Sonderkonzert am Vorabend der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch

Andrés Orozco-Estrada Dirigent
Håkan Hardenberger Trompete

Mieczysław Weinberg

  • Trompetenkonzert op. 94

Dmitri Schostakowitsch

  • Symphonie Nr. 5 d-Moll op. 47

Doppelbödigkeit

Der Terror und politische Druck des stalinisti­schen Musiklebens trafen 1936 Dmitri Schos­takowitsch direkt. Der offenen Androhung von Konsequenzen konnte sich der Komponist nur entziehen, indem er sich als Geläuterter gab – die Fünfte war der Versuch einer öffentlichen Rehabilitierung. Doch ist die Interpretation der Symphonie nie eindeutig: Richtet sich der Militärmarsch im ersten Satz gegen äußere Feinde oder vielmehr gegen den sowjetischen Terror selbst? Führen Ländler und Blaskapelle im zweiten Satz das System Stalins ad absur­dum? Wem gilt der bewegende Klagegesang des dritten Satzes? Und wirkt der Jubel des Finales nicht, wie Schostakowitsch später be­haupte, wie »unter Drohungen erzwungen«?

Konzertdauer: ca. 100 Minuten, einschließlich 20 Minuten Pause

  • 21.06.2023
    20:00 Uhr
    Kulturpalast Dresden
    Tickets
    Ticket-Preis:
    12.00 – 45.00 €

Andrés Orozco-Estrada

Andrés Orozco-Estrada, in Kolumbien geboren und ausgebildet in Wien, zählt zu den gefragtesten Dirigenten seiner Generation. Seit der Spielzeit 2014/15 ist Andrés Orozco-Estrada Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt. Zeitgleich hat er die Position des Music Director beim Houston Symphony übernommen. Außerdem ernannte ihn das London Philharmonic Orchestra im September 2015 zu seinem Ersten Gastdirigenten.

International machte er erstmals 2004 auf sich aufmerksam, als er im Wie­ner Musik-verein beim Tonkünstler-Orchester einsprang - von der Presse als „Wunder von Wien“ gefeiert. Zahlreiche Engagements bei internationalen Orchestern folgten ebenso wie die Ernennung zum Chefdirigenten des Tonkünstler-Orchesters, mit dem er von 2009 bis 2015 sehr erfolgreich zusammenarbeitete. 2009 bis 2013 war er außerdem Chef­dirigent des Baski­schen Nationalorchesters.

Regelmäßige Wiedereinladungen führten zu einer engeren Zusammenarbeit mit Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, dem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom und dem Orchestre National de France. Orozco-Estrada gastierte unter anderem bei den Münchner Philharmonikern, dem Gewandhaus-orchester Leipzig, Mahler Chamber Orchestra, London Symphony Orchestra, City of Birmingham Symphony Orchestra, den Sinfonieorchestern des NDR und WDR, den Göteborger Symfonikern, dem Royal Stockholm und dem Oslo Philharmonic. Bedeutende Debüts führten ihn in jüngster Zeit zum Concertgebouw-Orches­ter Amsterdam, zum Pittsburgh Symphony, nach Cleveland und zum Israel Philharmonic Orchestra. Sein Debüt am Pult der Staatskapelle gab Andrés Orozco-Estrada 2016 beim ZDF-Adventskonzert. In der Spielzeit 2021/22 war er Chefdirigent der Wiener Symphoniker.

Håkan Hardenberger

Håkan Hardenberger gibt Konzerte mit weltweit führenden Orchestern, darunter Boston Symphony Orchestra, Gewandhausorchester Leipzig, Concertgebouworkest, Wiener Philharmoniker, Berliner Philharmoniker und London Symphony Orchestra. Er arbeitet regelmäßig mit Dirigenten wie Alan Gilbert, Daniel Harding, Ingo Metzmacher, Andris Nelsons, Sakari Oramo, Jukka-Pekka Saraste und John Storgårds zusammen.

Etliche der für Håkan Hardenberger geschriebenen Werke gehören zum Standardrepertoire für Trompete, von Komponisten wie Sir Harrison Birtwistle, Brett Dean, HK Gruber, Hans Werner Henze, Betsy Jolas, György Ligeti, Arvo Pärt, Toru Takemitsu, Mark-Anthony Turnage und Rolf Wallin.

Dirigieren ist ein wichtiger Teil Håkan Hardenbergers künstlerischen Schaffens. In der Saison 2021/22 dirigiert er das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, Real Orquesta Sinfónica de Sevilla sowie das Swedish Chamber Orchestra zusammen mit Brett Dean. Außerdem spielt er Duo-Rezitale mit Pianist Roland Pöntinen sowie mit

Perkussionist Colin Currie, mit dem er 2018 eine Aufnahme mit Duos von Komponisten wie Brett Dean und André Jolivet veröffentlichte.

Håkan Hardenbergers umfangreiche Diskographie bei BIS, Deutsche Grammophon, EMI und Philips enthält seine Aufnahme „Stories“ (BIS) mit Werken von Sally Beamish, Betsy Jolas und Olga Neuwirth sowie seine neueste Veröffentlichung „The Brandenburg Project”, für die er J.S. Bachs 2. Brandenburgisches Konzert und Steven Mackeys Anlehnung an das Werk “Triceros” mit dem Swedish Chamber Orchestra und Thomas Dausgaard einspielte.

Von 2016 bis 2018 war Hardenberger Artistic Director des Malmö Chamber Music Festivals. Geboren in Malmö, Schweden, begann Hardenberger im Alter von acht Jahren mit Trompetenstunden bei Bo Nilsson. Später studierte er an der Pariser Musikhochschule bei Pierre Thibaud sowie in Los Angeles bei Thomas Stevens. Er ist Professor am Malmö Conservatoire.