ABGESAGT: »Variation«: 1. Aufführungsabend

Gaetano d'Espinosa Dirigent
Christa Mayer Alt
Reinhard Krauß Violine

Edward Elgar

  • Serenade für Streicher e-Moll op. 20

Jörg Herchet

  • Konzert für Violine, Alt und Orchester

Georges Bizet

  • Symphonie Nr. 2 C-Dur »Roma«

Ein »Dresdner Programm«: Noch 2005 stellte Gaetano d'Espinosa, zu dieser Zeit noch stellvertretender Konzertmeister der 1. Violinen der Staatskapelle, sein eigenes Violinkonzert im Aufführungsabend vor. Auf Anregung von Fabio Luisi widmet sich der gebürtige Sizilianer seither dem Dirigieren – und überzeugte, als er im vergangenen Jahr kurzfristig für Omer Meir Wellber in der Semperoper einsprang. Mit einer Uraufführung des Dresdner Komponisten Jörg Herchet gibt d'Espinosa nun sein Dirigierdebüt im 1. Aufführungsabend der Staatskapelle – als Solisten stehen ihm mit Altistin Christa Mayer und Reinhard Krauß, Konzertmeister der 2. Violinen, zwei weitere Dresdner Künstler zur Seite.

  • 26.11.2020
    20:00 Uhr
    Semperoper

Gaetano d'Espinosa

Der in Palermo geborene Gaetano d’Espinosa absolvierte in seiner Heimat, Italien, eine umfangreiche Ausbildung in Violine (bei Mihai Spinei und Salvatore Accardo), Klavier, Komposition (bei Turi Belfiore) und Philosophie. Seine Karriere als Musiker begann er als Violinist in dem Orchestra da Camera Italiana und dem Mahler Chamber Orchestra, gefolgt von einem Engagement in der SächsischenStaatskapelle Dresden in den Jahren 2001 bis 2008, wo er ab 2003 die Position des Stellvertretenden Konzertmeisters ausführte. Während seiner Dresdner Zeit als Orchestermusiker entwickelte Gaetano d’Espinosa seine Leidenschaft für das Dirigieren und bekam die Möglichkeit, dem Maestro Fabio Luisi, der sein Mentor wurde, in verschiedenen Produktionen zu assistieren. Im Jahr 2008 gab er seine Stelle im Orchester auf, um sich ausschließlich dem Dirigieren zu widmen. Zu seinem wichtigsten Debüt als Dirigent gehört die Wiederaufnahme von Verdis »La traviata« an der Sächsischen Staatsoper Dresden im Jahr 2010. Im Jahr 2012 wurde Gaetano d’Espinosa zum Ersten Gastdirigenten des Orchestra Sinfonica di Milano »Giuseppe Verdi« ernannt, eine Position, die er bis heute innehat. Am Teatro Carlo Felice in Genua leitete er im Jahre 2011 Aufführungen von Leoncavallos »Pagliacci« und 2013 Verdis »La traviata«. An der Oper Graz dirigierte er 2011 Verdis »Otello«, gefolgt von Donizettis »Maria Stuarda« im Jahr 2012. Ebenfalls im Jahr 2012 übernahm er kurzfristig eine von Presse und Publikum gefeierte Produktion von Puccinis »Il Trittico« an der Opera de Lyon. Mit dem Teatro La Fenice in Venedig verbindet ihn seit 2011 eine Zusammenarbeit sowohl im Symphonischen-, als auch im Opernbereich, mit Aufführungen von Verdis »La traviata« und einer Neuinszenierung von Bellinis »Norma«.

Seit seinem Debüt im Jahr 2012, ist Gaetano d’Espinosa jährlich zum Orchestra della RAI di Torino für Konzerte und Rundfunkaufnahmen zurückgekehrt. Das Orchestra dell' Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom lud ihn im Jahr 2012 und wiederholt im Jahr 2014 für Symphoniekonzerte ein. Er tritt regelmäßig mit renommierten japanischen Orchestern auf, zu denen NHK Orchestra in Tokio, Japan Century Orchestra in Osaka, Tokyo Metropolitan Orchestra, Osaka Philharmonic, Gunma Symphony Orchestra, Hyogo PAC Orchestra und PMF Festival Orchestra in Sapporo gehören. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet ihn u.a. mit dem Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, dem Orchestre de Chambre de Lausanne, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Orchestre de l'Ile de France, den Bamberger Symphonikern, dem Orchestre National de Belgique, den Prager Philharmoniker und dem Kremerata Baltica. Gaetano d’Espinosa widmet sich als Dirigent auch Werken zeitgenössischer Komponisten. Als Komponist und Solist gleichzeitig, führte er im Jahr 2005 mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Christian Arming sein eigenes »Konzert für Violine« auf. Sein Werk »Andante für Dimitrij« wurde seit der Uraufführung 2014 mehrfach von verschiedenen Orchestern aufgeführt.

