»Staatskapelle@Dresden«

ZDFkultur und ARTE präsentieren Musiker der Staatskapelle Dresden in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Die Sächsische Staatskapelle Dresden hat gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ein Konzept für eine Reihe attraktiver Konzerte entwickelt, die ZDFkultur und ARTE ab Freitag, den 29. Mai, im wöchentlichen Rhythmus online stellen: https://arte.tv und https://zdfkultur.de. Mitglieder des Orchesters treten in unterschiedlich kleinen Besetzungen auf – und das ist für sie nichts Außergewöhnliches: Kammermusik spielt in der Geschichte der Staatskapelle spätestens seit Gründung des Tonkünstler-Vereins zu Dresden 1854 traditionell eine wichtige Rolle. Die Konzertorte selbst befinden sich in Dresden und sind einzigartig. Dazu gehören das Audienzgemach und der »goldene« Kleine Ballsaal des Dresdner Residenzschlosses, der nach seiner Rekonstruktion erst im letzten Jahr wieder dem Publikum zugänglich gemacht wurde. Außerdem die Antikenhalle und die Gemäldegalerie Alte Meister im Semperbau am Zwinger, wo sogar vor der berühmten »Sixtinischen Madonna« von Raffael gespielt wird. Der Klingersaal im Albertinum, der Werke des Fin de Siècle beherbergt, rundet die kleine Konzertreise durch Dresden ab.

1. Konzert | 29. Mai 2020

Die Sächsische Staatskapelle Dresden – 1548 als Hofkapelle des sächsischen Regenten gegründet – stand während ihrer bald 472-jährigen Geschichte stets im Zentrum der Musikwelt. Georg Philipp Telemann sprach mit Bewunderung von den »Herren Virtuosen in Dreßden« und auch sein Zeitgenosse Johann Sebastian Bach, 1736 vom sächsischen König zum Hofkomponisten ernannt, dürfte das Orchester selbst gehört haben. Später fanden die Symphonien und die Kammermusik des Jubilars Ludwig van Beethoven rasch Eingang in die Konzerte der Kapelle. Die Staatskapelle pflegt dieses Erbe bis heute und baut gleichzeitig ihr Repertoire stetig aus. So war mit dem Ungar György Kurtág einer der wichtigsten zeitgenössischen Komponisten als Capell-Compositeur der Spielzeit 2015/16 zu Gast in Dresden.


Auf dem Programm: 

Johann Sebastian Bach: Suite für Violoncello solo Nr. 3 C-Dur
Georg Philipp Telemann: Sonata für Trompete, Streicher und Basso continuo D-Dur
György Kurtág: »In Nomine – all’ongherese«  für Englischhorn solo
Ludwig van Beethoven: Streichquartett Nr. 4 c-Moll

2. Konzert | 5. Juni 2020

Die Sächsische Staatskapelle Dresden zog seit ihrer Gründung als sächsische Hofkapelle 1548 musikalische Spitzenkräfte aus ganz Europa an. Eines ihrer prominentesten Mitglieder der Bach-Zeit war der bestens vernetzte Violinvirtuose und Komponist Johann Georg Pisendel, der 1712 zur Kapelle stieß. Als er 1716/17 mit dem sächsischen Kurprinzen in Venedig weilte, beeindruckte er dort den berühmten Komponisten Antonio Vivaldi so sehr, dass dieser für ihn und die Dresdner Kapelle gleich mehrere Werke schrieb. Hundert Jahre später kam Carl Maria von Weber, der hier seinen »Freischütz« komponieren sollte, als Königlicher Kapellmeister nach Dresden und baute die Hofoper zu einem Zentrum der neuen deutschsprachigen Oper aus. Auch heute bleibt die Staatskapelle ein Anziehungspunkt für Komponistinnen und Komponisten und begrüßt in der aktuellen Spielzeit den renommierten Komponisten Aribert Reimann als Capell-Compositeur in Dresden.


Auf dem Programm:

Carl Maria von Weber
: Andante e Rondo Ungarese für Fagott und Orchester c-Moll
Carl Philipp Emanuel Bach: Zwölf Variationen über die Folie d´Espagne
Johann Georg Pisendel: Concerto da camera für Violine, Streicher und Basso continuo B-Dur
Aribert Reimann: »Solo« für Violoncello
Antonio Vivaldi: Konzert für Flöte, Streicher und Basso continuo F-Dur »La tempesta di mare«

