst im Landesbesitz«, überlassen wird. Zwischenzeitlich trat er mit einer ebenfalls von Stradivari 1727 gebauten Geige, der »Géneral Dupont, Grumiaux«, auf.

    Martin Helmchen

    Es gibt Shooting-Stars, die mit einem Paukenschlag die Konzertszene betreten und manchmal schnell wieder verschwinden. Und es gibt Musiker, die sich allmählich ins Rampenlicht spielen und irgendwann nicht mehr wegzudenken sind. Normalerweise hätte der Gewinn des Concours Clara Haskill auch den 19-jährigen Martin Helmchen in die Star-Rotation der Klassikwelt katapultiert. Doch ließen es die Konzertagenten und Plattenfirmen lieber langsam angehen. So entwickelte sich Martin Helmchens Karriere allmählich, aber stetig. Wofür er im Nachhinein sehr dankbar ist. »Ich hatte genügend Zeit und Freiräume für meine künstlerische Entwicklung.«

    1982 geboren, besuchte Martin Helmchen als erster Schüler aus dem ehemaligen West-Berlin das Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach und studierte dann an der Hochschule Hanns Eisler bei Galina Iwanzowa und in Hannover beim legendären Arie Vardi. Ausgestattet mit dem virtuosen Rüstzeug der russischen Schule, entwickelte Martin Helmchen seine ganz eigene Musizierhaltung und etablierte sich mit seinem ausdrucksvollen, innigen Spiel in der ersten Liga der Klavierwelt.
     

    Er gastiert mit den großen Orchestern in Boston und Chicago, London und Cleveland, Paris und Tokio und mit den großen deutschen Rundfunkorchestern. Mit seinen Debüts bei den Berliner, den Wiener, den New Yorker Philharmonikern und dem Concertgebouworkest Amsterdam ist er inzwischen endgültig im Olymp angekommen. Zu den Dirigenten, mit denen er regelmäßig zusammenarbeitet, gehören Herbert Blomstedt und Philipp Herreweghe, Vladimir Jurowski, Andris Nelsons und Andres Orozco-Estrada, Michael Sanderling und vor allem sein langjähriger Partner und Förderer Christoph von Dohnányi.

    Es ist bezeichnend, dass Martin Helmchen die Kammermusik, besonders am Herzen liegt. Geprägt auf diesem Feld vor allem von den Cellisten Boris Pergamenschikow und Heinrich Schiff, musiziert er regelmäßig mit seiner Frau Marie-Elisabeth Hecker, Veronika Eberle, Julia Fischer, Antoine Tamestit, Christian Tetzlaff, Antje Weithaas, Carolin Widmann, Juliane Banse und Matthias Goerne. 

    Die Kronberg Academy machte ihn 2010 zum Außerordentlichen Professor für Kammermusik. 2017 war er als Solist bei den Schwetzinger SWR Festspielen zu hören.