4. Aufführungsabend

Elim Chan Dirigentin
Friedrich Thiele Violoncello

Frédéric Chopin

  • Nocturne As-Dur op. 32 Nr. 2, bearbeitet für Orchester von Igor Strawinsky
  • Grande valse brillante op. 18, bearbeitet für Orchester von Igor Strawinsky

Pjotr I. Tschaikowsky

  • Variationen über ein Rokoko-Thema A-Dur op. 33 für Violoncello und Orchester

Claude Debussy

  • Sarabande und Tanz, bearbeitet für Orchester von Maurice Ravel

Igor Strawinsky

  • »Pulcinella« Suite für Orchester

Der 1854 von Kapellmitgliedern gegründete Tonkünstlerverein hat selbst Historie geschrieben. Im Zentrum des Jubiläumskonzertes steht Igor Strawinsky – als Bearbeiter und Komponist. Stilistisch erfand sich der Russe immer wieder neu. Nach dem Schock des »Sacre« vollzog Strawinsky mit dem Rückgriff auf »Alte Musik« eine radikale Wende. »Pulcinella« rekonstruierte die süditalienische Commedia dell’arte. Strawinskys Vorlage hielt man lange für eine Komposition des jung verstorbenen Giovanni Battista Pergolesi. Die spätere Entdeckung, dass das Original nicht komplett von Pergolesi, sondern eher von seinen weniger bekannten Zeitgenossen stammt, hat dem »neoklassischen« Erfolg keinen Abbruch getan.

  • Donnerstag
    20.06.2024
    20:00 Uhr
    Semperoper
    Ausverkauft

Elim Chan

Von einem „Wunder an Kontrolle und Verständnis“ sprach Boston Classical Review im Januar 2022 nach Elim Chans Debüt beim Boston Symphony Orchestra. Nicht minder enthusiastisch fielen die Reaktionen wenige Monate später bei der ersten Zusammenarbeit der jungen Dirigentin mit dem Cleveland Orchestra aus. Dessen Form, so notierte Cleveland.com, sei an jenem Abend unter Elim Chans Leitung „dem Ideal verführerisch nahe“ gekommen.

Keine andere Dirigentin ihrer Generation ist derart gefragt bei den Top-Orchestern sowohl in Nordamerika als auch in Europa und trifft dabei durchweg auf vergleichbar hochkarätige Solistinnen und Solisten. Dabei verfügt die 1986 in Hong Kong geborene Künstlerin über ein denkbar breit gefächertes Repertoire der sinfonischen Literatur von der Klassik bis zur Gegenwart.

Elim Chan war von 2018 bis 2023 Gastdirigentin des Royal Scottish National Orchestra und ist seit 2019 Chefdirigentin des Antwerp Symphony Orchestra. In ihrer letzten Spielzeit als Chefdirigentin des Orchesters präsentiert sie in der Saison 2023-24 das Orchester in der Benelux unter anderen mit Gustav Mahlers 4. Symphonie und Solistinnen wie unter anderen Sol Gabetta und Midori.

Highlights der Spielzeit 2023-24 sind die Debüts bei den Salzburger Festspielen, dem Orchestre de Paris sowie der Staatskapelle Berlin und der Staatskapelle Dresden, sowie dem New York Philharmonic. Weitere Debüts stehen in Nordamerika mit dem Orchestre Métropolitain in Montreal sowie dem Minnesota Orchestra und Seattle Symphony an. In Europa erfolgen erste Kollaborationen mit dem Danish National Orchestra sowie den Rundfunkorchestern der deutschen Sendeanstalten SWR, RSB und WDR. Wiedereinladungen in der Saison führen Elim Chan zum Los Angeles Philharmonic und St. Louis Symphony Orchestra sowie zum Oslo Philharmonic, Swedish Radio Symphony Orchestra und dem Philharmonia Orchestra in London. Im Frühjahr 2023 kündigte das Orquesta Sinfónica de Castilla y León eine dreijährige Zusammenarbeit mit Elim Chan als Associate Conductor an, bei der die Beschäftigung mit Stravinskys Balletten in Zentrum stehen wird.

Elim Chan studierte am Smith College in Northampton, Massachusetts, sowie an der University of Michigan. 2014 gewann sie als erste Frau die Donatella Flick Conducting Competition, was ihr 2015-16 eine einjährige Assistenz beim London Symphony Orchestra und die Zusammenarbeit mit Valery Gergiev ermöglichte. In der nachfolgenden Spielzeit nahm Elim Chan am Dudamel Fellowship-Programm des Los Angeles Philharmonic teil. Wichtige künstlerische Impulse verdankt sie Bernard Haitink, dessen Meisterklassen in Luzern sie 2015 besuchte.

Friedrich Thiele

Konzertmeister

Friedrich Thiele, Jahrgang 1996, gewann zahlreiche renommierte nationale und internationale Preise, wie den 2. Preis, Publikumspreis und Preis für die beste Interpretation des Auftragswerks beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD 2019 und den Preis des Deutschen Musikwettbewerbs 2019. Er startete durch aktuelle Erfolge beim Internationalen Instrumentalwettbewerb Markneukirchen 2019 (2. Preis, Publikumspreis, Orchesterpreis), beim Wettbewerb Ton & Erklärung in München 2017 (1. Preis), sowie beim TONALi-Wettbewerb 2015 in Hamburg (3. Preis und Publikumspreis) eine internationale Karriere.
Sein Bachelor of Music erhielt Friedrich Thiele 2021 an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar und studiert nun an der Kronberg Academy in der Klasse von Wolfgang Emanuel Schmidt. Zuvor wurde er fünf Jahre von Peter Bruns im Jungstudium der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig ausgebildet.
Seit 2021 ist er 1. Konzertmeister der Violoncelli in der Sächsischen Staatskapelle Dresden.
 

Als Solist gastierte er bereits bei vielen renommierten Orchestern, wie dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Orchester des Nationaltheaters Brasília, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Münchner Rundfunkorchester, den Nürnberger Sinfonikern, dem Orquesta Sinfónica Simón Bolívar in Caracas und der Dresdner Philharmonie. Friedrich Thiele spielte solistisch u. a. im Mariinsky-Theater Sankt Petersburg, in der Elbphilharmonie und der Laeiszhalle Hamburg und im Herkulessaal und Gasteig in München.
Als leidenschaftlicher Kammermusiker durfte er schon beim Heidelberger Frühling, beim Schleswig-Holstein Musik Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Molyvos International Music Festival und dem Vadim Repin Trans-Siberian Art Festival auftreten. Dort spielte er u. a. mit Igor Levit, Julia Fischer, Patricia Kopatchinskaja, Benjamin Beilman, Volker Jacobsen, Viviane Hagner und Marc-André Hamelin.
Bereits seit 2010 wird Friedrich Thiele von der Deutschen Stiftung Musikleben gefördert und spielt ein französisches Cello aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds.