12. Symphoniekonzert

Christian Thielemann Dirigent
Camilla Nylund Sopran I (Magna Peccatrix)
Ricarda Merbeth Sopran II (Una poenitentium)
Regula Mühlemann Soprann III (Mater gloriosa)
Štěpánka Pučálková Alt I (Mulier Samaritana)
Christa Mayer Alt II (Maria Aegyptiaca)
David Butt Philip Tenor (Doctor Marianus)
Michael Volle Bariton (Pater ecstaticus)
Georg Zeppenfeld Bass (Pater profundus)
Chor des Bayerischen Rundfunks
Sächsischer Staatsopernchor Dresden
André Kellinghaus Einstudierung
Kinderchor der Semperoper Dresden
Gustav Mahler Jugendorchester

Gustav Mahler

  • Symphonie Nr. 8

»Hier wird’s Ereignis«

Als Mahlers Achte erstmals auf dem Programm der Staatskapelle stand, umwehte dieses Konzert eine besondere Aura: Am 30. Juni 1932, neun Monate vor seiner Vertreibung, dirigierte Fritz Busch das Opus Ultimum des Spätromantikers. Die Kombination des Pfingsthymnus »Veni, creator spiritus« mit dem »Faust II«-Finale beschrieb Mahler euphorisch: »Es ist das Größte, was ich gemacht habe. Denken Sie sich, dass das Universum zu tönen beginnt.« Besucher der Uraufführung vom 12. September 1910 in München mit 1030 Mitwirkenden berichteten von der überwältigenden Wirkung der »Symphonie der Tausend« (wie der Verlag das Werk bald nannte). Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Konzerteinführung jeweils 45 Minuten vor Beginn im Opernkeller der Semperoper.

  • Sonntag
    07.07.2024
    19:00 Uhr
    Semperoper
    Ausverkauft
  • Montag
    08.07.2024
    19:00 Uhr
    Semperoper
    Ausverkauft
  • Dienstag
    09.07.2024
    19:00 Uhr
    Semperoper
    Ausverkauft

Christian Thielemann

Chefdirigent

Seit der Saison 2012/2013 ist Chris­tian Thielemann Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Über Stationen an der Deutschen Oper Berlin, in Gelsen­kirchen, Karlsruhe, Hannover und Düsseldorf kam er 1988 als Generalmusikdirektor nach Nürnberg. 1997 kehrte der gebürtige Berliner in seine Heimatstadt als Generalmusikdirek­tor der Deutschen Oper Berlin zurück, bevor er das gleiche Amt von 2004 bis 2011 bei den Münchner Philharmonikern innehatte. Neben seiner Dresdner Chefposition war er von 2013 bis 2022 Künstlerischer Leiter der Osterfest­spiele Salzburg sowie musikalischer Berater und Musikdirektor der Bayreuther Festspiele, die er seit seinem Debüt im Sommer 2000 alljährlich durch maßstabsetzende Interpretationen prägt. Im September 2023 wurde Christian Thielemann zum Nachfolger von Daniel Barenboim ernannt. Das Amt als Generalmusikdirektor der Staatsoper Unter den Linden tritt er ab der Saison 2024/2025 an.

Intensiv widmete sich Christian Thiele­mann in den vergangenen Spielzeiten den Komponistenjubilaren Wagner, Strauss und Beethoven. Aber auch Werke von Bach bis hin zu Henze, Rihm und Gubaidulina standen für ihn in Dresden und auf Tournee auf dem Pro­gramm. In der Semperoper leitete er zuletzt Neuproduktionen von »Ariadne auf Naxos«, »Capriccio« und »Aida«. Bei den Osterfestspie­len Salzburg dirigierte er unter anderem »Die Walküre«, »Tosca«, »Die Meistersinger von Nürnberg« und »Lohengrin«.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Christian Thielemann mit den Berliner Phil­harmonikern und Wiener Philharmonikern,

deren Neujahrskonzert er 2019 dirigierte und 2024 erneut dirigieren wird. Er war musikalischer Berater und Musikdirektor der Bayreuther Festspiele, die er seit seinem Debüt im Sommer 2000 alljährlich durch maß­stabsetzende Interpretationen prägt. Darüber hinaus folgte er Einladungen der großen Or­chester in Europa, den Vereinigten Staaten, Israel und Asien.

