Sonderkonzert am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch

Vladimir Jurowski Dirigent
Leonidas Kavakos Violine

Dmitri Schostakowitsch

  • Violinkonzert Nr. 1 a-Moll op. 77

Igor Strawinsky

  • »L'Oiseau de feu« (Der Feuervogel), vollständige Ballettmusik

Orchestrale Brillanz

Mit der Musik zum Ballett »Der Feuervogel«, das 1910 im Rahmen der Diaghilewschen »Ballets russes« in Paris Premiere hatte, feierte der junge Igor Strawinksy über Nacht seinen Durchbruch als Komponist. Ausge­hend von einem russischen Zaubermärchen schafft er eine von klangfarbiger Vielfalt und exotischen Feinheiten leuchtende Komposi­tion, die nun erstmals vollständig im Kon­zert der Staatskapelle aufgeführt wird. Als »formalistisch« gebrandmarkt, wurden viele Werke Dmitri Schostakowitschs mit einem Aufführungsverbot belegt. Auch das klagen­de a-Moll-Violinkonzert musste acht Jahre auf seine Uraufführung warten. In Dresden über­nimmt nun Leonidas Kavakos den Solopart.

voraussichtliche Konzertdauer: ca. 85 Minuten

  • 23.06.2021
    20:00 Uhr
    Kulturpalast Dresden
    Ausverkauft

Vladimir Jurowski

Vladimir Jurowski wurde 1972 in Moskau geboren und schloss den ersten Teil seines Musikstudiums an der Musikhochschule des Moskauer Konservatoriums ab. Im Jahr 1990 zog er mit seiner Familie nach Deutschland und setzte sein Studium an der Musikhochschule in Dresden und Berlin fort, wo er Dirigieren bei Rolf Reuter und Gesangsunterricht bei Semion Skigin studierte. 1995 gab er sein internationales Debüt beim Wexford Festival mit Rimsky-Korsakovs »May Night« und im selben Jahr debütierte er am Royal Opera House Covent Garden mit »Nabucco«.

Zu den jüngsten Höhepunkten des engagierten Operndirigenten Jurowski zählen »Die Frau ohne Schatten« an der Metropolitan Opera New York, »Wozzeck« bei den Salzburger Festspielen, »Moses und Aaron« an der Komischen Oper Berlin, sein gefeiertes Debüt an der Bayerischen Staatsoper mit Prokofjews »Der feurige Engel« und seine erste Rückkehr nach Glyndebourne als Gastdirigent in der Welturaufführung von Brett Deans »Hamlet«.

In der Saison 19/20 legt Jurowski einen besonderen Schwerpunkt auf die Oper: Er eröffnet die Saison des Rundfunk-Sinfonieorchesters mit »Die Frau ohne Schatten« in Berlin und Bukarest, setzt seinen halbszenischen Zyklus von Wagners »Der Ring des Nibelungen« mit dem London Philharmonic mit »Siegfried« fort und kehrt an das Royal Opera House Covent Garden zurück, um eine neue Claus-Guth-Produktion von »Jenůfa« zu leiten, sowie an die Komische Oper Berlin für Barrie Koskys Neuinszenierung von Henzes »Die Bassariden«. An der Staatsoper Berlin wird er wieder mit Claus Guth in einer Neuproduktion von Mussorgksys »Chowanschtschina« zusammenarbeiten, und in Moskau dirigiert er Aufführungen von Wustins »Der Verliebte Teufel« am Stanislawski-Theater und »Boris Godunow« mit dem Staatlichen Akademischen Sinfonieorchester.

