6. Symphoniekonzert

Philippe Herreweghe Dirigent
Dorothee Mields Sopran
Eva Zaïcik Mezzosopran
Alex Potter Altus
Reinoud Van Mechelen Tenor
Krešimir Stražanac Bass
Collegium Vocale Gent

Johann Sebastian Bach

  • Missa h-Moll BWV 232

»Compositeur bey Dero Hoff-Capelle«

ZUM GEDENKEN AN DIE ZERSTÖRUNG DRESDENS AM 13. FEBRUAR 1945

In der Hoffnung, den Titel eines »Hof-Com­positeurs« bei der ansässigen Kapelle in Dresden – der heutigen Staatskapelle – zu erhalten, komponierte Johann Sebastian Bach ein aus Kyrie und Gloria bestehendes Sakralwerk, das als Vorläufer der h-Moll-Messe BWV 232 gilt. Dieses widmete er August III., Kurfürst von Sachsen und König von Polen, und erhielt nach drei Jahren den gewünsch­ten Titel. Nach der »Johannes-Passion« im Gedenkkonzert 2018 kehrt Philippe Herre­weghe erneut mit seinem Collegium Vocale Gent für dieses Meisterwerk der geistlichen Musik ans Kapellpult zurück.

voraussichtliche Konzertdauer: ca. 120 Minuten

  • 13.02.2021
    19:00 Uhr
    Semperoper
    Verkauf vorerst beendet
  • 14.02.2021
    19:00 Uhr
    Semperoper
    Verkauf vorerst beendet

Philippe Herreweghe

Philippe Herreweghe zählt zu den bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit und gehört zu den wichtigsten Protagonisten der historischen Aufführungspraxis. In Gent geboren, studierte er am Konservatorium in seiner Heimatstadt Klavier, Cembalo und Orgel. Schon früh fand sein Wirken bei Musikern wie Nikolaus Harnoncourt und Gustav Leonhardt Beachtung. 1970 gründete er das Collegium Vocale Gent, das er seither leitet. Gemeinsam mit dem Ensemble legte er wegweisende Einspielungen des Vokalwerks von Johann Sebastian Bach vor. Dem Chor wurde 1989 ein auf Originalinstrumenten spielender Klangkörper zur Seite gestellt. 1977 gründete Herreweghe in Paris das Ensemble La Chapelle Royale, mit dem er Musik des französischen Goldenen Zeitalters aufführte. Von 1982 bis 2002 war er Künstlerischer Leiter der Académies Musicales de Saintes. Zu dieser Zeit gründete er verschiedene Ensembles, mit denen er eine adäquate sowie gründliche Lesart eines Repertoires von der Renaissance bis zu zeitgenössischer Musik erarbeitete. So war das Ensemble Vocal Européen auf Renaissancepolyphonie spezialisiert und das 1991 gegründete Orchestre des Champs-Élysées zur Interpretation des romantischen und vorromantischen Repertoires auf Originalinstrumenten. Seit 1997 engagiert er sich als Hauptdirigent der Königlichen Philharmonie von Flandern.

Philippe Herreweghe wurde 2008 ständiger Gastdirigent der Radio Kamer Filharmonie in den Niederlanden. Außerdem ist er ein gefragter Gastdirigent bei Orchestern wie dem Concertgebouworkest Amsterdam, dem Gewandhausorchester Leipzig oder dem Mahler Chamber Orchestra. Auf Einladung der angesehenen Accademia Chigiana in Siena arbeitet er seit 2009 zusammen mit dem Collegium Vocale Gent am Aufbau eines großen symphonischen Chors. Dieses Projekt wird seit 2011 vom Europäischen Kulturprogramm unterstützt. Wegen seiner konsequenten künstlerischen Vision und seines Engagements erfuhr er verschiedentliche Ehrungen, so wurde er u. a. zum »Kulturbotschafter Flanderns« (gemeinsam mit Collegium Vocale Gent) ernannt und empfing 2003 den Titel »Chevalier de la Légion d’Honneur« in Frankreich. 2010 verlieh ihm die Stadt Leipzig die Bach-Medaille für seine Verdienste als Bach-Interpret. 2017 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Gent.