Christian Thielemanns Diskographie als Exklusivkünstler der UNITEL ist umfang­reich. Zu seinen jüngsten Einspielungen mit der Staatskapelle gehören die Symphonien von Anton Bruckner und Robert Schumann, Arnold Schönbergs »Gurre-Lieder« sowie zahlreiche Opern.

Christian Thielemann ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London, Honorarprofessor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden sowie Ehrendoktor der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar und der Katholischen Universität Leuven in Belgien. 2003 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im Mai 2015 erhielt er den Richard-Wagner-Preis der Richard-Wagner-Stiftung Leipzig, sowie im Oktober 2016 den Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper. 2022 wurde er mit dem Ehrenzeichen des Landes Salzburg und mit der Wappenmedaille in Gold der Stadt Salzburg ausgezeichnet. 2023 erhielt er die Ehrenmitgliedschaft und den Ehrenring der Wiener Staatsoper. Christian Thielemann ist Schirmherr der Richard-Wagner-Stätten Graupa. Für seine Einspielungen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

Camilla Nylund

Camilla Nylund, in Vaasa (Finnland) geboren, studierte zunächst bei Eva Illes, später in der Opern- und Liedklasse im Mozarteum in Salzburg. Für ihre ausgezeichneten Leistungen wurde ihr im Dezember 1995 von der Internationalen Stiftung Mozarteum die Lilli Lehmann-Medaille verliehen.

Nach Festengagements in Hannover und an der Semperoper Dresden gehört Camilla Nylund mittlerweile zu den international begehrtesten Sängerinnen ihres Fachs und ist an allen bedeutenden Opernhäusern regelmäßiger Gast – an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper München, der Metropolitan Opera New York, der Mailänder Scala, an der Pariser Bastille, der Berliner und der Hamburgischen Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, bei den Bayreuther und den Salzburger Festspielen, in Barcelona, Valencia, Zürich, Helsinki, Köln, Frankfurt, Amsterdam, Tokio, San Francisco.

Als Anerkennung für ihre künstlerische Leistung erhielt Camilla Nylund zahlreiche Auszeichnungen.

Seit November 2022 ist sie Trägerin des Lotte-Lehmann-Gedächtnisrings – eine der weltweit bedeutendsten Auszeichnungen für Opernsängerinnen. Im September 2022 wurde sie neben anderen hochkarätigen Preisträgern in der Züricher Tonhalle mit dem Europäischen Kulturpreis geehrt. Aufgrund ihrer jahrelangen künstlerischen Verbundenheit verlieh ihr die Wiener Staatsoper im Jahr 2019 den Titel der Österreichischen Kammersängerin. Auch die Semperoper Dresden hat Camilla Nylund zur Sächsischen Kammersängerin ernannt. Bereits im Jahr 2000 erhielt sie dort den Christel-Goltz-Preis der Semperoper. In ihrer Heimat wurde sie mit dem Finnischen Staatspreis der Musik (2019), dem Großen Kulturpreis des Schwedischen Kulturfonds in Finnland sowie der Pro-Finlandia-Medaille, verliehen durch den finnischen Staatspräsidenten (2013), ausgezeichnet.

