Osterfestspiele Salzburg: Chorkonzert

Philippe Herreweghe Dirigent
Dorothee Mields Sopran
Eva Zaïcik Mezzosopran
Reinoud Van Mechelen Tenor
Krešimir Stražanac Bass
Collegium Vocale Gent

Johann Sebastian Bach

  • Missa h-Moll BWV 232
  • 30.03.2021
    19:00 Uhr
    Salzburg, Großes Festspielhaus
  • 02.04.2021
    19:00 Uhr
    Salzburg, Großes Festspielhaus

Philippe Herreweghe

Philippe Herreweghe zählt zu den bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit und gehört zu den wichtigsten Protagonisten der historischen Aufführungspraxis. In Gent geboren, studierte er am Konservatorium in seiner Heimatstadt Klavier, Cembalo und Orgel. Schon früh fand sein Wirken bei Musikern wie Nikolaus Harnoncourt und Gustav Leonhardt Beachtung. 1970 gründete er das Collegium Vocale Gent, das er seither leitet. Gemeinsam mit dem Ensemble legte er wegweisende Einspielungen des Vokalwerks von Johann Sebastian Bach vor. Dem Chor wurde 1989 ein auf Originalinstrumenten spielender Klangkörper zur Seite gestellt. 1977 gründete Herreweghe in Paris das Ensemble La Chapelle Royale, mit dem er Musik des französischen Goldenen Zeitalters aufführte. Von 1982 bis 2002 war er Künstlerischer Leiter der Académies Musicales de Saintes. Zu dieser Zeit gründete er verschiedene Ensembles, mit denen er eine adäquate sowie gründliche Lesart eines Repertoires von der Renaissance bis zu zeitgenössischer Musik erarbeitete. So war das Ensemble Vocal Européen auf Renaissancepolyphonie spezialisiert und das 1991 gegründete Orchestre des Champs-Élysées zur Interpretation des romantischen und

vorromantischen Repertoires auf Originalinstrumenten. Seit 1997 engagiert er sich als Hauptdirigent der Königlichen Philharmonie von Flandern. Philippe Herreweghe wurde 2008 ständiger Gastdirigent der Radio Kamer Filharmonie in den Niederlanden. Außerdem ist er ein gefragter Gastdirigent bei Orchestern wie dem Concertgebouworkest Amsterdam, dem Gewandhausorchester Leipzig oder dem Mahler Chamber Orchestra. Auf Einladung der angesehenen Accademia Chigiana in Siena arbeitet er seit 2009 zusammen mit dem Collegium Vocale Gent am Aufbau eines großen symphonischen Chors. Dieses Projekt wird seit 2011 vom Europäischen Kulturprogramm unterstützt. Wegen seiner konsequenten künstlerischen Vision und seines Engagements erfuhr er verschiedentliche Ehrungen, so wurde er u. a. zum »Kulturbotschafter Flanderns« (gemeinsam mit Collegium Vocale Gent) ernannt und empfing 2003 den Titel »Chevalier de la Légion d’Honneur« in Frankreich. 2010 verlieh ihm die Stadt Leipzig die Bach-Medaille für seine Verdienste als Bach-Interpret. 2017 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Gent.

Dorothee Mields

Dorothee Mields ist eine der führenden Interpretinnen für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts und wird von Publikum und Presse besonders für ihr einzigartiges Timbre und ihre berührenden Interpretationen geliebt.Ihre makellose Technik und die schwerelose Klarheit ihrer Stimme prädestinieren sie ebenso für die Werke zeitgenössischer Komponisten wie Beat Furrer, Gérard Grisey, Hans Werner Henze und Pierre Boulez.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Dorothee Mields mit dem Collegium Vocale Gent, der Nederlandse Bachvereiniging, L’Orfeo Barockorchester, dem Freiburger Barockorchester, RIAS Kammerchor, Bach Collegium Japan, Orchestra of the 18th Century, der Lautten Compagney, Tafelmusik Baroque Orchestra Toronto und dem Klangforum Wien sowie mit Dirigenten wie Stefan Asbury, Beat Furrer, Paul Goodwin, Philippe Herreweghe, Gustav Leonhardt, Emilio Pomàrico, Hans-Christoph Rademann, Andreas Spering, Masaaki Suzuki und Jos van Veldhoven.
 