Dorothee Mields

Dorothee Mields ist eine der führenden Interpretinnen für die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts und wird von Publikum und Presse besonders für ihr einzigartiges Timbre und ihre berührenden Interpretationen geliebt.

In der Spielzeit 2019/20 wirkt Dorothee Mields bei mehreren Tourneen des Collegium Vocale Gent mit, das 2020 sein 50-jähriges Bestehen feiert. Außerdem konzertiert sie mit Early Music Vancouver, mit dem Boston Early Music Festival Orchestra und Ensemble beim Musikfest Bremen, und mit der Bachakademie Stuttgart bei den Thüringer Bachwochen und beim Bachfest Leipzig. Mit dem Hathor Consort gastiert sie u. a. bei den Tagen Alter Musik in Herne und in Regensburg, und mit der Lautten Compagney Berlin im Wiener Musikverein. Eine enge Zusammenarbeit verbindet die Sopranistin außerdem mit der Nederlandse Bachvereniging, L’Orfeo Barockorchester, dem Freiburger Barockorchester, RIAS Kammerchor, dem Orchestra of the 18th Century, Tafelmusik Baroque Orchestra Toronto, The English Concert, Klangforum Wien und dem Boston Early Music Festival Orchestra, sowie mit Dirigenten wie Stefan Asbury, Beat Furrer, Michi Gaigg, Paul Goodwin, Philippe Herreweghe, Emilio Pomàrico, Hans-Christoph Rademann, Andreas Spering, Masaaki Suzuki und Jos van Veldhoven.

Sie ist gern gesehener Gast internationaler Festspiele wie dem Bachfest Leipzig, Suntory Music Foundation Summer Festival in Japan, Boston Early Music Festival, Festival van Vlaanderen, Wiener Festwochen, Händel-Festspiele Halle, Musikfestspiele Potsdam, Styriarte Graz, Niedersächsische Musiktage, Musikfest Bremen, Mainzer Musiksommer, Heinrich-Schütz-Musikfest, Thüringer Bachwochen und Mosel Musikfest.

Ein wichtiger Bereich ihres künstlerischen Schaffens sind Kammermusikprojekte, von denen »Duft und Wahnsinn« mit Hille Perl und Lee Santana, »Birds« und »Inspired by Song« mit Stefan Temmingh und Boccherini »Stabat mater« mit dem Salagon Quartett besonders erfolgreich sind. Bei Rezitalen und Liederabenden arbeitet sie außerdem mit der Hamburger Ratsmusik, Lee Santana, den Sirius Viols, Harmonie Universelle und Lucius Rühl. 2020 arbeitet sie erstmals mit dem G.A.P Ensemble zusammen. In dem gemeinsamen Programm werden Werke von J. S. Bach und D. Schostakowitsch einander gegenübergestellt.

Eine stetig wachsende Diskographie mit etlichen preisgekrönten Aufnahmen dokumentiert ihr künstlerisches Schaffen. Besondere Beachtung fanden »Inspired by Song« und »Birds« mit Stefan Temmingh, »Händel« mit Hille Perl, Monteverdi »La dolce vita« mit der Lautten Compagney Berlin und Wolfgang Katschner, sowie Bachs »Kantaten für Solo-Sopran« mit L’Orfeo Barockorchester und Boccherinis »Stabat Mater« mit dem Salagon Quartett. Ihr neuestes Album »War & Peace« wurde mit dem Opus Klassik 2019 ausgezeichnet. Zusammen mit der Lautten Compagney Berlin stellt sie hier Kompositionen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges Werken von Hanns Eisler und Friedrich Hollaender gegenüber.

Eva Zaïcik

Die Mezzosopranistin Eva Zaicik wurde 1987 in Maisons-Alfort in der Nähe von Paris geboren. Sie begann ihr Gesangsstudium an der Maîtrise de Notre-Dame de Paris, wo sie seit 2009 das Ensemble Lunaris, bestehend aus drei Frauenstimmen und einer Viola da Gamba, mitleitet. 2009 gab Eva Zaïcik ihr Bühnendebüt als Zweite Zauberin in Purcells Dido und Aeneas im Maison des Arts et de la Culture in Créteil.

