Sonderkonzert mit dem Capell-Compositeur Matthias Pintscher

Matthias Pintscher Dirigent

Anton Webern

  • »Im Sommerwind«. Idyll für großes Orchester

Matthias Pintscher

  • »Neharot« für großes Orchester

Sergej Rachmaninow

  • Symphonische Tänze op. 45

Reflexionen

In seinem Debüt am Pult der Staatskapelle leitet Capell-Compositeur Matthias Pintscher die Deutsche Erstaufführung seines neusten Orchesterwerks. Im Frühjahr 2020 in New York geschrieben, ist »Neharot« – hebräisch für »Flüsse«, aber auch »Tränen« – eine musikalische Reflexion der »Verwüstung und Angst, aber auch der Hoffnung auf Licht, die diese Zeit unseres Lebens so emotional geprägt hat«. Eingerahmt wird es von Anton Weberns früher, ganz den Geist der Spätromantik atmenden Symphonischen Dichtung »Im Sommerwind« und dem letzten Werk Sergej Rachmaninows, den 1940 entstandenen Symphonischen Tänzen, in denen der Komponist eine Bilanz seines Lebens, wenn nicht gar einer zu Ende gehenden Epoche zieht.

Der für den 25. November 2021 angekündigte Kartenvorverkauf verschiebt sich aufgrund der aktuellen Corona-Situation. Der neue Vorverkaufstermin wird rechtzeitig bekanntgegeben.

  • 03.02.2022
    20:00 Uhr
    Semperoper

Matthias Pintscher

Man kann Matthias Pintscher mit einigem Recht einen Wandler zwischen den Welten nennen. 1971 im Ruhrgebiet geboren und früh als einer der führenden Komponisten seiner Generation hervorgetreten, leitet er mit dem Ensemble intercontemporain in Paris seit 2013 einen der wichtigsten Klangkörper für zeitgenössische Musik und unterrichtet zugleich Komposition in München und an der Juilliard School in New York. Als Dirigent ist Pintscher nicht nur einer der führenden Spezialisten für zeitgenössische Musik, sondern auch im Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts zuhause. So dirigierte er zuletzt etwa die Neuproduktion von »Lohengrin« an der Berliner Staatsoper Unter den Linden und die Uraufführung von Olga Neuwirths Oper »Orlando« an der Wiener Staatsoper. Was all diese Interessen zusammenhält, ist eine Liebe zum Klang – seine Komplexität, Farbigkeit, Räumlichkeit steht im Zentrum von Matthias Pintschers Komponieren ebenso wie seines Dirigierens.

Es ist charakteristisch für Pintschers Musik, dass seine Werke ihren Ausgang nicht von einem abstrakten formalen Plan nehmen, sondern im Gegenteil die Form aus der Auseinandersetzung mit konkreten Klangereignissen hervorgeht. Das Ziel ist gerade nicht, »Dinge aufs Papier zu bringen, die besonders originell aussehen«, sondern

musikalische Räume zu gestalten, die sich im Hören entfalten. Matthias Pintscher hat sich auf diese Weise von der Kammermusik über Ensemble- und Orchesterwerke, darunter auch mehrere Konzerte, bis zum Lied und Musiktheater das gesamte Gattungsspektrum erschlossen. Immer wieder lässt sich der Komponist dabei von den Nachbarkünsten, insbesondere der Bildenden Kunst inspirieren. So bezieht sich der Zyklus »Treatise on the Veil« auf das gleichnamige Gemälde des US-Amerikaners Cy Twombly, das Konzert »Chute d’Étoiles« für zwei Trompeten und Orchester, das unter der Leitung von Vladimir Jurowski auch in Dresden zu erleben sein wird, ist dagegen von der Ausstellung »Sternenfall« des deutschen Künstlers Anselm Kiefer inspiriert.

Sein neustes Orchesterwerk »Neharot«, das die Staatskapelle Dresden unter Leitung des Komponisten in einer Deutschen Erstaufführung präsentieren wird, hat dagegen einen noch unmittelbareren Anlass. Im Frühjahr 2020 in New York geschrieben, ist »Neharot« – hebräisch für »Flüsse«, aber auch »Tränen« – eine musikalische Reflexion der »Verwüstung und Angst, aber auch der Hoffnung auf Licht, die diese Zeit unseres Lebens so emotional geprägt hat«.