23.11.2011

4. Kammerabend mit den Violinsonaten von Johannes Brahms

Ähnlich wie bei seinen Symphonien oder Streichquartetten benötigte Johannes Brahms viele Jahre, um zu für ihn vorzeigbaren Ergebnissen in der Gattung der Violinsonate zu gelangen. Drei frühe Versuche wurden von ihm vernichtet, so dass er erst im Jahre 1879 mit der G-Dur-Sonate op. 78 seinen ersten Beitrag zu dieser Gattung der Öffentlichkeit vorstellen konnte

Das Zögern hat sich aus heutiger Sicht durchaus gelohnt. Alle drei Sonaten gehören zu den Gipfelwerken der romantischen Kammermusik und sind aus dem Kernrepertoire eines Geigers nicht wegzudenken. Dennoch sind sie im Konzertsaal in zyklischer Aufführung nur selten zu hören. Hier genießt die dritte Sonate in d-Moll op. 108 eine deutlich höhere Popularität als ihre beiden jüngeren Geschwisterwerke. Dies dürfte nicht zuletzt an ihrem geradezu konzertanten Anforderungen liegen, die der Komponist beiden Instrumentalisten in die Partitur hineinschrieb. Kompositorisch stehen die beiden früheren Werke der d-Moll-Sonate jedoch in nichts nach, wenngleich sie sich im Charakter deutlich unterscheiden.
 
Der besonderen Herausforderung, alle drei Sonaten an einem Abend aufzuführen, stellen sich nun im 4. Kammerabend der Sächsischen Staatskapelle am 24. November um 20 Uhr in der Semperoper Kai Vogler (1. Konzertmeister der Staatskapelle) und sein Duopartner Alfredo Perl (Klavier).
 
Beide musizieren seit vielen Jahren regelmäßig zusammen und waren auch schon gemeinsam in der Semperoper zu erleben. Die zyklische Aufführung der Brahms-Sonaten ist in dieser Formation für sie jedoch eine Premiere.

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