Im Jahr 2010 sang sie die Bastienne in Mozarts »Bastien et Bastienne« im Maison des Pratiques artistiques amateurs de Saint-Germain in Paris. Anschließend arbeitet sie 2012 mit dem Atelier lyrique de Paris an der Rolle des Erneste in Haydns »Le Monde de la lune« und ebenso an der Rolle der Farnace in Mozarts »Mithridate« in der Philharmonie de Paris. Im Jahr 2014 besuchte sie die Royaumont-Stiftung, um Octavia in einer konzertanten Fassung von »L’incoronazione di Poppea« zu spielen, gefolgt von Eurydike, Die Öffentliche Meinung und Proserpina in »Orpheus«. Im folgenden Jahr kehrte sie an die Philharmonie de Paris zurück, um dort La Marquise Melibea (Il Viaggio a Reims) zu singen, später dann in die Fondation Royaumont für eine konzertante Fassung von Mozarts »Die Hochzeit des Figaro«, in der sie die Rolle des Cherubino übernahm.

2016 ersetzte die Mezzosopranistin Mireille Delunsch in der Titelrolle der Dido in Purcells »Dido and Aeneas« in Rouen und Versailles. Im Jahr 2017 singt Eva Zaïcik den Caliste in »Les Amants magnifiques« von Jean-Baptiste Lully in Massy. Sie gewann den Prix Révélation artiste lyrique bei der Verleihung der Victoires de la Musique Classique 2018 und im selben Jahr spielte sie die Lybie in Lullys »Phaéton« in Versailles.

Anlässlich des Rezitals der Voix Nouvelles gab sie einige Konzerte, unteranderem im Oktober 2018 in Marseille, im November in Montpellier, Limoges, Bordeaux und Toulouse, im Dezember in Reims, im Februar 2019 in Rouen und La Monnaie und im März in Nizza. Ebenfalls im November sang sie in Notre-Dame de Paris, und im Dezember in Lausanne und Genf, Beethovens »Missa Solemnis«. Im April wird sie die Sélysette in »Ariane et Barbe-Bleue« in Toulouse spielen und dann nach Versailles zurückkehren, um Pergolèses »Stabat mater« und die »Leçons de Ténèbres« zu spielen. Bei ihrer Rückkehr nach Limoges im Mai wird sie in »Les Amants magnifiques« als Caliste und dann in Compiègne für die Titelrolle in Carmen von Bizet auftreten. Schließlich wird sie im Juli mit »Les Arts Florissants« in Auvers sur Oise, Beaune und Lessay den »Dix Dominus« von Händel aufführen.

Reinoud Van Mechelen

Reinoud Van Mechelen schloss 2012 sein Gesangsstudium am Conservatoire Royal in Brüssel in der Klasse von Dina Grossberger ab. Im Jahr 2017 wurde er von der Vereinigung der belgischen Musikpresse mit dem renommierten Caecilia-Preis als Nachwuchsmusiker des Jahres ausgezeichnet.

Bereits 2007 machte Reinoud Van Mechelen an der Europäischen Barockakademie in Ambronay (Frankreich) unter der Leitung von Hervé Niquet auf sich aufmerksam. Im Jahr 2011 war er Mitglied des »Jardin des Voix« von William Christie und Paul Agnew und wurde anschließend regelmäßiger Solist von Les Arts florissants. Gastauftritte mit diesem Ensemble führten ihn u.a. zum Festival d'Aix-en-Provence, zum Edinburgh Festival, zum Château de Versailles, zum Bolchoï-Theater in Moskau, zur Royal Albert Hall, zum Barbican Centre in London, zum Palais des Beaux-Arts in Brüssel, zur Philharmonie und zur Opéra Comique in Paris sowie zur Brooklyn Academy of Music in New York.

