8. Symphoniekonzert

Christian Thielemann Dirigent
Stephen Gould Waldemar
Camilla Nylund Tove
Christa Mayer Waldtaube
Kwangchul Youn Bauer
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke Klaus-Narr
Franz Grundheber Sprecher
Sächsischer Staatsopernchor Dresden
MDR-Rundfunkchor

Arnold Schönberg

  • »Gurre-Lieder« für Soli, Chor und Orchester

»Seht die Sonne!«

Zwischen 1900 und 1911 arbeitete Arnold Schönberg an seinen spätromantischen »Gurre-Liedern« und bezeichnete diese später als »Schlüssel zu meiner ganzen Entwicklung.« Die Wurzeln der Geschichte um König Waldemar und seiner geliebten Tove, die letztlich von der eifersüchtigen Königin ermordet wird, lassen sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Schönberg griff auf Jens Peter Jacobsens Fassung der dänischen Sage zurück und formte aus ihr ein musikalisches Monumentalwerk, das bravourös ungeahnte Register der Stimm- und Instrumentalbehandlung zieht.

  • 08.03.2020
    11:00 Uhr
    Semperoper
    Tickets
    Ticket-Preis:
    67.00 €
  • 09.03.2020
    20:00 Uhr
    Semperoper
    Tickets
    Ticket-Preis:
    23.00 – 82.00 €
  • 10.03.2020
    20:00 Uhr
    Semperoper
    Tickets
    Ticket-Preis:
    67.00 €

Christian Thielemann

Chefdirigent

Seit der Saison 2012/13 ist Christian Thielemann Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Über Stationen an der Deutschen Oper Berlin, in Gelsenkirchen, Karlsruhe, Hannover und Düsseldorf kam er 1988 als Generalmusikdirektor nach Nürnberg. 1997 kehrte der gebürtige Berliner in seine Heimatstadt als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin zurück, bevor er das gleiche Amt von 2004 bis 2011 bei den Münchner Philharmonikern innehatte. Neben seiner Dresdner Chefposition ist er seit 2013 Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg, deren Residenzorchester die Staatskapelle ist.

Intensiv widmete sich Christian Thielemann in den vergangenen Spielzeiten den Komponistenjubilaren Wagner und Strauss. Aber auch Werke von Bach bis hin zu Henze, Rihm und Gubaidulina standen für ihn in Dresden und auf Tournee auf dem Programm. Im Graben der Semperoper leitete er zuletzt Neuproduktionen von »Der Freischütz« und »Ariadne auf Naxos«. Bei den Osterfestspielen Salzburg dirigierte er unter anderem »Die Walküre« und »Tosca«.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Christian Thielemann mit den Berliner Philharmonikern und den Wiener Philharmonikern, deren Neujahrskonzert er 2019 dirigierte. Nach fünf Jahren als musikalischer Berater auf dem »Grünen Hügel« wurde er 2015 zum Musikdirektor der Bayreuther

Festspiele ernannt, die er seit seinem Debüt im Sommer 2000 alljährlich durch maßstabsetzende Interpretationen prägt. Darüber hinaus folgte er Einladungen der großen Orchester in Europa, den Vereinigten Staaten, Israel und Asien.
Christian Thielemanns Diskographie als Exklusivkünstler der UNITEL ist umfangreich. Zu seinen jüngsten Einspielungen mit der Staatskapelle gehören die Symphonien von Johannes Brahms und Anton Bruckner sowie zahlreiche Opern.

Christian Thielemann ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London sowie Ehrendoktor der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar und der Katholischen Universität Leuven (Belgien). Im Mai 2015 wurde ihm der Richard-Wagner-Preis der Richard-Wagner-Gesellschaft der Stadt Leipzig verliehen, im Oktober 2016 wurde er mit dem Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper ausgezeichnet. Christian Thielemann ist Schirmherr der Richard-Wagner-Stätten zu Graupa und hat die Schirmherrschaft für den 49. Internationalen Jugendwettbewerb »jugend creativ« der Volksbanken und Raiffeisenbanken übernommen. 2019 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Gustav Mahler Vereinigung Hamburg verliehen. Für seine Einspielungen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

Stephen Gould

Der Kammersänger Stephen Gould tritt an allen bedeutenden Opernhäusern der Welt, darunter in Wien, München, Berlin, Paris, Rom, London, New York, am New National Theatre in Tokio oder dem Teatro Colón in Buenos Aires auf.

