Symposium »Beethoven: unser Zeitgenosse«
gespielte Werke
Eine Podiumsdiskussion.
Mitwirkende
unter anderm mit
- Daniele Gatti Dirigent
- Jörg Widmann Klarinette
Brahms schrieb einmal: »Du hast keinen Begriff davon, wie es unsereinem zu Mute ist, wenn er immer so einen Riesen (Beethoven) hinter sich marschieren hört.« Wie ist es überhaupt möglich, nach Beethoven Musik zu komponieren?
Eine Podiumsdiskussion mit Daniele Gatti und Capell-Compositeur Jörg Widmann über die Resonanz Beethovens in unserer heutigen Welt, seinen anhaltenden Einfluss sowie die Herausforderung, in seinem Schatten Musik zu schaffen.
- Samstag10.4.2716:00 UhrSemperoperTicket-Preis:
6,50 €
Daniele Gatti
Seit der Saison 2024/25 ist Daniele Gatti Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Sein Debüt am Pult des Orchesters gab er bereits im Februar 2000 mit Werken von Mendelssohn Bartholdy, Hindemith und Brahms.
In seiner zweiten Saison findet der erste vollständige Mahler-Zyklus der Staatskapelle mit den »Wiener Jahren« seine Fortsetzung, der die Schaffensperiode des Komponisten während seiner Zeit in Wien als Hofoperndirektor beleuchtet. Zudem wird Daniele Gatti mit den Neuproduktionen von Verdis »Falstaff« und Wagners »Parsifal« in der Semperoper zu erleben sein.
Neben seiner Position in Dresden ist Daniele Gatti designierter Musikdirektor des Teatro del Maggio Musicale Fiorentino, Musikdirektor des Orchestra Mozart und seit 2016 als künstlerischer Berater des Mahler Chamber Orchestra aktiv.
Gatti studierte Komposition und Orchesterdirigieren am Conservatorio Guiseppe Verdi in seiner Heimatstadt Mailand. Bereits mit 27 Jahren gab er sein Debüt an der Mailänder Scala. Es folgten erste Festengagements bei wichtigen Musikinstitutionen wie der Accademia Nazionale di Santa Cecilia und dem Royal Opera House in London. Er gastiert regelmäßig bei den Berliner Philharmonikern, Wiener Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks und dem Orchestra Filarmonica della Scala. Auch als Operndirigent genießt er international Anerkennung: Dirigate führen ihn unter anderem in die Mailänder Scala, die Royal Opera in London sowie zu den Bayreuther Festspielen.
Insgesamt dreimal wurde Daniele Gatti mit dem Premio »Franco Abbiati« der italienischen Musikkritik als bester Dirigent ausgezeichnet, 2016 wurde ihm für seine Arbeit als Musikdirektor des Orchestre National de France der Titel Chevalier de la Légion d’honneur der Französischen Republik verliehen. In seinem Heimatland wurde er außerdem mit dem Großen Verdienstorden geehrt.
Jörg Widmann
Jörg Widmann zählt zu den profiliertesten und vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten der Gegenwart. Seit 2026 leitet er als Artistic Director die renommierte Lucerne Festival Academy, die Pierre Boulez 2004 ins Leben rief und die seither als fundamentale Säule für zeitgenössische Musik das Festival prägt. Zugleich ist er in den Jahren 2026 und 2027 Associated Artist des SWR Experimentalstudios, während er seine Engagements als Erster Gastdirigent der NDR Radiophilharmonie und als Associated Conductor des Münchener Kammerorchesters fortführt. Eine historische Neuerung markiert die Spielzeit 2026/27 an der Semperoper: Erstmals vereint die Staatskapelle Dresden mit Widmann die Positionen des Capell-Compositeurs und des Capell-Virtuosen in einer Person. Parallel dazu widmet ihm das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin eine umfassende Residenz als Artist in Residence.
