5. Sinfoniekonzert

Blomstedt dirigiert Bruckner


Seit nunmehr einem halben Jahrhundert währt das enge freundschaftliche Verhältnis zwischen Herbert Blomstedt und der Staatskapelle Dresden. Nach seinem hiesigen Einstand im April 1969 prägte er von 1975 bis 1985 als Chefdirigent das Orchester: ein Jahrzehnt, das nicht nur künstlerisch unvergessen ist, sondern auch, unter schwierigen politischen Vorzeichen, aus menschlicher Sicht ein besonderes Kapitel in der langen Kapellgeschichte markiert. Über die Dresdner »Hausgötter« Wagner und Strauss hinaus dirigierte Herbert Blomstedt in seiner Amtszeit ein Repertoire, das das barocke Kapell-Erbe sowie zahlreiche Ur- und Erstaufführungen einschloss. 1985 fand unter seiner Leitung das erste Konzert der Kapelle in der wiederaufgebauten Semperoper statt, unzählige Werke spielte er mit dem Orchester auf Schallplatte ein. Weit über 300 Konzerte hat Herbert Blomstedt bis heute mit der Kapelle gegeben, allein zehn Mal trat er im traditionsreichen Palmsonntagskonzert ans Pult, dazu leitete er eine Reihe von Opernproduktionen, damals noch im Großen Haus der Staatstheater (Schauspielhaus). 2007 würdigte ihn die Staatskapelle mit der Goldenen Ehrennadel. Im Mai 2016 ernannte das Orchester Herbert Blomstedt zu seinem Ehrendirigenten. Er ist damit einer von nur drei Dirigenten, denen dieser Titel verliehen wurde.

Im 5. Sinfoniekonzert am 11., 12., und 13. Januar gibt es ein Wiedersehen mit dem großen Dirigenten, der die Staatskapelle nun bereits seit 57 Jahren künstlerisch wie auch menschlich prägt. Es erklingt Anton Bruckners Fünfte Sinfonie B-Dur – für den schwedischen Dirigenten ist Bruckner »der größte Symphoniker seit Beethoven«. Erst 16 Jahre nach ihrer Entstehung erlebte die 5. Sinfonie 1894 in Graz ihre Uraufführung, wo Bruckners Schüler und Gehilfe Franz Schalk als Kapellmeister wirkte. Bruckner selbst musste zu diesem Zeitpunkt, bereits schwer erkrankt, in Wien zurückbleiben – und so blieb seine Fünfte die einzige Sinfonie, die er niemals selbst gehört hat.

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