9. Symphoniekonzert

Christian Thielemann Dirigent
Diana Damrau Sopran
Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Richard Strauss

  • »Tod und Verklärung« op. 24
  • Verwandlungsszene aus »Daphne« op. 82
  • Symphonisches Fragment aus »Die Liebe der Danae«
  • »Besinnung« für Chor und Orchester
  • Schlussszene aus »Capriccio« op. 85

Zwischen Leben und Tod

Noch nicht einmal 25 Jahre alt war Richard Strauss, als er sich mit dem Sterben beschäftig­te. Doch »Tod und Verklärung« entstand nicht, wie oft vermutet, als Erlebnisbericht nach zwei schweren Lungenerkrankungen 1891/1892, sondern schon zuvor als Versuch, die letzten Momente im Dasein eines Menschen in Töne zu kleiden. Wohl darum ist das Werk nüchtern und fast kühl gehalten und besitzt keinen philoso­phisch-literarischen Hintergrund. Völlig anders geartet ist hingegen die als »heitere Mythologie« beschriebene Oper »Die Liebe der Danae«: Erst nach Strauss’ Tod uraufgeführt, stellte der Pre­mieren-Dirigent Clemens Krauss vor allem aus der farbenreichen Musik des zweiten und dritten Akts ein Symphonisches Fragment zusammen.

Eine kostenlose Konzerteinführung mit Hagen Kunze findet 45 Minuten vor Beginn im Opernkeller statt.

Das Konzert wird von MDR Klassik mitgeschnitten und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet.
  • 15.04.2023
    19:00 Uhr
    Semperoper
    Verkauf vorerst beendet
  • 16.04.2023
    11:00 Uhr
    Semperoper
    Tickets
    Ticket-Preis:
    20.00 – 108.00 €

Christian Thielemann

Chefdirigent

Seit der Saison 2012/2013 ist Chris­tian Thielemann Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Über Stationen an der Deutschen Oper Berlin, in Gelsen­kirchen, Karlsruhe, Hannover und Düsseldorf kam er 1988 als Generalmusikdirektor nach Nürnberg. 1997 kehrte der gebürtige Berliner in seine Heimatstadt als Generalmusikdirek­tor der Deutschen Oper Berlin zurück, bevor er das gleiche Amt von 2004 bis 2011 bei den Münchner Philharmonikern innehatte. Neben seiner Dresdner Chefposition war er von 2013 bis 2022 Künstlerischer Leiter der Osterfest­spiele Salzburg.

Intensiv widmete sich Christian Thiele­mann in den vergangenen Spielzeiten den Komponistenjubilaren Wagner, Strauss und Beethoven. Aber auch Werke von Bach bis hin zu Henze, Rihm und Gubaidulina standen für ihn in Dresden und auf Tournee auf dem Pro­gramm. In der Semperoper leitete er zuletzt Neuproduktionen von »Ariadne auf Naxos«, »Capriccio« und »Aida«. Bei den Osterfestspie­len Salzburg dirigierte er unter anderem »Die Walküre«, »Tosca«, »Die Meistersinger von Nürnberg« und »Lohengrin«.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Christian Thielemann mit den Berliner Phil­harmonikern und Wiener Philharmonikern, deren Neujahrskonzert er 2019 dirigierte. Er war musikalischer Berater und Musikdirektor der Bayreuther Festspiele, die er seit seinem

Debüt im Sommer 2000 alljährlich durch maß­stabsetzende Interpretationen prägt. Darüber hinaus folgte er Einladungen der großen Or­chester in Europa, den Vereinigten Staaten, Israel und Asien.

Christian Thielemanns Diskographie als Exklusivkünstler der UNITEL ist umfang­reich. Zu seinen jüngsten Einspielungen mit der Staatskapelle gehören die Symphonien von Anton Bruckner und Robert Schumann, Arnold Schönbergs »Gurre-Lieder« sowie zahlreiche Opern.

Christian Thielemann ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London, Honorarprofessor der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden sowie Ehrendoktor der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar und der Katholischen Universität Leuven in Belgien. 2003 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Im Mai 2015 erhielt er den Richard-Wagner-Preis der Richard-Wagner-Stiftung Leipzig, sowie im Oktober 2016 den Preis der Stiftung zur Förderung der Semperoper. Im April 2022 wurde er mit dem Ehrenzeichen des Landes Salzburg und im Juli 2022 mit der Wappenmedaille in Gold der Stadt Salzburg ausgezeichnet. Christian Thielemann ist Schirmherr der Richard-Wagner-Stätten Graupa. Für seine Einspielungen wurde er mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt.

Diana Damrau

Seit ihrem Bühnendebüt ist die Sopranistin Diana Damrau nunmehr schon 20 Jahre ständiger Gast bei international führenden Opern- und Konzerthäusern sowie renommierten Musikfestivals.

Ihr umfangreiches Repertoire liegt im Lyrischen und Koloraturfach und beinhaltet Titelrollen u.a. in »Lucia di Lammermoor« (La Scala di Milano, Bayerische Staatsoper München, Metropolitan Opera, Royal Opera House), »Manon« (Wiener Staatsoper, Metropolitan Opera) und »La Traviata« (La Scala, Metropolitan Opera, Royal Opera House Covent Garden, Opéra National de Paris und Bayerische Staatsoper) sowie die Königin der Nacht in »Die Zauberflöte« (Metropolitan Opera, Salzburger Festspiele, Wiener Staatsoper, Royal Opera House Covent Garden, Bayerische Staatsoper).

Seit ihrem Hausdebüt als Zerbinetta in 2005 hatte Diana Damrau an der Metropolitan Opera sieben bedeutende Rollendebüts und war mehrfach in live HD cinema broadcasts weltweit zu erleben. Highlights waren die neuen Produktionen von »Rigoletto« (Gilda), »Il barbiere di Siviglia« (Rosina), »Le comte Ory« (Adèle) und »Les pêcheurs des perles« (Leïla). Weitere Engagements beinhalteten die Titelrollen in »La Sonnambula«, »La Fille du Régiment« und »Roméo et Juliette«.

Sie war die erste Sängerin in der Geschichte der Metropolitan Opera, die sowohl Pamina als auch die Königin der Nacht in verschiedenen Vorstellungen derselben Serie der »Zauberflöte« gesungen hat.

Die Sopranistin ist immer wieder mit zeitgenössischem Repertoire auf der Opernbühne zu erleben. Speziell für sie komponiert wurden die Titelrolle in Iain Bell’s Adaption von Hogarth’s »A Harlot’s Progress« (Theater an der Wien 2013) und die beiden Rollen der Drunken Woman und Gym

Instructress in Lorin Maazels Oper »1984« (Royal Opera House 2005).

Diana Damrau ist auch eine der wichtigsten Liedinterpretinnen unserer Zeit. Eine enge künstlerische Partnerschaft verbindet sie mit dem Pianisten Helmut Deutsch und dem Harfenisten Xavier de Maistre.

Darüber hinaus debütierte Diana Damrau 2018 in der Titelrolle in »Maria Stuarda« am Opernhaus Zürich und gastierte in der Titelpartie von »La Traviata« in einer Neuproduktion an der Metropolitan Opera sowie als Ophélie am Gran Teatre del Liceu und an der Deutschen Oper Berlin in »Hamlet«.

In der Saison 2019/20 gastierte sie bei den Silvesterkonzerten der Berliner Philharmoniker unter der Leitung von Kirill Petrenko. Des Weiteren gab sie Liederabende mit Sir Antonio Pappano. An der Scala di Milano war sie in »Roméo et Juliette« und an der Bayerischen Staatsoper in »I Masnadieri« zu erleben.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Damrau mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Neben der »Artist in Residence« am Barbican Centre London gastierte sie 2019 u.a. in der Carnegie Hall New York.