Sie ist gern gesehener Gast internationaler Festspiele wie Bachfest Leipzig, Wartburgkonzerte Eisenach, Suntory Music Foundation Festival in Japan, Boston Early Music Festival, Festival van Vlaanderen, Wiener Festwochen, Händel-Festspiele Halle, Musikfestspiele Potsdam, Styriarte Graz, Les Académies Musicales de Saintes, Niedersächsische Musiktage und Musikfest Bremen.

Seit Herbst 2016 unterrichtet Dorothee Mields Gesang am Koninklijk Conservatorium Den Haag.
 

Krešimir Stražanac

Krešimir Stražanac studierte Gesang bei Dunja Vejzovic und Liedgestaltung Cornelis Witthoefft  an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart sowie privat bei Hanns-Friedrich Kunz und Prof. Jane Thorner Mengedoht. Nach dem Studium wurde er zum festen Ensemblemitglied des Opernhauses Zürich, wo er unter anderem als Baron Tusenbach (»Drei Schwestern«), Ping (»Turandot«), Harlekin (»Ariadne auf Naxos«) and Don Fernando (»Fidelio«) unter der Leitung von Peter Schneider, Franz Welser-Möst, Bernard Haitink, Placido Domingo zu sehen war. 2017 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper in der Neuproduktion von Giordanos »Andrea Chénier« mit der Partie des Pietro Fléville.

Krešimir Stražanac ist Gewinner des internationalen Cantilena-Wettbewerbs in Bayreuth (Oper/Operette), des internationalen La Voce-Wettbewerbs des Bayerischen Rundfunks (Kunstlied) sowie des 1. Internationalen Hugo-Wolf-Wettbewerbs im Geburtshaus Hugo Wolfs. 

In der Saison 2016/2017 debütierte er mit dem Collegium Vocale Gent und Orchestre du Champs-Elysées unter der Leitung von Philippe Herreweghe, dem hr Sinfonieorchester Frankfurt, dem Gürzenich Orchester Köln und mit dem Münchner Rundfunkorchester. Auch mit dem WDR Sinfonieorchester Köln, den Bamberger Symphonikern und dem Tokyo Symphony Orchestera ist er bereits aufgetreten.

Besonders gerne widmet sich Krešimir Stražanac dem Kunstliedrepertoire. So bestritt er zahlreiche Liederabende in verschiedenen Ländern Europas sowie in Japan. 

Collegium Vocale Gent

Es war im Jahr 1970, als eine Gruppe befreundeter Studenten auf Initiative von Philippe Herreweghe beschloss, das Collegium Vocale Gent zu gründen. Das Ensemble wendete als eines der ersten die neuen Erkenntnisse in der Aufführungspraxis der Barockmusik auf Vokalmusik an. Dieser authentische, textgerichtete Ansatz achtete auf einen durchsichtigen Klang, mit dem sich das Ensemble schon nach wenigen Jahren internationalen Ruf erarbeitete und allen wichtigen Podien und Musikfestivals in Europa, Israel, den Vereinigten Staaten, Russland, Südamerika, Japan, Hongkong und Australien eingeladen wurde.

Das Collegium Vocale Gent wuchs auf organische Weise zu einem äußerst flexiblen Ensemble mit einem breiten Repertoire aus verschiedenen Stilepochen. Der größte Trumpf besteht darin, dass für jedes Projekt eine bestmögliche Besetzung zusammen gebracht wird. Musik der Renaissance wird durch ein Ensemble von sechs bis zwölf Sängern ausgeführt. Die deutsche Barockmusik und insbesondere die Vokalwerke von Johann Sebastian Bach waren und bleiben ein Herzstück. 

Heutzutage führt das Collegium Vocale Gent diese Musik vorzugsweise mit einem kleinen Ensemble auf, wobei die Sänger sowohl Chor, als auch solistische Partien ausführen. Immer mehr beschäftigt sich das Collegium Vocale Gent auch mit dem romantischen, modernen und zeitgenössischen Chorrepertoire.

Zur Verwirklichung dieser Projekte arbeitet das Collegium Vocale Gent mit verschiedenen historisch informierten Ensembles zusammen, wie etwa das Orchestre des Champs Élysées, das Freiburger Barockorchester oder die Akademie für Alte Musik Berlin. Aber auch mit international renommierten Symphonieorchestern hat das Ensemble inzwischen zusammengearbeitet. Geleitet wurde es dabei von Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt, Sigiswald Kuijken, René Jacobs, Paul Van Nevel, Iván Fischer, Marcus Creed, Kaspar Putnins, Yannick Nézet-Séguin und vielen anderen.