ABGESAGT: 8. Symphoniekonzert

Omer Meir Wellber Dirigent
Fatma Said Sopran
Michal Doron Alt
Daniel Ciobanu Klavier
Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Johannes Brahms

  • Rhapsodie für eine Altsimme, Männerchor und Orchester op. 53

Wolfgang Amadeus Mozart

  • Klavierkonzert A-Dur KV 488

Johann Sebastian Bach / Anton Webern

  • Ricercar a 6 aus »Das musikalische Opfer« BWV 1079

Felix Mendelssohn Bartholdy

  • Der 42. Psalm op. 42 »Wie der Hirsch schreit«

Berührungspunkte

PALMSONNTAGSKONZERT

Zwei Höhepunkte romantischer Chormusik bilden den Rahmen des Palmsonntagskonzerts 2021: Brahms’ bewegender »Alt-Rhapsodie« stellen Omer Meir Wellber und die Sächsische Staatskapelle gemeinsam mit dem Sächsischen Staatsopernchor Felix Mendelssohns Vertonung des 42. Psalms zur Seite. Niemand Geringeres als Robert Schumann sah Mendelssohn mit dieser Kantate »auf der höchsten Stufe« angekommen, »die er als Kirchencomponist, die die neuere Kirchenmusik überhaupt erreicht hat.« Einen klassischen Kontrapunkt setzt der junge rumänische Pianist Daniel Ciobanu in seinem Kapell-Debut mit Mozarts spätem Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur.

  • 28.03.2021
    19:00 Uhr
    Semperoper
  • 29.03.2021
    20:00 Uhr
    Semperoper

Omer Meir Wellber

Omer Meir Wellber gehört zu den führenden Dirigenten für Opern- und Orchesterrepertoire. Seit Beginn der Saison 2018/19 ist er Erster Gastdirigent der Semperoper Dresden, seit Juli 2019 zudem Chefdirigent des BBC Philharmonic Orchestra und ab Januar 2020 Music Director des Teatro Massimo in Palermo. Er stand am Pult zahlreicher erstklassiger Ensembles weltweit, so etwa beim London Philharmonic Orchestra, dem Gewandhausorchester zu Leipzig,  dem Pittsburgh Symphony Orchestra, dem Swedish Radio Symphony Orchestra, dem Orchestre National de Lyon, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden, dem Orchester RAI Torino und dem Tonhalle-Orchester Zürich. Er ist regelmäßiger Gastdirigent der Bayerischen Staatsoper München, von La Fenice Venedig und der Israeli Opera. Ein Gegenpol zu seinen internationalen Auftritten bildet sein Engagement in seiner Heimat Israel für klassische Musik im Allgemeinen und seine integrativen Projekte im Besonderen.

Im Oktober 2018 debütierte Omer Meir Wellber an der Metropolitan Opera in New York mit Vorstellungen von Bizets »Carmen«. Wenige Wochen zuvor gab er mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra sein Debüt beim Lucerne Festival. In der Saison 2019/2020 gastiert Omer Meir Wellber u. a. mit dem Netherlands Radio Philharmonic in Utrecht, Amsterdam und Anwerpen, beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Swedish Radio Symphony Orchestra und den Münchner Philharmonikern sowie im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele mit dem BBC Philharmonic. Auch in Dresden ist er bestens bekannt: Nach seinem Einstand 2010 mit Strauss’ »Daphne« leitete er u. a. einen Mozart/Da Ponte-Zyklus. In seiner Position als Erster Gastdirigent der Semperoper Dresden übernimmt er hier im November das Dirigat der Neuinszenierung von
Ligetis »Le Grand Macabre«. Außerdem leitet er die Wiederaufnahmen von »Nabucco« und »Eugen Onegin«.

Von 2010 bis 2014 war Omer Meir Wellber Music Director am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia. Zwischen 2008 und 2010 assistierte er Daniel Barenboim an der Berliner Staatsoper Unter den Linden sowie an der Mailänder Scala. Er dirigierte mit großem Erfolg bei Publikum und Presse Verdis »Aida« beim Gastspiel der Scala an der Israeli Opera.

2016 leitete er die Residency des Israel Philharmmonic Orchestra bei den Dresdner Musikfestspielen.

Seit 2009 ist er Musikdirektor der 1991 für die Integration von jüdischen Emigranten in Israel gegründeten Raanana Symphonette.

