Capell-Compositeur 2011|2012

Seit Gründung der Dresdner Hofkapelle im Jahr 1548 hat die Aufführung neuer und neuester Musik immer einen zentralen Stellenwert im Repertoire der heutigen Staatskapelle eingenommen. Hierfür stehen die einstigen Hofkapellmeister Heinrich Schütz, Carl Maria von Weber und Richard Wagner ebenso wie die Komponisten Richard Strauss, Paul Hindemith oder Ferruccio Busoni im frühen 20. Jahrhundert. Sie alle haben – häufig angeregt durch die klanglichen Möglichkeiten der Dresdner Kapelle – neue musikgeschichtliche Akzente gesetzt. An diese wichtige Tradition knüpft die Staatskapelle seit 2007 mit der jährlichen Ernennung eines Capell-Compositeurs an – ein Titel, der auf den Dresdner Hoftitel Johann Sebastian Bachs zurückgeht. Nach Isabel Mundry, Bernhard Lang, Rebecca Saunders und Johannes Maria Staud gibt es in der Saison 2011/2012 wieder eine »Capell-Compositrice«: die russisch-amerikanische Komponistin Lera Auerbach, die u.a. mit drei Auftragswerken in allen Konzertformen der Staatskapelle präsent sein wird, in Einführungen und einer Projektwoche an der Dresdner Musikhochschule auch direkte Einblicke in ihr Schaffen ermöglicht – und bei den Internationalen Schostakowitsch Tagen in Gohrisch auch als Pianistin mit Kapellmusikern zu erleben sein wird.

 

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Lera Auerbach

Lera Auerbach wurde in Tscheljabinsk (Ural) am Rande Sibiriens geboren. Im Alter von zwölf Jahren schrieb sie ihre erste Oper. 1991 zog sie in die USA und absolvierte ein Studium in den Fächern Klavier und Komposition an der New Yorker Juilliard School. Daneben studierte sie Vergleichende Literaturwissenschaft an der Columbia University. 2002 gab sie ihr Debüt in der Carnegie Hall, wo sie ihre eigene Suite für Violine, Klavier und Streichorchester op. 60 mit Gidon Kremer und der Kremerata Baltica aufführte. Seitdem ist die weltweite Karriere der Komponistin, Dichterin und Pianistin in Personalunion nicht mehr aufzuhalten. Die junge Komponistin ist bereits als Pianistin in Konzertsälen wie der New Yorker Carnegie Hall, dem Lincoln Center, dem Münchner Herkulessaal, im Konzerthaus von Oslo und im Kennedy Center Washington aufgetreten. Sie komponierte für Gidon Kremer, Vadim Gluzman, für das Ballett der Hamburgischen Staatsoper, für die Kremerata Baltica und andere. Ihre Werke wurden u.a. bei den Festivals in Aspen, Ravinia, Schwetzingen, beim Moskauer Herbst und beim Kammermusikfest Lockenhaus aufgeführt. Lera Auerbachs Musik scheint vordergründig traditionellen Einflüssen stark verpflichtet zu sein. Für sie ist es kein Widerspruch, Tonalität und klassische Formsprache zu nutzen, um neue Wege zu finden. Bei näherem Hinhören eröffnet sich ein ganzer Kosmos ungewohnter Klänge, Farben und Verfahrensweisen, der in vielerlei Hinsicht einen weit entwickelten Personalstil prägt.

 

Termine mit der Capell-Compositrice