Ricarda Merbeth

Ricarda Merbeth ist eine weltweit gefragte Wagner- und Strauss-Interpretin. Sie gastiert an den führenden Opernhäusern, u.a. Staatsoper Unter den Linden Berlin, Bayreuther Festspiele, Hamburgische Staatsoper, Bayerische Staatsoper, Wiener Staatsoper, Mailänder Scala, Deutsche Oper Berlin, Staatsoper Unter den Linden, New National Theatre Tokyo, Opera Nationale de Paris, Teatro Real Madrid, La Monnaie in Brüssel, Royal Opera House in London und singt alle wichtigen Partien ihres Faches, u.a. Elektra, Isolde, Turandot, Helena, Ariadne, Marietta, Marschallin, Senta, Leonore, Emilia Marty, Elsa, Marie, Elisabeth und Venus, sowie die Brünnhilden in Wagners Ring. Sie hat u.a. mit den Dirigenten Daniel Barenboim, Pierre Boulez, Semyon Bychkov, Riccardo Chailly, Myung-whun Chung, Christoph von Dohnányi, Dan Ettinger, Daniele Gatti, Edward Gardner, Thomas Guggeis, Marek Janowski, Mariss Jansons, Philippe Jordan, Vladimir Jurowski, Fabio Luisi, Ingo Metzmacher, Kent Nagano, Yannick Nézet-Séguin, Seiji Ozawa, Roberto Rizzi-Brignoli, Donald Runnicles, Pinchas Steinberg, Christian Thielemann oder Franz Welser-Möst zusammengearbeitet.

Wichtige Debüts ich den letzten Jahren waren: 2016 Isolde an der Hamburger Staatsoper, 2017 Turandot und Brünnhilde / Siegfried an der Deutschen Oper Berlin, 2018 Elektra an der Mailänder Scala und 2019 die Elektra an der Berliner Staatsoper untere Daniel Barenboim. Ebenso an der Mailänder Scala sang sie 2019 mit großem Erfolg die Titelrolle in Die Ägyptische Helena. 2020 sang sie Brünnhilde / Die Walküre in Lissabon und Madrid, Isolde am Royal Opera House London, Senta /Der Fliegende Holländer an der Berliner Staatsoper, Elektra an der Wiener Staatsoper. Für Radio France hat sie Brünnhilde in Wagners Götterdämmerung sowie in Siegfried mit dem L’Orchestre de l’Opéra national de Paris unter der Leitung von Philippe Jordan aufgenommen. 2022 singt sie erneut die Brünnhilde in Götterdämmerung am Teatro Real de Madrid, beim Spring Festival in Tokyo Turandot. An der Berliner Staatsoper wird sie im Juni die Elektra und bei den Bregenzer Festspielen konzertant die Brünnhilde aus Siegfried sowie Leonore / Fidelio singen. Im Herbst folgt Ortrud in Lohengrin in Bologna und auch 2023 stehen große Projekte an: die Kundry in Parsifal mit dem Philharmonischen Orchester Bergen, Isolde in Valencia sowie die Brünnhilden im Ring an der Semperoper Dresden und an der Wiener Staatsoper.

Regula Mühlemann

Die Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann hat sich innerhalb weniger Jahre als eine der führenden Sängerinnen ihrer Generation etabliert. Sie fühlt sich auf der Opernbühne genauso zu Hause wie auf dem Lied- und Konzertpodium und wird von Publikum und Kritik gleichermaßen für ihr außergewöhnlich schönes Timbre und ihre einfühlsamen Darbietungen gefeiert, so zuletzt bei den Salzburger Festspielen 2022: „Regula Mühlemann brilliert als strahlende Pamina.“ The Telegraph.

Regula Mühlemann wurde in Luzern geboren. Sie studierte an der dortigen Hochschule bei Prof.

Barbara Locher. Erste Erfahrungen auf der Opernbühne sammelte die junge Sopranistin schon früh am Luzerner Theater. Danach führten sie Engagements u.a. als Despina (Così fan tutte) ans Teatro La Fenice nach Venedig. Im Sommer 2012 gab sie ihr Debüt als Junge Papagena in der Oper Das Labyrinth von P. v. Winter bei den Salzburger Festspielen. Regula Mühlemann erhielt zahlreiche Preise und Stipendien. 2015 war sie Finalistin des Wettbewerbs «Cardiff Singer of the World».

