11. Symphoniekonzert

Myung-Whun Chung Dirigent
Sol Gabetta Violoncello

Robert Schumann

  • Violoncellokonzert a-Moll op. 129

Pjotr I. Tschaikowsky

  • Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74 »Pathétique«

Willkommen und Abschied

Robert Schumann schrieb sein einziges Cellokonzert in einer glücklichen Aufbruchsphase seines Lebens: Gerade mitsamt seiner Familie von Dresden nach Düsseldorf übergesiedelt und dort als Musikdirektor begeistert empfangen, vollendete er das Werk euphorisch innerhalb von nur zwei Wochen im Herbst 1850. »Von welchem Wohlklang und tiefer Empfindung sind alle die Gesangsstellen darin!«, lobte Clara in ihrem Tagebuch. Mit der »Pathétique« setzte hingegen Pjotr Tschaikowsky den »Schlussstein« seines Œuvres. Als eines seiner letzten Werke ist es mit seinem überwiegend melancholischen Tonfall und einem – an dieser Stelle ungewöhnlich – ausdrucksvollen Adagio als Finalsatz bis heute von Mythen umrankt.

Informationen zum Kartenvorverkauf werden voraussichtlich im Herbst 2021 bekannt gegeben.

  • 12.06.2022
    11:00 Uhr
    Semperoper
  • 13.06.2022
    20:00 Uhr
    Semperoper
  • 14.06.2022
    20:00 Uhr
    Semperoper

Myung-Whun Chung

Erster Gastdirigent

Die Ernennung eines Ersten Gastdirigenten ab der Spielzeit 2012/2013 war ein Novum in der langen Kapell-Historie – und dokumentiert die enge Beziehung zwischen Myung-Whun Chung und der Sächsischen Staatskapelle. Der südkoreanische Maestro stand seit 2001 vielfach in den Symphoniekonzerten in der Semperoper am Pult, er dirigierte im Orchestergraben eine Premierenserie von Verdis »Don Carlo« und ging mit der Kapelle auf Tourneen durch Europa, in die USA und nach Asien.

Überdies musizierte er immer wieder gemeinsam mit Mitgliedern der Staatskapelle auf dem Kammermusikpodium, so auch 2013 bei den Osterfestspielen Salzburg, bei denen er in der Doppelrolle als Dirigent und Pianist zu erleben war, und zuletzt im September 2020 mit Schuberts »Forellenquintett« in der Semperoper. In Dresden setzte sich Chung in den vergangenen Spielzeiten intensiv mit dem Œuvre von Gustav Mahler auseinander und leitete in der Semperoper Aufführungen von dessen Symphonien Nr. 1, 2, 4 bis 6 und 9. Aber auch Werke von Gioachino Rossini, Gabriel Fauré, Olivier Messiaen, Johannes Brahms und Antonín Dvořák gelangten in seinen Konzerten mit der Staatskapelle zur Aufführung.

In Seoul geboren, begann Myung-Whun Chung seine Laufbahn als Pianist. 1974 errang er den 2. Preis beim Tschaikowsky- Wettbewerb in Moskau. Seine dirigentische Karriere begann er als Assistent von Carlo Maria Giulini in Los

Angeles. Positionen als Chefdirigent bekleidete er beim Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, an der Opéra Bastille in Paris und bei der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. 15 Jahre lang stand er als Musikdirektor dem Orchestre Philharmonique de Radio France vor. Daneben ist und war er in verschiedenen Ämtern in seiner asiatischen Heimat präsent, u. a. als Künstlerischer Direktor sowohl des Seoul Philharmonic Orchestra als auch des Asia Philharmonic Orchestra, das asiatische Musiker aus den großen Orchestern der Welt für Konzertprojekte zusammenführt. Darüber hinaus ist er Ehrendirigent des Tokyo Philharmonic Orchestra. Myung-Whun Chung trat mit allen bedeutenden Klangkörpern auf, viele seiner bei der Deutschen Grammophon erschienenen CD-Aufnahmen sind preisgekrönt.

Über seine künstlerischen Aktivitäten hinaus widmet sich Myung-Whun Chung mit großem Engagement humanitären und ökologischen Fragen. Er war Botschafter des Drogenkontrollprogramms der Vereinten Nationen (UNDCP) und wurde 1995 von der UNESCO als »Man of the Year« gewürdigt. 1996 erhielt er den Kumkuan, den höchsten koreanischen Kulturpreis. Er wurde zum ersten Kulturbotschafter seines Heimatlandes berufen; die UNICEF ernannte ihn 2008 als ersten Dirigenten zum Goodwill Ambassador.   

Sol Gabetta

Sol Gabetta ist eine der bedeutendsten Cellistinnen unserer Zeit und in der Saison 2019/2020 Capell-Virtuosin der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Zu jüngeren Meilensteinen ihrer Karriere zählen gefeierte Debüts bei den Osterfestspielen Baden-Baden sowie Debüts beim Mostly Mozart Festival in New York und der Opening Night der BBC Proms in der Royal Albert Hall London. Als gern gesehener Gast auf den wichtigsten Festivals weltweit eröffnete Sol Gabetta 2018 das Schleswig Holstein Musik Festival. Seit 2005 unterrichtet sie an der Musik-Akademie Basel.

In Anerkennung ihrer herausragenden künstlerischen Aktivitäten nahm Sol Gabetta bei den Osterfestspielen Salzburg 2018 den Herbert von Karajan Preis entgegen und konzertierte dort als Solistin mit der Staatskapelle Dresden und Christian Thielemann sowie in Kammermusik-Konzerten. 2016 wurde Sol Gabetta erneut mit dem ECHO Klassik als Instrumentalistin des Jahres und für ihre Interpretation des Cellokonzerts Nr. 2 von Pēteris Vasks ausgezeichnet, nachdem ihre Aufnahmen bereits in den Jahren 2013, 2011, 2009 und 2007 mit dieser prestigeträchtigen Auszeichnung geehrt wurden. Zu weiteren Awards der Grammy-nominierten Künstlerin gehören die des Tschaikowsky-Wettbewerbs Moskau sowie des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD, der Gramophone Young Artist of the Year Award 2010 und der Würth-Preis der Jeunesses Musicales 2012.

Kammermusik bildet einen besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Ein großer und lebendiger Kreis musikalischer Partner findet sich jährlich beim SOLsberg Festival in der Schweiz ein, dessen künstlerische Leitung Sol Gabetta inne hat.

Sol Gabetta spielt auf einem von Balthazar Soulier zur Verfügung gestellten Violoncello von Matteo Goffriller von 1730, Venedig.