Gastspiel in Paris

Christian Thielemann Musikalische Leitung
Krassimira Stoyanova Die Gräfin
Christa Mayer Clairon
Daniel Behle Flamand
Christoph Pohl Der Graf
Georg Zeppenfeld La Roche
Sächsischer Staatsopernchor Dresden Acht Diener

Richard Strauss

  • »Capriccio« op. 85

konzertante Aufführung

  • 11.05.2021
    19:00 Uhr
    Théâtre des Champs-Élysées

Christian Thielemann

Chefdirigent

Seit der Saison 2012/13 ist Christian Thielemann Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Über Stationen an der Deutschen Oper Berlin, in Gelsenkirchen, Karlsruhe, Hannover und Düsseldorf kam er 1988 als Generalmusikdirektor nach Nürnberg. 1997 kehrte der gebürtige Berliner in seine Heimatstadt als Generalmusikdirektor der Deutschen Oper Berlin zurück, bevor er das gleiche Amt von 2004 bis 2011 bei den Münchner Philharmonikern innehatte. Neben seiner Dresdner Chefposition ist er seit 2013 Künstlerischer Leiter der Osterfestspiele Salzburg, deren Residenzorchester die Staatskapelle ist.

Intensiv widmete sich Christian Thielemann in den vergangenen Spielzeiten den Komponistenjubilaren Wagner und Strauss. Aber auch Werke von Bach bis hin zu Henze, Rihm und Gubaidulina standen für ihn in Dresden und auf Tournee auf dem Programm. Im Graben der Semperoper leitete er zuletzt Neuproduktionen von »Der Freischütz« und »Ariadne auf Naxos«. Bei den Osterfestspielen Salzburg dirigierte er unter anderem »Die Walküre« und »Tosca«.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Christian Thielemann mit den Berliner Philharmonikern und den Wiener Philharmonikern, deren Neujahrskonzert er 2019 dirigierte. Nach fünf Jahren als musikalischer Berater auf dem »Grünen Hügel« wurde er 2015 zum Musikdirektor der Bayreuther

Festspiele ernannt, die er seit seinem Debüt im Sommer 2000 alljährlich durch maßstabsetzende Interpretationen prägt. Darüber hinaus folgte er Einladungen der großen Orchester in Europa, den Vereinigten Staaten, Israel und Asien.
Christian Thielemanns Diskographie als Exklusivkünstler der UNITEL ist umfangreich. Zu seinen jüngsten Einspielungen mit der Staatskapelle gehören die Symphonien von Johannes Brahms und Anton Bruckner sowie zahlreiche Opern.

Christian Thielemann ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London sowie Ehrendoktor der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar und der Katholischen Universität Leuven (Belgien). Im Mai 2015 wurde ihm der Richard-Wagner-Preis der Richard-Wagner-Gesellschaft der Stadt Leipzig verliehen, im Oktober 2016 wurde er mit dem Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper ausgezeichnet. Christian Thielemann ist Schirmherr der Richard-Wagner-Stätten zu Graupa und hat die Schirmherrschaft für den 49. Internationalen Jugendwettbewerb »jugend creativ« der Volksbanken und Raiffeisenbanken übernommen. 2019 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Gustav Mahler Vereinigung Hamburg verliehen. Für seine Einspielungen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

Krassimira Stoyanova

Nach ihrem Debüt an der Nationaloper in Sofia entwickelte Krassimira Stoyanova, ausgestattet mit einem weitgefächerten Repertoire, eine rege Gastspieltätigkeit mit Auftritten an Opernhäusern und in Sälen wie der New Yorker Metropolitan Opera, der Hamburgischen Staatsoper, dem Teatro Colón in Buenos Aires, dem Royal Opera House in London, der Berliner Philharmonie und dem Festspielhaus Baden-Baden. 

2010 trat sie unter Christian Thielemann im Gedenkkonzert der Staatskapelle Dresden in Beethovens »Missa solemnis« auf. Die Wiener Staatsoper verlieh der Sopranistin 2009 den Titel einer Kammersängerin.

Christa Mayer

Christa Mayer wurde in Sulzbach-Rosenberg geboren und studierte Gesang an der Bayerischen Singakademie sowie an der Musikhochschule München. Seit 2001 ist die ARD-Preisträgerin Ensemblemitglied der Semperoper Dresden. Hier singt sie Partien wie Ottavia (»L’incoronazione di Poppea«), Orlando (»Orlando«), Cornelia (»Giulio Cesare«), Fenena (»Nabucco«), Mrs. Quickly (»Falstaff«), Suzuki (»Madama Butterfly«), Erda, Fricka und Waltraute (»Der Ring des Nibelungen«), Brangäne (»Tristan und Isolde«), Gaea (»Daphne«), Gräfin Geschwitz (»Lulu«) und Auntie (»Peter Grimes«). 2005 wurde Christa Mayer der Christel-Goltz-Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper verliehen.

