6. Symphoniekonzert

Christian Thielemann Dirigent
Camilla Nylund Sopran
Elena Zhidkova Alt
Benjamin Bruns Tenor
Franz-Josef Selig Bass
Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Anton Bruckner

  • Symphonie Nr. 9 d-Moll
  • Te Deum C-Dur WAB 45 für Soli, Chor, Orchester und Orgel

Die Pforten der Ewigkeit

Anton Bruckners letzte Symphonie ist in vielerlei Hinsicht seine radikalste: Harmonische Kühnheiten und elementare Kraftausbrüche verbinden sich mit strömender Melodik und sakralen Anklängen. Radikal ist sie auch in der Innerlichkeit des Ausdrucks. Es ist bezeichnend, dass Bruckner ein Choralmotiv im Adagio einen »Abschied vom Leben« nannte. Weil absehbar war, dass der schwerkranke Komponist das Finale nicht mehr würde vollenden können, riet ihm der Dirigent Hans Richter das bereits 1881 entstandene Te Deum als Finalersatz zu nutzen – ein Werk, das den tiefreligiösen Komponisten mit besonderem Stolz erfüllte und mit dem er zu Lebzeiten einen seiner größten Erfolge feierte.

Die Gedenkkonzerte finden ohne Pause statt. Auf Beifall wird verzichtet, die Aufführungen enden in einer Schweigeminute. 

Leider musste Saimir Pirgu seine Mitwirkung im 6. Symphoniekonzert kurzfristig absagen. Für ihn übernimmt Benjamin Bruns die Tenorpartie.

Das Konzert am 13. Februar 2022 wird ab 19.05 Uhr live von MDR Kultur & MDR Klassik sowie ab 20.03 Uhr von Deutschlandfunk Kultur übertragen.
  • 13.02.2022
    19:00 Uhr
    Semperoper
    Ausverkauft
  • 14.02.2022
    20:00 Uhr
    Semperoper
    Ausverkauft

Christian Thielemann

Chefdirigent

Seit der Saison 2012/2013 ist Chris­tian Thielemann Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Über Stationen an der Deutschen Oper Berlin, in Gelsen­kirchen, Karlsruhe, Hannover und Düsseldorf kam er 1988 als Generalmusikdirektor nach Nürnberg. 1997 kehrte der gebürtige Berliner in seine Heimatstadt als Generalmusikdirek­tor der Deutschen Oper Berlin zurück, bevor er das gleiche Amt von 2004 bis 2011 bei den Münchner Philharmonikern innehatte. Neben seiner Dresdner Chefposition war er von 2013 bis 2022 Künstlerischer Leiter der Osterfest­spiele Salzburg.

Intensiv widmete sich Christian Thiele­mann in den vergangenen Spielzeiten den Komponistenjubilaren Wagner, Strauss und Beethoven. Aber auch Werke von Bach bis hin zu Henze, Rihm und Gubaidulina standen für ihn in Dresden und auf Tournee auf dem Pro­gramm. In der Semperoper leitete er zuletzt Neuproduktionen von »Ariadne auf Naxos«, »Capriccio« und »Aida«. Bei den Osterfestspie­len Salzburg dirigierte er unter anderem »Die Walküre«, »Tosca«, »Die Meistersinger von Nürnberg« und »Lohengrin«.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Christian Thielemann mit den Berliner Phil­harmonikern und Wiener Philharmonikern, deren Neujahrskonzert er 2019 dirigierte. Er war musikalischer Berater und Musikdirektor der Bayreuther Festspiele, die er seit seinem

Debüt im Sommer 2000 alljährlich durch maß­stabsetzende Interpretationen prägt. Darüber hinaus folgte er Einladungen der großen Or­chester in Europa, den Vereinigten Staaten, Israel und Asien.

