Gustav Mahler Jugendorchester

Ingo Metzmacher Dirigent
Angela Denoke Sopran
Gustav Mahler Jugendorchester

György Ligeti

  • »Lontano« für großes Orchester

Arnold Schönberg

  • »Erwartung« Monodram in einem Akt für Sopran und Orchester op. 17

Franz Schubert

  • Symphonie C-Dur D 944 »Große«

Menschenstimmen

Hoffnung, Eifersucht, Einsamkeit und Ver­zweiflung – mit seinem expressionistischen Drama »Erwartung« malt Arnold Schönberg ein musikalisches Abbild menschlicher See­lenzustände. Sein Ziel sei es »das, was sich in einer Sekunde seelischer höchster Erregung abspielt, sozusagen mit der Zeitlupe auf eine halbe Stunde ausgedehnt darzustellen«. »Le­ben in allen Fasern, Kolorit bis in die feinste Abstufung, Bedeutung überall« bescheinigte auch Robert Schumann Franz Schuberts zu­letzt vollendeter C-Dur-Symphonie. Posthum uraufgeführt machte die »himmlische Länge« des Werks den »Liederfürsten« zum Wegbe­reiter der Symphonik nach Beethoven.

  • 28.08.2020
    20:00 Uhr
    Kulturpalast Dresden

Ingo Metzmacher

Die Arbeit des Dirigenten Ingo Metzmacher zeichnet sich durch den konsequenten Einsatz für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts sowie eine innovative Programmgestaltung aus. Zu seinen Projekten in der Spielzeit 2018/19 gehörten die Uraufführung von Johannes Maria Stauds »Die Weiden« in Wien, die Neuproduktion von Schostakowitschs »Lady Macbeth« von Mzensk in Paris und die französische Erstaufführung von Rihms »Jakob Lenz« beim Festival d’Aix-en-Provence. Er dirigierte Konzerte beim Cleveland Orchestra, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem NDR Elbphilharmonie Orchester, dem Ensemble Modern und leitete die Festkonzerte des Bundesjugendorchesters zu dessen 50-jährigem Bestehen. Im Mai 2020 werden die KunstFestSpiele Herrenhausen zum fünften Mal unter seiner künstlerischen Leitung stattfinden.

Ingo Metzmacher ist regelmäßig an den großen internationalen Opernhäusern zu Gast, darunter die Staatsopern in Berlin und Wien, das Royal Opera House, Covent Garden, die Mailänder Scala, das Teatro Real in Madrid, die Pariser Opéra sowie das Opernhaus Zürich. Ein weiterer Schwerpunkt der letzten Jahre waren Neuproduktionen von Musiktheaterwerken Luigi Nonos, Bernd Alois Zimmermanns, Harrison Birtwistles und Wolfgang Rihms bei den Salzburger Festspielen sowie Wagners »Der Ring des Nibelungen« am Grand Théâtre de Genève. Zudem gab er zahlreiche Konzerte mit den renommiertesten Orchestern, darunter die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das Concertgebouw-Orchester, das Chicago Symphony Orchestra, die Tschechische Philharmonie, das Russische Nationalorchester, die Sankt Petersburger Philharmoniker, das Orchestre de Paris und das BBC Symphony Orchestra.

Er war Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper von 1997 bis 2005, die er mit international viel beachteten Aufführungen, von denen viele in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Konwitschny entstanden, nachhaltig prägte. Anschließend war er Chefdirigent der Niederländischen Nationaloper in Amsterdam und von 2007 bis 2010 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin.

Metzmachers umfangreiche Diskografie umfasst u.a. Veröffentlichungen seiner Hamburger Silvesterkonzerte von 1999 bis 2004 unter dem Titel »Who Is Afraid of 20th Century Music?«, die Gesamteinspielung der Symphonien von Karl Amadeus Hartmann mit den Bamberger Symphonikern, die Uraufführung von Hans Werner Henzes 9. Symphonie mit den Berliner Philharmonikern und Olivier Messiaens »Éclairs sur l’Au-delà…« mit den Wiener Philharmonikern.

Er ist zudem Autor der Bücher »Keine Angst vor neuen Tönen« und »Vorhang auf! Oper entdecken und erleben«.

