Nachruf auf Johanna Fuchs

Die Musikerinnen und Musiker der Staatskapelle trauern um ihre Kollegin Johanna Fuchs. Ein Nachruf von Harald Heim.
12.05.2017

Als drittes von vier Kindern wuchs Johanna in einer Musikerfamilie auf. Nach anfänglichem Geigenunterricht in ihrer Heimatstadt Leipzig wechselte sie an die Spezialschule für Musik nach Dresden. Später setzte sie ihr Studium bei Prof. Günter Friedrich an der Hochschule für Musik in Dresden fort. Einer Substitutentätigkeit in der Dresdner Staatskapelle schloss sich ein Aufbaustudium bei Prof. Matthias Wollong an der Musikhochschule in Weimar an. Dem Engagement in der Staatskapelle Weimar folgte schließlich die Festanstellung als Mitglied der 2. Violinen in der Staatskapelle Dresden. Von ihren Kolleginnen und Kollegen wurde neben ihren künstlerischen Qualitäten ihr freundliches, bescheidenes und integratives Wesen sehr geschätzt.

Vor zwei Jahren wurde Johanna während ihrer dritten Schwangerschaft mit der Diagnose Krebs konfrontiert. In der Folge galt es viele schwere Entscheidungen zu treffen, gefolgt von immer neuen Rückschlägen. Oft genug habe ich Johanna für ihre unglaubliche Energie und ihren scheinbar nicht enden wollenden Kampfgeist bewundert. Eine große Stütze waren ihr in dieser Zeit vor allem ihr Mann und die Kinder, ihre Eltern und Geschwister sowie enge Freunde.

Bei allem Leid war sie bis zum Schluss voller Güte und Warmherzigkeit und stellte nicht die Frage nach dem Warum? Obwohl ihr bewusst war, dass die Zeit gegen sie lief, konnte sie allem immer noch etwas Positives abgewinnen und schaffte es, einzelne schöne Momente zu genießen und auszukosten. Sie urteilte nicht über andere, blieb natürlich und bescheiden und war so Vorbild für ihre Familie und Freunde.

Viel zu früh erlag sie am Ostermontag im Alter von 34 Jahren ihrer schweren Krankheit.

Ihren drei prächtigen Kindern, ihrem Partner sowie den Angehörigen und Freunden wünschen wir viel Kraft und Zuversicht, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

Ich bin dankbar und froh, in Johanna eine geschätzte Kollegin, einen unverstellten Menschen und eine echte Freundin gefunden zu haben.

Johanna wird uns sehr fehlen.


Harald Heim für die Kolleginnen und Kollegen der Sächsischen Staatskapelle Dresden