Fatma Said

Die ägyptische Sopranistin Fatma Said studierte an der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin und an der Accademia del Teatro alla Scala in Mailand. Von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als eine »Entdeckung« betitelt, präsentiert sich Fatma Said nicht nur in Opernhäusern und auf Bühnen, sondern auch in humanitärer Kapazität als Botschafterin für Kultur und Bildung in ihrer Heimat. 2016 gab sie unter der Leitung von Adam Fischer im Teatro alla Scala ihr sensationelles Rollendebüt als Pamina in Mozarts »Zauberflöte«. Fatma Said hat den Ruf einer außerordentlich talentierten Musikerin und war ein BBC Radio 3 New Generation Artist, 2019 unterschrieb sie einen Exklusivvertrag mit Warner Classics. In der vergangenen Saison führte Fatma Said unter anderem Mahlers Vierte Symphonie und Faurés Reqiuem auf, außerdem trat sie bei Rezitalaufführungen in der Wigmore Hall und im Funkhaus des Bayerischen Rundfunk auf sowie in China mit dem Teatro alla Scala als Pamina.

Höhepunkte der Saison 2020/21 sind unter anderem Auftritte mit dem Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo und dem Orchestre national de France, ein Galakonzert an der Deutschen Oper Berlin, Rezitals in der Wigmore Hall und beim Victoria de los Ángeles Festival Barcelona. Weitere Höhepunkte sind Mozarts Reqiuem bei den BBC Proms, »Die Schöpfung« sowie Mahlers Achte Symphonie unter Adam Fischer in der Tonhalle Düsseldorf, außerdem Strauss Lieder mit dem Royal Philhamronic Orchestra, Auftritte mit Orchestern wie dem Boston Symphony Orchestra und dem BBC Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Andris Nelsons und Omer Meir Wellber. Fatma Said hat außerdem noch Konzerte in Wien, Salzburg und Luzern gegeben, unter anderem auch ein Galakonzert bei den Vereinten Nationen in Genf.
2016 wurde Fatma vom Egypt's National Council for Women geehrt, zudem ist sie die erste Opernsängerin, die mit dem Kreativitäts-Preis des Staates ausgezeichnet wurde für ihre herausragenden Leistungen auf internationaler Ebene.

Michal Doron

Die in Israel geborene israelisch-amerikanische Sängerin (Mezzosopran/Alt) Michal Doron begann ihre musikalischen Studie im Alter von 18 Jahren bei Lilly Epstein und absolvierte die Klasse von Danna Glaser an der Buchmann-Metha-Schule, die Teil der Universität in Tel Aviv ist. In dieser Zeit wurde sie von Zubin Mehta gebeten das Galakonzert der Schule zu singen.
Sie hat unter der Leitung von zahlreichen Dirigenten gesungen, unter anderem Zubin Mehta, Daniel Oren, Allen Gilbert, Omer Meir Welber, Nikolaj Znaider, Antonino Fogliani und John Fiore.
In der Saison 16/17 war Doron beim »Meitar« Opernstudio der Israelischen Oper engagiert, wo sie sowohl in Opernproduktionen, als auch in Kammerkonzerten mitwirkte

In ihrer Zeit beim Jungen Ensemble der Semperoper führte sie Rollen wie Brigitta aus »Die Tote Stadt«, Cornelia in »Giulio Cesare«, Fortunata aus »Satyricon« und Mary im »Fliegenden Holländer«.
In der vergangenen Saison gab sie ihr Rollendebüt als Fenena aus »Nabucco« und Annina im »Rosenkavalier«.
2018 gewann sie bei den Aviv Wettbewerben einen Sonderpreis sowie den Publikumspreis. Michal Doron ist Mitglied des Ensembles der Semperoper.

Daniel Ciobanu

Daniel Ciobanu begann im Alter von 9 Jahren in Piatra Neamt, Rumänien, Klavier zu lernen. Zunächst bei Magdolna Cosma und Delia Balan, später bei Mihaela Spiridon und Iulian Arcadi Trofin. Anschließend gewann er Stipendien, um in Schottland bei Graeme McNaught und später bei Aaron Shorr und Petras Geniusas zu studieren und machte seinen Abschluss am Königlichen Konservatorium von Schottland. Er schloss sein Studium bei Marian Rybicki an der École Normale de Musique »Alfred Cortot« in Paris und an der Universität der Künste in Berlin bei Pascal Devoyon und Markus Groh ab.

Im Jahr 2010 gab er sein Debüt in der Royal Festival Hall und ist seitdem als Solist an Orten wie dem Münchner Gasteig, dem Salzburger Mozarteum, dem Auditorium de Radio France, dem Salle Cortot, der Fazioli Hall in Sacile, dem Teatro Massimo Palermo, dem Bukarester Atheneum, dem Duszniki Chopin Festival, dem Teatro Municipal in Rio de Janeiro, dem Bronfman Auditorium in Tel Aviv und der Taipei National Concert Hall aufgetreten.

Im Jahr 2015 erhielt Daniel Ciobanu er den 1. Grand Prix, den Publikumspreis und den Orchesterpreis beim Internationalen Klavierwettbewerb der Marokkanischen Philharmonie und war damit der erste Pianist in der Geschichte des Wettbewerbs, der alle Sonderpreise gewonnen hat und von der Jury einstimmig für den Hauptpreis gewählt wurde.  Er hat auch den 1. Preis und den Sonderpreis für die beste »Klassische Sonate« beim Internationalen Klavierwettbewerb UNISA in Pretoria (Südafrika) und den 1. Preis beim Internationalen Klavierwettbewerb BNDES in Rio de Janeiro gewonnen.

