Madrid, Tag 1

16.05.2017

Im Gegensatz zu Wien und Paris liegt das letzte Gastkonzert der Staatskapelle in Madrid schon einige Jahre zurück. Unter der Leitung von Herbert Blomstedt spielte sie hier zuletzt im Jahr 2009. Von den 90er Jahren an gehörte die spanische Hauptstadt zu regelmäßig angesteuerten Tourneedestinationen der Staatskapelle. Dann kam allerdings die Wirtschaftskrise, von der auch das Konzertwesen auf der iberischen Halbinsel nicht verschont blieb. Der Tiefpunkt der Krise scheint aber überwunden zu sein, ein Blick in den Spielplan der kommenden Saison von Ibermúsica, dem Veranstalter der beiden Kapell-Konzerte im Auditorio Nacional de Música, führt das Who is Who der internationalen Klassik-Szene auf. 

Dass Künstler dem Ruf von Alfonso Aijon, dem langjährigen Geschäftsführer von Ibermúsica, gerne folgen, liegt sicherlich auch am Saal, der zwar von außen betrachtet den Charme eines langweiligen Schulgebäudes verströmt, innen allerdings mit einer Akustik aufwartet, die kaum Wünsche offen lässt. Erscheint einigen Kapell-Musikern in der Probe die Akustik noch ein wenig zu direkt, ist davon im Konzert im vollbesetzten Auditorio nichts zu spüren. Begeisterter Applaus für Christian Thielemann, den Solisten Daniil Trifonov und die Staatskapelle nach dem ersten Konzert am Abend des 17. Mai, bei dem die beiden »Pelleas und Melisande«-Komponistionen von Gabriel Fauré und Arnold Schönberg sowie das G-Dur-Klavierkonzert von Maurice Ravel erklangen.