Sonderkonzert am 471. Gründungstag der Sächsischen Staatskapelle Dresden

Ton Koopman Dirigent und Cembalo
Robin Johannsen Sopran
Yetzabel Arias Fernandez Sopran
Maarten Engeltjes Altus
Mauro Peter Tenor
Manuel Walser Bass

Johann David Heinichen

  • »La Gara degli dei« (anlässlich 300 Jahre Kurprinzen-Hochzeit in Dresden 1719)

Joseph Haydn

  • Symphonie Nr. 98 B-Dur Hob. I:98

Europa zu Gast in Dresden

Als sich im September 1719 der sächsische Kurprinz Friedrich August II. und Maria Josepha von Österreich vermählten, avancierte Dresden für einen Monat zum Treffpunkt Europas. Zahlreiche Werke spielte die Hofkapelle zu diesem Anlass, darunter Heinichens »La Gara degli Dei« (Der Wettstreit der Götter). 300 Jahre später führt die heutige Kapelle dieses Werk zu ihrem 471. Geburtstag wieder auf – geleitet vom Doyen der Alten Musik, Ton Koopman, der im Finalsatz von Haydns 98. Symphonie auch am Cembalo sitzt.

  • 22.09.2019
    11:00 Uhr
    Semperoper
    Tickets
    票价:
    23.00 – 82.00 €

Ton Koopman

Geboren in Zwolle (Niederlande), hat Ton Koopman zuerst eine klassische Ausbildung erhalten; dann studierte er Orgel, Cembalo und Musikwissenschaft in Amsterdam und wurde in beiden Instrumenten mit dem Prix d’Excellence ausgezeichnet. Von Anfang an faszinierten ihn das Barock-Zeitalter, authentische Musikinstrumente und die historische Aufführungspraxis. Somit konzentrierte der junge Koopman sein Studium bereits sehr früh auf die Barockmusik, und im Besonderen auf JS Bach, und wurde schnell eine Leitfigur in der Bewegung der historischen Aufführungspraxis.

Bereits im Alter von 25 Jahren gründete der junge Koopman sein erstes Barock-Orchester, 1979 dann das Amsterdam Baroque Orchestra, und 1992 den Amsterdam Baroque Choir. Gemeinsam machte sich das ABO&C als eines der führenden Alte-Musik-Ensembles weltweit einen Namen. Mit einem Repertoire, das vom frühen Barock bis zur späten Klassik reicht, waren Ton Koopman und sein ABO&C u.a. zu Gast am Concertgebouw in Amsterdam, Théatre des Champs-Elysées und Salle Pleyel in Paris, Barbican and Royal Albert Hall in London, Musikverein und Konzerthaus in Wien, Philharmonie in Berlin, Lincoln Center und Carnegie Hall in New York, Suntory Hall in Tokyo sowie in Brüssels, Mailand, Madrid, Rom, Salzburg, Kopenhagen, Lissabon, München, Athen, etc.

Zahlreiche CD/DVD-Aufnahmen dokumentieren Ton Koopman’s umfangreiche Tätigkeit als Solist und Dirigent. Sein wohl umfassendstes Projekt war die Gesamtaufnahme aller Kantaten von Johann Sebastian Bach, ausgezeichnet mit dem Deutschen Schallplattenpreis Echo Klassik, dem Prix Hector Berlioz und dem BBC-Award, nominiert für den Grammy Award (USA) sowie den Gramophone Award (UK). Ton Koopman setzt sich seit Jahren für die Verbreitung des Werkes Dietrich Buxtehudes ein, und schloss 2014 die Aufnahme der Buxtehude-Opera-Omnia mit insgesamt 30 CDs ab. Koopman ist außerdem Präsident der “International D. Buxtehude Society” und seit 2012 Buxtehude-Preisträger der Stadt Lübeck, sowie Bach-Preisträger der Royal Academy of Music in

London seit 2014, und Ehrenprofessor an der Musikhochschule Lübeck sowie Honorary Artistic Advisor des Guangzhou Opera House. Im November 2017 erhielt Ton Koopman den Edison Classical Award.

