Sonderkonzert am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch

© Peter Mayr
Foto: Peter Mayr
© Borggreve
Isabelle Faust 2022 Photographie: Marco Borggreve

Mitwirkende

  • Philippe Jordan Dirigent
  • Isabelle Faust Violine

gespielte Werke

Dmitri Schostakowitsch

  • Violinkonzert Nr. 2 cis-Moll op. 129
  • Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

Am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage widmet sich die Staatskapelle zwei Schlüsselwerken des russischen Komponisten. Das zweite Violinkonzert, 1967 für David Oistrach geschrieben, besticht durch herbe Klangsprache und kammermusikalische Dichte: ein Werk voller innerer Spannungen. Die Zehnte, entstanden 1953 kurz nach Stalins Tod, gehört zu den meistdiskutierten Sinfonien des 20. Jahrhunderts. Schostakowitsch setzt darin Zeichen: musikalisch verschlüsselt mit seinem Monogramm, dem berühmten DSCH-Motiv, und darüber hinaus existenziell aufgeladen. Das Werk gilt als Abrechnung mit dem Stalinismus, insbesondere im zweiten Satz, der als brutal-aggressives Porträt Stalins gedeutet wird.

  • Mittwoch
    24.6.26
    20:00 Uhr
    Kulturpalast Dresden
    Ticket-Preis:
    10 – 38 €

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass  ab Januar 2026 an den Tages- und Veranstaltungskassen des Kulturpalastes Dresden ausschließlich bargeldlose Zahlungsmethoden angeboten werden.

Philippe Jordan

Philippe Jordan, aus einer Schweizer Künstlerfamilie stammend, kann bereits heute auf eine Karriere zurückblicken, die ihn an alle großen Opernhäuser und Festivals und zu allen bedeutenden Orchestern der Welt führte.
Seit September 2020 ist er Musikdirektor der Wiener Staatsoper und eröffnete seine erste Saison am Haus am Ring mit den Neuproduktionen von Madama Butterfly, Parsifal und Macbeth neben Wiederaufnahmen von Der Rosenkavalier und Le nozze di Figaro. Es folgten weitere Neuproduktionen von Don Giovanni, Wozzeck, Tristan und Isolde, Die Meistersinger von Nürnberg, Salome und Le nozze di Figaro, zudem leitete er die Neuproduktion von Il Trittico und vollendete den Da Ponte-Zyklus mit Così fan tutte.
Im Frühjahr 2024 dirigierte er Wagners Der Ring des Nibelungen an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Außerdem führten ihn Gastkonzerte zu den Wiener Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Orchestra Filarmonica della Scala, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und dem Orchestra Sinfonica Nazionale RAI.
Seine Karriere begann er 20-jährig als Kapellmeister am Stadttheater Ulm und an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Er war in Folge Chefdirigent des Grazer Opernhauses und Grazer Philharmonischen Orchesters (2001–2004) und debütierte während dieser Zeit u. a. an der Metropolitan Opera New York, am Royal Opera House Covent Garden London, am Teatro alla Scala di Milano, an der Bayerischen Staatsoper München, an der Wiener Staatsoper, an der Oper Zürich, sowie bei den Festspielen in Baden-Baden, Aix-en-Provence, Glyndebourne und Salzburg. Von 2006 bis 2010 kehrte Philippe Jordan als Erster Gastdirigent an die Staatsoper Unter den Linden zurück und feierte im Sommer 2012 mit Parsifal seinen Einstand bei den Bayreuther Festspielen, 2017 stand er am Pult der Neuinszenierung der Meistersinger von Nürnberg in der Regie von Barry Kosky, die er auch in den Folgejahren dirigierte.
Von 2009 bis Juli 2021 war Philippe Jordan Musikdirektor der Opéra national de Paris, an der er zahlreiche Premieren und Wiederaufnahmen dirigierte, darunter u. a. Moses und Aron, La Damnation de Faust, Der Rosenkavalier, Samson et Dalila, Lohengrin, Don Carlos (französische Urfassung), Les Troyens, Don Giovanni oder die Neuproduktion von Borodins Fürst Igor und einen konzertanten Ring. Parallel dazu war er von 2014 bis 2020 Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Höhepunkte dieser Arbeit waren u.a. ein Zyklus mit Schubert-Symphonien, die Symphonien und Klavierkonzerte von Beethoven, die großen Messen und Oratorien von Bach sowie eine Gegenüberstellung der drei letzten Symphonien von Bruckner mit Werken von Kurtág, Ligeti und Scelsi im Wiener Musikverein.
Auf dem Konzertpodium dirigierte Philippe Jordan die berühmtesten Orchester der Welt, darunter die Berliner und Wiener Philharmoniker, das Concertgebouworkest Amsterdam, die Münchner Philharmoniker, die Wiener Symphoniker, das London Symphony Orchestra, das Philharmonia Orchestra, das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom, das Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Chamber Orchestra of Europe, das Orchestre National de France, das Mahler Chamber Orchestra, das Gustav Mahler Jugendorchester, das Israel Philharmonic Orchestra und die Symphonieorchester von Boston, Seattle, St. Louis, Dallas, Detroit, Chicago, Cleveland, Philadelphia, Washington, Minnesota, Montreal, Los Angeles, New York und San Francisco.
Im Herbst 2027 wird Philippe Jordan sein neues Amt als Chefdirigent des Orchestre National de France antreten.

Isabelle Faust

Ihr unmittelbarer Zugang zur Musik lässt Isabelle Faust zum Wesentlichen der Werke vordringen. Das Publikum spürt ihre natürliche Musikalität ebenso wie den Drang, die Kenntnis des Repertoires durch ein genaues Studium der Partituren und musikhistorische Recherchen zu vertiefen.

Als Preisträgerin des Leopold-Mozart-Wettbewerbs in Augsburg und des Paganini-Wettbewerbs in Genua musizierte sie bereits in jungen Jahren mit bedeutenden Orchestern in aller Welt, wie den Berliner Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra Tokyo, dem Freiburger Barockorchester oder dem Chamber Orchestra of Europe. Seit 2016 ist sie »Artistic Partner« des Mahler Chamber Orchestra.

Isabelle Faust spielt ein Repertoire, das von Johann Sebastian Bach bis hin zu Werken zeitgenössischer Komponisten wie Ligeti, Lachenmann oder Widmann reicht. So führt sie neben den großen Violinkonzerten Schuberts Oktett auf historischen Instrumenten ebenso wie Kurtágs »Kafka-Fragmente« mit Anna Prohaska auf. Für die nächsten Spielzeiten sind Uraufführungen von Adamek, Stroppa, Strasnoy und Furrer in Vorbereitung.