7. Symphoniekonzert

Myung-Whun Chung Dirigent
Seong-Jin Cho Klavier

Johannes Brahms

  • Symphonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Pjotr I. Tschaikowsky

  • Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll op. 23

Beifall und Begeisterung

Nur acht Jahre liegen zwischen den Wer­ken des Programms, und auch sonst gibt es manche Parallelen zwischen Brahms’ Drit­ter Symphonie und Tschaikowskys Erstem Klavierkonzert. Denn beide Kompositionen katapultierten sich nach ihren umjubelten Premieren sofort ins Repertoire. Clara Schu­mann verglich Brahms’ Dritte gar mit Beetho­vens »Pastorale«; nach der Uraufführung von Tschaikowskys Klavierkonzert überschlug sich die Presse vor Begeisterung. Aus der Taufe gehoben wurde das Werk in Boston, denn in Russland hatte es Nikolai Rubinstein zuvor als »unspielbar« abgelehnt – ein Ver­dikt, das seitdem Pianisten immer wieder neu widerlegen.

Eine kostenlose Konzerteinführung mit Hagen Kunze findet 45 Minuten vor Beginn im Opernkeller statt.

Konzertdauer: ca. 120 Minuten, einschließlich 20 Minuten Pause

  • 24.02.2023
    20:00 Uhr
    Semperoper
    Tickets
    Ticket-Preis:
    27.00 – 94.00 €
  • 25.02.2023
    19:00 Uhr
    Semperoper
    Tickets
    Ticket-Preis:
    16.00 – 94.00 €
  • 26.02.2023
    11:00 Uhr
    Semperoper
    Tickets
    Ticket-Preis:
    13.00 – 67.00 €

Myung-Whun Chung

Erster Gastdirigent

Die Ernennung eines Ersten Gastdirigenten ab der Spielzeit 2012/2013 war ein Novum in der langen Kapell-Historie – und dokumentiert die enge Bezie­hung zwischen Myung-Whun Chung und der Sächsischen Staatskapelle. Der südkoreani­sche Maestro stand seit 2001 vielfach in den Symphoniekonzerten in der Semperoper am Pult, er dirigierte im Orchestergraben eine Premierenserie von Verdis »Don Carlo« und ging mit der Kapelle auf Tourneen durch Europa, in die USA und nach Asien.

Überdies musizierte er immer wieder ge­meinsam mit Mitgliedern der Staatskapelle auf dem Kammermusikpodium, zuletzt im September 2020 mit Schuberts »Forellen­quintett« in der Semperoper. In Dresden setzte sich Chung in den vergangenen Spielzeiten intensiv mit dem OEuvre von Gustav Mahler auseinander und leitete in der Semperoper Aufführungen von dessen Symphonien Nr. 1, 2, 4 bis 6 und 9. Aber auch Werke von Gioachi­no Rossini, Gabriel Fauré, Olivier Messiaen, Johannes Brahms und Antonín Dvořák gelang­ten in seinen Konzerten mit der Staatskapelle zur Aufführung.

In Seoul geboren, begann Myung-Whun Chung seine Laufbahn als Pianist. 1974 errang er den 2. Preis beim Tschaikowsky- Wettbewerb in Moskau. Seine dirigentische Karriere begann er als Assistent von Carlo Maria Giulini in Los Angeles. Positionen als Chefdirigent bekleidete er beim Rundfunk- Sinfonieorchester Saarbrücken, an der Opéra Bastille in

Paris und bei der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. 15 Jahre lang stand er als Musikdirektor dem Orches­tre Philharmonique de Radio France vor. Daneben ist und war er in verschiedenen Ämtern in seiner asiatischen Heimat präsent, u. a. als Künstlerischer Direktor sowohl des Seoul Philharmonic Orchestra als auch des Asia Philharmonic Orchestra, das asiatische Musiker aus den großen Orchestern der Welt für Konzertprojekte zusammenführt. Darüber hinaus ist er Ehrendirigent des Tokyo Phil­harmonic Orchestra. Myung-Whun Chung trat mit allen bedeutenden Klangkörpern auf, viele seiner bei der Deutschen Grammophon erschienenen CD-Aufnahmen sind preisge­krönt. Im Januar begeht Myung-Whun Chung seinen 70. Geburtstag – dieses Jubiläum feiert er mit der Staatskapelle auf einer gemeinsa­men Südkorea-Tournee im Frühjahr 2023.

