ABGESAGT: 1. Kammerabend

Myung-Whun Chung Klavier
Jörg Faßmann Violine
Anya Dambeck Viola
Matthias Wilde Violoncello
Andreas Wylezol Kontrabass
Chiaveri-Quartett
Anett Baumann Violine
Ami Yumoto Violine
Juliane Preiß Viola
Titus Maack Violoncello

Ludwig van Beethoven

  • Streichquartett e-Moll op. 59 Nr. 2

Franz Schubert

  • Klavierquintett A-Dur D 667 »Forellenquintett«
  • 20.09.2020
    20:00 Uhr
    Semperoper

Myung-Whun Chung

Die Ernennung eines Ersten Gastdirigenten ab der Spielzeit 2012/2013 war ein Novum in der langen Kapell-Historie – und dokumentiert die enge Beziehung zwischen Myung-Whun Chung und der Sächsischen Staatskapelle. Der südkoreanische Maestro stand seit November 2001 vielfach in den Symphoniekonzerten in der Semperoper am Kapell-Pult, er dirigierte im Orchestergraben eine Premierenserie von Verdis »Don Carlo« und ging mit der Kapelle auf Tourneen durch Europa, in die USA und nach Asien.

Überdies musizierte er immer wieder gemeinsam mit Mitgliedern der Staatskapelle auf dem Kammermusikpodium, so auch 2013 bei den Osterfestspielen Salzburg, bei denen er in der Doppelrolle als Dirigent und Pianist zu erleben war. Im Zuge seines hiesigen Mahler-Zyklus dirigierte Chung bislang die erste, zweite, vierte, sechste und neunte Symphonie. In der Spielzeit 2016/2017 folgt die fünfte.

In Seoul geboren, begann Myung-Whun Chung seine Laufbahn als Pianist – und gewann im Jahr 1974 den zweiten Preis beim renommierten Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. Seine dirigentische Karriere startete er als Assistent von Carlo Maria Giulini in Los Angeles. Positionen als Chefdirigent bekleidete er beim Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, an der Opéra Bastille in Paris und bei der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom, 15 Jahre stand er als Musikdirektor dem Orchestre Philharmonique de Radio France vor.

Daneben ist und war er in verschiedenen Ämtern in seiner asiatischen Heimat präsent, u. a. als Künstlerischer Direktor sowohl des Seoul Philharmonic Orchestra als auch des Asia Philharmonic Orchestra, das asiatische Musiker aus den großen Orchestern der Welt für Konzertprojekte zusammenführt. Myung-Whun Chung trat mit allen bedeutenden Klangkörpern auf, viele seiner bei der Deutschen Grammophon erschienenen CDs sind preisgekrönt.

Über seine künstlerischen Aktivitäten hinaus widmet sich Myung- Whun Chung mit großem Engagement humanitären und ökologischen Fragen. Er war Botschafter des Drogenkontrollprogramms der Vereinten Nationen (UNDCP) und wurde 1995 von der UNESCO als »Man of the Year« gewürdigt. 1996 erhielt er den Kumkuan, den höchsten koreanischen Kulturpreis. Er wurde zum ersten Kulturbotschafter seines Landes berufen, die UNICEF ernannte ihn 2008 als ersten Dirigenten zum »Goodwill Ambassador«.

Jörg Faßmann

Stellv. 1. Konzertmeister

Jörg Faßmann, 1966 in Dessau geboren, erhielt im Alter von fünf Jahren seinen ersten Violinunterricht. Mit neun Jahren debütierte er als Solist mit Orchester. Sein Violinstudium absolvierte er von 1983 bis 1989 an den Hochschulen für Musik in Leipzig in der Meisterklasse von Gustav Schmahl und Klaus Hertel sowie in Dresden bei Reinhard Ulbricht. Außerdem zeichnete er sich als Preisträger internationaler Violinwettbewerbe aus.

Seit 1987 ist Jörg Faßmann Mitglied der Sächsischen Staatskapelle Dresden, 1989 wurde er hier stellvertretender 1. Konzertmeister. Neben seiner Orchestertätigkeit ist er seit 1995 Mitglied des Dresdner StreichTrio, mit dem er umfangreiche Konzerttätigkeit in Europa und Übersee sowie zahlreiche CD-Produktionen bestritten hat.
 

Außerdem arbeitet er seit vielen Jahren mit dem Pianisten Gunther Anger zusammen und konzertiert bei zahlreichen Kammermusikfesten sowie regelmäßig in der Semperoper Dresden. Als Solist war er bei verschiedenen deutschen Orchestern zu Gast und trat mit diesen u.a. in Italien und Asien auf.

Darüber hinaus ist Jörg Faßmann seit 1991 an der Hochschule für Musik in Dresden tätig. Im Jahr 2009 übernahm er zudem eine Masterclass am Conservartorio Real Superior in Granada. Im gleichen Jahr wurde er zu Konzerten und Workshops an der Universität Wisconsin eingeladen.
 