In den letzten Jahren hat Koopman viele der bedeutendsten Orchester weltweit dirigiert, darunter: Berliner Philharmoniker, Concertgebouw Orchestra, New York Philharmonic, Münchner Philharmoniker, Chicago Symphony, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Wiener Symphoniker, Boston Symphony, Philadelphia und Cleveland Orchestra. Kürzlich hat Ton Koopman die Berliner Philharmoniker mit Bachs H-Moll Messe dirigiert, das Concertgebouw Orchestra mit Bachs Matthäuspassion, schließlich folgten Konzerte mit dem Orchestra Philharmonique de Radio France, Tonhalle Orchestra Zurich, NHK Orchestra Tokyo and Gulbenkian Orchestra Lisbon. In der Spielzeit 2018/19 kehrt Koopman zurück an das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, Santa Cecilia Orchestra in Rom, Stockholm Philharmonic, Orchestre National de Lyon, Staatskapelle Dresden, National Orchestra und San Francisco Symphony. Konzerte mit Los Angeles Philharmonic, Cleveland Orchestra, DSO Berlin und vielen anderen Orchestern sind geplant.

Ton Koopman blickt auf ein umfangreiches Werk von Einspielungen zurück, darunter für Erato, Teldec, Sony, Deutsche Grammophon und Philips; 2003 hat er sein eigenes Label “Antoine Marchand” gegründet, ein Sub-Label von Challenge Classics. Koopman ist Autor vieler Fachartikel und Bücher, so war er mit der Edition der gesamten Orgelkonzerte Händels für Breitkopf & Härtel betraut; kürzlich hat er Händels Messias sowie Buxtehudes Das Jüngste Gericht im Carus Verlag neu herausgebracht.

Professor an der Universität von Leiden, ist Ton Koopman auch Ehren-Mitglied an der Royal Academy of Music in London und künstlerischer Leiter des französischen Festivals Itinéraire Baroque. Seit 2019 ist er Präsident der Stiftung Bach-Archiv Leipzig.

Robin Johannsen

Die amerikanische Sopranistin Robin Johannsen kam als Stipendiatin der Deutschen Oper Berlin nach Europa und wurde bald festes Ensemblemitglied des Hauses. Nach drei Jahren wechselte sie an die Oper Leipzig und ist seit 2008 freischaffend tätig mit einer besonderen Affinität zu barocker und klassischer Musik.

In der Spielzeit 2019/2020 debütiert Robin Johannsen bei der Accademia nazionale di Santa Cecilia in Haydns SCHÖPFUNG unter Manfred Honeck und beim Royal Concertgebouw Orchestra im Concertgebouw Amsterdam unter Philippe Herreweghe. Ebenfalls debütiert sie an der Semperoper Dresden mit Heinichens LA GARA DEGLI DEI unter Ton Koopman. In Madrid singt sie Bachs H-MOLL MESSE beim Orchesta Nacional de España unter David Afkam und in Wien Bachs MAGNIFICAT mit den Wiener Philharmonikern unter Philippe Jordan. Mit dem English Concert ist sie in London unter Harry Bicket in Bachs JOHANNESPASSION zu hören, in Händels JUDAS MACCABEUS mit dem Philharmonia Baroque Orchestra unter Nicolas McGegan und in Bachs H-MOLL MESSE in Montréal unter Andrea Marcon. Zusammen mit Martin Haselböck und Musica Angelica konzertiert Robin Johannsen in Kalifornien und Florida mit einem Soloprogramm, bestehend aus Werken von Händel, Haydn und Mozart. Des Weiteren singt sie u.a. Purcells KING ARTHUR an der Berliner Staatsoper, Brahms REQUIEM und Bachs H-MOLL MESSE unter René Jacobs, und ist weiterhin auf Tournee mit dem Freiburger Barockorchester, der Akademie für Alte Musik Berlin, dem La Folia Barockorchester, B’Rock Belgium und dem Orchestra of the Eighteenth Century zu erleben.

Die

Höhepunkte der vergangenen Spielzeiten waren u.a. eine Neuproduktion von Beethovens LEONORE (Marzelline) mit dem FBO unter René Jacobs u.a. am Theater an der Wien, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Concertgebouw Amsterdam sowie der Philharmonie de Paris; Händels TRIONFO DEL TEMPO E DEL DISINGANNO (Piacere) beim Musikfest Bremen und beim Festival d’Ambronay; die Neuproduktion von Mozarts ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL (Konstanze) am Mozarteum Salzburg mit der Akademie für Alte Musik Berlin unter René Jacobs und Andrea Moses (Regie); die Neuproduktion von KING ARTHUR an der Staatsoper Berlin und Theater an der Wien; sowie Fiordiligi in COSÌ FAN TUTTE unter René Jacobs auf einer Tournee in Deutschland, Spanien und Asien. Weiterhin arbeitete Robin Johannsen mit führenden Barockorchestern wie dem FBO, dem Concerto Köln, dem La Cetra Basel, dem Ensemble Pygmalion und der Akademie für Alte Musik Berlin.