Gastspiele führten Christa Mayer an die Opernhäuser in Berlin, Hamburg, München, Venedig, Florenz, Barcelona, Bilbao und Sevilla, zum Rheingau Musikfestival und zum Schleswig-Holstein Musikfestival sowie zum Lucerne Festival. 2007 sang Christa Mayer im La Fura dels Baus-»Ring« in Valencia unter der Leitung von Zubin Mehta. 2008 debütierte sie unter der Leitung von Christian Thielemann als Erda und Waltraute bei den Bayreuther Festspielen und ist seitdem regelmäßiger Gast in Bayreuth. Im Festspielsommer 2018 sang sie dort Brangäne in »Tristan und

Isolde« sowie Mary in »Der fliegende Holländer«.

Auf dem Konzertpodium arbeitete sie zusammen mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Herbert Blomstedt, Zubin Mehta, Riccardo Chailly, Fabio Luisi, Ingo Metzmacher, Marek Janowski, Jonathan Nott, Sir Charles Mackerras, Sir Colin Davis und Simone Young. 2015 gab Christa Mayer ihr Debüt am New National Theatre in Tokio als Erda in »Das Rheingold« und war auf der Ostertournee des Gustav Mahler Jungendorchesters in der zweiten Symphonie von Gustav Mahler, der »Auferstehungssinfonie«, unter der Leitung von Jonathan Nott in Lissabon, Madrid, Aix-en-Provence und Wien zu erleben. 2018 gab Christa Mayer ihr Debüt in den USA mit dem Dallas Symphony Orchestra unter Jaap van Zweden.

2017 sang sie die Fricka in »Die Walküre« bei den Salzburger Osterfestspielen. In der darauffolgenden Saison war sie an der Semperoper neben weiteren Rollen auch als Didon in der Neuproduktion »Les Troyens« sowie als Brigitta in »Die tote Stadt« und in der zyklischen Aufführung von Wagners »Ring« unter Leitung von Christian Thielemann als Fricka, Erda und Waltraute zu erleben.

Daniel Behle

Daniel Behle ist einer der vielseitigsten deutschen Tenöre und in Konzert, Lied und Oper gleichermaßen erfolgreich. Sein breit gefächertes Repertoire reicht von barocken Meisterwerken über klassisches und romantisches Repertoire bis hin zu Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts.Im April 2014 gab der gebürtige Hamburger bei den Salzburger Osterfestspielen unter der Leitung von Christian Thielemann sein umjubeltes Rollendebüt als Matteo in Strauss‘ »Arabella.

Konzerte singt Daniel Behle u.a. mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Tschechischen Philharmonie, der Wiener Akademie, den Hamburger Symphonikern und der Bachakademie Stuttgart.

Er arbeitet dabei mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Marek Janowski, Jiří Bělohlávek, Martin Haselböck, Jeffrey Tate und Kent Nagano.

Für die Darstellung des Bösewichts Artabano in der Einspielung von Vincis »Artaserse« erhielt Daniel Behle 2014 eine Grammy Nominierung. Seine Lied Einspielungen und Solo CDs u.a. »Die schöne Müllerin«, »Dichterliebe«, Strauss Lieder und Bach finden hervorragendes Echo in der Fachpresse.

Christoph Pohl

Christoph Pohl sammelte erste Erfahrungen im Knabenchor seiner Heimatstadt Hannover, bevor er acht Jahre lang als Mitglied des erfolgreichen A-cappella-Quintetts »Modell Andante« auf der Bühne stand. Bereits während dieser Zeit nahm er sein Studium des Operngesangs bei Carol Richardson-Smith an der Hochschule für Musik und Theater Hannover auf. Es folgte ein zweijähriges Engagement im Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper, bis er 2005 in das Ensemble der Semperoper Dresden wechselte. Hier war er bislang mit zahlreichen Mozart-Partien zu erleben, ebenso als Danilo (»Die lustige Witwe«) und Graf (»Capriccio«), in den Wagner-Rollen Wolfram (»Tannhäuser«) und Heerrufer des Königs (»Lohengrin«) sowie im italienischen Fach als Marcello (»La bohème«), Dandini (»La cenerentola«), Figaro (»Il barbiere di Siviglia«), Rodrigo (»Don Carlo«), Sharpless (»Madama Butterfly«) und Lescaut (»Manon Lescaut«). Große Erfolge konnte der Bariton 2012 als Schwanda in »Schwanda, der Dudelsackpfeifer« verbuchen, ebenso wie 2014 in seinen Rollendebüts Giorgio Germont (»La traviata«) und Der Spielmann (»Königskinder«) sowie 2016 als Onegin in der Neuproduktion »Eugen Onegin« und als Silvio in »Pagliacci«. Als Anerkennung seiner Ensembleleistung wurde Christoph Pohl 2008 der Christel-Goltz-Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper verliehen. 