Štěpánka Pučálková

Die in Berlin geborene tschechische Mezzosopranistin Štěpánka Pučálková ist seit der Spielzeit 18/19 Solistin und Ensemblemitglied der Semperoper Dresden.

Sie absolvierte ihre Gesangstudien an der Universität Mozarteum Salzburg bei Univ. Prof. Elisabeth Wilke KS. Im Jahr 2012 schloss sie ihr Masterstudium im Fach Oper und Musiktheater bei Josef Wallnig und Eike Gramss ab. Gleichzeitig erhielt sie von der Stiftung Mozarteum Salzburg die Lilli Lehmann-Medaille.

Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Danielle Gatti, Wladimir Jurowski, Lorenzo Viotti, Semyon Bychkov, Christiina Poska, Plácido Domingo, Alan Gilbert, Antonio Fogliani, Friedrich Haider, Marco Guidarini, Leo Hussein, Roland Böer, Martin Leginus und

Regisseuren wie Peter Konwitschny, Vera Nemirova, Stefan Herheim, J. Köpplinger, Mariusz Trélinski, Jiří Heřman, Eike Gramss, Immo Karaman a Keith Warner.

An der Semperoper Dresden sang sie bereits die Rolle der Adalgisa in Bellinis Norma, den Pagen Urbain in Meyerbeers Oper „Les Huguenots“, Lola in Cavaleria Rusticana, Sesto Pompeo in „Giulio Caesare“, Mercédes in „Carmen“, 2. Solostimme in der Oper von A. Schönberg „Moses und Aron“, Cherubino in „Le nozze di Figaro“, Muse/Nicklausse in „Les contes d’Hofmann“, Rosina in „Il Barbiere di Siviglia“ und Olga in „Eugen Onegin“. An der Volksoper Wien gab sie im Januar 2020 ihr Debut als Carmen.

Christa Mayer

Christa Mayer studierte Gesang an der Bayerischen Singakademie und an der Hochschule für Musik und Theater München. Sie ist Preisträgerin u.a. des Internationalen Wettbewerbs der ARD München und des Christel-Goltz-Preises der Stiftung Semperoper. Seit 2001 ist die Mezzosopranistin Mitglied der Semperoper Dresden und singt Partien wie u.a. Erda, Fricka und Waltraute (»Der Ring des Nibelungen«), Brangäne (»Tristan und Isolde«), Cornelia (»Giulio Cesare«), Bradamante (»Alcina«) und Orlando (»Orlando«), Didone (»Les Troyens«) und Herodias (»Salome«). Gastspiele und Konzertreisen führen Christa Mayer sowohl nach Bayreuth und Salzburg als auch an alle großen internationalen Opern- und Konzerthäuser. Auf dem Konzertpodium arbeitet sie mit Dirigenten wie Riccardo Chailly, Marek Janowski, Simone Young, Herbert Blomstedt, Zubin Mehta und Christian

Thielemann zusammen.

2020 wurde die Mezzosopranistin mit dem Titel Kammersängerin geehrt. In der Spielzeit 2022/23 gibt die Sängerin u.a. ihr Debüt als Amneris (»Aida«) und singt die Fricka sowie die Erda im »Ring« an der Semperoper Dresden, gastiert als Brangäne (»Tristan und Isolde«) an der Wiener Staatsoper und kehrt zu den Bayreuther Festspielen zurück. Auf der Konzertbühne singt sie Mahlers »Lied von der Erde« mit den Duisburger Philharmonikern unter der Leitung von Axel Kober und mit dem Gulbenkian Orchester in Lissabon unter der Leitung von Hannu Lintu, wirkt beim ZDF-Silvesterkonzert mit und übernimmt die Alt-Partie in Mahlers 3. Symphonie in Dresden, Leipzig, Hamburg und Wien unter der Leitung von Christian Thielemann. 