Als Exklusivkünstlerin von Warner Classics/Erato gab Diana Damrau ihr Debütalbum mit Arie di Bravura, einer Sammlung von Mozart- und Salieri-Arien. Es folgten weitere Soloalben, die verschiedene Auszeichnungen erhielten, darunter den ECHO und den OPUS Klassik. Diana Damraus Arbeit ist auf diversen Oper-Gesamtaufnahmen und DVDs dokumentiert.

Diana Damrau ist Kammersängerin der Bayerischen Staatsoper (2007), Trägerin des Bayerischen Maximilian-Ordens für Kunst und Wissenschaft (2010) und Trägerin des Deutschen Verdienstkreuzes für kulturelle und gesellschaftliche Verdienste (2021).

Sächsischer Staatsopernchor Dresden

Der Dresdner Opernchor wurde am 8. Oktober 1817 per königlichem Dekret durch Friedrich August dem Gerechten gegründet. Die Erlassung dieses Dekrets war vor allem ein Verdienst Carl Maria von Webers. Er hatte als neu engagierter Hofkapellmeister 1817 den Auftrag erhalten, neben der traditionsreichen italienischen Oper in Dresden auch eine deutsche Operngesellschaft ins Leben zu rufen. Weber forderte die Einrichtung eines »stehenden Theaterchors«, der den gestiegenen Anforderungen des dafür neu zu schaffenden Opernrepertoires gewachsen sein würde.

In der Folge entwickelte sich der Sächsische Staatsopernchor dank hervorragender Persönlichkeiten, die ihn künstlerisch umsichtig und traditionsbewusst leiteten, zu einem erstklassigen und gefragten Klangkörper. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelten und pflegten u. a. Joseph Metzner, Wilhelm Fischer, Karl Maria Pembaur, Ernst Hintze, Gerhart Wüstner, Hans Peter Müller-Sybel, Hans-Dieter Pflüger und Matthias Brauer bis heute ein spezielles, diesem Staatsopernchor zugehörendes Klangideal, das besonders auch durch die rege Konzerttätigkeit des Chores beeinflusst wurde. Homogenität des Klangs, klangliche Noblesse, kultivierter Pianogesang bei gleichzeitiger Klangdichte und -fülle sind wesentliche Attribute, die für den Sächsischen Staatsopernchor stehen. Von 2014/15 bis 2018/19 war Jörn Hinnerk Andresen Chordirektor. In der Spielzeit 2019/20 übernimmt Jan Hoffmann diese Position kommissarisch.

Heute gilt der Sächsische Staatsopernchor als einer der besten Opernchöre Europas. Seine Auftritte in Opernvorstellungen, seine Mitwirkung in Konzerten, bei Rundfunk-, Fernseh- und CD-Produktionen, die kontinuierliche Präsenz bei Festspielen und auf Tourneen brachten ihm auch weltweit Beachtung sowie höchste Wertschätzung ein.

Besonders prägend für den Staatsopernchor war die Arbeit mit dem Dirigenten Giuseppe Sinopoli, der das künstlerische Potential als bei weitem noch nicht ausgeschöpft betrachtete. In zahlreichen CD-Produktionen wuchs das Chorensemble immer wieder über sich hinaus. In den Jahren nach Sinopolis plötzlichem Tod gelang durch kontinuierliche Arbeit eine Konsolidierung der künstlerischen Qualität.

Wie in allen künstlerischen Sparten der Sächsischen Staatsoper Dresden spielt auch im Staatsopernchor die enge Verknüpfung von Tradition, gegenwärtiger künstlerischer Verantwortung und Ausrichtung auf die Herausforderungen der Zukunft eine entscheidende Rolle.

Seit 2013 ist der Sächsische Staatsopernchor gemeinsam mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden ständiger Gast bei den Osterfestspielen in Salzburg, deren Künstlerische Leitung in den Händen von Christian Thielemann liegt.

Am 8. Oktober 2017 feierte der Sächsische Staatsopernchor Dresden sein 200-jähriges Chorjubiläum.