Nach wichtigen Dirigaten der jüngsten Vergangenheit – unter anderem bei The Cleveland Orchestra, Oslo Philharmonic, Finnish Radio Symphony Orchestra und Orchestre Philharmonique de Radio France – tritt Widmann auch 2026/27 in seiner außergewöhnlichen Vielseitigkeit als Klarinettist, Dirigent und Komponist auf den internationalen Konzertbühnen in Erscheinung. Im März 2027 stehen zwei herausragende Debüts am Pult des Royal Concertgebouw Orchestra sowie des Lucerne Festival Orchestra bevor. Erneute Einladungen
führen ihn darüber hinaus zum Oslo Philharmonic, Royal Stockholm Philharmonic Orchestra und National Symphony Orchestra Taiwan.
Ein Schwerpunkt gilt auch künftig seinem kompositorischen Werk: Seine neueste Orchesterarbeit, die Ouvertüre über B-A-C-H nach Skizzen von Ludwig van Beethoven, wird im Mai 2027 vom Gewandhausorchester unter Andris Nelsons im Rahmen eines Beethoven-Zyklus uraufgeführt. Bereits im April 2027 bringt die Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Daniele Gatti eine Neufassung seines VIII. Streichquartetts (Beethovenstudie III) im Rahmen eines Beethoven-Schwerpunkts in der Semperoper zur Uraufführung.
Als leidenschaftlicher Kammermusiker konzertiert Widmann regelmäßig mit langjährigen Partnern wie Carolin Widmann, Isabelle Faust, Sir András Schiff, Antoine Tamestit, Dénes Várjon und Clemens Hagen – mit Auftritten unter anderem in der Semperoper Dresden, im
Pierre Boulez Saal Berlin sowie beim Lucerne Festival Forward. Bedeutende Komponisten widmeten ihm Solokonzerte: Bei den Donaueschinger Musiktagen 2015 hob Widmann das Klarinettenkonzert über von Mark Andre aus der Taufe. Zu denweiteren Meilensteinen zählen Wolfgang Rihms Musik für Klarinette und Orchester (1999) sowie Aribert Reimanns Cantus (2006). Jüngster Höhepunkt war die Uraufführung des ihm gewidmeten Klarinettenkonzerts Zones of Blue von Olga Neuwirth im Februar 2026 mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Sir Simon Rattle, gefolgt voninternationalen Erstaufführungen unter anderem mit dem Orquestra Simfònica de Barcelona und The Cleveland Orchestra.
Dirigenten wie Daniel Barenboim, Daniel Harding, Kent Nagano, Franz Welser-Möst, Christian Thielemann, Iván Fischer, Andris Nelsons und Sir Simon Rattle setzen sich kontinuierlich für seine Musik ein. Führende Klangkörper – darunter die Wiener und Berliner Philharmoniker, New York Philharmonic, Concertgebouworkest Amsterdam, The Cleveland Orchestra, Orchestre de Paris und London Symphony Orchestra – haben seine Werke uraufgeführt und fest in ihr Repertoire aufgenommen.
In der Spielzeit 2023/24 war Widmann Composer in Residence der Berliner Philharmoniker – den Abschluss bildete die vielbeachtete Uraufführung seines Hornkonzerts mit Solist Stefan Dohr unter Leitung von Sir Simon Rattle. Im Februar 2025 feierte die Cantata in tempore
belli unter Kent Nagano mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg in der Elbphilharmonie Weltpremiere; im Juni 2026 folgte die Uraufführung der Jupiter-Etüde beim Mozartfest Würzburg.
Ausgebildet von Gerd Starke in München und Charles Neidich an der Juilliard School in New York, unterrichtete Widmann als Professor für Klarinette und Komposition an der Hochschule für Musik Freiburg. Seit 2017 hat er einen Lehrstuhl für Komposition an der Barenboim-Said
Akademie Berlin inne. Widmann ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Im Juni 2024 wurde er zum Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie ernannt; darüber hinaus ist er Ehrendoktor der University of Limerick und Präsident der Internationalen Max-Reger-Gesellschaft. Im November 2026 wird ihm der Internationale Mendelssohn-Preis zu Leipzig verliehen. Komposition studierte Widmann bei Kay Westermann, Wilfried Hiller, Hans Werner Henze und Wolfgang Rihm. Sein Schaffen wurde vielfach gewürdigt – unlängst unter anderem mit dem renommierten Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg sowie dem Musikpreis der Landeshauptstadt München.