Michael Volle

Michael Volle erhielt seine sängerische Ausbildung bei Josef Metternich und Rudolf Piernay und entwickelte sich zu einem der weltweit führenden Sänger im Baritonfach. Nach Festengagements ab 1990 an den Opernhäusern von Mannheim, Bonn, Düsseldorf und Köln, gehörte er viele Jahre zu den Ensembles des Opernhauses Zürich und der Bayerischen Staatsoper in München. Gastspiele führen ihn an alle großen Opernhäuser im ln- und Ausland (u.a. Berlin, München, Hamburg, Dresden, London, Paris, Barcelona, Wien, Mailand, Florenz, New York) und zu bedeutenden Festivals (u.a. Bayreuth, Salzburg, Bregenz, Baden-Baden).

Michael Volle hat ein breit gefächertes Repertoire, das von Mozart (Graf, Don Giovanni, Don Alfonso), über Strauss (Mandryka, Jochanaan, Barak, Orest) und Wagner (Holländer, Wolfram, Sachs, Amfortas, Wotan/Wanderer), Verdi (Falstaff, Jago, Nabucco), Puccini

(Scarpia, Marcello, Jack Rance, Gianni Schichi), Mussorgsky (Boris Godunov) bis zu Berg (Wozzeck, Dr.Schön/Jack the Ripper) reicht. Daneben gastiert er auf den Konzertbühnen mit großen Orchestern und Dirigenten wie Daniel Barenboim, Zubin Metha, Christian Thielemann, Antonio Pappano, Valerij Gergijev, Simon Rattle Thomas Hengelbrock, Franz Welser-Möst, Yannick Nézet-Séguin, Kiril Petrenko u.v.a.

Michael Volle widmet sich außerdem intensiv dem Liedgesang und gibt mit Helmut Deutsch am Klavier regelmäßig Liederabende.

Zahlreiche CD-Aufnahmen und DVD-Mitschnitte dokumentieren sein Schaffen. Er war Träger des Deutschen Theaterpreises 'Der Faust' 2009, sowie 'Sänger des Jahres' der Zeitschrift 'Opernwelt' in den Spielzeiten 2007/2008 und 2013/2014.

Georg Zeppenfeld

Der aus dem westfälischen Attendorn stammende Bassist Georg Zeppenfeld absolvierte zunächst ein Lehramtsstudium in den Fächern Musik und Germanistik. An den Musikhochschulen in Detmold und Köln erhielt er parallel dazu seine Ausbildung in Konzert- und Operngesang, abschließend bei Hans Sotin.

Nach ersten Festengagements in Münster und Bonn wurde er 2001 von der Sächsischen Staatsoper Dresden

verpflichtet, die bis heute seine künstlerische Heimat ist. Darüber hinaus gastiert er an den großen Opernhäusern Europas und der Vereinigten Staaten sowie an den weltweit wichtigsten Konzertorten.

Georg Zeppenfeld wurde 2015 zum „Kammersänger der Sächsischen Staatsoper Dresden“ ernannt.

Chor des Bayerischen Rundfunks

Der Chor des Bayerischen Rundfunks wurde 1946 gegründet und ist der älteste der drei Klangkörper des Senders. Künstlerisch entscheidend geprägt wird er traditionell sowohl durch seinen Chorleiter als auch durch den jeweiligen Chefdirigenten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Zu den Künstlerpersönlichkeiten, die als Chefdirigenten des Symphonieorchesters fest mit der Geschichte des BR-Chores verbunden sind, zählen Eugen Jochum, Rafael Kubelik, Sir Colin Davis, Lorin Maazel

und Mariss Jansons. Künstlerischer Leiter des Chores ist seit 2005 der Niederländer Peter
Dijkstra. Aufgrund der klanglichen Homogenität des Chores und seiner stilistischen Vielseitigkeit, die alle Gebiete des Chorgesangs von der mittelalterlichen Motette bis zu zeitgenössischen Werken, vom Oratorium bis zur Oper umfasst, genießt das Ensemble höchstes Ansehen in aller Welt.

Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Der Dresdner Opernchor wurde am 8. Oktober 1817 per königlichem Dekret durch Friedrich August I. gegründet. Die Erlassung dieses Dekrets war vor allem ein Verdienst Carl Maria von Webers, der als neu engagierter Hofkapell­meister 1817 den Auftrag erhalten hatte, neben der tradi­tionsreichen italienischen Oper auch eine deutsche Operngesellschaft in Dresden ins Leben zu rufen. Weber forderte die Einrichtung eines »ste­henden Theaterchors«, der den gestiegenen Anforderungen des dafür neu zu schaffenden Opernrepertoires gewachsen sein würde. In der Folge entwickelte sich der Sächsische Staatsopernchor dank hervorragender Persönlichkeiten, die ihn künstlerisch umsichtig und traditionsbewusst leiteten, zu einem erstklassigen und gefragten Klangkörper.

Über die Jahrhunderte hinweg entwickelten und pflegten u. a. Joseph Metzner, Wilhelm Fischer, Karl Maria Pembaur, Ernst Hintze, Gerhart Wüstner, Hans Peter Müller-Sybel, Hans-Dieter Pflüger und Matthias Brauer bis heute ein spezielles, dem Staatsopernchor zugehörendes Klangideal, das besonders auch durch die rege Konzerttätigkeit des Cho­res beeinflusst wurde. Homogenität des Klangs, klangliche Noblesse, kultivierter Pianogesang bei gleichzeitiger Klangdichte und -fülle sind wesentliche Attribute, die für den Sächsischen Staatsopernchor stehen.

Heute gilt der Staatsopernchor als einer der besten Opernchöre Euro­pas. Seine Auftritte in Opernvorstellungen, seine Mitwirkung in Konzer­ten, bei Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen, die kontinuierliche Präsenz bei Festspielen und auf Tourneen brachten ihm weltweit Beach­tung sowie höchste Wertschätzung ein.

Besonders prägend für den Staatsopernchor war die Arbeit mit dem Dirigenten Giuseppe Sinopoli, der das künstlerische Potential als bei wei­tem noch nicht ausgeschöpft betrachtete. In zahlreichen CD-Produktio­nen wuchs das Chorensemble immer wieder über sich hinaus. In den Jahren nach Sinopolis plötzlichem Tod gelang durch kontinuierliche Arbeit eine Konsolidierung der künstlerischen Qualität.

Wie in allen künstlerischen Sparten der Sächsischen Staatsoper Dres­den spielt auch im Staatsopernchor die enge Verknüpfung von Tradition, gegenwärtiger künstlerischer Verantwortung und Ausrichtung auf die Herausforderungen der Zukunft eine entscheidende Rolle.

Kinderchor der Semperoper Dresden

Der Kinderchor der Semperoper Dresden ist ein fester Bestandteil des Hauses und immer wieder in einer Vielzahl von unterschiedlichen Stücken zu erleben, darunter Puccinis »La bohème« und »Tosca«, Humperdincks »Hänsel und Gretel«, Strauss’ »Der Rosenkavalier « und Verdis »Otello«. Kinder ab der zweiten Klasse proben hier regelmäßig im Teil- und Gesamtchor und erhalten zudem Stimmbildungs- und szenischen Unterricht.

Die Anfänge des Kinderchores lassen sich bis in die 1950er Jahre zurückverfolgen. Geleitet wurde der Chor zunächst von Chordirektoren der Dresdner Staatsoper wie Ernst Hintze, Gerhard Wüstner und Franz-Peter Müller-Sybel. Nach Werner Kitz und Werner Czerny folgte 1994 Andreas Heinze, der das Amt des Kinderchorleiters zwanzig Jahre lang ausübte. Seit 2014 steht der Kinderchor unter der Leitung der Dresdner Chorleiterin Claudia Sebastian-Bertsch.

