Osterfestspiele Salzburg: Chorkonzert Thielemann

Christian Thielemann Dirigent
Camilla Nylund Sopran
Elena Zhidkova Mezzosopran
Saimir Pirgu Tenor
Franz-Josef Selig Bass
Chor des Bayerischen Rundfunks

Anton Bruckner

  • Hymnus »Vexilla regis« WAB 51
  • Symphonie Nr. 9 d-Moll
  • Te Deum C-Dur WAB 45 für Soli, Chor, Orchester und Orgel

Christian Thielemann

Chefdirigent

Seit der Saison 2012/2013 ist Christian Thielemann Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Über Stationen an der Deutschen Oper Berlin, in Gelsenkirchen, Karlsruhe, Hannover und Düsseldorf kam er 1988 als Generalmusikdirektor nach Nürnberg. 1997 kehrte der gebürtige Berliner in seine Heimatstadt als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin zurück, bevor er das gleiche Amt von 2004 bis 2011 bei den Münchner Philharmonikern innehatte. Neben seiner Dresdner Chefposition ist er seit 2013 Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg, deren Residenzorchester die Staatskapelle ist.

Intensiv widmete sich Christian Thielemann in den vergangenen Spielzeiten den Komponistenjubilaren Wagner, Strauss und Beethoven. Aber auch Werke von Bach bis hin zu Henze, Rihm und Gubaidulina standen für ihn in Dresden und auf Tournee auf dem Programm. In der Semperoper leitete er zuletzt Neuproduktionen von »Ariadne auf Naxos« und »Capriccio«. Bei den Osterfestspielen Salzburg dirigierte er unter anderem »Die Walküre«, »Tosca« und »Die Meistersinger von Nürnberg«.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Christian Thielemann mit den Berliner Philharmonikern und Wiener Philharmonikern, deren Neujahrskonzert er 2019 dirigierte. Er war musikalischer

Berater und Musikdirektor der Bayreuther Festspiele, die er seit seinem Debüt im Sommer 2000 alljährlich durch maßstabsetzende Interpretationen prägt. Darüber hinaus folgte er Einladungen der großen Orchester in Europa, den Vereinigten Staaten, Israel und Asien.

Christian Thielemanns Diskographie als Exklusivkünstler der UNITEL ist umfangreich. Zu seinen jüngsten Einspielungen mit der Staatskapelle gehören die Symphonien von Anton Bruckner und Robert Schumann, Arnold Schönbergs »Gurre-Lieder« sowie zahlreiche Opern. Christian Thielemann ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London, Honorarprofessor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden sowie Ehrendoktor der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar und der Katholischen Universität Leuven (Belgien). 2003 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im Mai 2015 erhielt er den Richard-Wagner-Preis der Richard-Wagner-Stiftung Leipzig, im Oktober 2016 wurde er mit dem Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper ausgezeichnet. Christian Thielemann ist Schirmherr der Richard-Wagner-Stätten Graupa. Für seine Einspielungen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

Camilla Nylund

Camilla Nylund, in Vaasa in Finnland geboren, studierte zunächst bei Eva Illes, später in der Opern- und Liedklasse im Mozarteum in Salzburg. Für ihre ausgezeichneten Leistungen wurde ihr im Dezember 1995 von der Internationalen Stiftung Mozarteum die Lilli Lehmann-Medaille verliehen.

Nach einem Festengagement in Hannover gehörte Camilla Nylund von 1999 bis 2002 zum Ensemble der Semperoper Dresden. Neben ihren Dresdner Verpflichtungen wurde sie mehr und mehr zu einem begehrten Gast an den wichtigsten Opernhäusern. So sang sie u. a. Die Gräfin(»Capriccio«) in Venedig, Eva (»Die Meistersinger von Nürnberg«) sowie Tatjana (»Eugen Onegin«) an der Hamburgischen Staatsoper, Leonore (»Fidelio«) an der Oper Zürich und unter Sir Simon Rattle auf dem Japan-Gastspiel der Salzburger Festspiele, »Salome« an der Oper Köln, Elisabeth (»Tannhäuser«) an der Bayerischen Staatsoper und Leonore in der »Fidelio«-Urfassung am Theater an der Wien.

