Sonderkonzert zum 468. Geburtstag

Seit dem vergangenen Jahr erinnert die Sächsische Staatskapelle Dresden am 22. September mit einem Sonderkonzert an ihren Gründungstag.
15.09.2016

Auf dem Programm des diesjährigen Geburtstagskonzerts stehen Werke von Johann Sebastian Bach, Sofia Gubaidulina und Johann Gottlieb Naumann. 

Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 1 in C-Dur BWV 1066 eröffnet das diesjährige Geburtstagskonzert der Sächsischen Staatskapelle. Bach war der damaligen Hofkapelle seit dem Jahr 1736 mit dem Titel des »Compositeur bey der Königl. Hof Capelle« verbunden. Erhalten hatte er diesen für die ersten beiden Sätze (Kyrie und Gloria) seiner späteren h-Moll-Messe. Ob er sich mit der Einreichung dieses Werkes auch um eine Position bei der Hofkapelle hatte bewerben wollen, ist durchaus denkbar. Bekannt ist, dass ihn die virtuosen Fähigkeiten der Dresdner Kapellmusiker, mit denen er in freundschaftlichem Kontakt stand, zur Komposition der beiden Ursprungssätze der h-Moll-Messe inspiriert hatten. 

Aktuelle »Capell-Compositrice« ist die Komponistin Sofia Gubaidulina, die in diesem Jahr ihre bereits in der Saison 2014/2015 begonnene Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Dresden fortsetzt. Bach ist in der kompositorischen Gedankenwelt Gubaidulinas ein Fixpunkt; mit ihrer »Meditation über den Bach-Choral ›Vor deinen Thron tret’ ich hiermit‹« hat sie ihrem Vorbild ein bleibendes Denkmal gesetzt. Besonders inspirieren ließ sich Gubaidulina dabei vom formalen Aufbau de Chorals und den daraus resultierenden Zahlenverhältnissen. »Die vier Durchführungsabschnitte, von denen jeder von einer Choralzeile beendet wird, sind die vier Stufen eines Weges, den die Musik gehen muss, bis der Choral vollständig erklingen kann. Dies ist auch der Aufstieg der Seele Bachs: ›Vor Deinen Thron tret‘ ich hiermit‹.« 

Nach der Pause erklingt die Messe Nr. 18 in d-Moll von Johann Gottlieb Naumann. Anlass ist dessen 275. Geburtstag im Jahr 2016. Naumann wurde 1741 im heutigen Dresdner Stadtteil Blasewitz geboren, studierte u.a. bei Giuseppe Tartini in Padua und Johann Adolph Hasse in Venedig und erhielt im Jahr 1764 am Dresdner Hof eine Anstellung als »Kirchencompositeur«. 1776 folgte die Ernennung zum Hofkapellmeister, eine Position, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1801 ausfüllte. Naumann, der mit Haydn und Mozart befreundet war, schrieb in Dresden regelmäßig Messen für die hohen Feiertage in der katholischen Hofkirche. Die Messe Nr. 18 in d-Moll entstand im Jahr 1794, vermutlich für das Weihnachtsfest. 

Die musikalische Leitung des Sonderkonzerts am Gründungstag der Staatskapelle liegt erneut in den Händen von Alessandro De Marchi. Als Solisten wirken Emily Dorn (Sopran), Christina Bock (Mezzosopran), Filippo Adami (Tenor) und Evan Hughes (Bassbariton) mit. Es singt das Ensemble Vocal Concert Dresden in der Einstudierung von Peter Kopp.

Das Konzert findet in Kooperation mit dem Bachfest Dresden statt.

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