Der aus den USA stammende Sänger studierte am New England Conservatory of Music und vervollständigte seine Ausbildung am Lyric Opera of Chicago Center for American Artists. Das erste Jahrzehnt seiner Karriere verbrachte er in den USA als Opern- und Konzertsänger, vor allem aber als Musicaldarsteller auf Tournee. Während dieser Zeit erarbeitete er sich mit dem viele Jahre an der Metropolitan Opera in New York engagierten Bariton John Fiorito kontinuierlich den Fachwechsel vom Bariton zum Heldentenor.

Sein Europa-Debüt als Florestan am Linzer Landestheater wurde von Publikum und Presse begeistert aufgenommen. Es folgten Auftritte beim Festival Maggio Musicale Fiorentino unter Zubin Mehta. Ein wichtiger Meilenstein seine Karriere war 2004 sein Debüt als Tannhäuser unter Christian Thielemann bei den Bayreuther Festspielen. Seinen Einstand bei den Salzburger Festspielen gab er 2011 als Kaiser in »Die Frau ohne Schatten«, ebenfalls unter Christian Thielemann. Zu beiden

Festivals verbindet ihn inzwischen eine langjährige Zusammenarbeit.

Sowohl als Opern- als auch als Konzertsänger arbeitete Stephen Gould u. a. mit Dirigenten wie Daniele Gatti in »Das Lied von der Erde« in Paris 2011, Kent Nagano in Schönbergs »Gurre-Liedern« in Montreal sowie mit Daniel Barenboim, Pierre Boulez, Myung-Whun Chung, Asher Fisch, Adam Fischer, Valery Gergiev, Hartmut Haenchen, Daniel Harding, Philippe Jordan, Fabio Luisi, Zubin Mehta, Franz Welser-Möst, Andris Nelsons, Seiji Ozawa, Antonio Pappano, Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen und Jeffrey Tate.

Zu seinen zukünftigen Engagements zählen »Parsifal« unter Simon Rattle in Baden-Baden, »Fidelio« in einer Neuproduktion von Katharina Wagner in Tokio, »Tannhäuser« unter Adam Fischer anlässlich der Wagner-Tage in Budapest sowie seine Rückkehr nach Bayreuth als Tristan und als Siegmund in »Die Walküre«.

Im Mai 2015 wurde Stephen Gould in der Wiener Staatsoper zum Österreichischen Kammersänger ernannt. Als regelmäßiger Gast an der Semperoper wurde er mit dem Preis der Stiftung Semperoper – Förderstiftung ausgezeichnet.

 

Camilla Nylund

Camilla Nylund, in Vaasa in Finnland geboren, studierte zunächst bei Eva Illes, später in der Opern- und Liedklasse im Mozarteum in Salzburg. Für ihre ausgezeichneten Leistungen wurde ihr im Dezember 1995 von der Internationalen Stiftung Mozarteum die Lilli Lehmann-Medaille verliehen.

Nach einem Festengagement in Hannover gehörte Camilla Nylund von 1999 bis 2002 zum Ensemble der Semperoper Dresden. Neben ihren Dresdner Verpflichtungen wurde sie mehr und mehr zu einem begehrten Gast an den wichtigsten Opernhäusern. So sang sie u. a. Die Gräfin(»Capriccio«) in Venedig, Eva (»Die Meistersinger von Nürnberg«) sowie Tatjana (»Eugen Onegin«) an der Hamburgischen Staatsoper, Leonore (»Fidelio«) an der Oper Zürich und unter Sir Simon Rattle auf dem Japan-Gastspiel der Salzburger Festspiele, »Salome« an der Oper Köln, Elisabeth (»Tannhäuser«) an der Bayerischen Staatsoper und Leonore in der »Fidelio«-Urfassung am Theater an der Wien.

Es folgten Debüts an der Wiener Staatsoper, an der Mailänder Scala und in Chicago, unter Sir Simon Rattle in der Berliner Philharmonie mit Henzes »Floß der Medusa«, am New National Theatre Tokyo, bei den Salzburger Festspielen sowie an der Bastille Paris, in

Berlin und in Valencia unter Zubin Mehta. Im Sommer 2011 gab Camilla Nylund ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen; es folgten Wiedereinladungen für diese Partie auch für die Festspiele 2013 und 2014. Zu einem besonderen Erfolg wurde ihr Rollendebüt der Sieglinde (»Die Walküre«) an der Wiener Staatsoper 2013 – die Partie interpretierte sie 2017 erneut auch in Bayreuth.

