Guangzhou: 23.–25. Oktober

25.10.2018

Von Peking aus reiste die Staatskapelle ins südliche Guangzhou. Bei der Ankunft gegen 18 Uhr war es schon dunkel und die einstündige Busfahrt ermöglichte einen ersten Einblick in diese 14-Millionen-Metropole voller Hochhäuser und Leuchtreklamen.

Guangzhou ist die Hauptstadt der Provinz Guangdong (der Ursprung des deutschen »Kanton«). Sie liegt am Perlfluss-Delta, einer Megalopolis, in der auf engstem Raum über 100 Millionen Menschen leben. Guangzhou als Hafenstadt hat eine große geschichtliche Bedeutung als Handelsmetropole, unter anderem war sie Ausgangspunkt für die Schifffahrtsrouten der Seidenstraße und Mitte des 18. Jahrhunderts für ca. 100 Jahre lang der einzige Hafen, in dem Ausländern das Handeln vertraglich erlaubt war. Das subtropische Klima beschert den Einwohnern auch im Oktober Temperaturen von knapp unter 30° C bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 75%. 
Guangdong ist übrigens die Provinz, in der berüchtigterweise Hunde, Katzen und Schlangen auf den Speisekarten geführt werden. Ein spezieller Markt bietet die Möglichkeit, sein Essen noch einmal im lebendigen Zustand in Augenschein zu nehmen; auch Schildkröten, Wasserkakerlaken, Raupen etc. können hier gekauft werden.

Die beiden Konzerte mit je zwei Schumann-Symphonien finden in der Xinghai Concert Hall statt, die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert. Sie ist benannt nach dem chinesischen Komponisten Xian Xinghai bzw. Hsien Hsing-hai (1905–1945), dessen Statue auf dem Platz vor dem Konzerthaus zu sehen ist – sein berühmtestes Werk ist die Kantate »Der gelbe Fluss« (später auch ein Klavierkonzert). In dieser verknüpft er Elemente traditioneller chinesischer Musik mit europäischer Klassik. In der Xinghai Concert Hall wurde die Staatskapelle mit Snacks empfangen, unter anderem auch Bananen, die am Stadtrand angebaut werden. Der große Konzertsaal fasst 1500 Besucher. Auch hier wurde die Staatskapelle nach Schumanns nach beiden Konzerten mit euphorischem Applaus gefeiert.