Gastkonzert in Stuttgart

Herbert Blomstedt Dirigent
Leif Ove Andsnes Klavier

Johannes Brahms

  • Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op. 15
  • Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68
  • 19.11.2018
    20:00 Uhr
    Liederhalle

Herbert Blomstedt

Ehrendirigent

Seit bald 50 Jahren besteht ein enges freundschaftliches Verhältnis zwischen Herbert Blomstedt und der Staatskapelle Dresden. Nach seinem Einstand im April 1969 prägte er das Orchester von 1975 bis 1985 als Chefdirigent: Ein Jahrzehnt, das nicht nur künstlerisch unvergessen ist, sondern auch, unter schwierigen politischen Vorzeichen, aus menschlicher Sicht ein besonderes Kapitel in der langen Kapellgeschichte markiert. Über die Dresdner »Hausgötter« hinaus dirigierte Herbert Blomstedt in seiner Amtszeit ein Repertoire, das das barocke Kapell-Erbe sowie zahlreiche Ur- und Erstaufführungen einschloss. 1985 fand unter seiner Leitung das erste Konzert der Kapelle in der wieder aufgebauten Semperoper statt, unzählige Werke spielte er mit dem Orchester auf Schallplatte ein. Weit über 300 Konzerte hat er bis heute mit der Kapelle gegeben, allein zehn Mal trat er im traditionsreichen Palmsonntagskonzert ans Pult, dazu leitete er eine Reihe von Opernproduktionen, damals noch im Großen Haus (Schauspielhaus). 2007 würdigte ihn die Staatskapelle mit der Goldenen Ehrennadel. Im Mai 2016 ernannte das Orchester Herbert Blomstedt zu seinem Ehrendirigenten. Er ist – nach Sir Colin Davis – erst der zweite Dirigent, dem dieser Titel verliehen wurde. 

In den USA als Sohn schwedischer Eltern geboren und in Uppsala, New York, Darmstadt und Basel ausgebildet, gab Herbert Blomstedt 1954 sein Debüt als Dirigent mit dem Stockholmer Philharmonischen Orchester. Es folgten Positionen als Chefdirigent beim Oslo Philharmonic Orchestra, beim Dänischen Nationalen Symphonieorchester, beim Schwedischen Radio-Sinfonieorchester und bei der Staatskapelle Dresden. Anschließend wirkte er als Music Director des San Francisco Symphony Orchestra, war Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters und Gewandhauskapellmeister beim Gewandhausorchester Leipzig. Außer der Staatskapelle Dresden ernannten ihn auch seine ehemaligen Orchester in San Francisco, Leipzig, Kopenhagen und Stockholm sowie die Bamberger Symphoniker und das NHK Symphony Orchestra in Tokyo zum Ehrendirigenten.

Herbert Blomstedt ist ein gewähltes Mitglied der Königlich-Schwedischen Musikakademie, mehrfacher Ehrendoktor und Träger des »roßen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland« Alle herausragende Ensembles weltweit konnten sich in all den Jahren schon der Dienste des hoch angesehenen schwedischen Dirigenten versichern. Mit über neunzig Jahren steht er nach wie vor mit enormer geistiger und körperlicher Präsenz, voller Elan und künstlerischem Tatendrang am Pult aller führenden internationalen Orchester.

Leif Ove Andsnes

Leif Ove Andsnes wurde 1970 im norwegischen Karmøy geboren. Sein Klavierstudium absolvierte er bei Jiří Hlinka am Musikkonservatorium von Bergen; wichtige Impulse erhielt er ausserdem von Jacques de Tiège, einem belgischen Klavierpädagogen. 1989 begann Andsnes’ internationale Karriere mit Auftritten in New York und Washington D.C., 1990 debutierte er beim Cleveland Orchestra, 1991 bei den Londoner Proms. Seit dieser Zeit konzertiert er mit den bedeutendsten Orchestern, von den Berliner Philharmonikern bis zum Los Angeles Philharmonic. Immer wieder hat Andsnes dabei auch selbst die Orchesterleitung übernommen, so etwa bei der grossen «Beethoven Journey», in deren Rahmen er von 2012 bis 2015 sämtliche Klavierkonzerte des Komponisten mit dem Mahler Chamber Orchestra in 27 Ländern zur Aufführung brachte.

Nach einer CD-Veröffentlichung von Chopin-Balladen zu Beginn der Saison 2018/19 und Auftritten mit den Bergener Philharmonikern wandte Leif Ove Andsnes sich Brahms‘ erstem Klavierkonzert zu, welches er bereits mit dem London Philharmonic Orchestra unter Edward Gardner interpretierte. Weitere Tourneen werden ihn 2019 mit dem hr-Sinfonieorchester unter Andrés Orozco-Estrada nach Italien und mit dem RSB unter Vladimir Jurowski nach Asien führen.

 

Andsnes’ Repertoire spannt sich vom 18. Jahrhundert bis zu den Klassikern der Moderne und zeitgenössischen Werken. Mehr als dreissig CDs hat er im Laufe der Jahre vorgelegt und dafür gleich sechsmal den «Gramophone Award» erhalten. Zuletzt veröffentlichte er im Oktober 2017 ein Album mit Klavierwerken von Jean Sibelius. In seiner norwegischen Heimat leitete Leif Ove Andsnes, der auch ein passionierter Kammermusiker ist, fast zwanzig Jahre lang das Risør-Festival, das er 1991 mitbegründet hatte. Als Professor für Klavier lehrt er an der Norwegischen Musikakademie. Ands- nes ist Träger des norwegischen SanktOlav-Ordens und wurde 2007 mit dem Peer-Gynt-Preis geehrt.