»Variation«: 11. Symphoniekonzert

Myung-Whun Chung Dirigent

Gabriel Fauré

  • »Pelléas et Mélisande« Suite op. 80

Antonín Dvořák

  • Symphonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der Neuen Welt«

Tänzerische Traumwelten

»Die Amerikaner erwarten große Dinge von mir, vor allem soll ich ihnen den Weg ins gelobte Land und in das Reich der neuen, selbständigen Kunst weisen.« Als Antonín Dvořák 1892 in New York die künstlerische Leitung des National Conservatory of Music zu übernahm, stürzte er sich in diese Aufgabe und ließ sich von afroamerikanischen und indigenen Musiktraditionen zu seiner zweifellos berühmtesten Symphonie inspirieren. In eine ganz andere »Neuen Welt« brach genau zeitgleich der belgische Autor Maurice Maeterlinck auf: Sein Drama »Pelléas et Mélisande« gilt als Hauptwerk des Symbolismus. Gabriel Faurés Schauspielmusik, anlässlich der Londoner Erstaufführung 1898 entstanden, ist die früheste musikalische Auseinandersetzung mit dem Drama, das später auch Debussy, Schönberg und Sibelius anregen sollte.

voraussichtliche Konzertdauer: ca. 70 Minuten, keine Pause

Das Konzert wird am 18. Juni 2021 ab 20 Uhr live von MDR Kultur & MDR Klassik übertragen.
  • 18.06.2021
    20:00 Uhr
    Semperoper
    Ausverkauft
  • 19.06.2021
    19:00 Uhr
    Semperoper
    Ausverkauft
  • 20.06.2021
    11:00 Uhr
    Semperoper

Myung-Whun Chung

Erster Gastdirigent

Die Ernennung eines Ersten Gastdirigenten ab der Spielzeit 2012/2013 war ein Novum in der langen Kapell-Historie – und dokumentiert die enge Beziehung zwischen Myung-Whun Chung und der Sächsischen Staatskapelle. Der südkoreanische Maestro stand seit 2001 vielfach in den Symphoniekonzerten in der Semperoper am Pult, er dirigierte im Orchestergraben eine Premierenserie von Verdis »Don Carlo« und ging mit der Kapelle auf Tourneen durch Europa, in die USA und nach Asien.

Überdies musizierte er immer wieder gemeinsam mit Mitgliedern der Staatskapelle auf dem Kammermusikpodium, so auch 2013 bei den Osterfestspielen Salzburg, bei denen er in der Doppelrolle als Dirigent und Pianist zu erleben war, und zuletzt im September 2020 mit Schuberts »Forellenquintett« in der Semperoper. In Dresden setzte sich Chung in den vergangenen Spielzeiten intensiv mit dem Œuvre von Gustav Mahler auseinander und leitete in der Semperoper Aufführungen von dessen Symphonien Nr. 1, 2, 4 bis 6 und 9. Aber auch Werke von Gioachino Rossini, Gabriel Fauré, Olivier Messiaen, Johannes Brahms und Antonín Dvořák gelangten in seinen Konzerten mit der Staatskapelle zur Aufführung.

In Seoul geboren, begann Myung-Whun Chung seine Laufbahn als Pianist. 1974 errang er den 2. Preis beim Tschaikowsky- Wettbewerb in Moskau. Seine dirigentische Karriere begann er als Assistent von Carlo Maria Giulini in Los

Angeles. Positionen als Chefdirigent bekleidete er beim Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, an der Opéra Bastille in Paris und bei der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. 15 Jahre lang stand er als Musikdirektor dem Orchestre Philharmonique de Radio France vor. Daneben ist und war er in verschiedenen Ämtern in seiner asiatischen Heimat präsent, u. a. als Künstlerischer Direktor sowohl des Seoul Philharmonic Orchestra als auch des Asia Philharmonic Orchestra, das asiatische Musiker aus den großen Orchestern der Welt für Konzertprojekte zusammenführt. Darüber hinaus ist er Ehrendirigent des Tokyo Philharmonic Orchestra. Myung-Whun Chung trat mit allen bedeutenden Klangkörpern auf, viele seiner bei der Deutschen Grammophon erschienenen CD-Aufnahmen sind preisgekrönt.

Über seine künstlerischen Aktivitäten hinaus widmet sich Myung-Whun Chung mit großem Engagement humanitären und ökologischen Fragen. Er war Botschafter des Drogenkontrollprogramms der Vereinten Nationen (UNDCP) und wurde 1995 von der UNESCO als »Man of the Year« gewürdigt. 1996 erhielt er den Kumkuan, den höchsten koreanischen Kulturpreis. Er wurde zum ersten Kulturbotschafter seines Heimatlandes berufen; die UNICEF ernannte ihn 2008 als ersten Dirigenten zum Goodwill Ambassador.