Angela Denoke

Für die großen Frauenrollen von Strauss und Wagner ist Angela Denoke eine weltweit gefragte Sängerin. Doch schon seit Kindheitstagen hat sie ein großes Faible für die Operette. Geboren in Stade studierte Angela Denoke im nahen Hamburg an der Hochschule für Musik und Theater. Sie begann ihre Karriere als Ensemblemitglied in Ulm und Stuttgart. 1997 war sie als Marie in Alban Bergs Oper »Wozzeck« erstmals bei den Salzburger Festspielen zu Gast und debütierte an der Wiener Staatsoper im »Rosenkavalier« von Richard Strauss als Marschallin. Mit dieser Partie trat sie 2000 auch in der Dresdner Semperoper sowie 2005 in der Metropolitan Opera in New York auf. Neben der Marschallin gehört Emilia Marty aus »Die Sache Makropulos« von Leoš Janáček zu ihren Paraderollen. 2009 debütierte Angela Denoke damit an der Mailänder Scala, ein Auftritt, der dort ebenso umjubelt wurde, wie in diesem Jahr in Salzburg. 1999 wurde sie von der Zeitschrift »Opernwelt« zur Sängerin des Jahres gewählt, 2007 gewann sie den Deutschen Theaterpreis »Der Faust« für ihre Interpretation der »Salome« von Richard Strauss. 2009 wurde sie zur Österreichischen Kammersängerin ernannt.

Angela Denoke hat zahlreiche CDs aufgenommen, darunter Richard Wagners »Die Walküre« und »Fidelio« von Ludwig van Beethoven. Angela Denoke widmet sich aber nicht nur klassischem Repertoire. Mit ihrem Jazz- und Liedprogramm »Von Babelsberg bis Beverly Hills«, in dem sie die Ära von Marlene Dietrich und Zarah Leander feiert, machte sie unter anderem an den Opernhäusern von München, Berlin, Barcelona, Paris und Mailand Station. Ihr Kurt-Weill-Abend »Two Lives to Live« hatte bei den Salzburger Festspielen 2011 Premiere. 

Gustav Mahler Jugendorchester

Das Gustav Mahler Jugendorchester (GMJO) wurde 1986/87 auf Initiative Claudio Abbados in Wien gegründet. Es gilt heute als das weltweit führende Jugendorchester und wurde 2007 mit einem Preis der Europäischen Kultur-Stiftung gewürdigt.

Neben der Förderung des musikalischen Nachwuchses und der Arbeit mit jungen Musikern war Abbado ein wichtiges Anliegen, das gemeinsame Musizieren junger österreichischer Musiker mit Kollegen aus der damaligen ČSSR und Ungarn zu fördern. So gelang es dem GMJO als erstem internationalen Jugendorchester, freie Probespiele in den Ländern des ehemaligen Ostblocks abzuhalten. 1992 wurde das GMJO für Musiker bis zum 26. Lebensjahr aus ganz Europa zugänglich. Es steht als das gesamteuropäische Jugendorchester unter dem Patronat des Europarates.

 Bei den jährlich stattfindenden Probespielen in über 25 europäischen Städten trifft eine Jury eine Auswahl unter den jährlich über 2000 Bewerbern. Prominente Orchestermusiker sind Mitglieder der Jury und betreuen auch während der Probephasen des Orchesters die Erarbeitung der Programme.

 Das Tourneerepertoire des GMJO erstreckt sich von der Klassik bis hin zu zeitgenössischer Musik mit einem Schwerpunkt auf den großen Werken der Romantik und Spätromantik. Sein hohes künstlerisches Niveau und der internationale Erfolg animierten zahlreiche bedeutende Musiker, mit

dem GMJO zu arbeiten. So haben in der Vergangenheit Dirigenten wie C Claudio Abbado, Herbert Blomstedt, Pierre Boulez, Myung-Whun Chung, Sir Colin Davis, Christoph Eschenbach, Peter Eötvös, Daniele Gatti, Bernard Haitink, Paavo Järvi, Mariss Jansons oder Kent Nagano das GMJO geleitet. Seit Jahren ist das GMJO ständiger Gast bei renommierten Konzertveranstaltern und Festivals auf der ganzen Welt, wie etwa der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, dem Concertgebouw Amsterdam, der Suntory Hall Tokyo, dem Mozarteum Argentino Buenos Aires, den Salzburger Festspielen und den Osterfestspielen Salzburg, dem Edinburgh International Festival, den BBC Proms, der Semperoper Dresden und dem Lucerne Festival.

Zahlreiche ehemalige Mitglieder des GMJO sind heute in den großen europäischen Orchestern, zum Teil in führenden Positionen, engagiert. Im Jahr 2012 wurde daher eine intensive Partnerschaft mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden vereinbart, die künftig Konzerte und Projekte unter Beteiligung von Mitgliedern beider Orchester vorsieht.

 Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums wurde das Gustav Mahler Jugendorchester zum Botschafter UNICEF Österreich ernannt. Erste Bank und Vienna Insurance Group – Hauptsponsoren des Gustav Mahler Jugendorchester.