Im vergangenen Jahr war Camilla Nylund als Kaiserin in der Neuproduktion »Frau ohne Schatten« an der Wiener Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann zu erleben. Im Rahmen dieser Produktion wurde ihr der Titel der Wiener Kammersängerin verliehen. Im Dezember 2019 debütierte sie zudem mit großem Erfolg an der Metropolitan Opera New York (»Der Rosenkavalier«). In der Semperoper Dresden war sie zuletzt in der aktuellen Spielzeit als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« zu erleben.

Camilla Nylund singt regelmäßig auch auf den wichtigen Konzertpodien mit den führenden Dirigenten, so unter Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Marek Janowski, Fabio Luisi, Ingo Metzmacher und Yakov Kreizberg.

Christa Mayer

Christa Mayer wurde in Sulzbach-Rosenberg geboren und studierte Gesang an der Bayerischen Singakademie sowie an der Musikhochschule München. Seit 2001 ist die ARD-Preisträgerin Ensemblemitglied der Semperoper Dresden. Hier singt sie Partien wie Ottavia (»L’incoronazione di Poppea«), Orlando (»Orlando«), Cornelia (»Giulio Cesare«), Fenena (»Nabucco«), Mrs. Quickly (»Falstaff«), Suzuki (»Madama Butterfly«), Erda, Fricka und Waltraute (»Der Ring des Nibelungen«), Brangäne (»Tristan und Isolde«), Gaea (»Daphne«), Gräfin Geschwitz (»Lulu«) und Auntie (»Peter Grimes«). 2005 wurde Christa Mayer der Christel-Goltz-Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper verliehen.

Gastspiele führten Christa Mayer an die Opernhäuser in Berlin, Hamburg, München, Venedig, Florenz, Barcelona, Bilbao und Sevilla, zum Rheingau Musikfestival und zum Schleswig-Holstein Musikfestival sowie zum Lucerne Festival. 2007 sang Christa Mayer im La Fura dels Baus-»Ring« in Valencia unter der Leitung von Zubin Mehta. 2008 debütierte sie unter der Leitung von Christian Thielemann als Erda und Waltraute bei den Bayreuther Festspielen und ist seitdem regelmäßiger Gast in Bayreuth. Im Festspielsommer 2018 sang sie dort Brangäne in »Tristan und

Isolde« sowie Mary in »Der fliegende Holländer«.

Auf dem Konzertpodium arbeitete sie zusammen mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Herbert Blomstedt, Zubin Mehta, Riccardo Chailly, Fabio Luisi, Ingo Metzmacher, Marek Janowski, Jonathan Nott, Sir Charles Mackerras, Sir Colin Davis und Simone Young. 2015 gab Christa Mayer ihr Debüt am New National Theatre in Tokio als Erda in »Das Rheingold« und war auf der Ostertournee des Gustav Mahler Jungendorchesters in der zweiten Symphonie von Gustav Mahler, der »Auferstehungssinfonie«, unter der Leitung von Jonathan Nott in Lissabon, Madrid, Aix-en-Provence und Wien zu erleben. 2018 gab Christa Mayer ihr Debüt in den USA mit dem Dallas Symphony Orchestra unter Jaap van Zweden.

2017 sang sie die Fricka in »Die Walküre« bei den Salzburger Osterfestspielen. In der darauffolgenden Saison war sie an der Semperoper neben weiteren Rollen auch als Didon in der Neuproduktion »Les Troyens« sowie als Brigitta in »Die tote Stadt« und in der zyklischen Aufführung von Wagners »Ring« unter Leitung von Christian Thielemann als Fricka, Erda und Waltraute zu erleben.