Anya Dambeck

Stellv. Solobratscherin

Die kanadische Bratscherin Anya Dambeck ist seit der Spielezeit 2010/2011 stellvertretende Solobratscherin der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Ihren ersten Musikunterricht erhielt sie im Alter von fünf Jahren auf der Geige. Erste Auszeichnungen erhielt sie beim Kiwanis Music Festival in Ottawa, Kanada. Im Jahr 2004 gewann sie National Arts Centre Orchestra Bursary Competition.

Nach ihrer Ausbildung in Kanada setzte sie ihr Studium bei Wolfram Christ auf der Bratsche und bei Rainer Kußmaul auf der Geige an der Hochschule für Musik Freiburg im Breisgau fort.

Noch während ihres Studiums in Deutschland musizierte sie mehrfach im Orchester des Schleswig-Holstein Musik Festival als Solobratschistin sowie als Stimmführerin der zweiten Geigen. Darüber hinaus war sie Praktikantin als Geigerin im SWR Sinfonieorchester Freiburg und Baden-Baden. Sie spielte mehrmals als Gast-Bratschistin im Orchestra Ensemble Kanazawa in Japan und wirkte als Solobratscherin im Budapest Festival Orchestra mit. Ihr Studium an der Hochschule für Musik Freiburg hat sie als Bratschistin und Geigerin jeweils mit Auszeichnung abgeschlossen.

Matthias Wilde

Der gebürtige Leipziger Matthias Wilde erhielt seine entscheidenden musikalischen und cellistischen Impulse bei Michael Sanderling in Frankfurt/Main, wo er sowohl sein Diplom als auch das Konzertexamen in der Solistenklasse ablegte. Neben Wettbewerbserfolgen – u.a. war er 2006 Finalist beim Deutschen Musikwettbewerb - prägte früh das Orchesterspiel seine musikalische Laufbahn. 2007 wurde er als Solocellist am Anhaltischen Theater Dessau engagiert und ist nun seit 2011 Mitglied der Staatskapelle Dresden. Vor allem die Liebe zur Kammermusik ist es, die außerhalb der Orchestertätigkeit seine künstlerische Arbeit bestimmt. 

In verschiedenen kammermusikalischen Formationen, vor allem aber als Cellist des TrioSono sowie des Ensemble International, widmet er sich einer regen Konzerttätigkeit in ganz Deutschland und dem europäischen Ausland. Mit dem TrioSono entstand in Kooperation mit MDR Figaro eine CD-Poduktion mit Klaviertrios von Joseph Haydn, August Klughardt und Friedrich Schneider, die 2016 beim Label Genuin erschienen ist.
Zudem ist Matthias Wilde Gründer der Anhaltischen Kammermusiktage, einem inzwischen renommierten Kammermusikfestival unter dem Patronat von Menahem Pressler, Hans-Dietrich Genscher (†) und Edda Darboven, dessen künstlerischer Leiter Matthias Wilde bis 2015 war.

Andreas Wylezol

Solokontrabassist

Andreas Wylezol wurde 1967 in Berlin geboren. In seiner Kindheit erhielt er Unterricht in den Fächern Gesang, Violine, Kontrabass und Klavier.

Sein Kontrabassstudium absolvierte er von 1984 bis 1990 an der Weimarer Hochschule für Musik Franz Liszt in der Klasse von Horst Dieter Wenkel. Noch während seines Studiums errang er Preise beim Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen sowie beim Giovanni Bottesini-Wettbewerb in Parma.

Erste Erfahrungen im Orchesterspiel sammelte er von 1988 bis 1989 im Gustav Mahler Jugendorchester unter der Leitung von Claudio Abbado. Seit 1989 ist er Solokontrabassist der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Andreas Wylezol zählt zu den Gründungsmitgliedern des Lucerne Festival Orchestra von Claudio Abbado. Seit 2007 spielt er zudem im Bayreuther Festspielorchester.

Andreas Wylezol war Dozent an der Musikhochschule Weimar und der Orchesterakademie des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

2005 wurde zum Professor an die Musikhochschule Detmold berufen. Seit 2011 betreut er zudem die Giuseppe-Sinopoli-Akademie der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Er tritt regelmäßig als Solist auf und musizierte dabei mit Dirigenten wie Giuseppe Sinopoli und Sir Colin Davis. Im Juni 2010 stellte er gemeinsam mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden das ihm gewidmete Kontrabasskonzert »Fury 2« der damaligen Capell-Compositrice Rebecca Saunders in der Semperoper erstmalig der Öffentlichkeit vor.

Interessante Kammermusikprojekte führten Andreas Wylezol unter anderem mit dem Cleveland Quartet, dem Amati Quartett, dem Petersen-Quartett sowie den Pianisten András Schiff und Bruno Canino zusammen.

Aufnahmen mit Andreas Wylezol sind erschienen bei den Labels von Capriccio, Berlin Classics, Farao und Deutsche Schallplatten.