Im Jahr 2014 sang Reinoud Van Mechelen zum ersten Mal in seiner Karriere die Partie des Evangelisten in J. S. Bachs »Johannespassion« mit dem Royal Liverpool Philharmonic. Eine Partie, die er unter anderem wieder mit dem Royal Concertgebouw Orchestra in Amsterdam singen wird. Die letzten Jahre waren jedoch durch seine Aufführungen von Rameaus Titelrolle in »Dardanus« (Opéra national de Bordeaux) und »Zoroastre« (auf Konzerttournee zum Festival de Montpellier et Radio-France, zum Festival d'Aix-en-Provence, zum Festival de Beaune, zum Théâtre Royal in Versailles und zum Theater an der Wien) gekennzeichnet, beides Produktionen unter der Leitung von Raphaël Pichon. 2016/17 debütierte er am Zürcher Opernhaus als Jason in Charpentiers »Médée« unter der Leitung von William Christie. Neben zahlreichen anderen Verpflichtungen hat er sein Repertoire um weitere neue Rollen in konzertanter Fassung erweitert: Belmonte (»Die Entführung aus dem Serail«) mit dem Orchestre de Chambre de Paris und Gérald (»Lakmé«) mit dem Münchner Rundfunkorchester.

Neben zahlreichen Auftritten mit seinem eigenen Ensemble, einer nocte temporis, wurden seine letzten beiden Spielzeiten durch die Jubiläumsproduktion zum 30. Jahrestag des Concert Spirituel (»L'Opéra des Opéras«, aufgenommen und veröffentlicht bei Alpha Classics) sowie in zwei internationalen Konzertreisen mit Les Arts florissants hervorgehoben. Außerdem spielte er die Titelrolle in Rameaus »Pygmalion« an der Oper von Dijon und gab seine Debüts am Théâtre royal de la Monnaie (Tamino in »Die Zauberflöte«) und an der Staatsoper Berlin (Hippolyte in »Hippolyte et Aricie« unter der Leitung von Sir Simon Rattle).

Seine Saison 2019/20 verspricht mit seinem Rollendebüt als Nadir in »Les Pêcheurs de perles« an der Oper Toulon, Purcells »King Arthur« an der Staatsoper Berlin, Rameaus »Pygmalion« am Grand Théâtre in Luxemburg, »L'incoronazione di Poppea« am Théâtre des Champs-Elysées und den beiden Johannes-Passionen, Matthäus-Passion mit Collegium Vocale Gent viel zu tun zu haben.

Reinoud Van Mechelen hat bereits an zahlreichen Aufnahmen teilgenommen. Sein erstes Soloalbum mit dem Titel »Erbame Dich« (Arien von J. S. Bach) erschien 2016 bei Alpha Classics und wurde von der Presse einhellig gelobt und erhielt sowohl einen »Choc« der Monatszeitschrift Classica als auch einen von 10 Caecilia-Preisen für die besten Aufnahmen des Jahres 2016. Inzwischen sind drei weitere Alben mit einer nocte temporis bei Alpha Classics erschienen.

Krešimir Stražanac

Baßbariton Krešimir Stražanac wurde 1983 in Kroatien geboren.

Er studierte bei Prof. Dunja Vejzović und Prof. Cornelis Witthoefft an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart sowie privat bei Prof. Jane Thorner Mengedoht und Hanns-Friedrich Kunz. Nach seinem Studium wurde er zum festen Ensemblemitglied des Opernhauses Zürich wo er unter anderem als Baron Tusenbach (»Drei Schwestern«), Ping (»Turandot«), Harlekin (»Ariadne auf Naxos“) und Don Fernando (»Fidelio“) unter der Leitung von Nello Santi, Peter Schneider, Franz Welser-Möst, Bernard Haitink, Placido Domingo und vielen anderen Dirigenten zu sehen war.

In der Saison 2015/2016 gab er seine Debüts mit dem Bayerischen Rundfunk und Concerto Köln, dem Collegium 1704 und dem WDR-Sinfonieorchester.

In der Saison 2016/2017 debütierte er mit dem Collegium Vocale Gent / Orchestre du Champs-Elysées unter der Leitung von Philippe Herreweghe, dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks, den Barocchisten und Radiotelevisione mit Diego Fasolis, dem Gürzenich Orchester Köln mit Dirigat von Francois-Xavier Roth, dem Royal Flemish Orkest mit Philippe Herreweghe, dem Tonhalle Orchester Zürich und mit dem Münchner Rundfunkorchester.