Es folgten Debüts an der Wiener Staatsoper, an der Mailänder Scala und in Chicago, unter Sir Simon Rattle in der Berliner Philharmonie mit Henzes »Floß der Medusa«, am New National Theatre Tokyo, bei den Salzburger Festspielen sowie an der Bastille Paris, in Berlin und in Valencia unter Zubin Mehta. Im Sommer 2011 gab Camilla Nylund ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen; es folgten Wiedereinladungen für diese Partie auch für die Festspiele 2013 und 2014. Zu einem besonderen Erfolg wurde ihr Rollendebüt der Sieglinde (»Die Walküre«) an der Wiener Staatsoper 2013 – die Partie interpretierte sie 2017 erneut auch in Bayreuth.

Im der Saison 2018/19 war Camilla Nylund als Kaiserin in der Neuproduktion »Frau ohne Schatten« an der Wiener Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann zu erleben. Im Rahmen dieser Produktion wurde ihr der Titel der Wiener Kammersängerin verliehen. Im Dezember 2019 debütierte sie zudem mit großem Erfolg an der Metropolitan Opera New York (»Der Rosenkavalier«). In der Semperoper Dresden war sie zuletzt in der aktuellen Spielzeit als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« zu erleben.

Camilla Nylund arbeitet sowohl im Opern- als auch im Konzertbereich mit allen bedeutenden Maestri unserer Zeit – so mit Zubin Mehta, Sir Simon Rattle, Christian Thielemann, Andris Nelsons, Daniel Barenboim, Esa-Pekka Salonen, Vladimir Jurowski, Gianandrea Noseda, Riccardo Muti, Marek Janowski.

Elena Zhidkova

Die Mezzosopranistin Elena Zhidkova hatte ihr erstes Engagement an der Deutschen Oper Berlin. Sie gastierte bei den Bayreuther Festspielen. Claudio Abbado lud sie für die konzertante Aufführung von Parsifal, für Schumanns Faustszenen sowie für sein Abschiedskonzert an die Berliner Philharmonie ein. Mit Nikolaus Harnoncourt war sie in Händels Jephta dort erneut zu erleben.
Am Teatro Real Madrid debütierte sie als Waltraute (»Götterdämmerung«) und als Brangäne in »Tristan und Isolde«. Als vielgefragter Gast sang sie am New National Theatre Tokio unter anderem Octavian (»Der Rosenkavalier«), Fricka (»Der Ring des Nibelungen«) und Brangäne (»Tristan und Isolde«). Sie feierte als Judith (»Herzogs Blaubarts Burg«) einen großen Erfolg bei der Premiere an der Mailänder Scala, und mit derselben Partie gastierte sie an der Barbican Hall London mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Valéry Gergiev, wovon auch ein Live-Mitschnitt als CD herausgegeben wurde.
Im Frühjahr 2019 sang sie erstmals die Kundry (»Parsifal«) an der Wiener Staatsoper. Für ihre Interpretation der Judith (»Herzogs Blaubarts Burg«) am Marinskij-Theater wurde ihr die »Goldene Maske« verliehen.
In dieser Partie gastierte sie auch unter Seiji Ozawas Leitung beim »Saito Kinen Festival«, aus der ebenfalls eine CD-Produktion entstand. Die Fricka (»Der Ring des Nibelungen«) interpretierte sie an der Deutschen Oper Berlin sowie in der Genfer Neuproduktion der Tetralogie. Als Tannhäuser-Venus war sie an der Dresdner Semperoper und als Ortrud bei den Bayreuther Festspiele zu erleben.

Sie sang Marie (»Wozzeck«) mit dem BBC Orchestra unter Donald Runnicles sowie in einer Neuproduktion an der Deutschen Oper Berlin. Als Kundry (»Parsifal«) trat sie in Lyon, Mannheim und Düsseldorf auf. Große Erfolge waren La Principessa di Bouillon (»Adriana Lecouvreur«), Fremde Fürstin (»Rusalka«) sowie Eboli (»Don Carlo«) an der Wiener Staatsoper, Charlotte (»Werther«) unter Michel Plasson, sowie ihr Debüt als Ortrud (»Lohengrin«).
Sie sang Didon in Berlioz’ »Los Troyens«, Amneris in »Aida« und Eboli in »Don Carlos« an der Hamburgischen Staatsoper, ebenfalls die Eboli am Bolshoi, Judith in »Herzog Blaubarts Burg« in Dresden und Santuzza an der Deutschen Oper Berlin und Opéra Bastille Paris.
Einen großartigen Erfolg feierte sie im Sommer 2019 bei den Bayreuther Festspielen. Kurz vor der Festspielpremiere der Neuproduktion »Tannhäuser« übernahm sie die Partie der Venus und bekam dafür von der internationalen Presse hohe Anerkennung.