Kwangchul Youn

Der Koreaner Kwangchul Youn war von 1993 bis 2004 Mitglied der Berliner Staatsoper, wo er viele Rollen seines breit gefächerten Repertoires erarbeiten konnte. 2018 wurde ihm hier der Titel Kammersänger verliehen. In den letzten Jahren war der gefragte Bassist an allen renommierten Opernhäusern in Europa und Übersee zu hören, u. a. an der Wiener Staatsoper, am Teatro alla Scala in Mailand, an der Metropolitan Opera in New York, der Bayerischen Staatsoper München, dem Royal Opera House Covent Garden in London, dem Gran Teatre del Liceu in Barcelona, der Opéra National de Paris, der Oper Frankfurt, der Lyric Opera Chicago und am Teatro Regio in Turin. Außerdem gastierte er bei den Bayreuther Festspielen, den Salzburger Festspielen, den Osterfestspielen Salzburg und dem Beethovenfest Bonn.

Zu seinen Engagements der jüngeren Zeit zählen »Trovatore« (Ferrando) an der Bayerischen Staatsoper München, »Simone Boccanegra« an der Wiener Staatsoper, »Zauberflöte« (Sarastro) und »Die Meistersinger von Nürnberg« (Pogner) an der Berliner

Staatsoper sowie »Parsifal« (Gurnemanz) an der Staatsoper Hamburg. Unter der Leitung von Kirill Petrenko sang er in Mahlers achter Symphonie in Bregenz.

Neben seiner Operntätigkeit tritt Kwangchul Youn kontinuierlich als Konzertsänger mit großen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, Wiener Symphonikern, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Accademia Santa Cecilia in Rom, dem Orquestra Simfònica de Barcelona, dem Orchester der Mailänder Scala, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, dem Hong Kong Philharmonic Orchestra, dem Orchester der RAI Turin und bei den BBC Proms auf.

Er ist Mitwirkender auf CD-Produktionen wie »Die Meistersinger von Nürnberg« der Bayreuther Festspiele unter Daniel Barenboim (Teldec), in »Fidelio« (Teldec) und »Le nozze di Figaro«, »Così fan tutte«, »Don Giovanni« und »Tiefland« unter Bertrand de Billy (Arte Nova), sowie bei »Daphne« mit dem WDR Sinfonieorchester Köln unter Semyon Bychkov (Decca).

Wolfgang Ablinger-Sperrhacke

Der Tenor Wolfgang Ablinger-Sperrhacke, geboren in Zell am See in Österreich, studierte an der Musikhochschule Wien bei Gerhard Kahry und Kurt Equiluz. Nach ersten Engagements in Linz, Basel und am Gärtnerplatztheater in München, debütierte er 1997 an der Opéra national de Paris und sang dort zahlreiche Partien seines Faches, u.a. Monostatos in »Die Zauberflöte«, Goro in »Madama Butterfly«, Capito in »Mathis der Maler« und Mime im »Ring des Nibelungen«.

1999 gab er mit großem Erfolg sein Debüt beim Glyndebourne Festival, wo er mittlerweile über 130 Vorstellungen gesungen hat. Weitere wichtige Engagements führten Ihn u. a. an der Metropolitan Opera in New York, zu den Festspiele Baden-Baden, dem Lucerne Festival, den Salzburger Festspielen, ans Théâtre des Champs-Elysées Paris sowie an die Opernhäuser in Wien, München, Venedig, Stuttgart, Mailand, Zürich, London, Berlin und Lyon. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Kirill Petrenko, Daniel

Barenboim, Franz Welser-Möst, Daniele Gatti, Kent Nagano, Christian Thielemann, Robin Ticciati, Christoph Eschenbach, Sir Antonio Pappano, Esa-Pekka Salonen und Vladimir Jurowski zusammen.

Als »Klaus Narr« in Arnold Schönbergs »Gurre-Liedern« war er bereits szenisch an De Nederlandse Opera Amsterdam und konzertant in Lille, Melbourne, Paris, Hannover und in der Hamburger Elbphilharmonie zu erleben.

Kürzlich trat er als Aegisth in »Elektra« an der Wiener Staatsoper, Der Schäbige in »Lady Macbeth von Mszenk« an der Opéra national de Paris, Wenzel in »Die Verkaufte Braut«, Franz I. und Karl V. (»Krenek«), Herodes in »Salome« an der Bayerischen Staatsoper und bei den Münchner Opernfestspielen auf. Zukünftige Engagements sind etwa am Opernhaus Zürich, an der Staatsoper Berlin, beim Bergen Festival und in der Philharmonie de Paris geplant.