CD Aufnahmen u. a.: Die Entführung aus dem Serail unter René Jacobs (harmonia mundi), Solo-CD „In dolce amore“ – Arien und Kantaten von Antonio Caldara mit Alessandro De Marchi und Academia Montis Regalis (Sony Classical - dhm); Parnasso in festa mit Andrea Marcon und La Cetra (Pentatone); Vinci/Händel: „Didone abbandonata“ Titelpartie mit Wolfgang Katschner und der Lautten Compagney (Sony Classical/dhm); Telemann: Ein feste Burg ist unser Gott mit Concerto Melante (Sony Classical – dhm); Napoli galante – Neapolitanische Arien mit Andreas Küppers (Perfect Noise-Harmonia Mundi).

Yetzabel Arias Fernandez

Die kubanische Sopranistin Yetzabel Arias Fernandez studierte Chorleitung am Amadeo Roldán Conservatory und Gesang am Instituto Superior de Arte in Havana. Später setzte sie ihre Studien in Italien bei Vincenzo Manno, Fernando Cordeiro Opa und Roberto Gini an der Accademia Internazionale della Musica di Milano fort. Bei internationalen Wettbewerben errang sie vielfach Preise, darunter etwa beim Concorso Internazionale Musica Sacra in Rom. 

Yetzabel Arias Fernandez arbeitet mit herausragenden Ensembles für italienische Barockmusik wie der Accademia Bizantina, La Risonanza, der Academia Montis Regalis, dem Orchestra Milano Classica, La Venexiana und I Barocchisti. Zuletzt

arbeitet Sie zudem mit dem Orchester des Teatro dell'Opera di Roma unter Jaap van Zweden, mit dem RAI Symphony Orchestra in Turin unter Helmut Rilling, am Badischen Staatstheater Karlsruhe und beim Opera Rara Festival im polnischen Krakau. Seit 2013 verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit Ton Koopman, so sang sie unter seiner Leitung etwa Mozarts Requiem mit dem Residentie Orkest The Hague, Bachs h-Moll-Messe im Rahmen des Leipziger Bach-Fests, Bachs »Weihnachtsoratorium« auf Europatournee mit dem Amsterdam Baroque Orchestra und Mozarts c-Moll-Messe mit dem Lyon National Orchestra.

Maarten Engeltjes

Der Dänische Countertenor Maarten Engeltjes hat sich nach seinem Studium am Royal Conservatory of The Hague insbesondere auf barockes und zeitgenössisches Repertoire spezialisiert und arbeitet regelmäßig mit Ton Koopman und dem Amsterdam Baroque Orchestra & Choir, dem Nederlands Kamerkoor und der Akademie für Alte Musik Berlin zusammen. Zu den Höhepunkten der jüngeren Vergangenheit gehören die Aufführung von Pergolesis »Stabat Mater« mit Concerto Köln, Händels »Messias« mit der Accademia nazionale di Santa Cecilia, Bachs »Johannes-Passion« mit den Münchner Philharmonikern und ein Opernarien-Soloabend mit dem Netherlands Chamber Orchestra im Concertgebouw Amsterdam. 2012 debütierte er in der Uraufführung von

Lera Auerbachs Requiem »Dresden – Ode an den Frieden« bei der Staatskapelle Dresden unter Vladimir Jurowski.

In verschiedenen Opernrollen war er u. a. an der Opéra de Lausanne, mit dem Ensemble La Venexiana, beim Boston Early Music Festival Orchestra, beim Tokyo Metropolitan Theatre, an der Dutch National Opera und mit Le Concert d’Astrée unter Emmanuelle Haïm zu erleben.

Zu den Höhepunkten der laufenden Saison gehören Bachs h-Moll-Messe mit Koopman in Amsterdam, Bachs »Weihnachtsoratorium« mit dem Ensemble 1700 und Bachs »Johannes-Passion« mit John Butt und dem Rotterdam Philharmonic Orchestra.

Mauro Peter

Der aus Luzern stammende Tenor Mauro Peter studierte Gesang an der Hochschule für Musik und Theater München bei Fenna Kügel-Seifried.

