Gastkonzert in Freiburg

Herbert Blomstedt Dirigent
Leif Ove Andsnes Klavier

Johannes Brahms

  • Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15
  • Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68
  • 21.11.2018
    20:00 Uhr
    Konzerthaus

Herbert Blomstedt

Ehrendirigent

Mehr als 40 Jahre bereits währt das enge freundschaftliche Verhältnis zwischen Herbert Blomstedt und der Staatskapelle Dresden. Nach seinem hiesigen Einstand im April 1969 prägte er von 1975 bis 1985 als Chefdirigent das Orchester: Ein Jahrzehnt, das nicht nur künstlerisch unvergessen ist, sondern auch, unter schwierigen politischen Vorzeichen, aus menschlicher Sicht ein besonderes Kapitel in der langen Kapellgeschichte markiert. Über die Dresdner »Hausgötter« hinaus dirigierte Herbert Blomstedt in seiner Amtszeit ein Repertoire, das das barocke Kapell-Erbe sowie zahlreiche Ur- und Erstaufführungen einschloss. 1985 fand unter seiner Leitung das erste Konzert der Kapelle in der wieder aufgebauten Semperoper statt, unzählige Werke spielte er mit dem Orchester auf Schallplatte ein. Weit über 300 Konzerte hat er bis heute mit der Kapelle gegeben, allein zehn Mal trat er im traditionsreichen Palmsonntagskonzert ans Pult, dazu leitete er eine Reihe von Opernproduktionen, damals noch im Großen Haus (Schauspielhaus). 2007 würdigte ihn die Staatskapelle mit der Goldenen Ehrennadel. Im Mai 2016 ernannte das Orchester Herbert Blomstedt zu seinem Ehrendirigenten. Er ist – nach Sir Colin Davis – erst der zweite Dirigent, dem dieser Titel verliehen wurde. 

Geboren in den USA als Sohn schwedischer Eltern, gab Herbert Blomstedt sein Pultdebüt 1954 beim Stockholmer Philharmonischen Orchester, später übernahm er Chefposten bei den Osloer Philharmonikern sowie dem Dänischen und dem Schwedischen Radio-Symphonieorchester in Kopenhagen bzw. Stockholm. Er war Music Director des San Francisco Symphony, Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters in Hamburg und 18. Gewandhauskapellmeister in Leipzig.

Zum Ehrendirigenten ernannten ihn die Orchester in San Francisco, Leipzig, Kopenhagen und Stockholm, die Bamberger Symphoniker und das NHK Symphony Orchestra in Tokyo. Als Gastdirigent arbeitet Herbert Blomstedt mit den renommiertesten Orchestern zusammen. 2011 feierte er ein spätes Debüt bei den Wiener Philharmonikern, das umgehend zu einer regelmäßigen Zusammenarbeit führte. Im selben Jahr wurde ihm die Bach-Medaille der Stadt Leipzig verliehen. Er ist gewähltes Mitglied der Königlich-Schwedischen Musikakademie, mehrfacher Ehrendoktor und wurde 2003 mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Im April 2016 erhielt er für sein künstlerisches Lebenswerk den renommierten dänischen Léonie-Sonning-Musikpreis. 2017 erhielt er den Brahmspreis durch die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein.

Leif Ove Andsnes

Leif Ove Andsnes wurde 1970 im norwegischen Karmøy geboren. Sein Klavierstudium absolvierte er bei Jiří Hlinka am Musikkonservatorium von Bergen; wichtige Impulse erhielt er außerdem von Jacques de Tiège, einem belgischen Klavierpädagogen. 1989 begann Andsnes’ internationale Karriere mit Auftritten in New York und Washington D.C., 1990 debütierte er beim Cleveland Orchestra, 1991 bei den Londoner Proms. Seit dieser Zeit konzertiert er mit den bedeutendsten Orchestern, von den Berliner Philharmonikern bis zum Los Angeles Philharmonic. Immer wieder hat Andsnes dabei auch selbst die Orchesterleitung übernommen, so etwa bei der großen »Beethoven Journey«, in deren Rahmen er von 2012 bis 2015 sämtliche Klavierkonzerte des Komponisten mit dem Mahler Chamber Orchestra in 27 Ländern zur Aufführung brachte. In der Saison 2017/18 arbeitet er als »artist-in-residence« eng mit dem New York Philharmonic zusammen, wo er Klavierkonzerte von Rachmaninow und Britten sowie Debussys Fantasie für Klavier und Orchester interpretiert. Weitere Auftritte führen ihn zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, zum Oslo und zum London Philharmonic, zu den Wiener Symphonikern und zum Stavanger Symphony Orchestra.

 

Andsnes’ Repertoire spannt sich vom 18. Jahrhundert bis zu den Klassikern der Moderne und zeitgenössischen Werken. Mehr als dreißig CDs hat er im Laufe der Jahre vorgelegt und dafür gleich sechsmal den »Gramophone Award« erhalten. Zuletzt veröffentlichte er im Oktober 2017 ein Album mit Klavierwerken von Jean Sibelius. In seiner norwegischen Heimat leitete Leif Ove Andsnes, der auch ein passionierter Kammermusiker ist, fast zwanzig Jahre lang das Risør-Festival, das er 1991 mitbegründet hatte. Als Professor für Klavier lehrt er an der Norwegischen Musikakademie. Andsnes ist Träger des norwegischen Sankt-Olav-Ordens und wurde 2007 mit dem Peer-Gynt-Preis geehrt. 2015 wurde er mit dem BBC Music Magazine Award und dem Concerto and Recording of the Year prize ausgezeichnet.