2017 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper in der Neuproduktion von Giordanos »Andrea Chénier« mit der Partie des Pietro Fléville die er auch in der Saison 2018/2019 an der Bayerischen Staatsoper singen wird. In der Saison 2017/2018 debütierte er mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam unter der Leitung von Philippe Herreweghe, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Oslo Filharmoniske Orkester unter der Leitung von Herbert Blomstedt, sowie dem Gewandhausorchester unter der Leitung von Gotthold. September 2018 gab er sein Debüt als Baron Tusenbach (»Tri Sestri«) an der Oper Frankfurt sowie unter anderem Debuts in der Saison 2018/2019als Frank (»Die Fledermaus«) und Kreon (»Oedipus Rex«).

Weitere Debüts

dieser Spielzeit waren mit dem Tokyo Symphony Orchestra (Schoenbergs »Survivor from Warsaw« und Brahms' »Requiem« unter der Leitung von Jonathan Nott), Singapore Symphony Orchestra, der Staatskapelle Halle, den Bamberger Symphonikern, dem Staatsorchester Stuttgart (, der Gächinger Kantorei und der Akademie für alte Musik Berlin.

In der kommenden Saison wird er bei den Salzburger Festspielen, im Wiener Musikverein, dem Londoner Barbican Center, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Auditorio Nacional de Música Madrid, dem Leipziger Gewandhaus sowie vielen anderen Konzertsälen auftreten und wird weitere Debüts mit Contentus Musicus Wien (Dirigat Stefan Gottfried), dem MDR Sinfonieorchester (Dirigat Risto Joost), sowie dem European Union Youth Orchestra (Dirigat Manfred Honeck), geben.

Besonders gerne widmet sich Krešimir Stražanac dem Kunstlied-Repertoire. So sang er zahlreiche Liederabende/Rezitals in der Bayreuther Stadthalle, im Grand Théâtre de Dijon, im Zagreber HGZ und Vatroslav Lisinski Saal, beim Dubrovnik Sommerfestival, der Slowenischen Philharmonie in Ljubljana, im Züricher Toni-Areal, dem Klagenfurter Konzerthaus, Périgueux (Frankreich), Stuttgart (Wilhelma Theater und Hospitalhof-Sääle), im Casino Venedig und mehrere Male in Japan.

Auf CD/DVD ist er in der Decca Produktion von Bizets »Carmen« als Morales, der BBC Opus Arte Produktion von Beethovens »Fidelio« als Don Fernando und der Quattro Live Produktion von Wagners »Die Meistersinger von Nürnberg« als Konrad Nachtigall zu hören sowie der CD-Aufnahme Bachs Johannes-Passion mit dem Bayerischen Rundfunk/Concerto Köln unter der Leitung von Peter Dijkstra.

Er ist Gewinner des internationalen Cantilena-Wettbewerbs in Bayreuth, des internationalen La Voce-Wettbewerbs des Bayerischen Rundfunks sowie des 1. internationalen Hugo-Wolf-Wettbewerbs im Geburtshaus Hugo Wolfs.

Collegium Vocale Gent

Das Collegium Vocale Gent wurde 1970 auf Initiative von Philippe Herreweghe von einer Gruppe von Freunden, die an der Universität Gent studieren, gegründet. Sie waren eines der ersten Ensembles, die neue Ideen zur barocken Aufführungspraxis in der Vokalmusik verwendeten. Ihr authentischer, textorientierter und rhetorischer Ansatz verlieh dem Ensemble den transparenten Klang, mit dem es Weltruhm erlangte und auf den großen Konzerthäusern und Musikfestivals Europas, der Vereinigten Staaten, Russlands, Südamerikas, Japans, Hongkongs und Australiens auftrat. Seit 2017 betreibt das Ensemble sein eigenes Sommerfestival Collegium Vocale Crete Senesi in der Toskana, Italien.

