Sonderkonzert am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch

© Peter Mayr
Philippe Jordan, Dirigent
© Marco Borggreve
Isabelle Faust, Violine

gespielte Werke

Dmitri Schostakowitsch

  • Violinkonzert Nr. 2 cis-Moll op. 129
  • Sinfonie Nr. 10 e-Moll op. 93

Mitwirkende

  • Philippe Jordan Dirigent
  • Isabelle Faust Violine
  • Mitglieder des Gustav Mahler Jugendorchesters

Am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage widmet sich die Staatskapelle zwei Schlüsselwerken des russischen Komponisten. Das zweite Violinkonzert, 1967 für David Oistrach geschrieben, besticht durch herbe Klangsprache und kammermusikalische Dichte: ein Werk voller innerer Spannungen. Die Zehnte, entstanden 1953 kurz nach Stalins Tod, gehört zu den meistdiskutierten Sinfonien des 20. Jahrhunderts. Schostakowitsch setzt darin Zeichen: musikalisch verschlüsselt mit seinem Monogramm, dem berühmten DSCH-Motiv, und darüber hinaus existenziell aufgeladen. Das Werk gilt als Abrechnung mit dem Stalinismus, insbesondere im zweiten Satz, der als brutal-aggressives Porträt Stalins gedeutet wird.

  • Mittwoch
    24.6.26
    20:00 Uhr
    Kulturpalast Dresden

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass  ab Januar 2026 an den Tages- und Veranstaltungskassen des Kulturpalastes Dresden ausschließlich bargeldlose Zahlungsmethoden angeboten werden.

Philippe Jordan

Philippe Jordan, aus einer renommierten Schweizer Künstlerfamilie stammend, zählt heute zu den bedeutendsten und etabliertesten Dirigenten seiner Generation. Seine internationale Karriere hat ihn an die führenden Opernhäuser, Festivals und Konzertsäle der Welt geführt. Mit Beginn der Saison 2027/28 übernimmt er die Position des Musikdirektors beim Orchestre National de France.

Von September 2020 bis Juni 2025 war Jordan Musikdirektor der Wiener Staatsoper. In dieser Zeit leitete er zahlreiche herausragende Neuproduktionen, darunter Madama Butterfly, Parsifal, Macbeth, Le Nozze di Figaro, Die Meistersinger von Nürnberg, Tristan und Isolde, Salome und Il Trittico. Ein besonderes künstlerisches Augenmerk legte er auf den vollständig neuen Da-Ponte-Zyklus von Mozart. In seiner abschließenden Spielzeit leitete er die Neuinszenierungen von Don Carlo und Tannhäuser sowie Wiederaufnahmen des Mozart-Zyklus und von Wagners Ring des Nibelungen.

Im Sommer 2025 kehrte Philippe Jordan zu den Salzburger Festspielen zurück, wo er erneut Macbeth dirigierte. Im Herbst 2025 folgt ein Gastspiel an der Wiener Staatsoper mit dem Rosenkavalier im Rahmen einer Tournee in Japan. Weitere Konzertverpflichtungen führen ihn in der aktuellen Saison zum Orchestre National de France, an die Opéra de Paris, an die Mailänder Scala, zum Maggio Musicale Fiorentino, zur Staatskapelle Dresden, zum Orchestre Philharmonique de Monte Carlo, zum Tonhalle-Orchester Zürich, zu den Bamberger, zu den Wiener Symphonikern und Orquestra de la Comunitat Valenciana, sowie in die USA, unter anderem zum Chicago Symphony Orchestra, San Francisco Symphony und Atlanta Symphony Orchestra. In Asien gastiert er beim Seoul Philharmonic, beim Hong Kong Philharmonic sowie beim NHK Symphony Orchestra.

Jordans künstlerischer Werdegang nahm seinen Anfang als Kapellmeister am Theater Ulm und an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Von 2001 bis 2004 war er Chefdirigent der Grazer Oper und des Grazer Philharmonischen Orchesters. In dieser Zeit debütierte er auch an zahlreichen führenden Opernhäusern und Festivals, darunter an der New Yorker Metropolitan Opera, am Royal Opera House Covent Garden, am Teatro alla Scala, an der Bayerischen und der Wiener Staatsoper, am Festspielhaus Baden-Baden sowie bei den Festspielen von Aix-en-Provence, Glyndebourne und Salzburg. Zwischen 2006 und 2010 war er Erster Gastdirigent an der Berliner Staatsoper. Sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen gab er 2012 mit Parsifal; 2017 kehrte er mit einer Neuinszenierung von Die Meistersinger von Nürnberg zurück, die er auch in den Folgejahren leitete.

Von 2009 bis 2021 war Philippe Jordan musikalischer Leiter der Opéra national de Paris. Dort dirigierte er eine Vielzahl bedeutender Produktionen, darunter Moses und Aron, La damnation de Faust, Der Rosenkavalier, Samson et Dalila, Lohengrin, Don Carlos in der französischen Originalfassung, Les Troyens, Don Giovanni, eine Neuinszenierung von Borodins Fürst Igor sowie Wagners Ring des Nibelungen in einer konzertanten Fassung. 

