Jörg Widmann
Capell-Compositeur & Capell-Virtuos 2026/27

Jörg Widmann,
Capell-Compositeur & Capell-Virtuos der Sächsischen Staatskapelle Dresden 2026/27
Jörg Widmann ist einer der bemerkenswertesten und vielseitigsten Künstler seiner Generation. Seit 2026 ist er der neue Künstlerische Leiter der Lucerne Festival Academy. Er ist weltweit in all seinen Facetten als Klarinettist, Dirigent und Komponist zu erleben, unter anderem in seiner dritten Saison als Erster Gastdirigent der NDR Radiophilharmonie, als Associated Conductor des Münchener Kammerorchesters und als Artistic Partner der Sinfonietta Riga. Weitere Gastdirigate führen ihn zum Oslo Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra, Orchestre Philharmonique de Radio France, Radio Filharmonisch Orkest, National Symphony Orchestra Taiwan, Budapest Festival Orchestra und zu den Bamberger Symphonikern. Im Februar 2026 spielte Jörg Widmann das ihm gewidmete Klarinettenkonzert »Zones of Blue« von Olga Neuwirth mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Sir Simon Rattle. Weitere ihm gewidmete und für ihn geschriebene Klarinettenkonzerte sind Wolfgang Rihms »Musik für Klarinette und Orchester« (1999) und Aribert Reimanns »Cantus« (2006). Dirigenten wie Daniel Barenboim, Daniel Harding, Kent Nagano, Franz Welser-Möst, Christian Thielemann, Iván Fischer, Andris Nelsons und Sir Simon Rattle bringen seine Musik regelmäßig zur Aufführung mit Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, den Berliner Philharmonikern, dem New York Philharmonic, Concertgebouw Orchestra Amsterdam, Cleveland Orchestra, Orchestre de Paris sowie dem London Symphony Orchestra. Mit Isabelle Faust, Pierre-Laurent Aimard, Carolin Widmann, dem Hagen Quartett, dem Signum Quartett und dem Amabile Quartet verbindet Widmann eine langjährige kammermusikalische Zusammenarbeit. Seit 2017 bekleidet Widmann einen Lehrstuhl für Komposition an der Barenboim-Said Akademie Berlin.

Jörg Widmann
»Das erste Mal hörte ich die Sächsische Staatskapelle Dresden, wie viele von uns, auf Schallplatte: Es war die legendäre Aufnahme ›Der Freischütz‹ unter der Leitung von Carlos Kleiber. Ich erinnere mich an den seidigen, elastischen Streicherklang und die Holz- und Blechbläser mit ihrem unvergesslichen Stolz, einer Magie und einer Noblesse. So bin ich über Weber zur Staatskapelle gelangt. Aus diesem Grund ist es mir eine besondere Freude, im ›Weber-Jubiläumsjahr‹ 2026 eine Residenz mit der Staatskapelle zu teilen. Weber ist für mich eine große Inspiration.
Wahrscheinlich gibt es nicht ein einziges Stück von mir, das nicht auch in irgendeiner Verbindung zu Schumann – der auch eng mit Dresden verbunden war – steht. Aber so viel von Webers Kompositionssprache ist grundlegend für Schumann, ebenso wie für Mendelssohn und Wagner sowie für Webers Zeitgenossen Beethoven und Schubert: eine ganze Linie der deutschen Frühromantik, zu der ich eine besondere menschliche und kreative Affinität verspüre, und die wir in den Programmen dieser Spielzeit gemeinsam erkunden werden.
Natürlich liegt mir als Klarinettist Weber besonders am Herzen, der wunderbare Werke geschrieben hat, die den Ausdruckshorizont meines Instruments erweitern. Eine weitere persönliche und bedeutungsvolle Verbindung zu Dresden stellt mein Klarinettenlehrer Gerd Starke dar. Im Eingangsbereich seines Hauses in München hing ein Porträt von Weber aus seiner Dresdner Zeit. Starke selbst war von 1952 bis 1956 Mitglied der Staatskapelle Dresden gewesen, und für ihn waren Dresden und die Dresdner Staatskapelle immer sein Ideal. Als junger Klarinettenstudent in München nahm ich Anfang der 1990er Jahre an einem Austausch mit der Dresdner Musikhochschule teil, und Starke führte uns voller Stolz durch sein Dresden, wo man überall spürt, dass die Musik atmet.
Ich liebe die Schichten der Geschichte, die in Dresden miteinander verwoben sind, aber ich blicke nicht einfach mit Nostalgie und Sentimentalität auf diese Tradition zurück. Im Gegenteil, ich frage mich als Künstler von heute: Ist sie für uns noch relevant? Und ich behaupte ja, sehr. Auch wenn ich weiß, dass es in der Geschichte der Staatskapelle eine Ausnahme ist, einen Capell-Compositeur und einen Capell-Virtuosen in derselben Person zu haben, steht diese Ehre für mich ganz im Einklang mit jahrhundertealten Traditionen, in denen Komponisten konzertierten, Interpreten komponierten, die meisten Künstler unterrichteten und der grenzüberschreitende Austausch als wesentlicher Bestandteil des kreativen Wachstums und des sozialen Fortschritts empfunden wurde. So ist die Vergangenheit wegweisend. Ich könnte mir ein Leben als Komponist ohne meine Klarinette, meine Arbeit als Dirigent ohne meine Rolle als Lehrer und Mentor und meine Funktion als Künstler im heutigen Deutschland ohne die Literatur und die gegenwärtige Verbindung zu Menschen aus aller Welt einfach nicht vorstellen. Ohne diese Elemente wäre ich nicht der, der ich bin – und ich wage zu behaupten, auch die kostbare Staatskapelle nicht. Als Seelenverwandte freue ich mich sehr auf unsere gemeinsame Zeit.«
Im Dialog mit Jörg Widmann
Sonntag
20.9.
202619:00 | Kulturpalast Dresden
Romantik pur! Mit dem Teufel tanzen
Freitag
13.11.
202620:00 | Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste
Portraitkonzert des Capell-Compositeurs
Mittwoch
18.11.
202620:00 | Semperoper
3. Kammerabend
Sonntag
17.1.
202711:00 | Semperoper
5. Sinfoniekonzert
Montag
18.1.
202719:00 | Semperoper
5. Sinfoniekonzert
Dienstag
19.1.
202719:00 | Semperoper
5. Sinfoniekonzert
Samstag
10.4.
202716:00 | Semperoper
Symposium »Beethoven: unser Zeitgenosse«
Sonntag
11.4.
202711:00 | Semperoper
Rezital des Capell-Virtuosen
Mittwoch
14.4.
202719:00 | Semperoper
Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien. I
Donnerstag
15.4.
202719:00 | Semperoper
Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien. I
Freitag
16.4.
202719:00 | Semperoper
Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien. I
Samstag
17.4.
202719:00 | Semperoper
Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien. I
Mittwoch
28.4.
202719:00 | Semperoper
Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien. II
Donnerstag
29.4.
202719:00 | Semperoper
Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien. II
Freitag
30.4.
202719:00 | Semperoper
Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien. II
Samstag
1.5.
202719:00 | Semperoper
Beethoven. Vier Tage. Neun Sinfonien. II