Peking: 20.–22. Oktober

21.10.2018

Die Abreise nach Peking über München fiel auf den Freitagnachmittag.
Viele Mitglieder der Staatskapelle waren schon einige Male zuvor auf Konzertreisen in der Stadt, andere planten ihren ersten Ausflug zur Chinesischen Mauer. Aus Dresden kommend, ist die Stadt zunächst überwältigend: 21,5 Millionen Menschen leben hier auf 16.800 km² Fläche. Davon macht die Kernstadt 1.370 km² aus (zum Vergleich: Dresden als flächenmäßig viertgrößte Stadt Deutschlands kommt auf gerade einmal 330 km²). Der Smog, der die Pekinger Häuserdächer in grauen Nebel hüllt, befindet sich im Messbereich »very unhealthy«, die Straßen sind Tag und Nacht mit Menschen, Autos, Motorrollern und Fahrrädern gefüllt. Abends dringt bis um 10 Musik aus den Lautsprechern der Geschäfte.

Der Veranstaltungsort des Gastkonzerts liegt in unmittelbarer Nachbarschaft des Tian'anmen-Platzes (»Platz des himmlischen Friedens«), mit dem man heute weltweit die blutige Niederschlagung friedlicher Proteste im Jahr 1989 mit wohl Tausenden von Todesopfern assoziert. Das National Centre for the Performing Arts ist ein zur Hälfte verglaster Gebäudekomplex aus dem Jahr 2007, der neben dem Konzertsaal, einem Theatersaal und einem Opernhaus auch mehrere Geschäfte beinhaltet. In China wird er spaßhaft auch als 巨蛋, Riesenei, bezeichnet, eine Assoziation, die sich aufgrund der Spiegelung seiner halbovalen Form im künstlichen Teich aufdrängt. Der Konzertsaal hat eine Kapazität von ca. 2000 Plätzen und war am Abend des 22. Oktober gut gefüllt. Die Konzentration des Publikums während des Konzerts schlug nach dem Ende der zweiten Symphonie in regelrechte Jubelstürme um. Chefdirigent Christian Thielemann musste mehrfach auf die Bühne zurückkehren.