Von 2014 bis 2020 war er zudem Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Zu den Höhepunkten seiner Tätigkeit mit diesem Orchester zählten vollständige Zyklen der Sinfonien von Schubert und Beethoven, sämtliche Klavierkonzerte Beethovens, ein großer Zyklus der Messen und Oratorien von Johann Sebastian Bach sowie ein kontrastreicher Dialog zwischen Bruckners letzten drei Sinfonien und Werken von György Kurtág, György Ligeti und Giacinto Scelsi.

Als Konzertdirigent hat Philippe Jordan mit den bedeutendsten Orchestern weltweit zusammengearbeitet, darunter die Berliner und Wiener Philharmoniker, das Concertgebouworkest, die Münchner Philharmoniker, das BRSO, das London Symphony Orchestra, das Philharmonia Orchestra, das Orchestra Filarmonica della Scala, das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, das Orchestra Sinfonica Nazionale RAI,  das Chamber Orchestra of Europe, das Mahler Chamber Orchestra, das Gustav Mahler Jugendorchester, das Israel Philharmonic Orchestra, das Orchestre de Paris, das Orchestre National de France, sowie nahezu alle großen nordamerikanischen Klangkörper – darunter die Sinfonieorchester von Boston, Seattle, St. Louis, Dallas, Detroit, Chicago, Cleveland, Philadelphia, Washington, Minnesota, Montreal, Los Angeles, New York und San Francisco.

Isabelle Faust

Isabelle Faust zieht ihr Publikum mit ihren souveränen Interpretationen in ihren Bann. Jedem Werk nähert sie sich äußerst respektvoll und mit Verständnis für seinen musikgeschichtlichen Kontext und das historische Instrumentarium. Größtmögliche Werktreue ergänzt sie durch das Bewusstsein für die Notwendigkeit, einer Komposition von der Gegenwart her zu begegnen, was ihr eine tiefgründige Begegnung mit den verschiedensten Werken ermöglicht.

Nachdem sie in sehr jungen Jahren beim renommierten Leopold- Mozart-Wettbewerb und dem Paganini-Wettbewerb gewonnen hat, gastierte sie schon bald regelmäßig mit den bedeutendsten Orchestern der Welt, wie den Berliner Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, NHK Symphony Orchestra Tokyo, Chamber Orchestra of Europe, Les Siècles und dem Freiburger Barockorchester.

Dabei entwickelte sich eine enge und nachhaltige Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Giovanni Antonini, François-Xavier Roth, Sir John Eliot Gardiner, Daniel Harding, Philippe Herreweghe, Jakub Hrusa, Klaus Mäkelä, Robin Ticciati oder Sir Simon Rattle. 

Isabelle Fausts künstlerische Neugier schließt alle Epochen und Formen instrumentaler Partnerschaft ein. Neben den großen sinfonischen Violinkonzerten zählen hierzu beispielsweise Schuberts Oktett auf historischen Instrumenten, Igor Stravinskys „L’Histoire du Soldat“ mit
Dominique Horwitz sowie György Kurtágs „Kafka-Fragmente" mit Anna Prohaska. Mit großem Engagement hat sich Isabelle Faust bereits früh um die zeitgenössische Musik verdient gemacht: Zu ihren jüngsten Uraufführungen zählen Kompositionen von Péter Eötvös, Brett Dean, Ondřej Adámek und Rune Glerup. Im Mai 2026 wird sie das Neue Werk für Violine und Orchester des slowenischen Komponisten Vito Žuraj gemeinsam mit dem WDR Sinfonieorchester uraufführen.

Zu den Höhepunkten der Spielzeit 2025/26 gehören Konzerte mit u.a. dem Lucerne Festival Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem National Symphony Orchestra in Washington, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und den Münchner Philharmonikern. Auf Tournee ist sie mit
dem WDR Sinfonieorchester, Les Siècles und dem Balthasar-Neumann-Ensemble zu erleben.

Sowohl beim Bergen Philharmonic Orchestra, dem WDR Sinfonieorchester, wie auch im Muziekgebouw Amsterdam ist sie in dieser Saison Artist in Residence, wo sie die ganze Bandbreite ihres künstlerischen Schaffens präsentieren kann. Kammermusikalisch ist sie u.a. mit einem neuen Solo Programm wie mit dem Zyklus an Bach Sonaten und Partiten für Violine solo, aber auch mit ihren langjährigen Partnern Alexander Melnikov wie Kristian Bezuidenhout zu erleben. Ein weiterer Höhepunkt ist das Programm um Messiaens Quatuor pour la fin du temps, welches sie auf Tournee mit Jean-Guihen Queyras, Jörg Widman und Pierre-Laurent Aimard spielt.

Ihre zahlreichen Einspielungen wurden von der Kritik einhellig gelobt und mit Preisen wie dem Diapason d’or, dem Gramophone Award und dem Choc de l'année ausgezeichnet. Die jüngsten Aufnahmen umfassen das Violinkonzert von György Ligeti (mit Les Siècles unter François-Xavier Roth) und von Benjamin Britten (mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks), Werke für Violine und Orchester von Pietro Locatelli (mit Il Giardino Armonico) und Werke für Violine solo von Biber, Matteis, Pisendel, Vilsmayr und Guillemain. Weitere vielbeachtete Alben hat Isabelle Faust unter anderem mit den Sonaten und Partiten für Violine solo von Johann Sebastian Bach sowie den Violinkonzerten von Ludwig van Beethoven und Alban Berg unter der Leitung von Claudio Abbado vorgelegt.