Daniel Ciobanu erregte erstmals 2017 internationale Aufmerksamkeit beim Arthur-Rubinstein-Wettbewerb in Tel Aviv, wo er sowohl die Silbermedaille als auch den Publikumspreis gewann.  Danach trat er in der Carnegie Hall, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Gewandhaus Leipzig, dem Konzerthaus Berlin, dem St John's Smith Square in London und dem Enescu-Festival in Bukarest auf und tourte durch Japan, China, Taiwan, Südafrika und Brasilien.

2017 gründete Ciobanu das »Neamt Music Festival« in Rumänien, um eine starke und frische internationale Plattform für junge Künstler zu schaffen. Das einwöchige Festival findet jedes Jahr in den rumänischen Karpaten statt und bietet nicht nur ein klassisches Programm, sondern auch Jazz und experimentelle Projekte.

In den Jahren 2019/20 ist er mehrmals mit dem Dirigenten Omer Meir Wellber aufgetreten, insbesondere bei seinem Debüt mit dem Gewandhausorchester Leipzig und dem Orchester Arturo Toscanini in Parma. In dieser Saison tritt er auch mit dem Symphonieorchester des Polnischen Nationalen Rundfunks und dem Dirigenten Cristian Mandeal auf und wird mehrere Soloauftritte absolvieren, darunter eine Tournee in Japan und sein Debüt-Recital beim Lucerne Festival.

Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Der Dresdner Opernchor wurde am 8. Oktober 1817 per königlichem Dekret durch Friedrich August dem Gerechten gegründet. Die Erlassung dieses Dekrets war vor allem ein Verdienst Carl Maria von Webers. Er hatte als neu engagierter Hofkapellmeister 1817 den Auftrag erhalten, neben der traditionsreichen italienischen Oper in Dresden auch eine deutsche Operngesellschaft ins Leben zu rufen. Weber forderte die Einrichtung eines »stehenden Theaterchors«, der den gestiegenen Anforderungen des dafür neu zu schaffenden Opernrepertoires gewachsen sein würde.

In der Folge entwickelte sich der Sächsische Staatsopernchor dank hervorragender Persönlichkeiten, die ihn künstlerisch umsichtig und traditionsbewusst leiteten, zu einem erstklassigen und gefragten Klangkörper. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelten und pflegten u. a. Joseph Metzner, Wilhelm Fischer, Karl Maria Pembaur, Ernst Hintze, Gerhart Wüstner, Hans Peter Müller-Sybel, Hans-Dieter Pflüger und Matthias Brauer bis heute ein spezielles, diesem Staatsopernchor zugehörendes Klangideal, das besonders auch durch die rege Konzerttätigkeit des Chores beeinflusst wurde. Homogenität des Klangs, klangliche Noblesse, kultivierter Pianogesang bei gleichzeitiger Klangdichte und -fülle sind wesentliche Attribute, die für den Sächsischen Staatsopernchor stehen. Von 2014/15 bis 2018/19 war Jörn Hinnerk Andresen Chordirektor. In der Spielzeit 2019/20 übernimmt Jan Hoffmann diese Position

kommissarisch.

Heute gilt der Sächsische Staatsopernchor als einer der besten Opernchöre Europas. Seine Auftritte in Opernvorstellungen, seine Mitwirkung in Konzerten, bei Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen, die kontinuierliche Präsenz bei Festspielen und auf Tourneen brachten ihm auch weltweit Beachtung sowie höchste Wertschätzung ein.

Besonders prägend für den Staatsopernchor war die Arbeit mit dem Dirigenten Giuseppe Sinopoli, der das künstlerische Potential als bei weitem noch nicht ausgeschöpft betrachtete. In zahlreichen CD-Produktionen wuchs das Chorensemble immer wieder über sich hinaus. In den Jahren nach Sinopolis plötzlichem Tod gelang durch kontinuierliche Arbeit eine Konsolidierung der künstlerischen Qualität.

Wie in allen künstlerischen Sparten der Sächsischen Staatsoper Dresden spielt auch im Staatsopernchor die enge Verknüpfung von Tradition, gegenwärtiger künstlerischer Verantwortung und Ausrichtung auf die Herausforderungen der Zukunft eine entscheidende Rolle.

Seit 2013 ist der Sächsische Staatsopernchor gemeinsam mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden ständiger Gast bei den Osterfestspielen in Salzburg, deren Künstlerische Leitung in den Händen von Christian Thielemann liegt.

Am 8. Oktober 2017 feierte der Sächsische Staatsopernchor Dresden sein 200-jähriges Chorjubiläum.