Christian Thielemanns Diskographie als Exklusivkünstler der UNITEL ist umfang­reich. Zu seinen jüngsten Einspielungen mit der Staatskapelle gehören die Symphonien von Anton Bruckner und Robert Schumann, Arnold Schönbergs »Gurre-Lieder« sowie zahlreiche Opern.

Christian Thielemann ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London, Honorarprofessor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden sowie Ehrendoktor der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar und der Katholischen Universität Leuven in Belgien. 2003 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im Mai 2015 erhielt er den Richard-Wagner-Preis der Richard-Wagner-Stiftung Leipzig, sowie im Oktober 2016 den Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper. Im April 2022 wurde er mit dem Ehrenzeichen des Landes Salzburg und im Juli 2022 mit der Wappenmedaille in Gold der Stadt Salzburg ausgezeichnet. Christian Thielemann ist Schirmherr der Richard-Wagner-Stätten Graupa. Für seine Einspielungen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

Camilla Nylund

Camilla Nylund, in Vaasa in Finnland geboren, studierte zunächst bei Eva Illes, später in der Opern- und Liedklasse im Mozarteum in Salzburg. Für ihre ausgezeichneten Leistungen wurde ihr im Dezember 1995 von der Internationalen Stiftung Mozarteum die Lilli Lehmann-Medaille verliehen.

Nach einem Festengagement in Hannover gehörte Camilla Nylund von 1999 bis 2002 zum Ensemble der Semperoper Dresden. Neben ihren Dresdner Verpflichtungen wurde sie mehr und mehr zu einem begehrten Gast an den wichtigsten Opernhäusern. So sang sie u. a. Die Gräfin(»Capriccio«) in Venedig, Eva (»Die Meistersinger von Nürnberg«) sowie Tatjana (»Eugen Onegin«) an der Hamburgischen Staatsoper, Leonore (»Fidelio«) an der Oper Zürich und unter Sir Simon Rattle auf dem Japan-Gastspiel der Salzburger Festspiele, »Salome« an der Oper Köln, Elisabeth (»Tannhäuser«) an der Bayerischen Staatsoper und Leonore in der »Fidelio«-Urfassung am Theater an der Wien.

Es folgten Debüts an der Wiener Staatsoper, an der Mailänder Scala und in Chicago, unter Sir Simon Rattle in der Berliner Philharmonie mit Henzes »Floß der Medusa«, am New National Theatre Tokyo, bei den Salzburger Festspielen sowie an der Bastille Paris, in Berlin und in Valencia unter Zubin Mehta. Im Sommer 2011 gab Camilla Nylund ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen; es folgten Wiedereinladungen für diese Partie auch für die Festspiele 2013 und 2014. Zu einem besonderen Erfolg wurde ihr Rollendebüt der Sieglinde (»Die Walküre«) an der Wiener Staatsoper 2013 – die Partie interpretierte sie 2017 erneut auch in Bayreuth.

Im der Saison 2018/19 war Camilla Nylund als Kaiserin in der Neuproduktion »Frau ohne Schatten« an der Wiener Staatsoper unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann zu erleben. Im Rahmen dieser Produktion wurde ihr der Titel der Wiener Kammersängerin verliehen. Im Dezember 2019 debütierte sie zudem mit großem Erfolg an der Metropolitan Opera New York (»Der Rosenkavalier«). In der Semperoper Dresden war sie zuletzt in der aktuellen Spielzeit als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« zu erleben.

Camilla Nylund arbeitet sowohl im Opern- als auch im Konzertbereich mit allen bedeutenden Maestri unserer Zeit – so mit Zubin Mehta, Sir Simon Rattle, Christian Thielemann, Andris Nelsons, Daniel Barenboim, Esa-Pekka Salonen, Vladimir Jurowski, Gianandrea Noseda, Riccardo Muti, Marek Janowski.