Gastengagements im Opernfach führten den Bariton u.a. an die Deutsche Oper Berlin, die Oper Leipzig, die Staatsopern in Stuttgart, Hamburg und München sowie als Agamemnon/Thoas (»Iphigénie en Aulide et Tauride«) an das Theater an der Wien. An der Opéra de Lyon übernahm er 2013 die Partie des Grafen in »Capriccio« und debütierte im selben Jahr als Wolfram bei den BBC Proms in London. 2015/16 gab Christoph Pohl sein Debüt am Royal Opera House Covent Garden in London in Georg Friedrich Haas’ Uraufführung »Morgen und Abend« und war mit dieser Partie auch in Berlin zu erleben. 

Auch im Lied- und Konzertbereich ist Christoph Pohl häufiger Gast bei zahlreichen Liederabenden und Festivals. So war er mit dem Pianisten Tobias Krampen 2014 beim Steensgaard Festival Dänemark zu erleben und interpretierte 2015 »Die Winterreise« in Köln, während ihn Liederabende mit Marcelo Amaral zum Oxford Lieder Festival, ins Musée d’Orsay Paris und mit dem »Italienischen Liederbuch« u.a. zur Internationalen Hugo-Wolf-Akademie in Stuttgart führten. 
 

Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Der Dresdner Opernchor wurde am 8. Oktober 1817 per königlichem Dekret durch Friedrich August dem Gerechten gegründet. Die Erlassung dieses Dekrets war vor allem ein Verdienst Carl Maria von Webers. Er hatte als neu engagierter Hofkapellmeister 1817 den Auftrag erhalten, neben der traditionsreichen italienischen Oper in Dresden auch eine deutsche Operngesellschaft ins Leben zu rufen. Weber forderte die Einrichtung eines »stehenden Theaterchors«, der den gestiegenen Anforderungen des dafür neu zu schaffenden Opernrepertoires gewachsen sein würde.

In der Folge entwickelte sich der Sächsische Staatsopernchor dank hervorragender Persönlichkeiten, die ihn künstlerisch umsichtig und traditionsbewusst leiteten, zu einem erstklassigen und gefragten Klangkörper. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelten und pflegten u. a. Joseph Metzner, Wilhelm Fischer, Karl Maria Pembaur, Ernst Hintze, Gerhart Wüstner, Hans Peter Müller-Sybel, Hans-Dieter Pflüger und Matthias Brauer bis heute ein spezielles, diesem Staatsopernchor zugehörendes Klangideal, das besonders auch durch die rege Konzerttätigkeit des Chores beeinflusst wurde. Homogenität des Klangs, klangliche Noblesse, kultivierter Pianogesang bei gleichzeitiger Klangdichte und -fülle sind wesentliche Attribute, die für den Sächsischen Staatsopernchor stehen. Von 2014/15 bis 2018/19 war Jörn Hinnerk Andresen Chordirektor. In der Spielzeit 2019/20 übernimmt Jan Hoffmann diese Position

kommissarisch.

Heute gilt der Sächsische Staatsopernchor als einer der besten Opernchöre Europas. Seine Auftritte in Opernvorstellungen, seine Mitwirkung in Konzerten, bei Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen, die kontinuierliche Präsenz bei Festspielen und auf Tourneen brachten ihm auch weltweit Beachtung sowie höchste Wertschätzung ein.

Besonders prägend für den Staatsopernchor war die Arbeit mit dem Dirigenten Giuseppe Sinopoli, der das künstlerische Potential als bei weitem noch nicht ausgeschöpft betrachtete. In zahlreichen CD-Produktionen wuchs das Chorensemble immer wieder über sich hinaus. In den Jahren nach Sinopolis plötzlichem Tod gelang durch kontinuierliche Arbeit eine Konsolidierung der künstlerischen Qualität.

Wie in allen künstlerischen Sparten der Sächsischen Staatsoper Dresden spielt auch im Staatsopernchor die enge Verknüpfung von Tradition, gegenwärtiger künstlerischer Verantwortung und Ausrichtung auf die Herausforderungen der Zukunft eine entscheidende Rolle.

Seit 2013 ist der Sächsische Staatsopernchor gemeinsam mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden ständiger Gast bei den Osterfestspielen in Salzburg, deren Künstlerische Leitung in den Händen von Christian Thielemann liegt.

Am 8. Oktober 2017 feierte der Sächsische Staatsopernchor Dresden sein 200-jähriges Chorjubiläum.