3. Konzert | 12. Juni 2020

Kaum ein Orchester verfügt über eine so reiche Kammermusiktradition wie die Sächsische Staatskapelle Dresden. Sie beginnt in ihrer heutigen Form mit der Gründung des Dresdner Tonkünstler-Vereins 1854, der schon bald berühmte Persönlichkeiten wie Franz Liszt, Clara Schumann und den Geiger Joseph Joachim zu seinen Ehrenmitgliedern zählen konnte. Die Kapellmitglieder führten dort gemeinsam Kammermusikwerke »aller, auch der neuesten Zeit« auf, wie es in den Statuten hieß. So gehörte von Anfang an Johann Sebastian Bach ebenso selbstverständlich zum Repertoire des Vereins wie Wolfgang Amadeus Mozart, der schon bei einem der allerersten Konzertabende im Programm vertreten war. Diese Entdeckerfreude setzt sich heute in der Kammermusikreihe der Staatskapelle in der Dresdner Semperoper fort. Das Streichtrio des hochbegabten tschechischen Komponisten Gideon Klein – 1944 während der Haft im Konzentrationslager Theresienstadt entstanden – ist eine dieser Entdeckungen. ​


Auf dem Programm:

Wolfgang Amadeus Mozart:
 Quartett für Oboe, Violine, Viola und Violoncello F-Dur
Gideon Klein: Trio für Violine, Viola und Violoncello
Johann Sebastian Bach: Sonate für Violine solo Nr. 1 g-Moll 

4. Konzert | 19. Juni 2020

1854 gründeten Musiker der Königlichen Kapelle zu Dresden – der heutigen Sächsischen Staatskapelle – den Dresdner Tonkünstler-Verein, um sich dort ganz auf die Kammermusik zu konzentrieren. Den hohen künstlerischen Anspruch machte schon der erste »Productionsabend« des Vereins deutlich: Auf dem Programm stand mit Franz Schuberts spätem Streichquintett ein damals noch weitgehend unbekanntes und technisch herausforderndes Gipfelwerk der romantischen Kammermusik. Weitere herausragende Komponisten folgten. Robert Schumann, der von 1844 bis 1850 mit seiner Frau Clara und den Kindern in Dresden gelebt hatte, wurde wenige Monate nach seinem Tod 1856 mit einem Gedenkkonzert geehrt. Zu Johannes Brahms gab es sogar eine persönliche Verbindung: 1882 war der Komponist erstmals selbst im Tonkünstler-Verein zu Gast und konnte zwei Jahre später – wie vor ihm die enge Freundin Clara Schumann – als Ehrenmitglied gewonnen werden. ​


Auf dem Programm:

Johannes Brahms
: Trio für Violine, Horn und Klavier Es-Dur (1. und 2. Satz)
Robert Schumann: »Märchenerzählungen« für Klarinette, Viola und Klavier
Franz Schubert: Streichquintett C-Dur (1. Satz) 

5. Konzert | 26. Juni 2020

Es war die Gemäldegalerie Alte Meister, die Dmitri Schostakowitsch 1960 nach Dresden führte. Schostakowitsch hatte den Auftrag erhalten, die Filmmusik für einen deutsch-sowjetischen Spielfilm über die Rettung der Kunstwerke der Gemäldegalerie am Ende des Zweiten Weltkriegs zu komponieren. Der Luftkurort Gohrisch in der Sächsischen Schweiz, wo Schostakowitsch untergebracht war, ist seit 2009 Austragungsort des einzigen jährlich stattfindenden Festivals, das diesem Komponisten gewidmet ist: die auf Mitinitiative der Sächsischen Staatskapelle gegründeten Schostakowitsch Tage Gohrisch. Auch der von Schostakowitsch bewunderte Jubilar Ludwig van Beethoven kannte Dresden: Im April 1796 besuchte er für einige Tage die Stadt und gab als Pianist Konzerte, darunter auch am kurfürstlichen Hof. Ob er dabei Gelegenheit hatte, die Hofkapelle – die heutige Sächsische Staatskapelle – zu hören, ist nicht bekannt. Aber zumindest der außerordentliche Ruf des Dresdner Orchesters hatte auch den Wiener Komponisten erreicht, denn 1823 notierte er: »Man hört allgemein, daß die Hofkapelle in Dresden die beste in Europa sey.«


Auf dem Programm:

Dmitri Schostakowitsch:
Klavierquintett g-Moll op. 57
Ludwig van Beethoven: Septett Es-Dur op. 20

Spendenaufruf

»Die Existenz vieler unserer freischaffenden Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich neben und mit uns auftreten, ist durch die derzeitige Krise und die zahlreichen abgesagten Konzerte- und Opernvorstellungen akut bedroht« – daher rufen die Musikerinnen und Musiker der Staatskapelle Dresden neben ihrem eigenen Engagement zu Spenden für die Musiker-Nothilfe, eine bundesweite Spendenkampagne der Deutschen Orchester-Stiftung, auf. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: https://orchesterstiftung.de/Nothilfefonds/.