Jurowskis Diskographie mit dem London Philharmonic Orchestra umfasst die gesamten Sinfonien von Brahms und Tschaikowsky sowie Werke von Haydn und Beethoven über Mahler, Zemlinsky, Holst, Rachmaninow und Szymanowski bis hin zu Turnage, Denisow und Silvestrov. Seine Amtszeit als Musikdirektor in Glyndebourne wurde durch zahlreiche CD- und DVD-Veröffentlichungen dokumentiert, darunter preisgekrönte Produktionen. Weitere DVD-Veröffentlichungen sind »Hänsel und Gretel« von der Metropolitan Opera New York, sein erstes Konzert als Chefdirigent des London Philharmonic Orchestra mit Werken von Wagner, Berg und Mahler sowie DVDs mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment und dem Chamber Orchestra of Europe, die alle bei Medici Arts erschienen sind.

Derzeit ist Vladimir Jurowski der Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin und feierte 2017 sein zehnjähriges Jubiläum als Chefdirigent des London Philharmonic, nachdem er 2007 nach vier Jahren zum Ersten Gastdirigenten des Orchesters ernannt worden war. Darüber hinaus ist er Chefkünstler des Orchesters der Aufklärung, künstlerischer Leiter des Russischen Staatlichen Akademischen Symphonieorchesters und künstlerischer Leiter des Internationalen George Enescu-Festivals in Bukarest. Zuvor war er Erster Kapellmeister der Komischen Oper Berlin, Erster Gastdirigent des Teatro Comunale di Bologna, Erster Gastdirigent des Russischen Nationalorchesters, Musikdirektor des Glyndebourne Festival Opera und wird ab der Saison 2021/22 die Position des Generalmusikdirektors der Bayerischen Staatsoper München übernehmen.

Leonidas Kavakos

Der griechische Geiger Leonidas Kavakos gewann bereits in jungem Alter bedeutende Wettbewerbe: Erste Preise erhielt er 1985 beim nur alle fünf Jahre stattfindenden Internationalen Jean Sibelius Violinwettbewerb in Helsinki, 1988 beim renommierten Premio Paganini in Genua und im selben Jahr beim Naumburg International Violin Competition in New York. 1991 wurde ihm für die Ersteinspielung der Original-Version von Sibelius‘ Violinkonzert der Gramophone Concert Award verliehen – 2014 wurde er zum »Gramophone Artist of the Year« ernannt.

Seither gastiert Leonidas Kavakos bei den wichtigsten Orchestern weltweit, darunter die Berliner, Wiener und Münchner Philharmoniker, das Orchestre de Paris, die Filarmonica della Scala, das Gewandhausorchester Leipzig, das Royal Concertgebouw Orchestra, das Orchester des Mariinsky-Theaters, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin sowie die Orchester von Boston, New York und Philadelphia. Im Sommer 2019 war er »artiste étoile« des Lucerne Festivals und trat u. a. gemeinsam mit Yannick Nézet-Séguin, Valery Gergiev, Andrés Orozco-Estrada und Yuja Wang auf.

Als Exklusiv-Küstler bei Sony Classical hat Leonidas Kavakos zuletzt Beethovens Violinkonzert mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in der Doppelrolle als Solist und Dirigent eingespielt.

Leonidas Kavakos ist vermehrt auch als Dirigent zu erleben. So stand er in den letzten Jahren etwa am Pult des London Symphony Orchestra, New York Philharmonic, Dallas Symphony, Gürzenich-Orchester Köln, Budapest Festival Orchestra, Wiener Symphoniker, Chamber Orchestra of Europe, Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Filarmonica Teatro La Fenice und des Danish National Symphony Orchestra.

Als Interpret kammermusikalischer Werke ist er regelmäßig zu Gast auf den Festivals in Verbier, Montreux-Vevey, Tanglewood, Edinburgh und Salzburg. Im Beethoven-Jahr 2020 wird er den vollständigen Beethoven-Sonaten-Zyklus in Shanghai, Guangzhou, Mailand und Rom aufführen und eine Vielzahl von Beethoven-Rezitalen u. a. in Londons Wigmore Hall, Barcelona, Parma und Kopenhagen geben. Zu seinen regelmäßigen Kammermusikpartnern zählen Enrico Pace, Yuja Wang sowie Yo-Yo Ma und Emanuel Ax.

Leonidas Kavakos spielt die »Willemotte«-Stradivari von 1734.