Neben den Aufführungen im Opernhaus ist der

Kinderchor an Aufführungen in Semper Zwei beteiligt, wie »Der gestiefelte Kater« von Caesar Cui oder »Prinz Bussel« von Johannes Wulff-Woesten. Auch im Rahmen von Konzerten war der Kinderchor der Semperoper Dresden bereits mehrfach zu erleben, wie etwa 2018 bei der Aufführung der 3. Sinfonie von Gustav Mahler unter der Leitung von Christian Thielemann. Zu dem anspruchsvollen Opern- und Konzertprogramm arbeiten die Kinder gemeinsam mit ihrer Chorleiterin an einem eigenen Konzert-Repertoire, bestehend aus Volkslied- und Madrigalsätzen, zeitgenössischen Kompositionen und internationalen Liedern. Eine Auswahl dieses Repertoires wurde im Frühjahr 2019 auf CD aufgenommen. Für seine künstlerischen Leistungen wurde der Kinderchor der Semperoper Dresden 2013 mit dem Preis der Stiftung Semperoper – Förderstiftung ausgezeichnet. 

Gustav Mahler Jugendorchester

Das Gustav Mahler Jugendorchester (GMJO) wurde 1986/87 auf Initiative Claudio Abbados in Wien gegründet. Es gilt heute als das weltweit führende Jugendorchester und wurde 2007 mit einem Preis der Europäischen Kultur-Stiftung gewürdigt.

Neben der Förderung des musikalischen Nachwuchses und der Arbeit mit jungen Musikern war Abbado ein wichtiges Anliegen, das gemeinsame Musizieren junger österreichischer Musiker mit Kollegen aus der damaligen ČSSR und Ungarn zu fördern. So gelang es dem GMJO als erstem internationalen Jugendorchester, freie Probespiele in den Ländern des ehemaligen Ostblocks abzuhalten. 1992 wurde das GMJO für Musiker bis zum 26. Lebensjahr aus ganz Europa zugänglich. Es steht als das gesamteuropäische Jugendorchester unter dem Patronat des Europarates.

 Bei den jährlich stattfindenden Probespielen in über 25 europäischen Städten trifft eine Jury eine Auswahl unter den jährlich über 2000 Bewerbern. Prominente Orchestermusiker sind Mitglieder der Jury und betreuen auch während der Probephasen des Orchesters die Erarbeitung der Programme.

 Das Tourneerepertoire des GMJO erstreckt sich von der Klassik bis hin zu zeitgenössischer Musik mit einem Schwerpunkt auf den großen Werken der Romantik und Spätromantik. Sein hohes künstlerisches Niveau und der internationale Erfolg animierten zahlreiche bedeutende Musiker, mit

dem GMJO zu arbeiten. So haben in der Vergangenheit Dirigenten wie C Claudio Abbado, Herbert Blomstedt, Pierre Boulez, Myung-Whun Chung, Sir Colin Davis, Christoph Eschenbach, Peter Eötvös, Daniele Gatti, Bernard Haitink, Paavo Järvi, Mariss Jansons oder Kent Nagano das GMJO geleitet. Seit Jahren ist das GMJO ständiger Gast bei renommierten Konzertveranstaltern und Festivals auf der ganzen Welt, wie etwa der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, dem Concertgebouw Amsterdam, der Suntory Hall Tokyo, dem Mozarteum Argentino Buenos Aires, den Salzburger Festspielen und den Osterfestspielen Salzburg, dem Edinburgh International Festival, den BBC Proms, der Semperoper Dresden und dem Lucerne Festival.

Zahlreiche ehemalige Mitglieder des GMJO sind heute in den großen europäischen Orchestern, zum Teil in führenden Positionen, engagiert. Im Jahr 2012 wurde daher eine intensive Partnerschaft mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden vereinbart, die künftig Konzerte und Projekte unter Beteiligung von Mitgliedern beider Orchester vorsieht.

 Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums wurde das Gustav Mahler Jugendorchester zum Botschafter UNICEF Österreich ernannt. Erste Bank und Vienna Insurance Group – Hauptsponsoren des Gustav Mahler Jugendorchester.