Franz Grundheber

Franz Grundheber wurde in Trier geboren. Er studierte Gesang mit einem Stipendium an der Indiana University in Bloomington in den USA bei Margaret Harshaw.

1966 engagierte ihn Rolf Liebermann an die Hamburgische Staatsoper, der er in einem permanenten Gastvertrag verbunden blieb und mehr als 2000 Vorstellungen sang, darunter in den letzten Spielzeiten u. a. Amonasro (»Aida«), »Simone Boccanegra« und Peter Besenbinder (»Hänsel und Gretel«), Letzteren seit der Premiere 1972 ohne Unterbrechung.

1976 gab er sein Debüt an der Wiener Staatsoper (»Le nozze di Figaro«), wo er inzwischen über 230 Vorstellungen gesungen hat und wo seine internationale Karriere, die mit der Verpflichtung als Scarpia und als Solist in Beethovens Neunter Symphonie und in Brahms' Requiem unter Herbert von Karajan ihren ersten Höhepunkt erreichte.

Das gesamte wesentliche deutsche, französische und italienische Baritonfach sang er an allen großen internationalen Bühnen; darunter »Rigoletto« als erster Deutscher an der Metropolitan Opera in New York in drei aufeinander folgenden Spielzeiten. Dazu brillierte er als Wozzeck nicht nur an der Metropolitan Opera, sondern auch in elf weiteren Inszenierungen weltweit u. a. mit Claudio Abbado und Daniel

Barenboim. Barak, Mandryka, Jupiter, Holländer, Amfortas, Jago und Simone Boccanegra sang er in Neuproduktionen in München, Hamburg, London, Frankfurt und Santiago de Chile, wo er den Kritiker-Preis des Jahres erhielt.

In den Jahren 2016 und 2017 sang Franz Grundheber in Konzerten Werke wie »Elias«, die »Jedermann«-Monologe von Frank Martin und Beethovens Neunte Symphonie in Kombination mit »Der Überlebende von Warschau«, darüber hinaus Barak in »Die Frau ohne Schatten« an der Oper Leipzig, fünfmal den Sprecher in »Die Zauberflöte« in Hamburg und in der Wiederaufnahme der 3-aktigen Fassung von »Lulu« an der Wiener Staatsoper.

Mit den NDR Elbphilharmonie Orchester unter Ingo Metzmacher war er als Moses in Schönbergs »Moses und Aron« kurz nach Eröffnung in der Elbphilharmonie zu erleben. Diese Partie hatte er zuvor mit großem Erfolg an der Wiener und Münchner Staatsoper und konzertant in der Berliner Philharmonie, in Madrid, Luzern und Straßburg interpretiert.

Franz Grundheber ist Kammersänger und Ehrenmitglied der Wiener und Hamburger Staatsoper und feierte in der Spielzeit 2016/2017 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum.

Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Der Dresdner Opernchor wurde am 8. Oktober 1817 per königlichem Dekret durch Friedrich August dem Gerechten gegründet. Die Erlassung dieses Dekrets war vor allem ein Verdienst Carl Maria von Webers. Er hatte als neu engagierter Hofkapellmeister 1817 den Auftrag erhalten, neben der traditionsreichen italienischen Oper in Dresden auch eine deutsche Operngesellschaft ins Leben zu rufen. Weber forderte die Einrichtung eines »stehenden Theaterchors«, der den gestiegenen Anforderungen des dafür neu zu schaffenden Opernrepertoires gewachsen sein würde.

In der Folge entwickelte sich der Sächsische Staatsopernchor dank hervorragender Persönlichkeiten, die ihn künstlerisch umsichtig und traditionsbewusst leiteten, zu einem erstklassigen und gefragten Klangkörper. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelten und pflegten u. a. Joseph Metzner, Wilhelm Fischer, Karl Maria Pembaur, Ernst Hintze, Gerhart Wüstner, Hans Peter Müller-Sybel, Hans-Dieter Pflüger und Matthias Brauer bis heute ein spezielles, diesem Staatsopernchor zugehörendes Klangideal, das besonders auch durch die rege Konzerttätigkeit des Chores beeinflusst wurde. Homogenität des Klangs, klangliche Noblesse, kultivierter Pianogesang bei gleichzeitiger Klangdichte und -fülle sind wesentliche Attribute, die für den Sächsischen Staatsopernchor stehen. Von 2014/15 bis 2018/19 war Jörn Hinnerk Andresen Chordirektor. In der Spielzeit 2019/20 übernimmt Jan Hoffmann diese Position

kommissarisch.