In den letzten Jahren hat sich das Collegium Vocale Gent organisch zu einem äußerst flexiblen Ensemble entwickelt, dessen breites Repertoire eine Reihe verschiedener Stilepochen umfasst. Seine größte Stärke ist die Fähigkeit, für jedes Projekt die ideale Besetzung zusammenzustellen. So wird beispielsweise Musik aus der Renaissance von einer kleinen Gruppe von Solisten aufgeführt. Die deutsche Barockmusik, insbesondere die Vokalwerke von J.S. Bach, war eine Spezialität der Gruppe und ist nach wie vor das Juwel in ihrer Krone. Heute führt das Collegium Vocale Gent diese Musik mit einem kleinen Ensemble auf, in dem die Sängerinnen und Sänger sowohl den Chor als auch die Solostimmen übernehmen. Das Collegium Vocale Gent ist auch auf das romantische, moderne und zeitgenössische Oratorienrepertoire spezialisiert, das mit dem symphonischen Chor mit bis zu 80 Sängern aufgeführt wird.

Neben dem eigenen Barockorchester arbeitet das Collegium Vocale Gent bei der Durchführung dieser Projekte mit mehreren historisch informierten Instrumentalensembles zusammen, darunter das Orchestre des Champs Elysées, das Freiburger Barockorchester und die Akademie für Alte Musik Berlin.  Es arbeitet auch mit prominenten Symphonieorchestern wie dem Antwerpener Symphonieorchester, dem Königlichen Concertgebouw-Orchester Amsterdam, dem Budapester Festivalorchester, der Staatskapelle Dresden oder dem Chamber Orchestra of Europe zusammen. Das Ensemble hat mit Ivor Bolton, Marcus Creed, Reinbert de Leeuw, Iván Fischer, René Jacobs, Yannick Nézet-Séguin, Kaspars Putnins, Jos van Immerseel, Paul Van Nevel, James Wood und vielen anderen führenden Dirigenten zusammengearbeitet.

Unter der Leitung von Philippe Herreweghe hat das Collegium Vocale Gent eine beeindruckende Diskographie mit mehr als 100 Aufnahmen aufgebaut, die meisten davon mit den Labels Harmonia Mundi France und Virgin Classics. Im Jahr 2010 gründete Philippe Herreweghe zusammen mit Outhere Music sein eigenes Label φ (phi), um sich die volle künstlerische Freiheit zu geben, einen reichhaltigen und vielfältigen Katalog aufzubauen. Seitdem sind etwa 20 neue Aufnahmen mit Vokalmusik von Bach, Beethoven, Brahms, Dvorak, Gesualdo, Haydn oder Victoria erschienen. Zu den jüngsten Aufnahmen gehören Claudio Monteverdis Vespro della Beata Vergine (LPH029) und Sonn und Schild (LPH030) mit Kantaten von J.S.Bach. Unterdessen hat das Ensemble bei ά (ALPHA 390) Franz Lizsts Via crucis mit Reinbert de Leeuw aufgenommen.

Das Collegium Vocale Gent wird von der Flämischen Gemeinschaft, der Stadt Gent und der belgischen Nationallotterie finanziell unterstützt.

Heutzutage führt das Collegium Vocale Gent diese Musik vorzugsweise mit einem kleinen Ensemble auf, wobei die Sänger sowohl Chor, als auch solistische Partien ausführen. Immer mehr beschäftigt sich das Collegium Vocale Gent auch mit dem romantischen, modernen und zeitgenössischen Chorrepertoire.

Zur Verwirklichung dieser Projekte arbeitet das Collegium Vocale Gent mit verschiedenen historisch informierten Ensembles zusammen, wie etwa das Orchestre des Champs Élysées, das Freiburger Barockorchester oder die Akademie für Alte Musik Berlin. Aber auch mit international renommierten Symphonieorchestern hat das Ensemble inzwischen zusammengearbeitet. Geleitet wurde es dabei von Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt, Sigiswald Kuijken, René Jacobs, Paul Van Nevel, Iván Fischer, Marcus Creed, Kaspar Putnins, Yannick Nézet-Séguin und vielen anderen.