1. Aufführungsabend

Dmitri Jurowski Dirigent
Robert Oberaigner Klarinette
Fritz Busch Quartett
Federico Kasik Violine
Tibor Gyenge Violine
Michael Horwath Viola
Titus Maack Violoncello

Antonio Vivaldi

  • Sinfonia für Streicher h-Moll RV 169 »Al Santo Sepolcro«

Karl Amadeus Hartmann

  • Kammerkonzert für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester

Francis Poulenc

  • Sinfonietta FP 141

Tänzerische Lebensfreude

Zum Entstehungsprozess seines Kammerkonzerts für Klarinette, Streichquartett und Streichorchester vermerkte Karl Amadeus Hartmann auf der autographen Reinschrift: »Das Gelegenheitswerk habe ich 1935 geschrieben für ein Kammerorchesterkonzert, das nie stattfand. Den 2. und 3. Satz habe ich 1930 begonnen.« Weiter findet sich dort die Widmung: »Das Konzert ist im Geist und in Verehrung für Zoltán Kodály geschrieben« – ein Zeugnis für den großen Einfluss des älteren Komponisten auf Hartmann. Folgerichtig finden sich in diesem Werk kadenzartige »Fantasien« neben temperamentvollen Tänzen, ungarisches Kolorit neben Spielweisen jüdischer Volksmusik.

Konzertdauer: ca. 85 Minuten, einschließlich 20 Minuten Pause

  • 04.10.2021
    20:00 Uhr
    Semperoper
    Ausverkauft

Dmitri Jurowski

Dmitri Jurowski, jüngster Vertreter einer berühmten russischen Musikerdynastie, war Generalmusikdirektor der Flämischen Oper Antwerpen/Gent (2011-2016) und ist seit 2011 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Moskauer Sinfonieorchesters »Russian Philharmonic«.  Außerdem ist er seit 2015 Musikdirektor an der Staatsoper Nowosibirsk.

Jurowski dirigierte inzwischen über hundert verschiedene Opernproduktionen, unter anderem an der Bayerischen Staatsoper München, der Deutschen Oper Berlin, der Semperoper Dresden, der Pariser Opéra Bastille, der Lyric Opera Chicago, am Teatro La Fenice in Venedig, der Opéra de Monaco, am Grand Théâtre Genf, Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia, der Israeli Opera Tel Aviv und am Moskauer Bolschoi Theater. Die Bühnenwerke von Wagner, Strauss, Zemlinsky, Tschaikowski, Mussorgsky, Schostakowitsch und Prokofiev bildeten dabei den Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit. 2010 leitete er auf einer Europa-Tournee des Bolschoi Theaters die preisgekrönte Inszenierung von Eugen Onegin von Dmitri Tscherniakov. Dabei gastierte er u.a. im Teatro Real Madrid, im Royal Opera House Covent Garden in London und beim Lucerne Festival.

Im symphonischen Bereich arbeitet Dmitri Jurowski mit führenden internationalen Orchestern wie dem BBC Philharmonic Orchestra in Manchester, dem Swedish Radio Symphony Orchestra Stockholm, den Hamburger Symphonikern, den Dresdner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem Bruckner Orchester Linz, Tonkünstler-Orchester in Wien, dem Residentie Orkest Den Haag, Orchestra Filarmonica Arturo Toscanini in Parma, den St. Petersburger Philharmonikern, dem Beethoven Orchester Bonn, dem Orchestre Symphonique et Lyrice de Nancy und dem Hong Kong Philharmonic und Shanghai Philharmonic Orchestra. Zu den herausragenden Solisten, mit denen er symphonische Programme gestaltete, zählen Lang Lang, Jean-Yves Thibaudet, Rudolf Buchbinder, Denis Matsuev, François-Frédéric Guy, Vadim Repin, Maxim Vengerov, Janine Jansen, Ray Chen, Sol Gabetta, Jean-Guihen Queyras, Andreas Brantelid und Johannes Moser.

Dmitri Jurowski wurde 1979 in Moskau geboren. Nach Abschluss des Violoncello-Studiums inRostock beendete er mit Erfolg auch das Dirigierstudium an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Lehrjahre als Operndirigent insbesondere im italienischen und russischen Fach schlossen sich in Italien an. Seit 2005 arbeitet er als Dirigent sowohl im Opern- als auch im symphonischen Repertoire. Neben der deutschen, russischen und slawischen Klassik, Romantik und frühen Moderne liegt ihm die breitere Vermittlung der Werke von Komponisten wie Korngold, Zemlinsky und Schreker besonders am Herzen.

Robert Oberaigner

Soloklarinettist

Der Klarinettist Robert Oberaigner wurde in Hall in Tirol, Österreich geboren und studierte am Tiroler und an der Wiener Musikhochschule. Sein Studium schloss er bei Sabine Meyer an der Musikhochschule Lübeck ab.

Neben mehrfachen 1. Preisen bei Nachwuchswettbewerben ist er Preisträger der »Musica Juventutis«-Stiftung der Wiener Konzerthausgesellschaft und debütierte schon mit 19 Jahren als Solist im Wiener Konzerthaus. Bereits mit 17 Jahren wirkte er als Substitut bei Konzerten der Wiener Philharmoniker und dem Wiener Staatsopernorchester mit.

Solistische und kammermusikalische Auftritte führten ihn u.a. in den Wiener Musikverein, den Concertgebouw Amsterdam, das Mozarteum Salzburg und die Kölner Philharmonie mit Musikern wie Leonidas Kavakos, Nils Mönkemeyer, Christian Gerhaher u.a. Außerdem trat er bei Festivals wie den BBC Proms, dem Lucerne Festival, den Salzburger Festspielen oder bei »Mostly Mozart« New York auf.

Robert Oberaigner widmet sich intensiv dem Spiel historischer Klarinetten-Instrumente, die er in Ensembles wie »Les Musicien du Louvre«, der »Capella Coloniensis« oder dem Dresdner Festspielorchester selbst spielt und in Meisterkursen weltweit unterrichtet.

Er ist gefragter Gast bei Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Bayerischen Staatsorchester München oder beim »Super World Orchestra« in Japan und wirkt seit vielen Jahren bei Konzerten der Camerata Salzburg mit.

Seit Februar 2014 ist er Solo-Klarinettist der Staatskapelle Dresden.

2016 erschien seine Debüt-CD mit Werken für Klarinette und Klavier des Komponisten Max Reger. Ein anderes Projekt von Robert Oberaigner, welches 2018 auf CD erschienen ist, sind die Sonaten für Klarinette und Klavier von Johannes Brahms.

Fritz Busch Quartett