Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien. II
gespielte Werke
»Aufbruch« am 28.4.27
Ludwig van Beethoven
- Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
- Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60
- Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67
»Von Helden und Antihelden« am 29.4.27
Ludwig van Beethoven
- Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36
- Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 »Eroica«
»Naturgesänge« am 30.4.27
Ludwig van Beethoven
- Sinfonie Nr. 6 F-Dur op. 68 »Pastorale«
- Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92
»An die Freude« am 1.5.27
Ludwig van Beethoven
- Sinfonie Nr. 8 F-Dur op. 93
- Sinfonie Nr. 9 d-Moll op. 125
Mitwirkende
- Daniele Gatti Dirigent
- Sara Blanch Sopran
- Christa Mayer Alt
- Bernard Richter Tenor
- Georg Zeppenfeld Bass
- Sächsischer Staatsopernchor Dresden
»Aufbruch«
Der von Daniele Gatti und der Sächsischen Staatskapelle konzipierte Jubiläums-Zyklus aller Sinfonien Ludwig van Beethovens beginnt mit dem jungen Komponisten und mit der Energie eines Neubeginns. Die Erste knüpft noch hörbar an die Vorbilder Haydn und Mozart an. Aber schon im Eröffnungsakkord verschiebt Beethoven die Erwartungen. Die Vierte bringt heitere Beweglichkeit und klangliche Eleganz, bevor die Fünfte zum dramatischen Wendepunkt wird: Aus dem berühmten Anfangsmotiv wächst eine Entwicklung, die »durch Nacht zum Licht« führt. Ein neues Auftragswerk unserer Zeit tritt mit diesen drei Sinfonien in Dialog und spiegelt Beethovens Idee des musikalischen Aufbruchs aus heutiger Perspektive.
»Von Helden und Antihelden«
Beethovens Sinfonien erzählen oft von heroischen Gesten und ihren Brüchen. Die Zweite überrascht mit überschäumender Energie und unerwartetem Humor. Sie entstand in einer Zeit der persönlichen Krise, als der Komponist erstmals über seine fortschreitende Taubheit schrieb. Umso erstaunlicher wirkt ihre Heiterkeit. Mit der »Eroica« erweitert Beethoven den sinfonischen Raum radikal: Ursprünglich Napoleon gewidmet, wird das Werk zu einer musikalischen Reflexion über Größe, Scheitern und menschliche Ambivalenz. Zwischen Pathos und Ironie entfaltet sich ein weiter Ausdrucksbogen. Ein neues Auftragswerk tritt diesem Spannungsfeld gegenüber und fragt, wie sich die Idee des Heroischen heute hören lässt.
»Naturgesänge«
Mit der »Pastorale« öffnet Beethoven die Sinfonie für eine neue Klangwelt. Vogelrufe, Gewitter und ländliche Szenen werden zu musikalischen Bildern einer beseelten Natur. Doch der Komponist verstand das 1808 uraufgeführte Werk nicht als bloße Programmmusik, sondern als »mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei«. Auch die 1813 komponierte Siebte entfaltet eine elementare Energie. Richard Wagner nannte sie die »Apotheose des Tanzes«: eine Musik, in der Rhythmus und Bewegung wie Naturkräfte wirken. Beide Werke zeigen den Jubilar als Komponisten großer Natur- und Lebensenergien. Ein neues Auftragswerk ergänzt diesen Dialog und führt Beethovens Naturbilder in eine Klangsprache unserer Zeit weiter.
»An die Freude«
Am Ende des Jubiläumzyklus stehen zwei Werke, die den sinfonischen Gedanken erweitern. Beethovens Achte überrascht mit Witz, rhythmischer Schärfe und spielerischer Leichtigkeit: eine Sinfonie voller überraschender Einfälle. Mit der 1824 uraufgeführten Neunten überschreitet der Komponist die Grenzen der Gattung: Chor und Orchester verbinden sich zu einer musikalischen Vision von Freiheit, Menschlichkeit und Gemeinschaft. Die Sinfonie entwirft ein utopisches Bild einer Welt, in der die Stimme des Einzelnen im gemeinsamen Klang aufgeht. Ein neues Auftragswerk tritt zwischen diese Sinfonien und eröffnet einen Dialog über Beethovens Idee einer Musik, die weit über ihre eigene Epoche hinausweist.
Daniele Gatti
Seit der Saison 2024/25 ist Daniele Gatti Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Sein Debüt am Pult des Orchesters gab er bereits im Februar 2000 mit Werken von Mendelssohn Bartholdy, Hindemith und Brahms.
In seiner zweiten Saison findet der erste vollständige Mahler-Zyklus der Staatskapelle mit den »Wiener Jahren« seine Fortsetzung, der die Schaffensperiode des Komponisten während seiner Zeit in Wien als Hofoperndirektor beleuchtet. Zudem wird Daniele Gatti mit den Neuproduktionen von Verdis »Falstaff« und Wagners »Parsifal« in der Semperoper zu erleben sein.