Elena Zhidkova

Die Mezzosopranistin Elena Zhidkova hatte ihr erstes Engagement an der Deutschen Oper Berlin. Sie gastierte bei den Bayreuther Festspielen. Claudio Abbado lud sie für die konzertante Aufführung von Parsifal, für Schumanns Faustszenen sowie für sein Abschiedskonzert an die Berliner Philharmonie ein. Mit Nikolaus Harnoncourt war sie in Händels Jephta dort erneut zu erleben.
Am Teatro Real Madrid debütierte sie als Waltraute (»Götterdämmerung«) und als Brangäne in »Tristan und Isolde«. Als vielgefragter Gast sang sie am New National Theatre Tokio unter anderem Octavian (»Der Rosenkavalier«), Fricka (»Der Ring des Nibelungen«) und Brangäne (»Tristan und Isolde«). Sie feierte als Judith (»Herzogs Blaubarts Burg«) einen großen Erfolg bei der Premiere an der Mailänder Scala, und mit derselben Partie gastierte sie an der Barbican Hall London mit dem London Symphony Orchestra unter der Leitung von Valéry Gergiev, wovon auch ein Live-Mitschnitt als CD herausgegeben wurde.
Im Frühjahr 2019 sang sie erstmals die Kundry (»Parsifal«) an der Wiener Staatsoper. Für ihre Interpretation der Judith (»Herzogs Blaubarts Burg«) am Marinskij-Theater wurde ihr die »Goldene Maske« verliehen.
In dieser Partie gastierte sie auch unter Seiji Ozawas Leitung beim »Saito Kinen Festival«, aus der ebenfalls eine CD-Produktion entstand. Die Fricka (»Der Ring des Nibelungen«) interpretierte sie an der Deutschen Oper Berlin sowie in der Genfer Neuproduktion der Tetralogie. Als Tannhäuser-Venus war sie an der Dresdner Semperoper und als Ortrud bei den Bayreuther Festspiele zu erleben.

Sie sang Marie (»Wozzeck«) mit dem BBC Orchestra unter Donald Runnicles sowie in einer Neuproduktion an der Deutschen Oper Berlin. Als Kundry (»Parsifal«) trat sie in Lyon, Mannheim und Düsseldorf auf. Große Erfolge waren La Principessa di Bouillon (»Adriana Lecouvreur«), Fremde Fürstin (»Rusalka«) sowie Eboli (»Don Carlo«) an der Wiener Staatsoper, Charlotte (»Werther«) unter Michel Plasson, sowie ihr Debüt als Ortrud (»Lohengrin«).
Sie sang Didon in Berlioz’ »Los Troyens«, Amneris in »Aida« und Eboli in »Don Carlos« an der Hamburgischen Staatsoper, ebenfalls die Eboli am Bolshoi, Judith in »Herzog Blaubarts Burg« in Dresden und Santuzza an der Deutschen Oper Berlin und Opéra Bastille Paris.
Einen großartigen Erfolg feierte sie im Sommer 2019 bei den Bayreuther Festspielen. Kurz vor der Festspielpremiere der Neuproduktion »Tannhäuser« übernahm sie die Partie der Venus und bekam dafür von der internationalen Presse hohe Anerkennung.

Benjamin Bruns

Benjamin Bruns begann seine Sängerlaufbahn als Alt-Solist im Knabenchor seiner Heimatstadt Hannover. Nach einer vierjährigen privaten Gesangsausbildung bei Prof. Peter Sefcik studierte er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Kammersängerin Renate Behle. Noch während des Studiums wurde ihm vom Bremer Theater ein erstes Festengagement angeboten, welches ihm früh den Aufbau eines breitgefächerten Repertoires ermöglichte und dem bald ein Ensemblevertrag an der Oper Köln folgte. Über die Sächsische Staatsoper Dresden führte ihn sein Weg direkt zur Wiener Staatsoper, deren Ensemblemitglied er bis Juni 2020 war.