2012 gewann er den ersten Preis sowie den Publikumspreis beim Internationalen RobertSchumann-Wettbewerb in Zwickau. Als Liedsänger feierte er 2012 mit Schuberts „Die schöne Müllerin“, begleitet von Helmut Deutsch, sein von Publikum und Presse umjubeltes Debüt bei der Schubertiade in Schwarzenberg. Seither ist er ständiger Gast in Schwarzenberg und Hohenems und auf allen führenden internationalen Konzertpodien und Opernbühnen zu erleben.

Liederabende gibt Mauro Peter regelmäßig im KKL Luzern, an der Wigmore Hall in London, im Musikverein sowie Konzerthaus Wien, im Musikverein Graz, an den Konzerthäusern in Berlin und Dortmund, in der Kölner Philharmonie, im Pierre Boulez Saal in Berlin, an der Oper Frankfurt und am Opernhaus Zürich, außerdem im Teatro de la Zarzuela Madrid. Konzertengagements führten ihn in die Philharmonie im Gasteig München, in die Royal Festival Hall London, ins Mozarteum Salzburg und zum Festival in Verbier. Ebenfalls regelmäßiger Gast ist er beim Festival de Paques in Aix-en-Provence sowie seit 2012 bei den Salzburger Festspielen, wo er im Sommer 2018 die Rolle des „Tamino“ in der Eröffnungspremiere des Festivals übernehmen wird.

Zu den Dirigenten, mit denen Mauro Peter bislang

zusammengearbeitet hat, gehören Gustavo Dudamel, Sir John Eliot Gardiner, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta, Teodor Currentzis, Fabio Luisi, Ivor Bolton, Iván Fischer, Vladimir Jurowski und James Gaffigan.

Seit der Spielzeit 2013/14 ist Mauro Peter Ensemblemitglied des Opernhauses Zürich. Darüber hinaus sang er an der Bayerischen Staatsoper München, an der Mailänder Scala, am Royal Opera House Covent Garden, an der Opéra National de Paris, an der Komischen Oper Berlin, im Theater an der Wien, an der Canadian Opera Toronto sowie an der Opera de Lyon.

Nach einem Live-Mitschnitt der „Schönen Müllerin“ aus der Wigmore Hall erschien 2015 seine Debüt-CD bei SONY Classical mit Goethe-Liedern von Schubert. Ein weiteres Album mit seiner Interpretation der „Dichterliebe“ sowie weiterer Schumann-Lieder wurde 2016 ebenfalls bei SONY Classical veröffentlicht.

Für die Spielzeit 2018/19 folgt Mauro Peter erneuten Einladungen an das Züricher Opernhaus und das Theater an der Wien. Liederabende sind u.a. im Konzerthaus in Wien, bei der Schubertiade, im Münchner Prinzregententheater und im Rahmen der Salzburger Mozartwoche geplant. Im Konzertbereich wird Mauro Peter u.a. in Calgary mit Trevor Pinnock sowie mit Riccardo Muti an der Mailänder Scala arbeiten.

Manuel Walser

Der Schweizer Bariton Manuel Walser studierte Gesang bei Thomas Quasthoff an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin. Daneben gehören Brigitte Fassbaender, Frédéric Gindraux und Wolfram Rieger zu seinen wichtigsten Mentoren. Er ist Preisträger des Internationalen Wettbewerbs »Das Lied« in Berlin sowie der Stella Maris International Song Competition.

Manuel Walser war bis 2019 für fünf Spielzeiten festes Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper. Bei den Salzburger Festspielen debütierte er 2014 als Brutamonte unter Ingo Metzmacher in Schuberts Oper »Fierabras«. Im Januar 2018 gab Manuel Walser sein Debüt an der Berliner Staatsoper Unter den Linden als Harlekin unter Eun Sun Kim. Liederabende führten ihn nach Barcelona, zum Schubert Festival in

Gastein, in die Pariser Philharmonie, die Londoner Wigmore Hall und zur Schubertíada Vilabertran. Er sang beim Lucerne Festival, in der Berliner Philharmonie, im Konzerthaus Berlin, im Wiener Musikverein und bei den Schubertiaden Hohenems und Schwarzenberg. Manuel Walser konzertiert regelmäßig bei der J. S. Bach-Stiftung unter Rudolf Lutz und dem Ensemble Pygmalion unter Raphaël Pichon. Unter Ton Koopman konzertierte er im Amsterdamer Concertgebouw. In der Saison 2019/2020 ist er in mehreren Konzerten im Wiener Konzerthaus zu erleben und gibt darüber hinaus zahlreiche Liederabende in Zürich, Regensburg, Schwarzenberg, Perugia, München, Basel und Madrid.