Christa Mayer

Christa Mayer wurde in Sulzbach-Rosenberg geboren und studierte Gesang an der Bayerischen Singakademie sowie an der Musikhochschule München. Seit 2001 ist die ARD-Preisträgerin Ensemblemitglied der Semperoper Dresden. Hier singt sie Partien wie Ottavia (»L’incoronazione di Poppea«), Orlando (»Orlando«), Cornelia (»Giulio Cesare«), Fenena (»Nabucco«), Mrs. Quickly (»Falstaff«), Suzuki (»Madama Butterfly«), Erda, Fricka und Waltraute (»Der Ring des Nibelungen«), Brangäne (»Tristan und Isolde«), Gaea (»Daphne«), Gräfin Geschwitz (»Lulu«) und Auntie (»Peter Grimes«). 2005 wurde Christa Mayer der Christel-Goltz-Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper verliehen.

Gastspiele führten Christa Mayer an die Opernhäuser in Berlin, Hamburg, München, Venedig, Florenz, Barcelona, Bilbao und Sevilla, zum Rheingau Musikfestival und zum Schleswig-Holstein Musikfestival sowie zum Lucerne Festival. 2007 sang Christa Mayer im La Fura dels Baus-»Ring« in Valencia unter der Leitung von Zubin Mehta. 2008 debütierte sie unter der Leitung von Christian Thielemann als Erda und Waltraute bei den Bayreuther Festspielen und ist seitdem regelmäßiger Gast in Bayreuth. Im Festspielsommer 2018 sang sie dort Brangäne in »Tristan und Isolde« sowie Mary in »Der fliegende Holländer«.

Auf dem Konzertpodium arbeitete sie zusammen mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Herbert Blomstedt, Zubin Mehta, Riccardo Chailly, Fabio Luisi, Ingo Metzmacher, Marek Janowski, Jonathan Nott, Sir Charles Mackerras, Sir Colin Davis und Simone Young. 2015 gab Christa Mayer ihr Debüt am New National Theatre in Tokio als Erda in »Das Rheingold« und war auf der Ostertournee des Gustav Mahler Jungendorchesters in der zweiten Symphonie von Gustav Mahler, der »Auferstehungssinfonie«, unter der Leitung von Jonathan Nott in Lissabon, Madrid, Aix-en-Provence und Wien zu erleben. 2018 gab Christa Mayer ihr Debüt in den USA mit dem Dallas Symphony Orchestra unter Jaap van Zweden.

2017 sang sie die Fricka in »Die Walküre« bei den Salzburger Osterfestspielen. In der darauffolgenden Saison war sie an der Semperoper neben weiteren Rollen auch als Didon in der Neuproduktion »Les Troyens« sowie als Brigitta in »Die tote Stadt« und in der zyklischen Aufführung von Wagners »Ring« unter Leitung von Christian Thielemann als Fricka, Erda und Waltraute zu erleben.

Reinhard Krauß

Konzertmeister

Reinhard Krauß wurde 1956 in Dresden geboren. Noch vor seinem 5. Lebensjahr begann er als Schüler der Kinderklasse der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden mit dem Geigenunterricht bei Annemarie Dietze, die ihn bis zu seinem erfolgreichen Absolventenkonzert als Student der Musikhochschule in Dresden betreute. Er war Schüler der Spezialschule für Musik Dresden, dem heutigen Landesgymnasium Carl Maria von Weber.

Als Primarius leitete er über zwei Jahrzehnte hinweg das Krauß-Quartett Dresden. 

Mit seinem Streichquartett trat er nicht nur regelmäßig in Kammerabenden und Aufführungsabenden der Staatskapelle Dresden oder in den »Galeriekonzerten« sowie der Konzertreihe »Meisterwerke-Meisterinterpreten« auf, sondern war auch national und international – darunter u. a. in Paris, Stockholm, St. Petersburg, Singapur – gefragt. Bei den zahlreichen Schallplatten-, CD-, Hörfunk- und Fernsehproduktionen kam es auch zur erfolgreichen Zusammenarbeit mit Gästen, darunter Theo Adam, Jutta Zoff, Hans-Detlef Löchner, Olaf Bär und Norman Shetler. Von 2010 bis 2012 wirkte Reinhard Krauß gemeinsam mit Kollegen der Berliner und Wiener Philharmoniker als Gastprofessor des Pacific Music Festival in Sapporo / Japan.

1978 wurde Reinhard Krauß unter dem seinerzeitigen Chefdirigenten Herbert Blomstedt in die Staatskapelle engagiert. Konzertmeister der 2. Violinen ist er seit 1995. Der Titel »Kammervirtuos« wurde ihm im Jahre 1998 verliehen.