Neben seiner Position in Dresden ist Daniele Gatti designierter Musikdirektor des Teatro del Maggio Musicale Fiorentino, Musikdirektor des Orchestra Mozart und seit 2016 als künstlerischer Berater des Mahler Chamber Orchestra aktiv.
Gatti studierte Komposition und Orchesterdirigieren am Conservatorio Guiseppe Verdi in seiner Heimatstadt Mailand. Bereits mit 27 Jahren gab er sein Debüt an der Mailänder Scala. Es folgten erste Festengagements bei wichtigen Musikinstitutionen wie der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und dem Royal Opera House in London. Er gastiert regelmäßig bei den Berliner Philharmonikern, Wiener Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks und dem Orchestra Filarmonica della Scala. Auch als Operndirigent genießt er international Anerkennung: Dirigate führen ihn unter anderem in die Mailänder Scala, die Royal Opera in London sowie zu den Bayreuther Festspielen.
Insgesamt dreimal wurde Daniele Gatti mit dem Premio »Franco Abbiati« der italienischen Musikkritik als bester Dirigent ausgezeichnet, 2016 wurde ihm für seine Arbeit als Musikdirektor des Orchestre National de France der Titel Chevalier de la Légion d’honneur der Französischen Republik verliehen. In seinem Heimatland wurde er außerdem mit dem Großen Verdienstorden geehrt.
Sara Blanch
Die in Darmós (Spanien) geborene lyrische Sopranistin Sara Blanch begann ihre künstlerische Laufbahn als Tänzerin (klassisch und spanisch), Pianistin und Chorsängerin. Im Alter von 14 Jahren begann sie ihr Gesangsstudium und trat mit 16 Jahren erstmals in einer zeitgenössischen Oper am Teatre Nacional de Catalunya auf. Sie schloss ihr Gesangsstudium am Conservatori Superior de Música del Liceu in Barcelona ab. 2013 gab sie ihr Operndebüt beim Rossini Festival in Pesaro in der Rolle der Folleville (»Il Viaggio a Reims«). Nach Preisen bei mehreren Wettbewerben, darunter der Concurs Internacional de cant Montserrat Caballé 2014, der Wettbewerb Josep Mirabent i Magrans de Sitges 2015 und der Wettbewerb Tenor Viñas 2016, bei dem sie gleich acht Preise erhielt, folgten Einladungen an renommierte Theater und zu wichtigen Festivals wie das Gran Teatro del Liceu (Barcelona), das Teatro Real (Madrid), das Teatro de la Zarzuela (Madrid), das Teatro Campoamor (Oviedo), das Teatro Regio (Turin), das Teatro Verdi (Salerno), das Teatro de la Maestranza (Sevilla), das Palau de la Música (Barcelona), das Tschaikowski-Theater (Perm), das Teatro del Maggio (Florenz), das Teatro Massimo (Palermo), das Palau de les Arts (Valencia), zu den Salzburger Festspielen, dem Donizetti Opera Festival (Bergamo), dem Castell de Peralada Festival, an das Théâtre antique d’Orange (Musiques en Fête), das Théâtre des Champs-Élysées (Fauteuils d’Orquestre) und zu Rossini in Wildbad.
Sara Blanch hat bereits mehr als 27 Opernrollen gesungen. Besondere Erfolge feierte sie unter anderem als Norina (»Don Pasquale«), Lucia (»Lucia di Lammermoor«), Matilde (»Matilde di Shabran«), Fiorilla (»Il turco in Italia«), Adina (»L’elisir d’amore«), Königin der Nacht (»Die Zauberflöte«), Adèle (»Le comte Ory«), Marie (»La Fille du Régiment«), Zerbinetta (»Ariadne auf Naxos«). Ihre Operntätigkeit geht einher mit einer bedeutenden Konzerttätigkeit, die sich auch auf sinfonisches Repertoire, Oratorien, Lieder und Liederabende erstreckt. Demnächst ist sie unter anderem am Gran Teatre del Liceu (Barcelona), dem Théâtre National de Nice, dem Teatro Campoamor (Oviedo), dem Teatro Filarmonico di Verona, dem Teatro del Maggio Musicale Fiorentino und dem Teatro Real (Madrid) zu hören.