Über seine künstlerischen Aktivitäten hi­naus widmet sich Myung-Whun Chung mit großem Engagement humanitären und öko­logischen Fragen. Er war Botschafter des Drogenkontrollprogramms der Vereinten Nationen (UNDCP) und wurde 1995 von der UNESCO als »Man of the Year« gewürdigt. 1996 erhielt er den Kumkuan, den höchsten koreanischen Kulturpreis. Er wurde zum ers­ten Kulturbotschafter seines Heimatlandes berufen; die UNICEF ernannte ihn 2008 als ersten Dirigenten zum Goodwill Ambassador.

Seong-Jin Cho

Seong-Jin Cho machte sich erstmals 2015 als Preisträger des Internationalen Chopin-Wettbewerbs in Warschau einen Namen. Im Januar 2016 unterschrieb er einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon. Als stark nachgefragter Künstler spielt Seong-Jin Cho mit den weltweit renommiertesten Orchestern, unter anderem die Berliner Philharmoniker, London Symphony Orchestra, Münchner Philharmoniker, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Orchestre de Paris und The Philadelphia Orchestra. Er arbeitet regelmäßig mit Dirigenten wie Myung-Whun Chung, Iván Fischer, Jakub Hrůša, Yannick Nézet-Séguin, Gianandrea Noseda, Sir Antonio Pappano und Esa-Pekka Salonen zusammen.

Zu den Höhepunkten der Saison 2021/22 zählen Seong-Jin Chos Debüts mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Alain Altinoglu, Bamberger Symphoniker unter Andrew Manze sowie mit dem Mozarteumorchester Salzburg unter Jörg Widmann. Des Weiteren kehrt er zum Los Angeles Philharmonic und New York Philharmonic unter ihren jeweiligen Chefdirigenten zurück, sowie zum Orchestre National de France mit Cristian Măcelaru und zum Konzerthausorchester Berlin mit Christoph Eschenbach. Als gefragter Solist für Orchestertourneen ist Seong-Jin Cho diese Saison auf mehreren internationalen Konzertreisen zu erleben, unter anderem mit dem Czech Philharmonic Orchestra und Semyon Bychkov sowie dem Philharmonia Orchestra und Santtu-Matias Rouvali.

Mit seinen gefeierten Klavierabenden gastiert Seong-Jin Cho in den namhaftesten Konzertsälen weltweit, wie etwa Carnegie Hall, als Teil der »Keyboard Virtuoso« Konzertreihe, Concertgebouw Amsterdam, als Teil der »Master Pianists« Konzertreihe, Berlin Philharmonie

Kammermusiksaal, Suntory Hall Tokio, Walt Disney Hall Los Angeles, La Roque d’Anthéron Festival, Verbier Festival, Gstaad Menuhin Festival und Rheingau Festival. In der nächsten Saison gibt er Solo-Debüts in der Wigmore Hall London, Konzerthaus Wien, Prinzregententheater München, Liederhalle Stuttgart, Auditorium Rainier Monte-Carlo und Konserthuset Stockholm.

Sein erstes Album für die Deutsche Grammophon erschien im November 2016, für das er Chopins Klavierkonzert Nr. 1 mit dem London Symphony Orchestra und Gianandrea Noseda sowie Chopins vier Balladen aufnahm. Es folgten eine Soloaufnahme mit Werken von Debussy im November 2017 und sein Mozart-Album mit dem Chamber Orchestra of Europe und Yannick Nézet-Seguin in 2018. Für seine letzte Aufnahme »The Wanderer«, erschienen im Mai 2020, spielte Seong-Jin Cho Schuberts »Wandererfantasie«, Bergs Klaviersonate op. 1 und Liszts Klaviersonate h-moll ein. Alle Alben erhielten weltweit überschwängliche Kritiken. Seiner jüngste CD Veröffentlichung ist ein Album mit Chopins Klavierkonzert Nr. 2 und den vier Scherzi im August 2021.

1994 in Seoul geboren, begann Seong-Jin Cho im Alter von sechs Jahren Klavier zu spielen und gab sein erstes Solorezital mit elf Jahren. 2009 wurde er zum jüngsten Preisträger der Hamamatsu International Piano Competition Japan und gewann 2011 den dritten Preis des Tschaikowsky-Wettbewerbs Moskau. Von 2012 bis 2015 studierte er mit Michel Béroff am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris und wurde Alfred Brendel betreut. Seong-Jin Cho lebt in Berlin.