Osterfestspiele Salzburg feiern erfolgreiche Jubiläums-Saison

Am Montag, den 17. April 2017, ist eine besondere Saison der Osterfestspiele Salzburg zu Ende gegangen.
19.04.2017

Das 50-jährige Bestehen des Festivals wurde mit einem in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlichen Programm gefeiert. Im Zentrum stand die Re-Kreation der »Walküre« von 1967, mit der Herbert von Karajan »seine« Osterfestspiele eröffnet hatte. Vera Nemirova inszenierte die Oper neu – in dem durch Jens Kilian rekonstruierten Originalbühnenbild von Günther Schneider-Siemssen. Der einhellige Jubel des Publikums galt allen Mitwirkenden, allen voran Christian Thielemann und der Sächsischen Staatskapelle Dresden sowie dem herausragenden Sängerensemble, in den Hauptrollen mit Peter Seiffert als Siegmund, Georg Zeppenfeld als Hunding, Vitalij Kowaljow als Wotan, Anja Harteros und Anja Kampe mit ihren szenischen Rollendebüts als Sieglinde bzw. Brünnhilde und Christa Mayer als Fricka.

Auch die begleitende Ausstellung zu dieser Re-Kreation im Salzburg Museum, die von Margarethe Lasinger kuratiert wurde, fand begeisterte Aufnahme. Bis zum 16. April wurden 2.349 Besucher gezählt, davon 1.001 Besucher der Osterfestspiele. Das Symposion I bot begleitend zur Re-Kreation der Walküre eine Diskussionsrunde auf, in der Regisseurin Vera Nemirova ihr Regiekonzept erläuterte und diskutierte. Das Symposion II, die Karajan Music Tech Conference, versammelte 300 internationale Vertreter aus den Bereichen Musik, Medien und Technik sowie damit verbundenen Fachgebieten zu einer vielbeachteten Konferenz über den Einfluss aktueller Technologien auf die heutige Musikwahrnehmung. 

Im Konzertprogramm begeisterten neben dem Residenzorchester, der Sächsischen Staatskapelle Dresden – in seiner fünften Saison bei den Osterfestspielen – auch die beiden Gastorchester, die Berliner und die Wiener Philharmoniker. Besonders gefeiert wurde der Träger des diesjährigen Herbert-von-Karajan-Preises, der junge russische Pianist Daniil Trifonov, der seine Auszeichnung aus den Händen von Eliette von Karajan beim Konzert für Salzburg entgegennahm. 

Großen Erfolg bei Publikum und internationaler Kritik verzeichnete die Kammeroper »Lohengrin« von Salvatore Sciarrino, die von jenem Leading Team szenisch umgesetzt wurde, welches wenige Tage vor der Premiere als neues künstlerisches Team des Jedermann bei den Salzburger Festspielen 2017 bekanntgegeben wurde: Regisseur Michael Sturminger und die Ausstatter Renate Martin und Andreas Donhauser. Peter Tilling dirigierte das oenm. Besonders akklamiert wurde Sarah Maria Suns herausragende darstellerische Leistung in der Hauptrolle der Elsa. 

Für die Osterfestspiele Salzburg 2017 wurden für 17 Veranstaltungen 24.000 Karten verkauft (2016: 12 Veranstaltungen, 17.000 Karten). Die Sitzplatzauslastung im Großen Festspielhaus beträgt 95,5%. Die Mehrzahl aller Veranstaltungen war ausverkauft, insbesondere die Walküre, fast alle Konzerte im Großen Festspielhaus sowie das Kammerkonzert mit Daniil Trifonov. Mit großer Freude kann vermeldet werden, dass sich die Anzahl an Mitgliedern im Fördererverein im Vergleich zum Vorjahr um 300 auf 2.200 erhöhte. 

Stark gesteigert hat sich auch das internationale Medieninteresse an den Osterfestspielen Salzburg und im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt: 141 Journalistinnen und Journalisten aus 13 Nationen berichteten über die Jubiläums-Osterfestspiele 2017.

2018 werden die Osterfestspiele Salzburg am 24. März mit der Premiere von Puccinis »Tosca« in einer Inszenierung von Philipp Stölzl, der bereits bei den Osterfestspielen 2015 »Cavalleria rusticana/Pagliacci« erfolgreich in Szene gesetzt hat, eröffnet. Anja Harteros singt die Titelrolle, Aleksandrs Antoņenko den Cavaradossi und Ludovic Tézier den Scarpia.

 

Christian Thielemann, Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg und Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden:
»Meine Bilanz fällt rundum positiv aus. Wir haben in den letzten drei Wochen eine hochkonzentrierte und zugleich entspannte Probenphase erlebt, an die sich mit der Premiere der Walküre und den darauffolgenden Konzerten Aufführungen anschlossen, die besser nicht hätten laufen können. Erinnert sei nur an die phantastischen Rollendebüts von Anja Kampe und Anja Harteros als Brünnhilde bzw. Sieglinde. In den vergangenen fünf Jahren hat sich für uns in Salzburg eine Entwicklung vollzogen, die uns sehr glücklich macht. Wir freuen uns auf die kommenden Jahre.«

 

Jan Nast, Orchesterdirektor der Sächsischen Staatskapelle Dresden:
»Auch die diesjährigen Osterfestspiele waren ein außerordentliches Erlebnis für uns. Die Zeit in Salzburg ist für uns auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil wir von den künstlerischen Ergebnissen, die wir hier infolge des extrem dichten Proben- und Aufführungsplans erreichen, das ganze Jahr über profitieren. Die Gastfreundschaft der Salzburger und die Begeisterung des Publikums sind für uns überwältigend und machen uns sehr dankbar.«

 

Peter Ruzicka, Geschäftsführender Intendant der Osterfestspiele Salzburg:
»Ich glaube, es ist uns gelungen, den ‚runden Geburtstag‘ der Osterfestspiele Salzburg mit einem künstlerischen Programm in gebührender Weise zu feiern, das in dieser Intensität und Qualität einzigartig war. Dafür danke ich sehr herzlich allen, die auf der Bühne und hinter den Kulissen zum Gelingen dieses großen Erfolgs beigetragen haben: unserem Künstlerischen Leiter Christian Thielemann und unserer wunderbaren Sächsischen Staatskapelle Dresden, des weiteren allen Künstlerinnen und Künstlern, die uns beglückende künstlerische Erlebnisse beschert haben sowie dem unermüdlich mit vollem Einsatz arbeitenden Team der Osterfestspiele. Danken möchte ich auch all unseren Partnern wie dem Team der Salzburger Festspiele, dem Eliette und Herbert von Karajan Institut, dem Salzburg Museum – und last but not least unserem Publikum, insbesondere unseren Förderern und Sponsoren, die durch ihre Unterstützung unsere Festspiele erst ermöglichen.«