Saimir Pirgu

Saimir Pirgu zählt zu den gefragtesten Stars der internationalen Opernlandschaft und feiert regelmäßig Erfolge an allen großen Opernbühnen wie der Metropolitan Opera New York, der Wiener Staatsoper, der Mailänder Scala, dem Royal Opera House Covent Garden, der Pariser Oper, dem Bolschoi-Theater von Moskau, der Berliner Staatsoper und Deutschen Oper, dem Opernhaus Zürich, dem Gran Teatre del Liceu Barcelona, der San Francisco Opera und der Arena di Verona. Pirgu studierte bei Vito Maria Brunetti am Konservatorium von Bozen und perfektionierte seine Technik mit Luciano Pavarotti. Mit 22 Jahren wurde er von Claudio Abbado ausgewählt, unter seiner musikalischen Leitung als Ferrando in Così fan tutte in Ferrara zu debütieren. In dieser Partie gab der Künstler 2004 als jüngster Sänger in einer Hauptrolle sein Debüt bei den Salzburger Festspielen dirigiert von Philippe Jordan. Erfolge der letzten Jahre umfassen unter anderem Rigoletto am Royal Opera House Covent Garden, an der Wiener Staatsoper und am Opernhaus Zürich, La traviata an der Metropolitan Opera New York, dem Royal Opera House Covent Garden, der Berliner Staatsoper und Deutschen Oper, Riccardo in Un ballo in maschera in Tel Aviv dirigiert von Zubin Mehta und am Teatro Regio in Parma, L’elisir d’amore an der Wiener Staatsoper und an der Deutschen Oper Berlin, Die Zauberflöte an der Mailänder Scala, La clemenza di Tito an der Opéra National de Paris, La bohème

und Roméo et Juliette am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, Madama Butterfly am Opernhaus Zürich, Werther am New National Theatre in Tokyo, La damnation de Faust am Bolschoi-Theater in Moskau und im Wiener Konzerthaus, Lucia di Lammermoor, Simon Boccanegra und Madama Butterfly am Teatro San Carlo in Neapel Rigoletto und Don Giovanni an der Arena di Verona, Shepherd in Krol Roger am Royal Opera House Covent Garden und am Opernhaus von Sydney, Verdis Messa da Requiem bei den Salzburger Festspielen, im Wiener Musikverein, mit dem Bayerischen Rundfunk, im Concertgebouw Amsterdam, im Palau de la Musica Barcelona und im Palau de les Arts Valencia.

Der Tenor hat mit vielen der wichtigsten Dirigenten wie etwa Riccardo Muti, Zubin Mehta, Lorin Maazel, Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Mariss Jansons, Nikolaus Harnoncourt, Seiji Ozawa, John Eliot Gardiner, James Conlon, Antonio Pappano, Daniele Gatti, Gianandrea Noseda und Tugan Sokhiev gearbeitet. Unter den Regisseuren, mit denen Saimir Pirgu gearbeitet hat finden sich große Namen wie Franco Zeffirelli, Woody Allen, Peter Stein, Graham Vick, Willy Decker, Deborah Warner, Luca Ronconi, Kasper Holten, David McVicar, Ferzan Ozpetek, Mario Martone, Michael Haneke und Robert Carsen. Im Jahr 2013 wurde ihm die renommierte Auszeichnung »Pavarotti d'Oro« verliehen.

Franz-Josef Selig

Franz-Josef Selig ist international einer der renommiertesten Sänger der Rollen des seriösen Bass-Fachs wie Gurnemanz, König Marke, Sarastro, Rocco, Osmin, Daland, Fiesco und Fasolt und an allen großen Opernhäusern der Welt (u. a. Bayerische Staatsoper, Wiener Staatsoper, Mailänder Scala, Teatro Real Madrid, die Pariser Opernhäuser bis zur Metropolitan Opera New York) sowie bei renommierten Festivals wie den Bayreuther, Baden Badener und Salzburger Festspielen und dem Festival d‘Aix-en-Provence zu Hause.
Dabei waren und sind namhafte Orchester und Dirigenten seine Partner, darunter Sir Colin Davis, Christian Thielemann, Sir Simon Rattle, Marek Janowski, Zubin Mehta, Semyon Bychkov, Riccardo Muti, Yannick Nezét-Séguin, Antonio Pappano, Philippe Jordan, Daniel Harding und viele andere.