Seine musikalische Bandbreite umfasst Mozart-Rollen wie Belmonte (»Die Entführung aus dem Serail«), Tamino (»Die Zauberflöte«) und Don Ottavio (»Don Giovanni«) aber auch wichtiges anderes Repertoire wie Fenton (»Falstaff«), Camille de Rosillon (»Die lustige Witwe«), Lysander (Britten »A Midsummer Night's Dream«), Don Ramiro (»La Cenerentola«), Boris Grigorievič (Janáček »Kátia Kabanová«) oder den Italienischen Tenor in den beiden Strauss-Opern »Capriccio« und »Der Rosenkavalier«. Mit Wagner - Partien wie Lohengrin, Loge (»Das Rheingold«) und Erik (»Der fliegende Holländer«), oder Max in »Der Freischütz« und dem Matteo in Strauss´ »Arabella« zeichnet sich die Erweiterung ins jugendlich-dramatische Fach ab. Im Frühjahr 2020 stand er erstmals als Florestan in Beethovens Fidelio auf der Bühne der Wiener Staatsoper.
Gastspiele führten ihn unter anderem an die Berliner Staatsoper Unter den Linden, das Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz, die Deutsche Oper Berlin, das Staatstheater Nürnberg, sowie an das Teatro Colón in Buenos Aires. Im Sommer 2012 gab er sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen als Steuermann in »Der fliegende Holländer«.
Zum Auftakt der Spielzeit 2021/2022 gastiert Benjamin Bruns als Erik in Wagners »Der fliegende Holländer« zu Gast an der Bayerischen Staatsoper. Drei konzertante Aufführungen von Schumanns »Szenen aus Goethes Faust« sowie sowie Vorstellungen als Florestan in Beethovens »Fidelio« markieren sein Hausdebüt an der Hamburger Staatsoper. Ein weiteres Hausdebüt wird er als Max in Webers »Der Freischütz« am Nationale Opera Ballet Amsterdam geben. An der Oper Chemnitz wird er wieder als »Lohengrin« zu hören sein. Darüberhinaus wurde Benjamin Bruns von der Metropolitan Opera in New York eingeladen, an der Produktion »Die Meistersinger von Nürnberg« mitzuwirken.

Oratorium und Liedgesang bilden für den Künstler einen wichtigen Gegenpol zu seinem Bühnenschaffen. Der Schwerpunkt seines umfangreichen Konzertrepertoires sind die großen sakralen Werke von Bach, Händel, Haydn, Mozart, Schubert und Mendelssohn. Dabei musiziert er mit allen wichtigen deutschen Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Gewandhausorchester Leipzig oder der Akademie für Alte Musik Berlin, aber auch mit renommierten internationalen Ensembles wie den Wiener Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem Bach Collegium Japan, der Tschechischen Philharmonie, dem Sydney Symphony Orchestra, dem Kammerorchester Basel sowie Chor und Orchester der Accademia di Santa Cecilia in Rom.
Auch die laufende Konzertsaison hält interessante Projekte bereit: in Tokyo sowohl Mahlers »Das Lied von der Erde« sowie Beethovens »Symphonie Nr. 9«, in Utrecht und Amsterdam Beethovens »Messe in C-Dur« und Bartóks »Cantata profana« mit dem Niederländischen Rundfunk unter Karina Canellakis und in Stuttgart bei der Internationalen Bachakademie Orffs »der Mond« sowie, als Abschlusskonzert des Musikfestes Stuttgart Schumanns »Paradies und die Peri«. Den Schlusspunkt der Spielzeit setzen zwei Konzerte von Haydns »Schöpfung« mit der Dresdner Philharmonie unter Marek Janowski.

Benjamin Bruns ist Preisträger des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin, des Hamburger Mozart-Wettbewerbs sowie des internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg. Als besondere Auszeichnungen wurden ihm 2008 der Kurt-Hübner-Preis des Theaters Bremen und 2009 der Nachwuchsförderpreis des Schleswig-Holstein Musik Festivals verliehen.
Seine Lied-CD »Dichterliebe«, mit Schumanns »Dichterliebe« und »Der arme Peter«, Beethovens »An die ferne Geliebte« und Hugo Wolfs »Liederstrauß« (am Klavier: Karola Theill) wurde von der Presse hoch gelobt und sowohl bei den International Classical Music Awards als auch für den Deutschen Schallplattenpreis in der Kategorie‚ Vocal Recital‘ nominiert.

