
18. Internationale Schostakowitsch Tage Gohrisch
24. bis 27.6.2027
Kurort Gohrisch, Sächsische Schweiz
In Kooperation mit der Kammermusik der Sächsischen Staatskapelle Dresden
Im Jahr 2027 gehen die Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch in ihren 18. Jahrgang und setzen eine Erfolgsgeschichte fort, in der sie sich »zum wichtigsten Ort der öffentlichen publikumszugewandten Schostakowitsch-Pflege weltweit entwickelt haben« (FAZ, Jan Brachmann, 2020): bei der Gründung 2010 noch ohne finanzielle Unterstützung, aber mit ungeheurem Enthusiasmus einiger weniger Musikbegeisterter, die dem Komponisten Dmitri Schostakowitsch inmitten der Sächsischen Schweiz ein musikalisches Denkmal setzen wollten. Der hatte 1960 im Kurort Gohrisch sein bedeutendes Achtes Streichquartett komponiert.
Möglich wurde dies nicht zuletzt durch das Engagement der Sächsischen Staatskapelle Dresden, die das weltweit einzigartige Festival seit Anbeginn künstlerisch mitträgt. Nach Vorbild der Kammermusik der Staatskapelle verzichten in Gohrisch bis heute sämtliche Künstlerinnen und Künstler auf ein Honorar und treten lediglich für ein »Frackgeld« von 10 € auf. Dies hat namhafte Mitwirkende nicht vom Besuch in Gohrisch abgehalten, ganz im Gegenteil: Igor Levit, Gidon Kremer, Elisabeth Leonskaja, Yulianna Avdeeva, das Quatuor Danel, Michail, Vladimir und Dmitri Jurowski, Ingo Metzmacher – sie alle und viele andere musizierten in Gohrisch aus Begeisterung für die Sache!
Eine enge Zusammenarbeit verbindet das Festival, das seit 2019 vom Freistaat Sachsen gefördert wird, mit den Schostakowitsch-Archiven in Moskau und Paris, die den Schostakowitsch-Tagen regelmäßig Neues aus der Feder des Komponisten zur Verfügung stellen. Mehr als ein Dutzend Uraufführungen von Schostakowitsch konnte das Publikum in Gohrisch so in den vergangenen Jahren miterleben. Viele davon sind 2025 auf der CD »Shostakovich Discoveries« bei der Deutschen Grammophon erschienen, die im Frühjahr 2026 mit dem International Classical Music Award ausgezeichnet wurde.
Zum 18. Jahrgang werden an den vier Festivaltagen erneut hochrangige Künstlerinnen und Künstler in der Gohrischer Konzertscheune erwartet. Freuen kann sich die kontinuierlich wachsende »Festivalgemeinde«, die sich inzwischen aus Besucherinnen und Besuchern aus aller Welt zusammensetzt, wieder auf ambitionierte Programme, die den Blick auf Schostakowitsch aus ungewöhnlicher und neuer Perspektive schärfen.
Zu einer Tradition ist seit 2016 das Sonderkonzert der Sächsischen Staatskapelle am Vorabend der Schostakowitsch-Tage in Dresden geworden. 2027 wird der Dirigent Maxim Emelyanychev das Publikum in der Semperoper u. a. mit Schostakowitschs »Satiren« op. 109, gesungen von der Mezzosopranistin Magdalena Kožená, auf das Festival einstimmen – mit jenem Werk, das Schostakowitsch unmittelbar vor seiner Reise nach Gohrisch 1960 komponierte. Dort folgte dann mit dem Achten Streichquartett sein Opus 110.
Das Programm und die Mitwirkenden der 18. Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch werden im Frühjahr 2027 bekanntgegeben. Informationen und Kartenbuchungen unter www.schostakowitsch-tage.de.
Der Verein
Im Juli 1960 weilte der sowjetische Komponist Dmitri Schostakowitsch, eine der Leitfiguren der Musik des 20. Jahrhunderts, für einige Tage in Gohrisch, dem ältesten Luftkurort der Sächsischen Schweiz, vierzig Kilometer südöstlich von Dresden gelegen. Im dortigen Gästehaus des Ministerrates der DDR komponierte er eines seiner kammermusikalischen Hauptwerke, das sein existentielles Leiden unter dem Sowjetregime in erschütternder Weise zum Ausdruck bringt: das Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110. Es ist nachweislich das einzige Werk, das Schostakowitsch außerhalb der Sowjetunion komponierte. 1972 war er ein zweites Mal in Gohrisch zu Gast.
Um Schostakowitschs Aufenthalte in Gohrisch ins heutige Bewusstsein zu bringen und angemessen zu würdigen, wurde im Juni 2009 ein Verein gegründet (»Schostakowitsch in Gohrisch e.V.«), der sich diesem Anliegen seither mit großem Engagement widmet. Mit den Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch richtete der Verein im September 2010 – genau 50 Jahre nach Schostakowitschs erstem Besuch in dem Luftkurort – erstmals ein dreitägiges Festival aus, das die Musik Schostakowitschs in Gohrisch zum Klingen brachte. Das Festival findet seitdem alljährlich statt und ist damit das einzige regelmäßige Schostakowitsch-Festival in der internationalen Festivallandschaft.
Eine Initiative der Sächsischen Staatskapelle Dresden
Der Festivalzeitraum orientiert sich an jener Zeitspanne, in der Schostakowitsch sein achtes Streichquartett in Gohrisch komponierte (12. bis 14. Juli 1960). Ab dem Jahr 2017 wird das Festival mit einem großen Sonderkonzert der Sächsischen Staatskapelle Dresden in der Semperoper eröffnet; an den drei Folgetagen erklingen Kammerkonzerte in der Gohrischer Konzertscheune. Ergänzt wird das Programm in jedem Jahr durch Gesprächsveranstaltungen mit Künstlern und Zeitzeugen sowie Vorträgen und Führungen. Durch die Verleihung des »Internationalen Schostakowitsch Preises Gohrisch« werden außerdem alljährlich Persönlichkeiten gewürdigt, die sich in besonderer Weise um das Schaffen Schostakowitschs verdient gemacht haben.
Die Sächsische Staatskapelle Dresden hat das Festival mitinitiiert und richtet es seit Anbeginn maßgeblich künstlerisch aus.
Weitere Informationen unter www.schostakowitsch-tage.de