Heute gilt der Sächsische Staatsopernchor als einer der besten Opernchöre Europas. Seine Auftritte in Opernvorstellungen, seine Mitwirkung in Konzerten, bei Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen, die kontinuierliche Präsenz bei Festspielen und auf Tourneen brachten ihm auch weltweit Beachtung sowie höchste Wertschätzung ein.

Besonders prägend für den Staatsopernchor war die Arbeit mit dem Dirigenten Giuseppe Sinopoli, der das künstlerische Potential als bei weitem noch nicht ausgeschöpft betrachtete. In zahlreichen CD-Produktionen wuchs das Chorensemble immer wieder über sich hinaus. In den Jahren nach Sinopolis plötzlichem Tod gelang durch kontinuierliche Arbeit eine Konsolidierung der künstlerischen Qualität.

Wie in allen künstlerischen Sparten der Sächsischen Staatsoper Dresden spielt auch im Staatsopernchor die enge Verknüpfung von Tradition, gegenwärtiger künstlerischer Verantwortung und Ausrichtung auf die Herausforderungen der Zukunft eine entscheidende Rolle.

Seit 2013 ist der Sächsische Staatsopernchor gemeinsam mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden ständiger Gast bei den Osterfestspielen in Salzburg, deren Künstlerische Leitung in den Händen von Christian Thielemann liegt.

Am 8. Oktober 2017 feierte der Sächsische Staatsopernchor Dresden sein 200-jähriges Chorjubiläum.

MDR-Rundfunkchor

Der MDR-Rundfunkchor ist nicht nur der größte und traditionsreichste Chor des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sondern gilt weltweit auch als eines der gefragtesten Ensembles seiner Art. Dirigenten wie Herbert von Karajan, Kurt Masur, Colin Davis, Claudio Abbado, Simon Rattle, Neville Marriner, Seiji Ozawa, Lorin Maazel, Bernard Haitink, Riccardo Muti, Georges Prêtre oder Roger Norrington haben dem MDR-Rundfunkchor ihre Reverenz erwiesen. Regelmäßig konzertieren die Sängerinnen und Sänger mit dem MDR-Sinfonieorchester, aber auch mit dem Gewandhausorchester und der Sächsische Staatskapelle Dresden.

Dass das Ensemble nicht nur exzellenter Partner der bedeutendsten Orchester ist, beweist es mit viel beachteten A-cappella-Interpretationen. Weltliche und geistliche Musik, Ensemblegesang sowie Chorsymphonik gehören gleichermaßen zum Repertoire, das beinahe ein Jahrtausend Musikgeschichte umspannt. Als Spezialensemble für zeitgenössische Musik haben sich die 73 Choristen zudem durch zahlreiche Ur- und Erstaufführungen einen Namen gemacht. Von 2015 bis 2019 hatte der estnische Dirigent Risto Joost die künstlerische Leitung des

MDR-Rundfunkchores inne. Ihm folgte im Januar 2020 Philipp Ahmann, der dem Chor bereits als Gastdirigent verbunden war und in den letzten Jahren u. a. mit A-cappella-Programmen und CD-Aufnahmen das musikalische Profil des Chores prägte. Unter seinen Vorgängern finden sich Namen wie Herbert Kegel, Gert Frischmuth und Howard Arman, der auch das überaus erfolgreiche Format der Nachtgesänge entwickelte und im November 2019 zum Ehrendirigenten des Chors ernannt wurde.

Nahezu 200 Schallplatten und CDs – viele davon preisgekrönt – hat das Ensemble aufgenommen. So erhielten die Sängerinnen und Sänger für die Einspielung von Max Regers Motetten op. 110 den International Classical Music Award 2017 und für die Aufnahme von Rachmaninows »Vesper« unter der Leitung von Risto Joost im März 2018 den Diapason d’or. Über die Europäische Rundfunkunion wie auch auf Tourneen und Gastspielen weltweit zu hören, fungiert der 2013 mit dem Europäischen Kulturpreis ausgezeichnete MDR-Rundfunkchor erfolgreich als musikalischer Botschafter Mitteldeutschlands.