Franz-Josef Selig

Franz-Josef Selig ist international einer der renommiertesten Sänger der Rollen des seriösen Bass-Fachs wie Gurnemanz, König Marke, Sarastro, Rocco, Osmin, Daland, Fiesco und Fasolt und an allen großen Opernhäusern der Welt (u. a. Bayerische Staatsoper, Wiener Staatsoper, Mailänder Scala, Teatro Real Madrid, die Pariser Opernhäuser bis zur Metropolitan Opera New York) sowie bei renommierten Festivals wie den Bayreuther, Baden Badener und Salzburger Festspielen und dem Festival d‘Aix-en-Provence zu Hause.
Dabei waren und sind namhafte Orchester und Dirigenten seine Partner, darunter Sir Colin Davis, Christian Thielemann, Sir Simon Rattle, Marek Janowski, Zubin Mehta, Semyon Bychkov, Riccardo Muti, Yannick Nezét-Séguin, Antonio Pappano, Philippe Jordan, Daniel Harding und viele andere.

Der Künstler schloss zunächst an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln das Studium der Kirchenmusik ab, bevor er in die Hochschulklasse Gesang von Claudio Nicolai wechselte. Anfangs gehörte er sechs Jahre als Ensemblemitglied dem Essener Aalto-Theater an. Seither ist Franz-Josef Selig als freischaffender Sänger tätig.
Für 2020/21 stehen zahlreiche internationale Opernprojekte auf dem Programm: Fidelio-Aufführungen unter Zubin Mehta in München, Pelleas et Melisande in Toulouse unter Leo Hussain, Parsifal in Tokio unter Marek Janowski, Tannhäuser unter David Afkham in Barcelona und eine Neuproduktion von Tristan und Isolde unter Sir Simon Rattle in Aix-en-Provence. Tristan und Isolde unter Esa-Pekka Salonen in Los Angeles sowie eine Wiederaufnahme der Produktion Fidelio von Jürgen Flimm an der MET unter Chefdirigent Yannick Nezet-Seguin fallen leider den Absagen wegen der weltweiten Corona-Pandemie zum Opfer. 

Zusätzlich zu seinen zahlreichen Konzert- und Opernengagements findet der Sänger Zeit für Liederabende, zuletzt mit Gerold Huber in London, Madrid, Kattowitz und Köln. Sein neues Liedprogramm mit Gerold Huber in Brüssel am Théâtre Royal de la Monnaie ist für den November 2021 angesetzt.

Zahlreiche CD- und DVD-Produktionen dokumentieren die künstlerische Bandbreite dieses außergewöhnlichen Sängers - von Bachs Matthäus-Passion über Mozarts Zauberflöte (Royal Opera London/Sir Colin Davis), Don Giovanni (Wiener Staatsoper/Riccardo Muti), Le nozze di Figaro (Salzburger Festspiele/Nikolaus Harnoncourt), Die Entführung aus dem Serail (Gran Teatre del Liceu/Ivor Bolton/Christoph Loy) bis L’incoronazione di Poppea (Gran Teatre del Liceu/David Alden/Harry Bicket).
Die Partie des Gurnemanz in Wagners Parsifal nahm er sowohl unter Christian Thielemann (Wiener Staatsoper, erschienen bei Deutsche Grammophon) als auch mit Marek Janowski und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Pentatone) auf.
Die DVD der Produktion Der Ring des Nibelungen (DG, Produktion der Metropolitan Opera New York, 2010) mit Franz-Josef Selig als Fasolt erhielt 2013 den Grammy Award als beste Opernaufnahme. Aus dem Jahr 2013 ist inzwischen auch eine DVD Der Fliegende Holländer von den Bayreuther Festspielen erschienen (Thielemann/Gloger). Im Juni 2014 erschien seine erste Lied-CD mit Gerold Huber am Klavier. Unter dem Titel Prometheus (AVI) vereinigt sie Lieder von Schubert, Wolf und Strauss. Bei der Deutschen Grammophon gibt es eine Aufnahme von Mozarts Entführung aus dem Serail unter der Leitung von Yannick Nezét-Séguin (Produktion Sommer 2014 am Festspielhaus Baden-Baden) und nachfolgend die Zauberflöte (Produktion Frühjahr 2018 am Festspielhaus Baden-Baden) auf CD.

Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Der Dresdner Opernchor wurde am 8. Oktober 1817 per königlichem Dekret durch Friedrich August dem Gerechten gegründet. Die Erlassung dieses Dekrets war vor allem ein Verdienst Carl Maria von Webers. Er hatte als neu engagierter Hofkapellmeister 1817 den Auftrag erhalten, neben der traditionsreichen italienischen Oper in Dresden auch eine deutsche Operngesellschaft ins Leben zu rufen. Weber forderte die Einrichtung eines »stehenden Theaterchors«, der den gestiegenen Anforderungen des dafür neu zu schaffenden Opernrepertoires gewachsen sein würde.

In der Folge entwickelte sich der Sächsische Staatsopernchor dank hervorragender Persönlichkeiten, die ihn künstlerisch umsichtig und traditionsbewusst leiteten, zu einem erstklassigen und gefragten Klangkörper. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelten und pflegten u. a. Joseph Metzner, Wilhelm Fischer, Karl Maria Pembaur, Ernst Hintze, Gerhart Wüstner, Hans Peter Müller-Sybel, Hans-Dieter Pflüger und Matthias Brauer bis heute ein spezielles, diesem Staatsopernchor zugehörendes Klangideal, das besonders auch durch die rege Konzerttätigkeit des Chores beeinflusst wurde. Homogenität des Klangs, klangliche Noblesse, kultivierter Pianogesang bei gleichzeitiger Klangdichte und -fülle sind wesentliche Attribute, die für den Sächsischen Staatsopernchor stehen. Von 2014/15 bis 2018/19 war Jörn Hinnerk Andresen Chordirektor. In der Spielzeit 2019/20 übernimmt Jan Hoffmann diese Position kommissarisch.

Heute gilt der Sächsische Staatsopernchor als einer der besten Opernchöre Europas. Seine Auftritte in Opernvorstellungen, seine Mitwirkung in Konzerten, bei Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen, die kontinuierliche Präsenz bei Festspielen und auf Tourneen brachten ihm auch weltweit Beachtung sowie höchste Wertschätzung ein.

Besonders prägend für den Staatsopernchor war die Arbeit mit dem Dirigenten Giuseppe Sinopoli, der das künstlerische Potential als bei weitem noch nicht ausgeschöpft betrachtete. In zahlreichen CD-Produktionen wuchs das Chorensemble immer wieder über sich hinaus. In den Jahren nach Sinopolis plötzlichem Tod gelang durch kontinuierliche Arbeit eine Konsolidierung der künstlerischen Qualität.

Wie in allen künstlerischen Sparten der Sächsischen Staatsoper Dresden spielt auch im Staatsopernchor die enge Verknüpfung von Tradition, gegenwärtiger künstlerischer Verantwortung und Ausrichtung auf die Herausforderungen der Zukunft eine entscheidende Rolle.

Seit 2013 ist der Sächsische Staatsopernchor gemeinsam mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden ständiger Gast bei den Osterfestspielen in Salzburg, deren Künstlerische Leitung in den Händen von Christian Thielemann liegt.

Am 8. Oktober 2017 feierte der Sächsische Staatsopernchor Dresden sein 200-jähriges Chorjubiläum.