Christa Mayer
Die deutsche Mezzosopranistin Christa Mayer studierte Gesang an der Bayerischen Singakademie und der HMT München. 2000 war sie Preisträgerin der Richard Strauss Gesellschaft München sowie beim Internationalen Robert Schumann Wettbewerb Zwickau und beim ARD-Wettbewerb München. Seit 2001 ist Christa Mayer Ensemblemitglied der Semperoper Dresden. Dort singt sie große Rollen ihres Fachs wie Erda, Fricka und Waltraute (Der Ring des Nibelungen), Brangäne (Tristan und Isolde), Didone (Les Troyens), Amneris (Aida), die Händelpartien Orlando, Bradamante und Cornelia, Mrs. Quickly (Falstaff), Gaea (Daphne) oder Herodias (Salome). 2005 wurde ihr der Christel-Goltz-Preis der Stiftung Semperoper verliehen. Gastspiele führen die Sängerin an große Opernhäuser in Europa und Asien wie die Münchner Staatsoper, Venedigs La Venice, das Liceu in Barcelona, die Wiener Staatsoper, das Opernhaus Zürich oder das NNT Tokyo. Nach ihrem Bayreuther Festspieldebüt 2008 als Erda und Waltraute unter dem Dirigat von Christian Thielemann ist sie regelmäßiger Gast auf dem grünen Hügel in Partien wie Fricka, Waltraute, Brangäne und Magdalene (Die Meistersinger von Nürnberg). Eine enge Zusammenarbeit verbindet die Sängerin seit 2014 mit den Salzburger Osterfestspielen. Konzerte und Liedgesang bilden für Christa Mayer einen wichtigen Gegenpol zu ihrem Bühnenschaffen. Neben Liederabenden mit Helmut Deutsch am Klavier, war sie mit führenden Orchestern in London, Mailand, Amsterdam, Paris, Wien, Athen, Lissabon, Berlin, Dallas, Abu Dhabi und Seoul sowie beim Rheingau und Schleswig-Holstein Musikfestival, bei der Schubertiade Schwarzenberg und beim Lucerne Festival zu erleben. Auf dem Konzertpodium arbeitet die Künstlerin mit Dirigenten wie Riccardo Chailly, Semyon Bychkov, Marek Janowski, Jonathan Nott, Sir Colin Davis, Herbert Blomstedt, Simone Young, Zubin Mehta und Christian Thielemann. 2020 wurde Christa Mayer in Dresden der Ehrentitel Kammersängerin verliehen; im selben Jahr wurde sie mit dem Kulturpreis Bayern ausgezeichnet. Projekte in der vergangenen Spielzeit 2023/24 umfassten zahlreiche Aufführungen an der Semperoper u.a. Brangäne sowie ihr Rollendebüt als Kabanicha in Katja Kabanowa und Vorstellungen in Bayreuth im Ring des Nibelungen, ebenso wie Konzertauftritte in Paris, Tokio, Prag, Weimar und Dresden.
Georg Zeppenfeld
Der in Westfalen geborene Bass Georg Zeppenfeld studierte Gesang an der Hochschule für Musik Köln. Engagements führten ihn u.a. an die großen Opernhäuser von München, Berlin, Hamburg, Wien, Mailand, Paris, Barcelona, Lyon, Antwerpen, zu den Bayreuther Festspielen sowie an die Lyric Opera of Chicago, an die Metropolitan Opera New York und nach San Francisco. Im Jahr 2002 gastierte er erstmals bei den Salzburger Festspielen, 2012 sang er dort Sarastro (»Die Zauberflöte«) unter Nikolaus Harnoncourt, 2014 König Karl in Schuberts »Fierrabras«. Von 2001 bis 2005 war Georg Zeppenfeld Ensemblemitglied der Semperoper Dresden. Hier war er in Partien wie Figaro und Bartolo (»Le nozze di Figaro«), König Filippo II. (»Don Carlo«), Zaccaria (»Nabucco«), Banco (»Macbeth«), Eremit und Kaspar (»Der Freischütz«), König (»Aida«), Sarastro (»Die Zauberflöte«), Colline (»La bohème«), Alidoro (»La cenerentola«), Fasolt (»Das Rheingold«), Landgraf Hermann (»Tannhäuser«), König Marke (»Tristan und Isolde«), Gharib (»L’Upupa und der Triumph der Sohnesliebe«), Wassermann (»Rusalka«), Peneios (»Daphne«), Seneca (»L’incoronazione di Poppea«), Sparafucile (»Rigoletto«), Heinrich der Vogler (»Lohengrin«) und Rocco (»Fidelio«) zu erleben. 2013 debütierte er hier neben »Orlando« in der Neuproduktion »Der fliegende Holländer« als Daland. In der Spielzeit 2013/14 sang er die Partie des Don Alfonso in Andreas Kriegenburgs Neuinszenierung »Così fan tutte«. Unter Cornelius Meister war Georg Zeppenfeld 2015 als Sarastro am Royal Opera House Covent Garden in London zu Gast. 2016 sang er bei den Osterfestspielen Salzburg die Partie des Lodovico in »Otello«, 2017 gastiert er dort als Hunding in »Die Walküre«.