Der Künstler schloss zunächst an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln das Studium der Kirchenmusik ab, bevor er in die Hochschulklasse Gesang von Claudio Nicolai wechselte. Anfangs gehörte er sechs Jahre als Ensemblemitglied dem Essener Aalto-Theater an. Seither ist Franz-Josef Selig als freischaffender Sänger tätig.
Für 2020/21 stehen zahlreiche internationale Opernprojekte auf dem Programm: Fidelio-Aufführungen unter Zubin Mehta in München, Pelleas et Melisande in Toulouse unter Leo Hussain, Parsifal in Tokio unter Marek Janowski, Tannhäuser unter David Afkham in Barcelona und eine Neuproduktion von Tristan und Isolde unter Sir Simon Rattle in Aix-en-Provence. Tristan und Isolde unter Esa-Pekka Salonen in Los Angeles sowie eine Wiederaufnahme der Produktion Fidelio von Jürgen Flimm an der MET unter Chefdirigent Yannick Nezet-Seguin fallen leider den Absagen wegen der weltweiten Corona-Pandemie zum Opfer. 

Zusätzlich zu seinen zahlreichen Konzert- und Opernengagements findet der Sänger Zeit für Liederabende, zuletzt mit Gerold Huber in London, Madrid, Kattowitz und Köln. Sein neues Liedprogramm mit Gerold Huber in Brüssel am Théâtre Royal de la Monnaie ist für den November 2021 angesetzt.

Zahlreiche CD- und DVD-Produktionen dokumentieren die künstlerische Bandbreite dieses außergewöhnlichen Sängers - von Bachs Matthäus-Passion über Mozarts Zauberflöte (Royal Opera London/Sir Colin Davis), Don Giovanni (Wiener Staatsoper/Riccardo Muti), Le nozze di Figaro (Salzburger Festspiele/Nikolaus Harnoncourt), Die Entführung aus dem Serail (Gran Teatre del Liceu/Ivor Bolton/Christoph Loy) bis L’incoronazione di Poppea (Gran Teatre del Liceu/David Alden/Harry Bicket).
Die Partie des Gurnemanz in Wagners Parsifal nahm er sowohl unter Christian Thielemann (Wiener Staatsoper, erschienen bei Deutsche Grammophon) als auch mit Marek Janowski und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Pentatone) auf.
Die DVD der Produktion Der Ring des Nibelungen (DG, Produktion der Metropolitan Opera New York, 2010) mit Franz-Josef Selig als Fasolt erhielt 2013 den Grammy Award als beste Opernaufnahme. Aus dem Jahr 2013 ist inzwischen auch eine DVD Der Fliegende Holländer von den Bayreuther Festspielen erschienen (Thielemann/Gloger). Im Juni 2014 erschien seine erste Lied-CD mit Gerold Huber am Klavier. Unter dem Titel Prometheus (AVI) vereinigt sie Lieder von Schubert, Wolf und Strauss. Bei der Deutschen Grammophon gibt es eine Aufnahme von Mozarts Entführung aus dem Serail unter der Leitung von Yannick Nezét-Séguin (Produktion Sommer 2014 am Festspielhaus Baden-Baden) und nachfolgend die Zauberflöte (Produktion Frühjahr 2018 am Festspielhaus Baden-Baden) auf CD.

Chor des Bayerischen Rundfunks

Der Chor des Bayerischen Rundfunks wurde 1946 gegründet und ist der älteste der drei Klangkörper des Senders. Künstlerisch entscheidend geprägt wird er traditionell sowohl durch seinen Chorleiter als auch durch den jeweiligen Chefdirigenten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Zu den Künstlerpersönlichkeiten, die als Chefdirigenten des Symphonieorchesters fest mit der Geschichte des BR-Chores verbunden sind, zählen Eugen Jochum, Rafael Kubelik, Sir Colin Davis, Lorin Maazel

und Mariss Jansons. Künstlerischer Leiter des Chores ist seit 2005 der Niederländer Peter
Dijkstra. Aufgrund der klanglichen Homogenität des Chores und seiner stilistischen Vielseitigkeit, die alle Gebiete des Chorgesangs von der mittelalterlichen Motette bis zu zeitgenössischen Werken, vom Oratorium bis zur Oper umfasst, genießt das Ensemble höchstes Ansehen in aller Welt.