01.09.2011

Musikalische Antipoden

Christian Thielemann dirigiert zum Saisonauftakt am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden Werke von Ferruccio Busoni, Hans Pfitzner und Johannes Brahms

Mit seiner Programmwahl für das 1. Symphoniekonzert der Sächsischen Staatskapelle (3. & 4. September 2011) erweist Christian Thielemann einem seiner berühmten Vorgänger die Reverenz: Schon der legendäre Fritz Busch schätzte den Konservativen Hans Pfitzner und den Visionär Ferruccio Busoni gleichermaßen. Pfitzners Klavierkonzert in Es-Dur op. 31 brachte Busch gemeinsam mit dem Pianisten Walter Gieseking im Jahr 1923 in der Dresdner Semperoper zur Uraufführung, Busonis Oper »Doktor Faust« hob er zwei Jahre später - an gleicher Stelle - posthum aus der Taufe. Thielemann kombiniert nun Werke der beiden Antipoden: Neben Pfitzners selten gespieltem Klavierkonzert dirigiert er auch Busonis »Nocturne symphonique«. In der zweiten Konzerthälfte erklingt dann die erste Symphonie von Johannes Brahms. Dieser galt seinerseits den einen als konservativ, den anderen als fortschrittlich.

Den Solopart im Klavierkonzert von Pfitzner übernimmt der aerikanische Pianist Tzimon Barto, der schon in der Vergangenheit mit Christian Thielemann musiziert hat und für die außergewöhnlichen Herausforderungen dieses Konzerts in besonderem Maße geeignet sein dürfte. Das Magazin »Der Spiegel« bezeichnete ihn in einem großen Porträt als einen der »vielschichtigsten, unerschöpflichsten und besten Pianisten der Gegenwart«. Zahlreiche CD-Einspielungen legen davon eindrucksvoll Zeugnis ab.

Nach den Konzerten in Dresden gehen die Staatskapelle und Christian Thielemann dann erstmals auf eine gemeinsame Gastspielreise mit Stationen in Essen, Wien, beim Lucerne Festival sowie beim musikfest berlin. Neben dem Programm des
1. Symphoniekonzertes erklingt dann auch die achte Symphonie von Anton Bruckner. Dieses Werk dirigierte Christian Thielemann bereits im September 2009 in der Dresdner Semperoper – nach jenem Konzert kürten ihn die Musiker der Staatskapelle zu ihrem neuen Chefdirigenten ab 2012.